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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


12. Januar 2011

Die Vögel unter dem Him­mel und die Lili­en auf dem Fel­de (Mt 6,19ff [Uni Hd)]

Kann man „Sor­ge“ unter­sa­gen? Ver­hält es sich nicht so wie bei der Lie­be im Johev? Hier tritt also wie­der das Pro­blem der basa­len Lei­den­schaf­ten auf, die für das frü­he Chris­ten­tum ins­ge­samt grund­le­gend sind. Wor­an sol­len die Ver­trau­en­den sich ori­en­tie­ren? An den Vögeln unter dem Him­mel und den Lili­en auf dem Fel­de. Sie sor­gen sich nicht um Klei­dung, Essen und Trin­ken – und doch sorgt der „Vater“ im Him­mel für sie. Anders als der rei­che Korn­bau­er besit­zen sie kei­ne Scheu­nen. Natür­lich hat die­ser sie ganz über­mä­ßig gefüllt … (more…)

TUD])">Das Bild der Gemein­de ohne „Vater“ (Mk 3,31-35 [TUD])

Anti­kes Haus nach dem "Spie­gel"


Jesus befin­det sich im „Haus“ – und wird von sei­ner Mut­ter nebst sei­nen Brüdern/Schwestern in das eige­ne Haus zurück­ge­ru­fen. Doch Jesus will nicht nach Hau­se zurück, son­dern erläu­tert, sei­ne Mut­ter, sei­ne Brü­der und Schwes­tern befän­den sich um ihn her­um. Es sei­en Men­schen, wel­che den „Wil­len Got­tes“ täten. Die­ser Text ist der­art vor­aus­set­zungs­voll, dass man immer noch über­rascht sein muss, dass er sowohl in der sozi­al­ge­schicht­li­chen Exege­se von Theißen/Merz, His­to­ri­scher Jesus, 2001, und Stegemann/Stegemann fak­tisch nicht gewür­digt wird. Eben­so hat die femi­nis­ti­sche Exege­se m. E. den Text gänz­lich ver­nach­läs­sigt, für Gegen­bei­spie­le wäre ich sehr dank­bar. (more…)

22. Dezember 2010

Pre­digt zum vier­ten Advent (EfG Gries­heim)

Maria und Eli­sa­bet (http://www.anne-worbes.de/index.html)

Der Lob­ge­sang der Maria“ – so wird der Text der Pre­digt zum dies­jäh­ri­gen vier­ten Advent gewöhn­lich über­schrie­ben, lie­be Gemein­de. Nach sei­nem Anfang in der latei­ni­schen Bibel ist er auch als Magni­fi­kat bekannt. Er ist immer wie­der musi­ka­lisch dar­ge­stellt wor­den, ich selbst ver­eh­re in jün­ge­rer Zeit die Ver­to­nung durch die Chor­mu­sik des est­ni­schen Kom­po­nis­ten Arvo Pärt. (more…)

15. Dezember 2010

Kri­tik der Zukunft (Vhs Neckar­ge­münd)

… who is socie­ty? The­re is no such thing! The­re are indi­vi­du­al men and women and the­re are fami­lies and no government can do any­thing except through peop­le and peop­le look to them­sel­ves first. It is our duty to look after our­sel­ves and then also to help look after our neigh­bour and life is a recipro­cal busi­ness and peop­le have got the ent­it­le­ments too much in mind without the obli­ga­ti­ons …

http://www.margaretthatcher.org/document/106689 (more…)

9. Dezember 2010

Zin­sen?

Der Ein­druck im Kurs war wohl recht all­ge­mein, dass Brod­beck in 5.3.3 und 5.3.4 sei­ne The­se, der Aus­druck des Geld­sub­jekts sei die mathe­ma­ti­sier­te Buch­hal­tung bzw. buch­hal­te­ri­sche Mathe­ma­tik deut­lich über­zieht. Gele­gent­lich wur­de ver­mu­tet, er scha­de sich und sei­nem Buch mit die­ser extre­men The­se. Zwei­fel gab es auch bei eini­gen Teilnehmer/inn/en, ob tat­säch­lich alles auf die

Geld­gier zurück­führ­bar sei bzw. die Gesell­schaft und das bekann­te indi­vi­du­el­le Leben tat­säch­lich der­art stark von ihr domi­niert sei, wie es Brod­beck unter­stel­le.

