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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


18. November 2017

Urgeschichte

 

Zusam­men­fas­sung der Sit­zung am 14.11.2017 – von Anna­le­na Sopp

Um einen Ein­stieg in die Sit­zung zu bekom­men, grif­fen wir gleich zu Beginn eine offen geblie­be­ne Fra­ge aus der Sit­zung vom 07.11.2017 auf. Wir beschäf­tig­ten uns mit der Fra­ge: „Was ist das für eine Atmo­sphä­re, die uns Gott geschaf­fen hat?“ Zu Beginn des Schöp­fungs­be­rich­tes war alles wüst, leer und düs­ter. Danach erschuf Gott Tag für Tag, all die schö­nen Din­ge, die wir auch heu­te noch ken­nen. Uns kam der Gedan­ke, dass die­se lebens­freund­li­che, man könn­te sogar sagen per­fek­te Atmo­sphä­re, die Lie­be Got­tes für uns Men­schen ver­deut­licht. Bio­lo­gisch gese­hen könn­te der Mensch auch mit viel weni­ger über­le­ben, Gott möch­te jedoch, dass es uns gut geht und wir alles haben, was wir für ein schö­nes und erfüll­tes Leben benö­ti­gen. (more…)

31. Oktober 2014

Veranstaltungen am 27. und 28.10.

3               Glenn Greenwald (Das paulinische Freiheitsverständnis [TUD])

Die Äuße­run­gen von Green­wald zur Bar Miz­wa der Toch­ter eines Freun­des in New York führ­ten zu einer Bestim­mung des Got­tes- und Men­schen­bil­des. Seit wann ist das Got­tes­bild so bestim­mend, dass es kei­ne mensch­li­che Frei­heit zulässt? Wohl erst seit eini­gen Posi­tio­nen in der Moder­ne, in der Anti­ke gibt es aller­dings in der Stoa einen ers­ten Ver­such.

Die Dis­kus­si­on dreh­te sich u. a. um den Nut­zen von Got­tes­bil­dern. So kann das Bild des alles beob­ach­ten­den Got­tes bedroh­lich sei, jeden­falls frei­heits­ent­zie­hend. Aber wenn ich ängst­lich gegen­über Frei­heit und Ver­ant­wor­tung bin, könn­te es mich auch ent­las­ten.

Zu einer frucht­ba­ren Kon­tro­ver­se kam es wegen der Fra­ge, ob die NSA schlim­mer als die Sta­si ist. Das wur­de teils bejaht, teils aber hef­tig ver­neint. Dabei spie­len die Erfah­run­gen frü­he­rer Bürger/innen der DDR eine gro­ße Rol­le, die erst bei der Ein­sicht in ihre Sta­si­ak­ten das Aus­maß der Über­wa­chung erkann­ten. Gleich­wohl bleibt klar, dass das Vor­ge­hen der NSA sowohl nach der Unab­hän­gig­keits­er­klä­rung als auch der UNO-Men­schen­rechts­er­klä­rung nicht zuläs­sig ist.

Wir wer­den schon am 04.11. damit begin­nen zu fra­gen, was in der Bibel dazu gespro­chen und erzählt wird.

Falls die GdL nicht möch­te, dass ich zu Ihnen kom­men kann, wer­de ich Sie infor­mie­ren.

Am 09.11. pre­di­ge ich in der EfG Gries­heim zum Frei­heits­the­ma anhand von Mt 25,1-13.

19. Oktober 2014

TUD)">Das paulinische Freiheitsverständnis (TUD)

 

(1)  21.10.Kennenlernen, Semi­nar­plan

(2)  28.10. Das Aus­gangs­pro­blem: Beob­ach­tet uns Gott wie die NSA?

(3)  04.11. Gen 2-3 I

(4)  11.11.Gen 2-3 II

(5)  18.11.1Hen 6-11

(6)  25.11. 1Kor 11,2-16

(7)  02.12.Röm 7,7-25

(8)  09.12.Gal 5,1-6 I

(9)  16.12.Gal 5,1-6 II

(10)          13.01.1Kor 8,1-13

(11)          20.01.1Kor 10,23-29

(12)          27.01.1Kor 13

(13)          03.02.1Kor 14

(14)          10.02.Schlussdebatte

 

 

 

 

17. Oktober 2014

TUD])">Grundkurs Bibel (Bibelkunde [TUD])

