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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


22. August 2016

Gemeinsam essen (Gal 2,1ff [EfG Griesheim])

Die Vision des Petrus

11Als aber Petrus nach Antiochien kam, trat ich ihm von Angesicht zu Angesicht entgegen, denn er hatte sich ins Unrecht gesetzt. 12Bevor nämlich gewisse Leute von Jakobus kamen, aß er gemeinsam mit Menschen, die nicht der jüdischen Lebensform angehörten. Doch als sie eintrafen, trat er den Rückzug an und zog eine Trennlinie, weil er vor denen aus der Beschneidung Angst hatte. 13Und wie er nahmen auch die übrigen Juden und Jüdinnen an der Schauspielerei teil, sodass selbst Barnabas durch ihre Scheinheiligkeit irregeleitet wurde. 14Als ich nun sah, dass sie den aufrechten Gang nach der Wahrheit des Evangeliums nicht mehr übten, sagte ich zu Petrus im Beisein aller: Wenn du, der du doch Jude bist, nach heidnischen Regeln lebst und nicht jüdisch, wieso zwingst du dann nichtjüdische Menschen jüdisch zu werden? 15Wir sind zwar von Geburt her tatsächlich jüdisch und nicht Sünderinnen und Sünder aus heidnischen Völkern. 16Aber wir wissen, das kein Mensch gerechtfertigt wird durch Werke des Gesetzes, sondern ausschließlich  durch Vertrauen auf Jesus, den Christus. Darum sind auch wir zum Vertrauen auf den Christus Jesus gelangt, damit wir gerechtfertigt würden aufgrund des Vertrauens auf den Christus und nicht aus Werken des Gesetzes. Denn aus Werken des Gesetzes wird kein Fleisch gerechtfertigt. 17Aber wenn nun wir, die wir gerechtfertigt werden wollen durch den Christus, auch selbst als Sünderinnen und Sünder dastehen, ist dann der Christus ein Handlanger der Sünde? Nein, und abermals nein. 18Stattdessen: Wenn ich genau das wieder aufrichte, was ich niedergerissen habe, bezichtige ich mich selbst der Übertretung. 19Denn ich bin durch das Gesetz dem Gesetz gestorben, damit ich für Gott lebe. Mit dem Christus bin ich mitgekreuzigt worden. 20Und ich lebe nicht mehr, sondern in mir lebt der Christus. Was ich jetzt in meiner leiblichen Existenz lebe, lebe ich im Vertrauen auf den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst ausgeliefert hat für mich.[1]

 

Liebe Gemeinde,

 

oft wird kein Spaß verstanden, wenn es ums Essen geht. Als die Grünen vor drei Jahren in allen Kantinen einen fleischlosen Tag pro Woche einführen wollten, brach ein Sturm der Entrüstung los, die Grünen sind Spaßbremsen, sie wollen das Leben der Menschen bestimmen. Es wurde nicht darüber diskutiert, warum dieser Vorschlag gemacht wurde, mein täglich Fleisch lass` ich mir nicht nehmen! Das hängt damit zusammen, dass wir etwas gewohnt sind – und unser gewohntes Leben nicht ändern möchten. Zu den witzigen Vorschlägen, die im Jahr 2016 gemacht wurden, gehört der Antrag einer Landtagfraktion, überall in Schleswig-Holstein müsse in Kitas und öffentlichen Kantinen Schweinefleisch angeboten werden, man lasse sich von Vegetariern, Veganern und Muslimen nicht terrorisieren. Philosemitisch wurden die Juden in der Begründung des Antrags als terrorisierende Minderheit nicht erwähnt. (more…)

29. Juli 2016

Gemeinwohlorientiertes Wirtschaften: Act 2,42-47 (EfG Griesheim)

 

42Sie blieben fest bei der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, beim Brotbrechen und bei den Gebeten. 43Jede Person überkam ehrfürchtiges Staunen; viele Wunder und Zeichen geschahen durch die Apostel. 44Alle, die glaubten, waren zusammen und teilten alles, was sie hatten. 45Sie verkauften ihren Besitz und ihr Vermögen und verteilten den Erlös an alle, je nachdem jemand Not litt. 46Tag für Tag hielten sie sich einmütig und beständig im Heiligtum auf, brachen das Brot in den einzelnen Häusern, nahmen Speise zu sich voll Jubel und mit lauterem Herzen, 47lobten Gott und waren gut angesehen beim ganzen Volk. Der Herr aber ließ täglich welche zu ihrer Rettung dazukommen.

