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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


4. Dezember 2015

Ver­an­stal­tun­gen am 30.11. und 01.12. in Hei­del­berg und Darm­stadt

1. Zwei­te Sit­zung zum Johan­ne­s­pro­log (Uni Hd)

Es gab Rück­fra­gen zu dem Inter­pre­ta­ti­ons­an­satz des Dozen­ten zu sei­ner Lek­tü­re von bestimm­ten Zei­chen als Exis­tenz­me­ta­phern. Aus καὶ ἡ ζωὴ ἦν τὸ φῶς τῶν ἀνθρώπων (1,4b) dürf­te das fol­gen. Die ζωὴ … erleuch­tet die Men­schen. Zugleich zeigt der Rück­be­zug in 1,4a, dass der λόγος als gött­li­cher Aspekt des Kos­mos auf die­se Ket­te von Wort­spie­len bezo­gen ist. Die Rede von den „Exis­tenz­me­ta­phern“ folgt daher dem Grund­zug der Inter­pre­ta­ti­on Bult­manns im Johan­nes­kom­men­tar und dem Johan­nes­teil sei­ner „Theo­lo­gie des Neu­en Tes­ta­ments“. D. h., dass der Got­tes­be­zug der Men­schen meta­pho­risch aus­ge­drückt wird, eben­so aber auch die Ver­schlos­sen­heit gegen­über Gott in σκοτία und σάρξ.

Die Sit­zung war dann weit­hin der Bespre­chung des Über­set­zungs­vor­schlags von Hartenstein/Petersen in der „Bibel in gerech­ter Spra­che“ gewid­met.

Der Ver­such mit „im Mut­ter­schoß des Vaters“ (1,18) kann als sym­me­trie­be­ton­ter Ver­such gewer­tet wer­den, der auch durch 1,13 ange­sto­ßen sein könn­te (jeden­falls dadurch gerecht­fer­tigt wer­den kann), bei dem viel­leicht Geschmacks­fra­gen gestellt wer­den dürf­ten. Eben­so fällt das aus anti­ken Tex­ten, die Hartenstein/Petersen mut­maß­lich ken­nen, nicht her­aus. (more…)

25. November 2015

Ver­an­stal­tun­gen am 23. und 24. in Hei­del­berg und Darm­stadt

1               Johan­nes 1,1-18 I (Uni HD)

Der Johan­ne­s­pro­log ent­fal­tet im Sin­ne der anti­ken Regeln für einen Pro­log (z. B. drit­tes Buch der Rhe­to­rik des Aris­to­te­les) zumin­dest in Andeu­tun­gen das nar­ra­ti­ve Pro­gramm des Johan­nes­evan­ge­li­ums. Für unser Semi­nar zur geschlech­ter­ge­rech­ten Rede von Gott in der neu­tes­ta­ment­li­chen Exege­se sind hier­bei vor allem die Bil­der, auch die Meta­phern von Inter­es­se. Eben­so ist aber auch die Erzähl­wei­se von Inter­es­se. (more…)

11. November 2015

HD und DA">Ver­an­stal­tun­gen am 09. und 10.11. in HD und DA

 

1               1Kor 11,3-10 (16) und Gal 3,26-28 (Uni HD)

Die Sit­zung befass­te sich zum ers­ten Mal mit dem Aspekt „Chris­tus“ als Mann – und das führ­te uns zu inten­si­ven sach­li­chen und sprach­li­chen Fra­ge­stel­lun­gen. Natür­lich war der „his­to­ri­sche Jesus“ ein Mann, der nach Vor­stel­lung des Pau­lus jeden­falls kein Hip­pie war, wie es seit den 1960er Jah­ren gele­gent­lich ver­mu­tet wur­de oder auch aktu­ell erschien. Aber für Pau­lus spielt der „his­to­ri­sche Jesus“ für die Fra­ge der Erlö­sung kei­ne Rol­le (vgl. 2. Korin­ther­brief 5,16 und den Ent­wurf der Theo­lo­gie des Neu­en Tes­ta­ments bei Bult­mann, wo Jesus „nur“ als Vor­aus­set­zung der Theo­lo­gie des Neu­en Tes­ta­ments gilt – eine Auf­fas­sung, die uns beim Text­ver­ste­hen ent­ge­gen kam, wor­über viel­leicht noch wei­ter zu spre­chen ist.) Nach Pau­lus ist es der ver­kün­dig­te Gekreu­zig­te und Auf­ge­stan­de­ne bzw. Auf­er­stan­de­ne, wel­cher die Vertrauenden/Glaubenden erlöst. Dar­über könn­te es im Semi­nar wei­te­re Dis­kus­sio­nen geben, wie es das auch in der Nach­kriegs­theo­lo­gie in Deutsch­land, der Schweiz, Öster­reich und den USA gege­ben hat. (more…)