(1)  21.10.Kennenlernen, Semi­nar­plan

(2)  28.10.Kapitel 1: Bor­mann, Bibel­kun­de AT und NT (im Semi­nar­ap­pa­rat)

(3)  04.11.Kapitel 2

(4)  11.11.Kapitel 3

(5)  18.11.Kapitel 5

(6)  25.11.Kapitel 6

(7)  02.12.Kapitel 7

(8)  09.12.Kapitel 8

(9)  16.12.Kapitel 9

(10)          13.01.Kapitel 10

(11)          20.01.Kapitel 11

(12)          27.01.Kapitel 12

(13)          03.02.Kapitel 13

(14)          10.02.Kapitel 14

 

Wir benö­ti­gen noch einen wei­te­ren Ter­min, den legen wir am 04.11. fest.

Als Ergän­zung neh­men wir die Bibel­kun­de unter WiBiLex wahr.

 

29. Juni 2014

Art. Entmythologisierung (Diskussionsentwurf)

1             Entmythologisierung

– gele­gent­lich auch: Ent­my­thi­sie­rung; amer: demy­tho­lo­gi­za­ti­on, demy­tho­lo­gi­ze; engl: demy­tho­lo­gi­sa­ti­on, demy­tho­lo­gi­se

 

Mar­tin Pött­ner

 

 

 

 

Rudolf Bult­mann

1Begriff und Ver­fah­ren.

1.1. Die expe­ri­men­tel­le Metho­de als „Objek­ti­vie­rung“ der Rea­li­tät

1.2. Die her­me­neu­ti­sche Reak­ti­on auf die expe­ri­men­tel­le Methode.3

1.2.1. Das kos­mo­lo­gi­sche, objek­ti­ve Welt­bild des Mythos

1.2.2. Die anthro­po­lo­gi­sche Poin­te des Mythos

1.2.3. Das im Mythos dar­ge­stell­te und exis­ten­zi­al inter­pre­tier­te Exis­tenz­ver­ständ­nis

Die Ver­kün­di­gung Jesu als Vor­aus­set­zung der Theo­lo­gie des NT.

1.3. Kri­ti­ken und Fort­schrei­bun­gen.

1.3.1. Kri­tik inner­halb der Bult­mann­schu­le.

1.3.2. Kri­ti­ken am „Mythos“-Begriff Bult­manns

1.3.3. Die Kri­tik am Supra­na­tu­ra­lis­mus­as­pekt in Bult­manns Ent­my­tho­lo­gi­sie­rungs­pro­gramm..

1.3.4. Die pro­zessphi­lo­so­phi­sche Fort­schrei­bung von Bult­manns Pro­gramm..

1.3.5. Die semio­ti­sche Fort­schrei­bung von Bult­manns Programm..8

2Literaturverzeichnis

1. Lexi­kon­ar­ti­kel

2. Wei­te­re Lite­ra­tur.

[Lei­der funk­tio­nie­ren die inter­nen Links nicht, eben­so ist die Zäh­lung noch etwas ver­wir­rend. Ich bit­te um Ent­schul­di­gung!]

 

 

Für Otto Mar­bur­ger

 

2             1               Begriff und Ver­fah­ren

Das Zei­chen „Ent­my­tho­lo­gi­sie­rung“ (in der Fol­ge „E.“) bezeich­net einen Begriff (einen Inter­pre­t­an­ten), der ein bestimm­tes her­me­neu­ti­sches Ver­fah­ren zum Aus­druck bringt, das von dem Mar­bur­ger Neu­tes­ta­ment­ler Rudolf Bult­mann (1884-1976) 1941 in dem Auf­satz „Neu­es Tes­ta­ment und Mytho­lo­gie“ vor­ge­schla­gen wur­de (Bult­mann 1951; vgl. 1952). Dabei geht es um die Inter­pre­ta­ti­on supra­na­tu­ra­ler (über­na­tür­li­cher) Auf­fas­sun­gen bei Schöp­fung und Erlö­sung.  Dar­ge­legt hat er die­ses Ver­fah­ren umfas­send 1949 in sei­ner „Theo­lo­gie des Neu­en Tes­ta­ments“ (Bult­mann 1984). (more…)

12. Juni 2014

Veranstaltungen am 10.06.