Liebe Gemeinde,

so war es in der Jerusalemer Urgemeinde nach der Erzählung des Lukas (Lk), es gab anfangs einen großen Mitgliederzuwachs, täglich nahm die Gemeinde zu. Man/frau setzte die Praxis Jesu und seiner Schüler/innen fort, was der Hinweis auf die Lehre der Apostel und das Brotbrechen besagen soll:

42Sie blieben fest bei der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, beim Brotbrechen und bei den Gebeten.

Das Brotbrechen knüpft an die Gemeinschaftsmahle Jesu mit vielen Menschen an – und diese Praxis setzt die Urgemeinde in Jerusalem fort. Da sie offen ist, kommen viele, die umkehren, glauben und gerettet werden möchten. Jesus aß mit Zöllnern,  Sündern und Ungerechten – jetzt, nachdem er in die göttliche Welt zurückgekehrt ist, sind die Schüler/innen dran – und sie machen vieles richtig, sodass

 

der Herr … täglich welche zu ihrer Rettung dazukommen (ließ).

 

Das Gemeinschaftsmahl des Brotbrechens findet in den Häusern mancher Glaubenden statt, zum Gottesdienst gehen sie in den Jerusalemer Tempel, denn die Hoffnungen Israels werden ja im Kommen Jesu erfüllt, wie schon Maria in ihrem Lobgesang (Lk 1,46ff) begeistert gesungen hatte. Dabei geht es um das Ende der Unterdrückung und um das Ende der Armut.

Gott schenkt Erbarmen von Generation zu Generation denjenigen, die Ehrfurcht vor ihm haben. 51Er hat Gewaltiges bewirkt. Mit seinem Arm hat er die auseinander getrieben, die ihr Herz darauf gerichtet haben, sich über andere zu erheben. 52Er hat Mächtige von den Thronen gestürzt und Erniedrigte erhöht, 53Hungernde hat er mit Gutem gefüllt und Reiche leer weggeschickt. 54Er hat sich Israels, seines Sklavenkindes, angenommen und sich an seine Barmherzigkeit erinnert, 55wie er es unseren Vorfahren zugesagt hatte, Sara und Abraham und ihren Nachkommen für alle Zeit.

Beides ist stets Thema des Lukasevangeliums und der Apostelgeschichte (Act). Lk, der beide Werke geschrieben hat, sieht das als etwas, das sich entwickelt – und zu Beginn der Geschichte der Kirche herrscht Hochstimmung:

(Sie) brachen das Brot in den einzelnen Häusern, nahmen Speise zu sich voll Jubel und mit lauterem Herzen …

Die Gemeinschaftsmahle sind also Jubelfeiern, da die Hoffnungen Israels jetzt in Erfüllung gehen bzw. sich jetzt erfüllen, weil Gott jetzt seine Versprechen gegenüber Sara und Abraham hält.

Dem entspricht die Lebensform, welche die Jerusalemer Urgemeinde gewählt hat:

 

44Alle, die glaubten, waren zusammen und teilten alles, was sie hatten. 45Sie verkauften ihren Besitz und ihr Vermögen und verteilten den Erlös an alle, je nachdem jemand Not litt.

 

Deshalb bezeichnen sie sich wohl selbst als die „Armen“, wie wir aus den Paulusbriefen wissen. Sie entwickeln eine diakonische Tätigkeit, indem sie ihre Güter, ihren Besitz verkaufen – und den Erlös an diejenigen geben, die Not leiden. Wir haben eben in der Schriftlesung gehört, dass Jesus wohlhabende Schülerinnen hatte, die schon so handelten, wie es in der Urgemeinde dann grundsätzlich vollzogen wurde.

