Zum Inhalt springen


Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


29. Oktober 2015

Geschlechtergerechte Rede von Gott (Uni Hd)

Die Sitzung befasste sich mit den einleitenden Bemerkungen von Magdalene L. Frettlöh (MLF).

Dabei ergab sich als Schwerpunkt der Versuch, den Zusammenhang von „Kavodologie“ (Bezug auf: כבוד [kavod]), „geschlechtergerechter Rede von Gott“, „Bilderverbot“ und dem frühen, „dialektischen“ Karl Barth zu verstehen.

Im Anschluss an Gerhard von Rad schlägt MLF vor, kavod mit „Gewicht“ zu übersetzen, was die existenzielle Bedeutung, z. T. auch bedrängende Begegnung mit Gott bezeichnen soll, eine Metapher aus dem Bereich der Schwerkraft, was sich auch mit dem Vorschlag deckt, vom „der Welt Raum geben“ zu sprechen. Für MLF ist kavod ein exemplarischer Fall, weil das Lexem sehr oft durch „Herrlichkeit“ androzentrisch übersetzt wird, was sie später in aktuellen dogmatischen Entwürfen verfolgt. (more…)

10. Oktober 2015

Magdalene L. Frettlöh, Geschlechtergerechte Rede (bei der Auslegung) biblischer Texte (Uni Hd)

Karlsstr. 16, ÜR 2, Mo 16 bis 18 Uhr

  1. 12.10.      Seminarplan, Thema, Vorgehensweise und Kennenlernen
  2. 19.10.      XI-XX; 1-12 M. L. Frettlöh, Gott Gewicht geben – dazu bitte das Inhaltsverzeichnis genau wahrnehmen (V-X)!
  3. 26.10 Gemeinsames Erarbeiten des Seminarplans

Die Studierenden sollen möglichst Einfluss nehmen, wie das Seminar verläuft. Die formalen Bedingungen stehen im Vorlesungsverzeichnis der Universität Heidelberg!

Alle Arten von  Arbeiten können geschrieben werden und die Noten werden von mir im System gemeldet.

Ich erarbeite eine Zusammenfassung jeder Sitzung ab dem 19.10. und veröffentliche diese (spätestens am Donnerstag) hier. Wenn Ihre Studienordnung es zulässt, können Sie selbst eine benotete Zusammenfassung schreiben und sie wird dann hier veröffentlicht.

 

Literatur: M. L. Frettlöh, Gott Gewicht geben. Bausteine einer geschlechtergerechten Gotteslehre, 2. Aufl. 2009 (im Apparat)

Bibel in gerechter Sprache, 2005ff

26. November 2014

Veranstaltungen am 24. und 25.11.

Veranstaltungen am 24. und 25.11.

1               Die strukturale Mythos-Grammatik (NT und Mythos [Uni Hd])

Das Modell wurde anhand Pöttner, Realität als Kommunikation, 1995 wahrgenommen. Dort finden sich zusätzlich alle Literaturangaben bis zur damaligen Zeit und auch eine Beschreibung der Weisheitstradition, die vor allem auf Sprüche 8 und Weisheit Salomos 6-9 rekurriert. Das ist der mutmaßliche religionsgeschichtliche Hintergrund von 1Kor 1-4, der besonders durch Apollos in Korinth breit thematisiert wurde.

Ich bemühe mich, besonders 1Kor 1,21 als wesentliches Element einer Erzählung zu verstehen, die sich dann mittels der Mythosgrammatik analysieren lässt:

1,21a   ἐπειδὴ  γὰρ    ἐν τῇ σοφίᾳ τοῦ θεοῦ οὐκ ἔγνω ὁ κόσμος

διὰ τῆς σοφίας τὸν θεόν,

1,21b   εὐδόκησεν ὁ θεὸς διὰ τῆς μωρίας τοῦ κηρύγματος σῶσαι τοὺς πιστεύοντας.[1]

Danach gelang es dem Kosmos (der Welt) nicht, Gott zu erkennen. Der Kernsatz oder die wesentliche Proposition lautet also:

οὐκ ἔγνω ὁ κόσμος … τὸν θεόν

Das wird näher bestimmt:

  • ἐν τῇ σοφίᾳ τοῦ θεοῦ
  • διὰ τῆς σοφίας (sc. αὐτοῦ); vgl. Pöttner, 205-212.

(more…)

22. Oktober 2014

Veranstaltungen am 20. und 21.10.