4. November 2015

HD und DA">Ver­an­stal­tun­gen am 02. und 03.11. in HD und DA

 

1               Ver­ab­schie­dung des Semi­nar­plans und ers­te Wahr­neh­mung des Kon­zepts der „Bibel in gerech­ter Spra­che“ (Uni Hd)

Die Teilnehmer/inn/en akzep­tier­ten den vor­ge­schla­ge­nen Semi­nar­plan.

Die „Bibel in gerech­ter Spra­che“ ist m. W. die ers­te Über­set­zung, die das Pro­blem des Tetra­gramms (יהוה) [jhwh] offen­legt, was in der Dis­kus­si­on eini­ge Auf­re­gung aus­ge­löst hat. Ob das sehr klar ist, ist nach den Äuße­run­gen der Übersetzer/innen offen; vgl. vor allem Klaus Wengst, Erwä­gun­gen zur Über­set­zung von „kyri­os“ im Neu­en Tes­ta­ment, in: Hel­ga Kuhl­mann (Hgin), Die Bibel – über­setzt in gerech­ter Spra­che, 42007, 178ff, der mit Recht die Ver­hält­nis­se in der LXX the­ma­ti­siert, was offen­bar nicht allen klar ist. Dort kommt in den jüdi­schen Ver­sio­nen die hebräi­sche Schreib­wei­se des Tetra­gramms, aber auch IAO und ΠΙΠΙ (PIPI) vor, wobei es sich um eine gra­fe­mi­sche grie­chi­sche Wie­der­ga­be des hebräi­schen Tetra­gramms han­delt. Ohne Fra­ge aber ist es für eine christ­li­che Über­set­zung aus Respekt vor der jüdi­schen Ver­fah­rens­wei­se erfor­der­lich, das Tetra­gramm nicht in skur­ril voka­li­sier­ter Form dar­zu­stel­len, „Jah­we“ und „Jach­wä“ sind die belieb­tes­ten, frü­her war „Jeho­va“ üblich. Hier soll­te man auch aus intel­lek­tu­el­ler Red­lich­keit der Pra­xis der „Bibel in gerech­ter Spra­che“ fol­gen. Hier haben sich in der Dis­kus­si­on eini­ge christ­li­che Theolog/inn/en bla­miert. (more…)

29. Oktober 2015

Geschlech­ter­ge­rech­te Rede von Gott (Uni Hd)

Die Sit­zung befass­te sich mit den ein­lei­ten­den Bemer­kun­gen von Mag­da­le­ne L. Frett­löh (MLF).

Dabei ergab sich als Schwer­punkt der Ver­such, den Zusam­men­hang von „Kavo­do­lo­gie“ (Bezug auf: כבוד [kavod]), „geschlech­ter­ge­rech­ter Rede von Gott“, „Bil­der­ver­bot“ und dem frü­hen, „dia­lek­ti­schen“ Karl Barth zu ver­ste­hen.

Im Anschluss an Ger­hard von Rad schlägt MLF vor, kavod mit „Gewicht“ zu über­set­zen, was die exis­ten­zi­el­le Bedeu­tung, z. T. auch bedrän­gen­de Begeg­nung mit Gott bezeich­nen soll, eine Meta­pher aus dem Bereich der Schwer­kraft, was sich auch mit dem Vor­schlag deckt, vom „der Welt Raum geben“ zu spre­chen. Für MLF ist kavod ein exem­pla­ri­scher Fall, weil das Lexem sehr oft durch „Herrlich­keit“ andro­zen­trisch über­setzt wird, was sie spä­ter in aktu­el­len dog­ma­ti­schen Ent­wür­fen ver­folgt. (more…)