Man hat das urchristlichen Kommunismus genannt, das war am Ende des 19. Jahrhunderts, damals kannte man noch nicht die Schrecken des real existierenden Sozialismus, der nach der marxistisch-leninistischen Auffassung dem Kommunismus vorausgehen sollte. Was jedenfalls in Act und z. B. in der „Feldrede“ (Lk 6,20ff)  gemeint ist, besteht in der Überzeugung, dass bei einem weltweiten Bewusstsein wohl am ehesten durch Formen einer gemeinwohlorientierten Wirtschaft das Problem der Armut angegangen werden kann. Daran hat sich bis 2016 nichts geändert. Im letzten Jahr hat das auch die Bundeskanzlerin im Bundestag und vor der UNO-Vollversammlung gesagt. Neben der gewaltsamen Unterdrückung ist es die wirtschaftliche Perspektivlosigkeit, die Fluchtbewegungen auslöst.

Die Urgemeinde ist sich des weltweiten Horizonts bewusst. Also lebt sie so, dass Armut gemindert wird. Denn diese entsteht nur, wenn einige sich dauerhaft mehr vom wirtschaftlichen Ertrag sichern als andere, ob das damals in Rom und heute in New York, im Silicon Valley oder in Frankfurt und Darmstadt der Fall ist. Die Europäische Union lässt zurzeit wieder viele Menschen im Mittelmeer ertrinken, u. a. CSU und AfD sei Dank, vor allem aber deswegen, weil  bei vielen das lautere Herz   nicht vorhanden zu sein scheint, von dem Lk im Blick auf die Urgemeinde spricht.

Dieses lautere, offene und an der Wahrheit orientierte Herz ist auch jetzt, in unserer Situation sehr nötig. Seit es in Würzburg und Ansbach zwei Anschläge gegeben hat, die von Flüchtlingen ausgeübt worden sind, sitzt die Willkommenskultur auf der Anklagebank, eine der Hauptangeklagten ist die Bundeskanzlerin, auch die EFG Griesheim ist angeklagt, weil sie sich für Flüchtlinge engagiert. Jedenfalls sind viele Menschen verunsichert.

Es ist bisher ungeklärt, wie das alles zusammenhängt, möglicherweise sind es Verzweiflungstaten schwer traumatisierter Menschen, die der „Islamische Staat“ jetzt für sich reklamiert, vgl. hier. Vielleicht aber haben sie es tatsächlich bewusst im Sinne des IS getan. Jedenfalls hätten beide Flüchtlinge besser betreut werden müssen.

 

Hinter den beiden wohl islamistischen Anschlägen ist der rechtsradikale Anschlag im Münchner Konsumheiligtum Olympiazentrum vielleicht gezielt aus der öffentlichen Erörterung herausgenommen worden. Kann man doch keine Scheindebatten führen,  etwa diejenige der Abschiebung und der weiteren Begrenzung der Zuwanderung. Und wie viele Menschen wissen über das Darknet Bescheid? Dass sich der Täter dort eine breivikmässige Waffe besorgte? Auch hier hat es an der Betreuung eines hilfosen Menschen gemangelt, dessen Hilflosigkeit dann in Wut und Selbsthass umgeschlagen ist. Aber in Bayern ist halt das Meiste perfekt, nur Fingerhakeln, Mobbing und Maulheldentum gehören zum guten Ton. Doch dieser Anschlag hat die meisten Todesopfer gefordert, über drei Viertel sind Muslime.  Und darüber schweigen die Maulhelden ganz intensiv zumindest habend sie es getan.

Die Jerusalemer Urgemeinde wäre mit einem solchen Vorgehen nicht zufrieden und auch nicht einverstanden gewesen. Sie integrierte schließlich sogar einen ihrer Hauptverfolger, den übereifrigen, wütenden und zornigen Pharisäer Saul, der uns dann als Paulus bekannt ist. D. h., Lk zufolge ist eine friedliche Haltung besser als eine gewalttätige. Denn Menschen können umkehren.