5.3.5 und 5.3.6 zei­gen nun, wie trotz der tra­di­tio­nel­len reli­giö­sen Kri­tik in Juden­tum, Chris­ten­tum und Islam letzt­end­lich doch der Kapi­ta­lis­mus mit Zins­wirt­schaft domi­nier­te. Brod­beck über­sieht eigent­lich nur, dass schon Hil­lel der Älte­re fak­tisch eine Ent­schei­dung traf, die den Zins für Han­dels­un­ter­neh­mun­gen erlaub­te – woge­gen sich wohl Jesus von Naza­ret gewen­det hat (vgl. auch http://alltagundphilosophie.com/2010/11/25/geldgier-3-wo-kommt-das-geld-her-was-ist-geld/#more-1945). (more…)

25. November 2010

TUD)">1Kor 11,17ff (TUD)

1Kor 11,17ff führt in die Pro­ble­me sozia­ler Schich­tung in frü­hen Gemein­den im Chris­ten­tum ein. (more…)

18. November 2010

Geld­gier 2, die Eins­heit – Karl-Heinz Brod­beck

Baruch de Spi­no­za

Nach mei­ner Wahr­neh­mung schwankt die Bewer­tung eini­ger Teilnehmer/innen des Kur­ses eher. Es gibt grund­sätz­li­che Zustim­mung – aber sind alle Car­te­sia­ner? Ist das Buch nicht z. T. etwas weit­schwei­fig? Macht es sich Brod­beck bei­spiels­wei­se nicht mit „Hegels ‚List der Ver­nunft‘ nicht zu ein­fach?“ Ist Brod­beck zu sei­nen Unguns­ten nicht zu pole­misch? Ver­ein­facht Brod­beck mit der Kon­zen­tra­ti­on auf die „Geld­rech­nung“ als pri­mä­rer Sozia­li­sa­ti­ons­pra­xis nicht zu stark? Was ist mit der Spra­che? (more…)

12. November 2010

Geld­gier 1 – die Haupt­lei­den­schaft bei Karl-Heinz Brod­beck

Uni Zürich, Prof. Dr. Ernst Fehr, Geld­gier

Kapi­tel 5.1, aber auch das gesam­te Kapi­tel 5 unter­stel­len, dass die Men­schen glo­bal im Wesent­li­chen, wenn auch mit Inten­si­täts­un­ter­schie­den, durch die­sel­be Lei­den­schaft bestimmt sind, es han­delt sich um die Geld­gier. Die­se wird durch den sozia­len Kon­takt mit der „Geld­rech­nung“, mit­hin mit­tels einer kon­kre­ten Lebens­pra­xis bestimmt. Es han­delt sich also nicht ein­fach um eine anthro­po­lo­gi­sche Grund­kon­stan­te, son­dern die­se Lei­den­schaft und ihre hohe Stel­lung unter allen Lei­den­schaf­ten wird durch gesell­schaft­li­che Gewöh­nung erzeugt. Sie prägt immer stär­ker unse­re Ver­hält­nis­se, die Brod­beck als „Ich-Du-Es-Bezie­hun­gen“ cha­rak­te­ri­siert. (more…)

10. November 2010

NT III (TUD) – die Selig­prei­sung der „Armen“ (pto­choi)">Armut und Reich­tum im NT III (TUD) – die Selig­prei­sung der „Armen“ (pto­choi)

(Kir­chen­fens­ter in Trit­ten­heim an der Mosel, St. Cle­mens)

In Mt 5,3 wer­den die „Armen im Geis­te“ (pto­choi en pneu­ma­ti) nicht direkt ange­spro­chen, wäh­rend die Selig­prei­sung in Lk 6,20 eine direk­te Anre­de an die „Armen“ dar­stellt. Lk 6,24 bie­tet eine par­al­le­le Ver­flu­chung bzw. einen rea­lis­ti­schen Wehe­ruf für die Rei­chen. Die­se hät­ten ihren „Trost“ (para­kle­sis) schon. Bei Mt scheint das „Glück“ im Wesent­li­chen zukünf­tig im Escha­ton des „Reichs der Him­mel“ zu sein, wäh­rend den Rei­chen (plou­sioi) die ewi­ge Ver­damm­nis zuge­dacht erscheint. (more…)

3. November 2010

Des­car­tes und die Moder­ne – ein Ver­such von Karl-Heinz Brod­beck

Brod­beck zufol­ge hat das car­te­si­sche Den­ken nicht zuletzt die Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten geprägt, er zeigt das nach­voll­zieh­bar an Adam Smith und Fried­rich A. von Hay­ek. Eben­so ver­sucht er nach­zu­wei­sen, dass man die Poin­ten der Wis­sen­schafts­phi­lo­so­phie Karl Pop­pers und des­sen Ethik des (pie­ce­me­al) soci­al engenee­ring bes­ser ver­ste­he, sofern man ihren car­te­si­schen Hin­ter­grund ken­ne. Nun war Pop­per mit von Hay­ek in der Mont Pèle­rin Socie­ty ver­bun­den, inso­fern ist das auch im enge­ren Sinn wirt­schafts­wis­sen­schaft­lich und poli­tisch inter­es­sant. Dar­über hin­aus aber unter­stellt Brod­beck, dass Des­car­tes mit sei­ner Unter­schei­dung von res exten­sa (aus­ge­dehn­ter Sub­stanz) und res cogi­tans (den­ken­der Sub­stanz) weit­ge­hend „die Moder­ne“ geprägt habe, sodass man die­sem Denk­stil prak­tisch und theo­re­tisch schwer­lich ent­kom­me. (more…)