1               Entmythologisierungsartikel („NT und Mythos“ [Uni Hd])

Mein WiBiLex-Artikel war Gegenstand der Sitzung. Es ergaben sich Fragen zum Neukantianismus und zum kartesischen Dualismus. Descartes hatte Geist und Körper substanzontologisch unterschieden, es gibt eine denkende (, fühlende, wollende) Substanz, die ist nicht ausgedehnt (res cogitans). Zweitens gibt es eine ausgedehnte Substanz (res extensa), die Descartes maschinell interpretierte (vgl. René Descartes, Die Prinzipien der Philosophie, Hamburg (PhB 38). Vermittelt werden beide Substanzen durch eine Struktur des Gehirns, die Epiphyse (Zirbeldrüse), eine Hypothese, die sich nicht bewährt hat. Erhalten geblieben ist aber die dualistische Grundidee, wonach der Geist ausdehnungslos ist und z. B. im Bewusstsein erfasst wird. Für die Neukantianer war dies ein Argument, warum die Naturwissenschaften den Geist nicht mechanistisch erfassen konnten. Denn zum Betreiben von Naturwissenschaft ist Bewusstsein eine Bedingung der Möglichkeit. Allerdings ist das Bewusstsein ebenfalls in der Evolution entstanden, so ein mögliches Gegenargument. (more…)

29. Juni 2014

Art. Entmythologisierung (Diskussionsentwurf)

1             Entmythologisierung

– gelegentlich auch: Entmythisierung; amer: demythologization, demythologize; engl: demythologisation, demythologise

 

Martin Pöttner

 

 

 

 

Rudolf Bultmann

1Begriff und Verfahren.

1.1. Die experimentelle Methode als „Objektivierung“ der Realität

1.2. Die hermeneutische Reaktion auf die experimentelle Methode.3

1.2.1. Das kosmologische, objektive Weltbild des Mythos

1.2.2. Die anthropologische Pointe des Mythos

1.2.3. Das im Mythos dargestellte und existenzial interpretierte Existenzverständnis

Die Verkündigung Jesu als Voraussetzung der Theologie des NT.

1.3. Kritiken und Fortschreibungen.

1.3.1. Kritik innerhalb der Bultmannschule.

1.3.2. Kritiken am „Mythos“-Begriff Bultmanns

1.3.3. Die Kritik am Supranaturalismusaspekt in Bultmanns Entmythologisierungsprogramm..

1.3.4. Die prozessphilosophische Fortschreibung von Bultmanns Programm..

1.3.5. Die semiotische Fortschreibung von Bultmanns Programm..8

2Literaturverzeichnis

1. Lexikonartikel

2. Weitere Literatur.

[Leider funktionieren die internen Links nicht, ebenso ist die Zählung noch etwas verwirrend. Ich bitte um Entschuldigung!]

 

 

Für Otto Marburger

 

2             1               Begriff und Verfahren

Das Zeichen „Entmythologisierung“ (in der Folge „E.“) bezeichnet einen Begriff (einen Interpretanten), der ein bestimmtes hermeneutisches Verfahren zum Ausdruck bringt, das von dem Marburger Neutestamentler Rudolf Bultmann (1884-1976) 1941 in dem Aufsatz „Neues Testament und Mythologie“ vorgeschlagen wurde (Bultmann 1951; vgl. 1952). Dabei geht es um die Interpretation supranaturaler (übernatürlicher) Auffassungen bei Schöpfung und Erlösung.  Dargelegt hat er dieses Verfahren umfassend 1949 in seiner „Theologie des Neuen Testaments“ (Bultmann 1984). (more…)

12. Juni 2013

Veranstaltungen 11.06. Uni Hd und TUD

 

1               Uni Hd: Ostergeschichten

Der Plan für die letzten Sitzungen bis zum 23.07. (Doppelsitzung) lautet:

18.06. Luk 24,1-35 auf Griechisch

25.06. Joh 19-21 auf Deutsch

02.07. Joh 20,1-31 auf Griechisch

09.07. Joh 21,1-25 auf Griechisch

16.07. Schreiben, Liebe und Aufstehen bei Johannes

23.07. 1Kor 15,1-11 auf Griechisch; 12-28 auf Deutsch

– das Realitätsverständnis des Aufstehens
nach Paulus

23.07. Im Anschluss Abschlussdiskussion

Die Sitzung hatte Luk 24 zum Thema. Dabei fiel auf, dass Luk nach der Erzählung vom leeren Grab zuerst die Erscheinung Jesu während des Diskurses mit den Emmausjüngern erzählt, dann die Erscheinung vor Simon Petrus erwähnt. Weiter erscheint Jesus den Elf plus den Emmausjüngern, die eben nach Jerusalem zurückgekehrt waren.