Die Zurückhaltung gegenüber der friedlichen und gemeinwohlorientierten Haltung der Urgemeinde ist verständlich, weil wir gewohnt sind, uns gegen andere durchzusetzen, weil wir unseren Anteil nur so zu sichern glauben können. Die Politologin Ulrike Guérot hat vor einigen Wochen darauf verwiesen,  Europa müsse sich von seinen freien und gleichen Bürger/innen her rekonstruieren – und um die schweren Fehler, die im Blick auf Griechenland, Spanien u. a. gemacht worden seien, nicht zu wiederholen, müsse der wirtschaftliche Ansatz wieder gemeinwohlorientiert sein, wie es zu Beginn der sozialen Marktwirtschaft gemeint gewesen sei – und in diesem Zusammenhang hat sie auch auf die „Bergpredigt“ (Mt 5-7) verwiesen.

Lk zufolge hat sich die Jerusalemer Urgemeinde gemeinwohlorientiert organisiert. M. E. war das keine versponnene Idee, sondern eher ein durch Propheten wie Amos und Jesaja, vom Jesus der Feldrede angeregter Geistesblitz, der auch 2016 noch vielleicht nicht zum alten Eisen auf den Schrotthaufen der Ideen gehört. Es ist die wirtschaftliche Anwendung der „Goldenen Regel“ , derzufolge man/frau gegenüber anderen das tun soll, wovon man/frau wünscht, dass diese gegenüber einem dasselbe tun (Mt 7,12). Obgleich wir alle oder zumindest die meisten von uns in einer Konkurrenzgesellschaft erzogen worden sind, sollten wir doch die Ohren davor nicht achtlos verschließen.

Dies zu bedenken und im Herzen zu bewegen,  wie es Maria mit den Worten der Engel und Hirten nach Jesu Geburt (Lk 2,19) tat, dazu helfe uns Gott!

 

Amen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

7. Mai 2016

Röm 8,26-30: Lebendigkeit (EfG Griesheim)

26 In unserer Ohnmacht steht uns der Geist bei, wenn wir keine Kraft mehr haben, so zu beten, wie es nötig wäre. Der Geist selbst tritt für uns ein mit wortlosem Stöhnen. 27 Gott kennt unsere Herzensanliegen und versteht, wofür der Geist sich einsetzt, weil er im Sinne Gottes für die heiligen Geschwister eintritt. 28 Alles wirkt zum Guten zusammen für die, die Gott lieben, weil Gott entschieden hat, sie zu rufen. Das wissen wir. 29Denn alle, die Gott von Anfang an kannte, hat Gott auch von Anfang an zu bestimmt, das gleiche Wesen und das gleiche Schicksal zu haben wie der Sohn, damit dieser der Erstgeborene unter vielen Geschwistern sei. 30 Die von Anfang an dazu bestimmt waren, die wurden auch gerufen. Die gerufen wurden, die wurden auch gerecht gesprochen. Die gerecht gesprochen wurden, wurden auch mit göttlicher Klarheit erfüllt.[1]

 

Liebe Gemeinde,

 

wir nähern uns Pfingsten. Das Wetter ist frühlingshaft warm, es zeigt sich Leben in der Natur, sicher auch Lebendigkeit. Vielleicht sind wir auch lebendiger gestimmt, nachdem die kalte oder kühle Zeit wohl vergangen ist. Und hier ist die Lebendigkeit bei einigen erhöht, dass der SV Darmstadt 98 weiter in der Bundesliga ist …

Das ist die Zeit nach Ostern, in der besonders des Geistes Gottes gedacht wird, der uns lebendig macht. Wir haben in der Schriftlesung gehört, was daraus folgt, dass Gottes Geist über der Urflut schwebte, ein chaotischer Zustand, finster – eine wüste und leere Erde, wie Luther übersetzt. Und in diesem Geist ist ein kreatives Potenzial, das sich aus der geduldigen Ruhe seines Schwebens über der Urflut entfaltet. In sechs Tagen entsteht allmählich eine Ordnung auf der Erde, mit Licht und Finsternis, Wasser und Land, Pflanzen und Tieren, Männern und Frauen als Bildern Gottes – und Gott findet das in 1,31 sehr gut.

