Zum Inhalt springen


Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


17. Dezember 2015

Ver­an­stal­tun­gen am 14. und 15. Dezem­ber in Hei­del­berg und Darm­stadt

 

1               Mt 5,43-48: Das Gebot der Fein­des­lie­be

Der Text wur­de exem­pla­risch wg. des Vater­bil­des her­an­ge­zo­gen, natür­lich wur­de aber auch inhalt­lich wg. des Lie­bes- und Fein­des­lie­bes­ge­bo­tes dis­ku­tiert, was nahe­lie­gen­der­wei­se Erör­te­run­gen des Ver­hält­nis­ses zum Juden­tum zur Fol­ge hat.

43Ἠκούσατε ὅτι ἐρρέθη·

  • ἀγαπήσεις τὸν πλησίον σου* καὶ μισήσεις τὸν ἐχθρόν σου.

44ἐγὼ δὲ λέγω ὑμῖν· ἀγαπᾶτε τοὺς ἐχθροὺς ὑμῶν καὶ προσεύχεσθε ὑπὲρ τῶν διωκόντων ὑμᾶς …

43 Ihr habt gehört, dass Gott gesagt hat: Lie­be dei­ne Nächs­te und dei­nen Nächs­ten und has­se die feind­li­che Macht. 44 Ich lege das heu­te so aus: Begeg­net denen, die euch Feind­schaft ent­ge­gen­brin­gen, mit Lie­be und betet für die, die euch ver­fol­gen. (Lui­se Schott­roff, „Bibel in gerech­ter Spra­che“, 1842)

Die Rede von den „Anti­the­sen“ in Bezug auf Mt 5,21-48 ist rhe­to­risch unin­for­miert. Denn eine Anti­the­se hat die syn­tak­ti­sche Regel: οὐ(κ) – ἀλλ’(ά) [nicht A, son­dern B]. Gleich­wohl fin­den sich in 5,21ff Gegen­sät­ze – und die­se sind stets genau zu bestim­men. Es sind nicht immer die glei­chen Gegen­sät­ze. Im Blick ist 5,17-20 zu behal­ten, wonach „Gesetz und Pro­phe­ten nicht auf­ge­löst, son­dern erfüllt“ wer­den sol­len. „Gesetz und Pro­phe­ten“ ist eine Kurz­for­mel für die Hei­li­gen Schrif­ten der Juden. Da sol­len auch Klei­nig­kei­ten nicht ver­än­dert wer­den. Die Ver­tre­ter der „Anti­the­sen-Frak­ti­on“ haben das Pro­blem so zu lösen ver­sucht, dass sie Tei­le von 5,21ff dem „his­to­ri­schen Jesus“ zuschrie­ben, wäh­rend 5,17-20 der mat­t­häi­schen Redak­ti­on ange­hö­re. Wie­so das in einem Text ste­hen kann, wur­de in der Sache nicht erör­tert. (more…)

9. Dezember 2015

Ver­an­stal­tun­gen am 07. und 08. Dezem­ber in Hei­del­berg und Darm­stadt

1               Neue Häu­ser (Mk 10,17-31 [Uni Hd])

Die ers­te Sit­zung zum Vater­bild behan­del­te Mk 10,17-31.

Mk 10,17-31 wur­de vor dem Hin­ter­grund des Kon­tex­tes von Mk 10,1-16 dis­ku­tiert. Vgl. dazu in mei­ner Habi­li­ta­ti­ons­schrift, 235ff u. ö., mit aus­führ­li­chen Lite­ra­tur­an­ga­ben.