 

2               Lk 10,25-37 (Bilder der Erlösung im NT [TUD])

Zur The­ma­tik der grö­ße­ren Gleich­nis­se vgl. W. Har­nisch, Die Gleich­nis­er­zäh­lun­gen Jesu (UTB 1343), 1985ff (im Appa­rat im MIZ). Er ver­wen­det eben­falls ein Extra­va­ganz­kon­zept. Es ist der bedeu­tends­te Bei­trag zur Gleich­nis­for­schung im 20. Jahr­hun­dert und ent­hält eine aus­führ­li­che Lite­ra­tur­lis­te. Zu dem Extra­va­ganz­kon­zept von Peirce vgl. hier.

Wir star­te­ten mit Lk 10,25-37. Dabei wird die kom­mu­ni­ka­ti­ve Sze­ne zwi­schen Jesus und dem Schrift­ge­lehr­ten als Kon­text zum Ver­ständ­nis von 10,30-35 akzep­tiert. Anders Har­nisch, 271f. Für die Ana­ly­se im Semi­nar ist Aris­to­te­les, Rhe­to­rik II,20 (z. B. Reclam 1999) aus­schlag­ge­bend. (more…)

14. Oktober 2013

TUD)">Ethik des Neuen Testaments (TUD)

 

15. 10.     Ken­nen­ler­nen, Semi­nar­plan

1               Ethik und Religion

22.10.      Mar­kus 1,14f

05.11.      Joh 13,31-35

12.11.      Röm 7,7-25

2               Ethik und Staat

19.11.      Mar­kus 10,35-45

26.11.      Römer 13,1-7

03.12.      Mat­thä­us 5,38-48

3               Ethik und Wirtschaft

10.12.      Mat­thä­us 6,19-34

17.12.      Mar­kus 10,24-31

14.01.      Phi­le­mon

4               Sexualethik

21.01.      Mar­kus 10,1-12

28.01.      1Kor 7,1-16

04.02.      Röm 1,18-32

5               Zwischen den Zeiten

11.02.      1Kor 7,19-35

 

Ein Zusatz­ter­min an einem Sams­tag soll­te zu Tex­ten aus dem Mat­thäu­sevan­ge­li­um ver­ein­bart wer­den wie Mat­thä­us 25, auch eini­ge Tex­te der Berg­pre­digt. Damit kann das The­ma ver­tieft wer­den..

12. Juni 2013

TUD">Veranstaltungen 11.06. Uni Hd und TUD

 

1               Uni Hd: Ostergeschichten

Der Plan für die letz­ten Sit­zun­gen bis zum 23.07. (Dop­pel­sit­zung) lau­tet:

18.06. Luk 24,1-35 auf Grie­chisch

25.06. Joh 19-21 auf Deutsch

02.07. Joh 20,1-31 auf Grie­chisch

09.07. Joh 21,1-25 auf Grie­chisch

16.07. Schrei­ben, Lie­be und Auf­ste­hen bei Johan­nes

23.07. 1Kor 15,1-11 auf Grie­chisch; 12-28 auf Deutsch

– das Rea­li­täts­ver­ständ­nis des Auf­ste­hens
nach Pau­lus

23.07. Im Anschluss Abschluss­dis­kus­si­on

Die Sit­zung hat­te Luk 24 zum The­ma. Dabei fiel auf, dass Luk nach der Erzäh­lung vom lee­ren Grab zuerst die Erschei­nung Jesu wäh­rend des Dis­kur­ses mit den Emma­us­jün­gern erzählt, dann die Erschei­nung vor Simon Petrus erwähnt. Wei­ter erscheint Jesus den Elf plus den Emma­us­jün­gern, die eben nach Jeru­sa­lem zurück­ge­kehrt waren.

Die­se Erschei­nung ist eine Erwei­te­rung und Ver­stär­kung der Emma­us­jün­gererzäh­lung. Deut­lich wird betont, dass Jesus als Auf­ge­stan­de­ner kein blo­ßer Geist sei, son­dern Fleisch und Kno­chen besit­ze. Zudem isst er, was ja nur nötig ist, wenn Fleisch und Kno­chen Nah­rung brau­chen. Die­se Ele­men­te fin­den sich alle in der Emma­us­jün­gererzäh­lung. Und dort fin­det sich auch das drit­te wesent­li­che Ele­ment von Luk 24: Alles das­je­ni­ge, was im Leben, Ster­ben, Auf­ste­hen Jesu geschah (und wei­ter in der Geschich­te der Kir­che geschieht), hat sich nach einem nar­ra­ti­ven Pro­gramm ereig­net, dass in der LXX als dem Alten Tes­ta­ment der frü­hen Christ/inn/en auf­ge­schrie­ben wur­de. Luk inter­pre­tiert die Hei­li­gen Schrif­ten der Juden als pro­phe­ti­sche Tex­te, wel­che die gram­ma­ti­schen Regeln krea­tiv vor­ge­ben, nach denen das luka­ni­sche Dop­pel­werk geschrie­ben ist.