Diese Erscheinung ist eine Erweiterung und Verstärkung der Emmausjüngererzählung. Deutlich wird betont, dass Jesus als Aufgestandener kein bloßer Geist sei, sondern Fleisch und Knochen besitze. Zudem isst er, was ja nur nötig ist, wenn Fleisch und Knochen Nahrung brauchen. Diese Elemente finden sich alle in der Emmausjüngererzählung. Und dort findet sich auch das dritte wesentliche Element von Luk 24: Alles dasjenige, was im Leben, Sterben, Aufstehen Jesu geschah (und weiter in der Geschichte der Kirche geschieht), hat sich nach einem narrativen Programm ereignet, dass in der LXX als dem Alten Testament der frühen Christ/inn/en aufgeschrieben wurde. Luk interpretiert die Heiligen Schriften der Juden als prophetische Texte, welche die grammatischen Regeln kreativ vorgeben, nach denen das lukanische Doppelwerk geschrieben ist.

Zum Brotbrechen vgl. Act 2,46.

Luk 24 ist auch als Übergang zu Act konzipiert, Himmelfahrt und Geistwunder werden erzählt bzw. angedeutet.

Die Diskussion drehte sich u. a. um das Verhältnis von Judentum und Christentum, Act 28 als Problemanzeige wurde diskutiert. Dort diskutiert Paulus mit der jüdischen Gemeinde in Rom, seine Botschaft wird dort abgelehnt. Es ist m. E. wichtig, dass Luk so offenlegt, seine Auslegung der Heiligen Schriften der Juden finde im Kontext der ([proto]rabbinischen) Theologie keine Zustimmung. Die Konzeption des Luk ist eine der versöhnten und streitenden Verschiedenheit. So werden im Eschaton Pessach und Abendmahl gefeiert. Vielleicht nicht so enthusiastisch wie Paulus (Röm 11,25-32), aber doch ähnlich, unterstellt er, dass die Juden gerettet werden. Die Umkehr steht im Zentrum der Verkündigung der Schüler – und dieses Thema hat die Jesustradition mit der dynamischen Schriftauslegung im Judentum gemeinsam. Es wird nach Luk auch zum Hauptthema der Kirchengeschichte, welche von Jerusalem ausgeht.

In der Emmauserzählung wird auf jüdische Messiashoffnungen Bezug genommen, die im Schülerkreis präsent waren. Sie finden sich in PsSal 17f, daraus ein Ausschnitt:

Darin ist also eine Auseinandersetzung mit folgender im Judentum vorhandenen Messias- (griechisch: christos, lateinisch: Christus-) Vorstellung zu finden:

Sieh zu, Herr, und lass ihnen ihren König erstehen, den Sohn Davids,

…, dass er über deinen Sklaven Israel regiere.

Und gürte ihn mit Kraft, dass er ungerechte Heiden zerschmettere,

Jerusalem reinige von den Heiden, die es erbarmungswürdig zertreten …

Dann wird er sein heiliges Volk zusammenführen, das er mit Gerechtigkeit regiert …

Er lässt nicht zu, dass weiter Unrecht in ihrer Mitte stattfindet …,

Und er verteilt sie nach ihren Stämmen über das Land,

und weder Beisasse noch Fremder darf künftig unter ihnen wohnen.

Er richtet [alle] Völker nach seiner gerechten Weisheit.

(Psalmen Salomos 17,21-29)

Da Jesus aber ein gekreuzigter Messias war, ist das keine 1:1-Übernahme – und die Schriftauslegung muss u. a. aus Jes 53 Ergänzungen liefern.

2               TUD: Verständnisvolles Lesen der Bibel (1. Mose 9)

Die Debatte über 1. Mose 9 schloss den Abschnitt des Seminars ab, der sich mit dem Problem der Gliederung und Bestimmung der Themen eines Textes (Semantik) befasst. Ab dem nächsten, vor allem ab dem übernächsten Mal ist dann die Pragmatik der Texte Thema. Was wollen diese Texte kommunikativ erreichen? Vermutungen darüber haben wir immer schon angestellt, aber mindestens ab dem übernächsten Mal werden wir das explizit in den Vordergrund stellen, wenn auch die Exkursionsteilnehmer/innen wieder dabei sind.