10,1-12 the­ma­ti­sie­ren das Ehe­pro­blem von Frau­en und Män­nern aus der Per­spek­ti­ve einer dyna­mi­schen Schrift­aus­le­gung von Gen 1,26ff und Gen 2. Es wur­de zu ver­ste­hen ver­sucht, was das „Ein-Fleisch-Sein“ bedeu­tet. Da der Mann Adam und die Frau Eva aus dem andro­gy­nen Wesen „der Mensch“ ent­stan­den sind, stre­ben bei­de zur Wie­der­ver­ei­ni­gung. Die chir­ur­gi­sche Metho­de JHWHs ent­spricht der­je­ni­gen von Zeus, wie sie im Sym­po­si­on erzählt wird. Bei Pla­ton wer­den weib­li­che und männ­li­che homo­se­xu­el­le Lie­be sowie die hete­ro­se­xu­el­le Lie­be durch einen chir­ur­gi­schen Akt Zeus’ mythisch in Sze­ne gesetzt bzw. ermög­licht. In Gen 2 ist es die hete­ro­se­xu­el­le Lie­be. Das „Ein-Fleisch-Sein“ ist mit­hin sowohl in Gen 2, 1Kor 6 als auch in Mk 10 jeden­falls auch eine sexu­el­le Meta­pher. In Mk 10 han­delt es sich um eine ent­schie­den sym­me­tri­sche Figur, was zwin­gend aus der Behand­lung der Schei­dungs­fra­ge her­vor­geht. Wie in der (grie­chi­schen und) römi­schen Gesetz­ge­bung kön­nen sich auch Frau­en schei­den las­sen. Im Unter­schied zu den Pha­ri­sä­ern ist Jesus der Mei­nung, dass die Ehe nicht auf­ge­löst wer­den sol­le. Mose habe das nur wegen der σκληροκαρδία zuge­stan­den, der Ver­här­tung des Her­zens. Der mar­ki­ni­sche Jesus unter­stellt also, falls die Her­zen dyna­mi­scher, beweg­li­cher sei­en, lie­ßen sich die Pro­ble­me in der Ehe lösen. Ein abso­lu­tes Schei­dungs­ver­bot lässt sich dem Text nicht ent­neh­men, wohl aber ein Ide­al der „roman­ti­schen“ Lie­be, wie es bei Schlei­er­ma­cher vor­liegt, der das in sei­ner „Ethik“ als „per­sön­li­che Wahl­an­zie­hung“ bestimmt hat. So ver­hiel­te es sich auch bei gleich­ge­schlecht­li­chen Bezie­hun­gen. Für Mk 10,1ff ist es typisch, dass bestimm­te Bezeich­nun­gen von Kom­mu­ni­ka­ti­ons­rol­len, die wir heu­te eher anhand ver­schie­de­ner Sys­tem­re­fe­ren­zen zu unter­schei­den pfle­gen (Inti­mi­täts­be­zie­hun­gen, Reli­gi­on, Wirt­schaft, Staat usf.), auch für die Bezeich­nung von Kom­mu­ni­ka­ti­ons­rol­len in der christ­li­chen Gemein­de genutzt wer­den. Das fiel uns beson­ders an „Kin­der“ auf. (more…)

4. Dezember 2015

Ver­an­stal­tun­gen am 30.11. und 01.12. in Hei­del­berg und Darm­stadt

1. Zwei­te Sit­zung zum Johan­ne­s­pro­log (Uni Hd)

Es gab Rück­fra­gen zu dem Inter­pre­ta­ti­ons­an­satz des Dozen­ten zu sei­ner Lek­tü­re von bestimm­ten Zei­chen als Exis­tenz­me­ta­phern. Aus καὶ ἡ ζωὴ ἦν τὸ φῶς τῶν ἀνθρώπων (1,4b) dürf­te das fol­gen. Die ζωὴ … erleuch­tet die Men­schen. Zugleich zeigt der Rück­be­zug in 1,4a, dass der λόγος als gött­li­cher Aspekt des Kos­mos auf die­se Ket­te von Wort­spie­len bezo­gen ist. Die Rede von den „Exis­tenz­me­ta­phern“ folgt daher dem Grund­zug der Inter­pre­ta­ti­on Bult­manns im Johan­nes­kom­men­tar und dem Johan­nes­teil sei­ner „Theo­lo­gie des Neu­en Tes­ta­ments“. D. h., dass der Got­tes­be­zug der Men­schen meta­pho­risch aus­ge­drückt wird, eben­so aber auch die Ver­schlos­sen­heit gegen­über Gott in σκοτία und σάρξ.

Die Sit­zung war dann weit­hin der Bespre­chung des Über­set­zungs­vor­schlags von Hartenstein/Petersen in der „Bibel in gerech­ter Spra­che“ gewid­met.