Zum Brot­bre­chen vgl. Act 2,46.

Luk 24 ist auch als Über­gang zu Act kon­zi­piert, Him­mel­fahrt und Geist­wun­der wer­den erzählt bzw. ange­deu­tet.

Die Dis­kus­si­on dreh­te sich u. a. um das Ver­hält­nis von Juden­tum und Chris­ten­tum, Act 28 als Pro­blem­an­zei­ge wur­de dis­ku­tiert. Dort dis­ku­tiert Pau­lus mit der jüdi­schen Gemein­de in Rom, sei­ne Bot­schaft wird dort abge­lehnt. Es ist m. E. wich­tig, dass Luk so offen­legt, sei­ne Aus­le­gung der Hei­li­gen Schrif­ten der Juden fin­de im Kon­text der ([proto]rabbinischen) Theo­lo­gie kei­ne Zustim­mung. Die Kon­zep­ti­on des Luk ist eine der ver­söhn­ten und strei­ten­den Ver­schie­den­heit. So wer­den im Escha­ton Pes­sach und Abend­mahl gefei­ert. Viel­leicht nicht so enthu­si­as­tisch wie Pau­lus (Röm 11,25-32), aber doch ähn­lich, unter­stellt er, dass die Juden geret­tet wer­den. Die Umkehr steht im Zen­trum der Ver­kün­di­gung der Schü­ler – und die­ses The­ma hat die Jesus­tra­di­ti­on mit der dyna­mi­schen Schrift­aus­le­gung im Juden­tum gemein­sam. Es wird nach Luk auch zum Haupt­the­ma der Kir­chen­ge­schich­te, wel­che von Jeru­sa­lem aus­geht.

In der Emma­u­s­er­zäh­lung wird auf jüdi­sche Mes­si­as­hoff­nun­gen Bezug genom­men, die im Schü­ler­kreis prä­sent waren. Sie fin­den sich in PsSal 17f, dar­aus ein Aus­schnitt:

Dar­in ist also eine Aus­ein­an­der­set­zung mit fol­gen­der im Juden­tum vor­han­de­nen Mes­si­as- (grie­chisch: chris­tos, latei­nisch: Chris­tus-) Vor­stel­lung zu fin­den:

Sieh zu, Herr, und lass ihnen ihren König erste­hen, den Sohn Davids,

…, dass er über dei­nen Skla­ven Isra­el regie­re.

Und gür­te ihn mit Kraft, dass er unge­rech­te Hei­den zer­schmet­te­re,

Jeru­sa­lem rei­ni­ge von den Hei­den, die es erbar­mungs­wür­dig zer­tre­ten …

Dann wird er sein hei­li­ges Volk zusam­men­füh­ren, das er mit Gerech­tig­keit regiert …

Er lässt nicht zu, dass wei­ter Unrecht in ihrer Mit­te statt­fin­det …,

Und er ver­teilt sie nach ihren Stäm­men über das Land,

und weder Bei­sas­se noch Frem­der darf künf­tig unter ihnen woh­nen.

Er rich­tet [alle] Völ­ker nach sei­ner gerech­ten Weis­heit.

(Psal­men Salo­mos 17,21-29)

Da Jesus aber ein gekreu­zig­ter Mes­si­as war, ist das kei­ne 1:1-Übernahme – und die Schrift­aus­le­gung muss u. a. aus Jes 53 Ergän­zun­gen lie­fern.

2               TUD: Verständnisvolles Lesen der Bibel (1. Mose 9)

Die Debat­te über 1. Mose 9 schloss den Abschnitt des Semi­nars ab, der sich mit dem Pro­blem der Glie­de­rung und Bestim­mung der The­men eines Tex­tes (Seman­tik) befasst. Ab dem nächs­ten, vor allem ab dem über­nächs­ten Mal ist dann die Prag­ma­tik der Tex­te The­ma. Was wol­len die­se Tex­te kom­mu­ni­ka­tiv errei­chen? Ver­mu­tun­gen dar­über haben wir immer schon ange­stellt, aber min­des­tens ab dem über­nächs­ten Mal wer­den wir das expli­zit in den Vor­der­grund stel­len, wenn auch die Exkursionsteilnehmer/innen wie­der dabei sind.