In 1. Mose 9 wird das Thema des Noahbundes in den Vordergrund gestellt, wir machten uns auch Signale wie den Regenbogen klar. Die Themen des Vortextes waren stark präsent. Gott lässt keine Sintflut mehr kommen, obgleich „das Trachten der Menschen böse von Jugend auf“ ist.

Der „Bund“ ist eine Vertragskonzeption. Gott schließt mit diesen Menschen einen Vertrag und verpflichtet sich, keine Sintflut mehr kommen zu lassen. Man kann mit Kant sagen: Gott erkennt die Menschenrechte an, zu diesen gehört auch das Recht zu sündigen. Kant sprach davon, dass der Mensch aus „krummem Holz“ geschnitzt sei.

Dazu gehört auch die Erzählung von Noah, dem ersten Weinbauern, bei der Ham das Nacktheitstabu verletzt.

3               TUD: 1. Kor 15,20-28

Mit diesem Text wurde der erste pantheistische Text präsentiert. Dabei ist Gott im Begriff, alles in allem zu werden. Dies ist ein Prozessgedanke. Gott ist am Anfang des Prozesses noch nicht alles, sondern am Ende des Prozesses wird er dazu.

Das ist mit der Sünde Adams verbunden, bei welcher der Glanz in der Welt verloren geht – und der Tod in die Welt kommt. Mit der Auferweckung des gekreuzigten Christus beginnt die Gegenbewegung, in der alle Gegenmächte und zuletzt der Tod unterworfen werden. Der Glanz kehrt dann zurück, Gott wird alles in allem sein.

Die Position ist ein prozessphilosophischer Pantheismus, der unter Aufnahme von Gedanken Spinozas seit der Romantik sowohl bei Schelling als auch bei Schleiermacher vertreten wurde. Besonders deutlich ist dies bei Charles Peirce am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts (Religionsphilosophische Schriften, 1995) der Fall. Diese Position liegt auch bei Alfred North Whitehead vor. Unter den evangelischen Theologen wird diese Position am ehesten von Eberhard Jüngel vertreten. Dabei ist gedacht, dass im ewigen Leben, in dem Gott alles in allem ist, unsere Individualität durch nicht gelebte Möglichkeiten ergänzt wird. Aber es ist auch klar, dass die scharfen Grenzen zu Anderen, die wir oft ziehen, keinen Bestand haben.

Nach meinem Urteil war Paulus der bedeutendste Theologe des Christentums. Denn er hat nicht die Überlegenheit des christlichen Lebens, über andere Weisen zu leben, gelehrt. Das wäre Selbstruhm. Nüchtern ist die Welt, wie wir sie erleben, durch den Tod und die Vergänglichkeit bestimmt. Die Lebenszeichen, die auf den kommenden Glanz verweisen, sind Glaube, Hoffnung und Liebe. Wenn alle Menschen so lebten, wäre alles gut. Aber so ist es nicht. Der Tod muss unterworfen werden, er findet sich auch in gesellschaftlichen Formen wie dem Kapitalismus, um ein Beispiel aus der Seminargruppe zu nehmen. Nach Paulus leben wir richtig, wenn wir glauben, hoffen und lieben. Und so verzweifeln wir s. E. nicht, wenn wir darauf harren, dass Gott alles in allem wird – und Glanz und Zauber universal sind.

Es wurde kontrovers diskutiert, ob dieser Gottesgedanke nicht dem Vaterunser widerspreche. Eher nicht. Man darf das Gebet Jesu nicht mit den eigenen Wünschen verwechseln, so Schleiermacher. Gerade die Gebetsfrömmigkeit, die bei Mk und Mt durchscheint, setzt voraus, dass das Vertrauen an der Schöpfermacht Gottes partizipiert. Und man wird festhalten müssen, dass diese sich entwickelt und im Werden begriffen ist. In diese Lebenshaltung üben, auf unterschiedliche Weise, Markus und Matthäus ein.

12. November 2012

Menschenrechte im NT? 1 (TUD/Uni HD)

 

Wir haben jetzt die UNO-Menschenrechtserklärung und 1. Mose 1-3 besprochen.

Dabei stand die Gottebenbildlichkeit bzw. genauer die Erschaffung des Menschen nach dem Bilde Gottes im Vordergrund, wobei 1. Mose 1 ein symmetrisches Verhältnis von Frauen und Männern vertritt, während in 1. Mose 2-3 mindestens nachdem Eva und Adam vom Baum der Erkenntnis gegessen hatten, sich eine Unterordnung der Frau unter den Mann andeutet.