Der Ver­such mit „im Mut­ter­schoß des Vaters“ (1,18) kann als sym­me­trie­be­ton­ter Ver­such gewer­tet wer­den, der auch durch 1,13 ange­sto­ßen sein könn­te (jeden­falls dadurch gerecht­fer­tigt wer­den kann), bei dem viel­leicht Geschmacks­fra­gen gestellt wer­den dürf­ten. Eben­so fällt das aus anti­ken Tex­ten, die Hartenstein/Petersen mut­maß­lich ken­nen, nicht her­aus. (more…)

25. November 2015

Ver­an­stal­tun­gen am 23. und 24. in Hei­del­berg und Darm­stadt

1               Johan­nes 1,1-18 I (Uni HD)

Der Johan­ne­s­pro­log ent­fal­tet im Sin­ne der anti­ken Regeln für einen Pro­log (z. B. drit­tes Buch der Rhe­to­rik des Aris­to­te­les) zumin­dest in Andeu­tun­gen das nar­ra­ti­ve Pro­gramm des Johan­nes­evan­ge­li­ums. Für unser Semi­nar zur geschlech­ter­ge­rech­ten Rede von Gott in der neu­tes­ta­ment­li­chen Exege­se sind hier­bei vor allem die Bil­der, auch die Meta­phern von Inter­es­se. Eben­so ist aber auch die Erzähl­wei­se von Inter­es­se. (more…)

11. November 2015

HD und DA">Ver­an­stal­tun­gen am 09. und 10.11. in HD und DA

 

1               1Kor 11,3-10 (16) und Gal 3,26-28 (Uni HD)

Die Sit­zung befass­te sich zum ers­ten Mal mit dem Aspekt „Chris­tus“ als Mann – und das führ­te uns zu inten­si­ven sach­li­chen und sprach­li­chen Fra­ge­stel­lun­gen. Natür­lich war der „his­to­ri­sche Jesus“ ein Mann, der nach Vor­stel­lung des Pau­lus jeden­falls kein Hip­pie war, wie es seit den 1960er Jah­ren gele­gent­lich ver­mu­tet wur­de oder auch aktu­ell erschien. Aber für Pau­lus spielt der „his­to­ri­sche Jesus“ für die Fra­ge der Erlö­sung kei­ne Rol­le (vgl. 2. Korin­ther­brief 5,16 und den Ent­wurf der Theo­lo­gie des Neu­en Tes­ta­ments bei Bult­mann, wo Jesus „nur“ als Vor­aus­set­zung der Theo­lo­gie des Neu­en Tes­ta­ments gilt – eine Auf­fas­sung, die uns beim Text­ver­ste­hen ent­ge­gen kam, wor­über viel­leicht noch wei­ter zu spre­chen ist.) Nach Pau­lus ist es der ver­kün­dig­te Gekreu­zig­te und Auf­ge­stan­de­ne bzw. Auf­er­stan­de­ne, wel­cher die Vertrauenden/Glaubenden erlöst. Dar­über könn­te es im Semi­nar wei­te­re Dis­kus­sio­nen geben, wie es das auch in der Nach­kriegs­theo­lo­gie in Deutsch­land, der Schweiz, Öster­reich und den USA gege­ben hat. (more…)

4. November 2015

HD und DA">Ver­an­stal­tun­gen am 02. und 03.11. in HD und DA

 

1               Ver­ab­schie­dung des Semi­nar­plans und ers­te Wahr­neh­mung des Kon­zepts der „Bibel in gerech­ter Spra­che“ (Uni Hd)

Die Teilnehmer/inn/en akzep­tier­ten den vor­ge­schla­ge­nen Semi­nar­plan.