In 1. Mose 9 wird das The­ma des Noah­bun­des in den Vor­der­grund gestellt, wir mach­ten uns auch Signa­le wie den Regen­bo­gen klar. Die The­men des Vor­tex­tes waren stark prä­sent. Gott lässt kei­ne Sint­flut mehr kom­men, obgleich „das Trach­ten der Men­schen böse von Jugend auf“ ist.

Der „Bund“ ist eine Ver­trags­kon­zep­ti­on. Gott schließt mit die­sen Men­schen einen Ver­trag und ver­pflich­tet sich, kei­ne Sint­flut mehr kom­men zu las­sen. Man kann mit Kant sagen: Gott erkennt die Men­schen­rech­te an, zu die­sen gehört auch das Recht zu sün­di­gen. Kant sprach davon, dass der Mensch aus „krum­mem Holz“ geschnitzt sei.

Dazu gehört auch die Erzäh­lung von Noah, dem ers­ten Wein­bau­ern, bei der Ham das Nackt­heits­ta­bu ver­letzt.

3               TUD: 1. Kor 15,20-28

Mit die­sem Text wur­de der ers­te pan­the­is­ti­sche Text prä­sen­tiert. Dabei ist Gott im Begriff, alles in allem zu wer­den. Dies ist ein Pro­zess­ge­dan­ke. Gott ist am Anfang des Pro­zes­ses noch nicht alles, son­dern am Ende des Pro­zes­ses wird er dazu.

Das ist mit der Sün­de Adams ver­bun­den, bei wel­cher der Glanz in der Welt ver­lo­ren geht – und der Tod in die Welt kommt. Mit der Auf­er­we­ckung des gekreu­zig­ten Chris­tus beginnt die Gegen­be­we­gung, in der alle Gegen­mäch­te und zuletzt der Tod unter­wor­fen wer­den. Der Glanz kehrt dann zurück, Gott wird alles in allem sein.

Die Posi­ti­on ist ein pro­zessphi­lo­so­phi­scher Pan­the­is­mus, der unter Auf­nah­me von Gedan­ken Spi­no­zas seit der Roman­tik sowohl bei Schel­ling als auch bei Schlei­er­ma­cher ver­tre­ten wur­de. Beson­ders deut­lich ist dies bei Charles Peirce am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahr­hun­derts (Reli­gi­ons­phi­lo­so­phi­sche Schrif­ten, 1995) der Fall. Die­se Posi­ti­on liegt auch bei Alfred North Whitehead vor. Unter den evan­ge­li­schen Theo­lo­gen wird die­se Posi­ti­on am ehes­ten von Eber­hard Jün­gel ver­tre­ten. Dabei ist gedacht, dass im ewi­gen Leben, in dem Gott alles in allem ist, unse­re Indi­vi­dua­li­tät durch nicht geleb­te Mög­lich­kei­ten ergänzt wird. Aber es ist auch klar, dass die schar­fen Gren­zen zu Ande­ren, die wir oft zie­hen, kei­nen Bestand haben.

Nach mei­nem Urteil war Pau­lus der bedeu­tends­te Theo­lo­ge des Chris­ten­tums. Denn er hat nicht die Über­le­gen­heit des christ­li­chen Lebens, über ande­re Wei­sen zu leben, gelehrt. Das wäre Selbst­ruhm. Nüch­tern ist die Welt, wie wir sie erle­ben, durch den Tod und die Ver­gäng­lich­keit bestimmt. Die Lebens­zei­chen, die auf den kom­men­den Glanz ver­wei­sen, sind Glau­be, Hoff­nung und Lie­be. Wenn alle Men­schen so leb­ten, wäre alles gut. Aber so ist es nicht. Der Tod muss unter­wor­fen wer­den, er fin­det sich auch in gesell­schaft­li­chen For­men wie dem Kapi­ta­lis­mus, um ein Bei­spiel aus der Semi­nar­grup­pe zu neh­men. Nach Pau­lus leben wir rich­tig, wenn wir glau­ben, hof­fen und lie­ben. Und so ver­zwei­feln wir s. E. nicht, wenn wir dar­auf har­ren, dass Gott alles in allem wird – und Glanz und Zau­ber uni­ver­sal sind.