Das warf Probleme auf, wie die Textgestalt zu erklären ist:

(1)  Stellt 1. Mose 1, den Urzustand, stellen 2-3 dann den geschichtlichen Verfall dar?

(2)  Wird im jüdischen Denken eigentlich stets der Satz vom Widerspruch außer Kraft gesetzt: Man behauptet zur selben Zeit über denselben Sachverhalt genau das Gegenteil?

(3)  Zeigen sich die Menschenrechte nicht gerade darin, dass den Rezipierenden zugemutet und zugetraut wird, den logischen Widerspruch der Schöpfungshandlungen Gottes und der entsprechenden Lebensentwürfe der Menschen zu erkennen und selbst zu entscheiden, welcher Lebensentwurf der angemessene ist?

Lösung (2) ist logisch unhaltbar und zeigt z. T. Probleme an, die auf den Nationalsozialismus zurückgehen.

Lösung (3) ist die interessanteste und eröffnet eine Möglichkeit, von den literarischen biblischen Texten aus die Menschenrechtsproblematik zu rekonstruieren. Die Lesenden sind offenbar als solche in den Texten vorausgesetzt, die Freiheit und Kompetenz besitzen, selbstverantwortlich zu entscheiden.

15. Oktober 2012

Menschenrechte im Neuen Testament (TUD/Uni HD)

16.10.      Kennenlernen, Semesterplan usf.

23.10.      UNO-Menschenrechtserklärung

Die Situation im AT

30.10.      1. Mose (Gen) 1,1-2,4

06.11.      1. Mose (Gen) 2,4-3,24

13.11.      2. Mose (Ex) 20,1-17

Andeutungen im NT

20.11.      Mt 5,3 par.

27.11.      Mt 5,9 par.

04.12.      Mt 6,19-34

11.12.      Mt 7,12

18.12.      Mk 10,35-45

08.01.      Gal 3,26-29

15.01.      Phm 1-25

Gegenbewegung

22.01.      Röm 13,1-7

29.01.      1. Tim 2,8-15

05.02.      Abschlussdiskussion

22. Juli 2012

Uni Heidelberg – Die Emergenz der Priesterreligion

Wir haben uns in der letzten Sitzung dem Text des Bischofs von Karthago, Cyprian, zugewandt, der mit den Methoden der dynamischen Schriftreligion den Beginn der Priesterreligion im Christentum ins Werk setzt. Priester müssen opfern – und in diesem Sinn wird das Abendmahl als Opfer erfasst. Im Unterschied zu den neutestamentlichen Texten ist die Distanz des Priesters vom Rest der Glaubenden spürbar.

Der Hebräerbrief wird dazu genutzt, um ein effizientes Opfer zu symbolisieren, welches das alttestamentliche nicht ist, weil es stets nur die vergangenen Sünden sühnen kann. Hier ist es aber nicht das Ende aller Opfer, sondern der Beginn der katholischen und orthodoxen Opfer. Auf die alttestamentlichen Texte ist Cyprian angewiesen, um die Priester überhaupt in der Schrift verankern zu können, auch im Kontext der römischen Gesellschaft um ausschließen zu können, dass Frauen Priesterinnen werden. Der Text nimmt auch auf Paulus und Lukas Bezug (Erinnerung).

Diese dynamische Fortschreibung des NT vor dem Hintergrund des AT ist durchaus eine Möglichkeit zur Ökumene aus protestantischer Perspektive. Es geht zwar sehr holprig zu, aber es ist durchaus möglich, mit den Methoden der dynamischen Schriftreligion vor dem Hintergrund der präkanonischen Edition auch die Priesterreligion zu begründen.

15. Juli 2012

Uni-Heidelberg, Sequenzen

Wir haben die Sequenzen besprochen, welche am besten bei Markus mit weiteren Variationen repräsentiert sind. Weiter wurde anhand meiner Modelle erwogen, inwieweit die matthäische Variante kommunikationszentriert-dualistisch (243) sowie die lukanische erfolgsgeschichtlich (258) sein könnte.

Vereinbart wurde, die deutsche Übersetzung von Cyprians (106) Text der Sitzung am Dienstag zugrunde zu legen. Bitte bedenken Sie auch noch einmal die LXX-Parallelen zu dieser Frage.