Die „Bibel in gerech­ter Spra­che“ ist m. W. die ers­te Über­set­zung, die das Pro­blem des Tetra­gramms (יהוה) [jhwh] offen­legt, was in der Dis­kus­si­on eini­ge Auf­re­gung aus­ge­löst hat. Ob das sehr klar ist, ist nach den Äuße­run­gen der Übersetzer/innen offen; vgl. vor allem Klaus Wengst, Erwä­gun­gen zur Über­set­zung von „kyri­os“ im Neu­en Tes­ta­ment, in: Hel­ga Kuhl­mann (Hgin), Die Bibel – über­setzt in gerech­ter Spra­che, 42007, 178ff, der mit Recht die Ver­hält­nis­se in der LXX the­ma­ti­siert, was offen­bar nicht allen klar ist. Dort kommt in den jüdi­schen Ver­sio­nen die hebräi­sche Schreib­wei­se des Tetra­gramms, aber auch IAO und ΠΙΠΙ (PIPI) vor, wobei es sich um eine gra­fe­mi­sche grie­chi­sche Wie­der­ga­be des hebräi­schen Tetra­gramms han­delt. Ohne Fra­ge aber ist es für eine christ­li­che Über­set­zung aus Respekt vor der jüdi­schen Ver­fah­rens­wei­se erfor­der­lich, das Tetra­gramm nicht in skur­ril voka­li­sier­ter Form dar­zu­stel­len, „Jah­we“ und „Jach­wä“ sind die belieb­tes­ten, frü­her war „Jeho­va“ üblich. Hier soll­te man auch aus intel­lek­tu­el­ler Red­lich­keit der Pra­xis der „Bibel in gerech­ter Spra­che“ fol­gen. Hier haben sich in der Dis­kus­si­on eini­ge christ­li­che Theolog/inn/en bla­miert. (more…)

29. Oktober 2015

Geschlech­ter­ge­rech­te Rede von Gott (Uni Hd)

Die Sit­zung befass­te sich mit den ein­lei­ten­den Bemer­kun­gen von Mag­da­le­ne L. Frett­löh (MLF).

Dabei ergab sich als Schwer­punkt der Ver­such, den Zusam­men­hang von „Kavo­do­lo­gie“ (Bezug auf: כבוד [kavod]), „geschlech­ter­ge­rech­ter Rede von Gott“, „Bil­der­ver­bot“ und dem frü­hen, „dia­lek­ti­schen“ Karl Barth zu ver­ste­hen.

Im Anschluss an Ger­hard von Rad schlägt MLF vor, kavod mit „Gewicht“ zu über­set­zen, was die exis­ten­zi­el­le Bedeu­tung, z. T. auch bedrän­gen­de Begeg­nung mit Gott bezeich­nen soll, eine Meta­pher aus dem Bereich der Schwer­kraft, was sich auch mit dem Vor­schlag deckt, vom „der Welt Raum geben“ zu spre­chen. Für MLF ist kavod ein exem­pla­ri­scher Fall, weil das Lexem sehr oft durch „Herrlich­keit“ andro­zen­trisch über­setzt wird, was sie spä­ter in aktu­el­len dog­ma­ti­schen Ent­wür­fen ver­folgt. (more…)

30. September 2015

Abdel-Samad, Moha­med. Eine Abrech­nung, 2015

Nur kurz: Ich habe ange­kün­digt, das Buch Hamed Abdel-Samads zu rezen­sie­ren. Doch das ist über­flüs­sig. Wie SPON schreibt, ist es ein Moham­med für Pegi­dis­ten.

Samad unter­schei­det vier Pha­sen im Leben Moham­meds, die bestimm­ten Text­pas­sa­gen des Koran ent­spre­chen sol­len. Da er selbst behaup­tet, dass wir über Moham­med nichts Genau­es wis­sen, erle­digt sich die­ses Modell eines Psy­cho­gramms Moham­meds selbst.

In der Koran-Debat­te kennt er sich nur ober­fläch­lich aus. Rich­tig ist, dass er fest­hält, der Koran sei nicht ein­heit­lich. Da es sich um eine „Abrech­nung“ mit Moham­med han­deln soll, wird eine ein­deu­ti­ge Linie vom para­noi­den Moham­med zum „Isla­mi­schen Staat“ gezo­gen. Letzt­lich recht­fer­tigt Samad die Aus­le­gung von Al Kai­da, dem „Isla­mi­schen Staat“ sowie den Mus­lim­brü­dern, die frei­lich alles erst Aus­le­gun­gen seit dem 18. Jahr­hun­dert sind. Zuvor gab es der­ar­ti­ge Aus­le­gun­gen kaum.