Es wur­de kon­tro­vers dis­ku­tiert, ob die­ser Got­tes­ge­dan­ke nicht dem Vater­un­ser wider­spre­che. Eher nicht. Man darf das Gebet Jesu nicht mit den eige­nen Wün­schen ver­wech­seln, so Schlei­er­ma­cher. Gera­de die Gebets­fröm­mig­keit, die bei Mk und Mt durch­scheint, setzt vor­aus, dass das Ver­trau­en an der Schöp­fer­macht Got­tes par­ti­zi­piert. Und man wird fest­hal­ten müs­sen, dass die­se sich ent­wi­ckelt und im Wer­den begrif­fen ist. In die­se Lebens­hal­tung üben, auf unter­schied­li­che Wei­se, Mar­kus und Mat­thä­us ein.

12. November 2012

NT? 1 (TUD/Uni HD)">Menschenrechte im NT? 1 (TUD/Uni HD)

 

Wir haben jetzt die UNO-Men­schen­rechts­er­klä­rung und 1. Mose 1-3 bespro­chen.

Dabei stand die Gott­eben­bild­lich­keit bzw. genau­er die Erschaf­fung des Men­schen nach dem Bil­de Got­tes im Vor­der­grund, wobei 1. Mose 1 ein sym­me­tri­sches Ver­hält­nis von Frau­en und Män­nern ver­tritt, wäh­rend in 1. Mose 2-3 min­des­tens nach­dem Eva und Adam vom Baum der Erkennt­nis geges­sen hat­ten, sich eine Unter­ord­nung der Frau unter den Mann andeu­tet.

Das warf Pro­ble­me auf, wie die Text­ge­stalt zu erklä­ren ist:

(1)  Stellt 1. Mose 1, den Urzu­stand, stel­len 2-3 dann den geschicht­li­chen Ver­fall dar?

(2)  Wird im jüdi­schen Den­ken eigent­lich stets der Satz vom Wider­spruch außer Kraft gesetzt: Man behaup­tet zur sel­ben Zeit über den­sel­ben Sach­ver­halt genau das Gegen­teil?

(3)  Zei­gen sich die Men­schen­rech­te nicht gera­de dar­in, dass den Rezi­pie­ren­den zuge­mu­tet und zuge­traut wird, den logi­schen Wider­spruch der Schöp­fungs­hand­lun­gen Got­tes und der ent­spre­chen­den Lebens­ent­wür­fe der Men­schen zu erken­nen und selbst zu ent­schei­den, wel­cher Lebens­ent­wurf der ange­mes­se­ne ist?

Lösung (2) ist logisch unhalt­bar und zeigt z. T. Pro­ble­me an, die auf den Natio­nal­so­zia­lis­mus zurück­ge­hen.

Lösung (3) ist die inter­es­san­tes­te und eröff­net eine Mög­lich­keit, von den lite­ra­ri­schen bibli­schen Tex­ten aus die Men­schen­rechts­pro­ble­ma­tik zu rekon­stru­ie­ren. Die Lesen­den sind offen­bar als sol­che in den Tex­ten vor­aus­ge­setzt, die Frei­heit und Kom­pe­tenz besit­zen, selbst­ver­ant­wort­lich zu ent­schei­den.

TUD)">Verständnisvolles Lesen der Bibel 1 (TUD)

 

Wir sind im Moment noch an der Glie­de­rung von Tex­ten und sind in Mt 5 von 1-17 vor­ge­drun­gen.

1-2: Erzäh­le­ri­sche Ein­lei­tung, han­deln­de Per­so­nen, Ort

3-12: Die Selig­prei­sun­gen, 3-10 sehr ähn­li­che Struk­tur, die stets wie­der­holt wird:

(1)  Selig sind die

(2)  Denn

V. 3 und V. 10 sind unter allen am ähn­lichs­ten, weil im zwei­ten Teil jeweils „denn ihrer ist das Reich der Him­mel“ wie­der­holt wird.

11 und 12: Das Publi­kum wird in der ers­ten Per­son Plu­ral direkt ange­re­det.

Das lei­tet über zum Lob des Publi­kums:  Ihr seid das Salz der Erde/Licht der Welt

 

Regeln der Glie­de­rung: (1) auf Gleich­heit und Wie­der­ho­lung ach­ten.

                                                 (2) auf Ver­än­de­run­gen ach­ten.