Das ist ein dra­ma­ti­sches her­me­neu­ti­sches Defi­zit. Für jemand, der vor­gibt, Wis­sen­schaft­ler zu sein, ist das voll­kom­men inak­zep­ta­bel. Selbst Frau von der Ley­en ist dem­ge­gen­über eine Heroi­ne des Wis­sen­schafts­sys­tems.

Kann fol­gen­de Dar­stel­lung emp­feh­len: http://alltagundphilosophie.com.www256.your-server.de/2015/07/19/vortrag-an-der-friechrich-list-berufsschule-in-darmstadt/.

28. September 2015

Jan Ass­mann, Exo­dus, Kapi­tel acht und neun

Zum ach­ten Kapi­tel vgl. hier.

 

Das eigent­li­che, ein­zi­ge und tiefs­te The­ma der Welt- und Men­schen­ge­schich­te, dem alle übri­gen unter­ge­ord­net sind, bleibt der Con­flict des Unglau­bens und Glau­bens. Johann Wolf­gang von Goe­the (Po. 4674, 52 %)

 

Ass­mann ver­sucht vor dem Hin­ter­grund des Goe­the­zi­tats die Pas­sa­gen vom “Mur­ren“ der Israelit/inn/en zu inter­pre­tie­ren. Dabei gera­ten auch bestimm­te Dis­kus­si­ons­pro­zes­se zu Mose in den Blick (vor allem Sellin/Freud). Der Tod des Mose wur­de mit die­sen Wider­stands­mus­tern des „Mur­rens“ in Ver­bin­dung gebracht. Ass­mann dis­ku­tiert nicht die wei­ter­ge­hen­de The­se Blochs, dass dar­in auch eine Wei­ter­ent­wick­lung des JHWH-Kon­zepts gese­hen wer­den kön­ne.

Ass­mann zufol­ge ist das “Mur­ren“ im eifer­süch­ti­gen Gott des Bun­des ange­legt, es han­de­le sich um die

dunk­le Sei­te der Bun­des­idee (4685, 52 %).

Die­sem mono­the­is­ti­schen Gott der Treue ist schwer zu fol­gen. Dar­auf bezieht er auch das Glau­bens­the­ma. Die Genea­lo­gie sei­ner Mono­the­is­mus-The­se führt er auf Hume und Goe­the zurück.

An die­sen Aus­füh­run­gen ist wich­tig, dass er das Motiv des Lei­dens des Pro­phe­ten bzw. des­sen gewalt­sa­mes Geschick the­ma­ti­siert. Hier besteht ein bibli­sches Kon­ti­nu­um seit der Mose-Figur. Das geht dann zu Jere­mia und Deu­tero­je­sa­ja (Jesa­ja 40ff).

Ande­rer­seits zeigt die Erwäh­nung Deu­tero­je­sa­ja, dass Ass­mann sich für ein ein­sei­ti­ges Lek­tü­re-Modell der Bibel ent­schie­den hat. Das ist par­al­lel zur Bild­pro­ble­ma­tik in Kapi­tel acht. Jede/r Leser/in der Bibel steht vor einem dop­pel­ten Pro­blem:

  1. Was besagt das Bil­der­ver­bot in Ex 20, wenn Gott doch weib­li­che und männ­li­che Bil­der hat (Gen 1,26-28; 5,1f)?
  2. Was besagt es, dass es ein exis­ten­zi­el­les Ver­hält­nis zum ein­zi­gen Gott gibt, wie es sich im Deu­tero­je­sa­ja­buch zeigt, das nicht mit dem Treue­ver­hält­nis chif­friert ist?

Die­se Fra­gen beant­wor­tet Ass­mann nicht.

 

19. Juli 2015

Vor­trag an der Fried­rich-List-Berufs­schu­le in Darm­stadt

Mit die­sem Vor­trag  begin­ne ich einen neu­en Ver­such, das Pro­blem, aber auch die Not­wen­dig­keit der Inte­gra­ti­on des Islam in die reli­giö­se Struk­tur des Grund­ge­set­zes zu the­ma­ti­sie­ren.

Dies vor dem Hin­ter­grund, dass tat­säch­lich jun­ge Men­schen sich Grup­pie­run­gen wie dem „Isla­mi­schen Staat“ anschlie­ßen.