Aber das bleibt nicht so und die Zeit nach Ostern ist die Zeit der neuen Schöpfung, die sich nach dem Aufwecken Jesu von Nazareth von den Toten entfaltet. Und dabei arbeitet der Geist mit. Er schwebt über und in unserem ohnmächtigen Leben, das wir gewöhnlich nicht als ohnmächtig wahrhaben wollen. Wir glauben oder wollen das glauben, dass wir stark und kompetent sind, so will es auch die Gesellschaft, in der wir leben.

Aber Paulus sagt:

26 In unserer Ohnmacht steht uns der Geist bei, wenn wir keine Kraft mehr haben, so zu beten, wie es nötig wäre. Der Geist selbst tritt für uns ein mit wortlosem Stöhnen.

Paulus unterstellt, dass wir unser Leben in ständiger Kommunikation mit Gott vollziehen sollten, nur so ist Leben vollständig und lebendig – auch ganzheitlich. Dann kann es vorkommen, dass wir zu kraftlos sind, um zu beten, dann tritt der Geist für uns ein und stöhnt für uns. Er präsentiert unsere ohnmächtige Situation vor Gott, vor dem Vater. Gemeint ist ein eher schmerzvolles Stöhnen, vielleicht auch Seufzen.

Gott hört dieses Seufzen, unser Stöhnen, der Geist ist die Verbindung zu unserem Herzen, sodass Gott wahrnimmt, wie unser Streben, wie unsere Lebenskraft beschaffen ist. Gott nimmt wahr, was wir fühlen, wollen und denken. Der Geist ist die direkte Kommunikation unseres Herzens mit Gott – und wenn die Lebenskraft schwach ist oder gar Ohnmachtserfahrungen uns prägen, dann seufzt der Geist für uns.

Mit diesem wortlosen Seufzen oder Stöhnen sind wir nicht alleine. Mit uns seufzt die Schöpfung, die Tier- und Pflanzenwelt, die auf die Freiheit der Söhne und Töchter Gottes hofft, wie aus 8,22 hervorgeht.

Das aber wird kommen, denen, die berufen oder gerufen sind, wird sich alles zum Guten wenden. Sie sind schon gerechtfertigt – und sie tragen schon den Glanz Gottes an sich, sie sind von göttlicher Klarheit erfüllt.

Das ist ein begeisterter Text des Paulus, liebe Gemeinde. Das Elend der Tier- und Pflanzenwelt wird sich damit ändern, dass wir als Töchter und Söhne Gottes bzw. als Brüder und Schwestern Jesu zur Freiheit gelangen und die sicheren Zeichen der Rechtfertigung sind da.

Dennoch sieht Paulus, dass nicht alle so begeistert und enthusiastisch sind wie er. O. k., er ist Apostel – und muss das als Entertainer auch leisten, könnten manche meinen. Doch er erzählt häufig von seinen eigenen Leiden:

7Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit die überschwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns.

8Wir sind von allen Seiten bedrängt, aber wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht.

9Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um.

10Wir tragen allezeit das Sterben Jesu an unserm Leibe, damit auch das Leben Jesu an unserm Leibe offenbar werde.

11Denn wir, die wir leben, werden immerdar in den Tod gegeben um Jesu willen, damit auch das Leben Jesu offenbar werde an unserm sterblichen Fleisch.

So heißt es in 2. Korintherbrief 4,7-11, wie Luther übersetzt. Das ist ungefähr so auch in Röm 8,26ff gemeint, das Bruder- und Schwester-Sein zum gekreuzigten und aufgeweckten Jesus von Nazareth ist nicht harmlos. Denn Gott liebt seine Schöpfung und hat sich entschlossen gewaltlos für die Universalisierung der Liebe einzutreten. Daher hilft der Geist uns, wenn wir erschöpft und ohnmächtig sind.

Paulus versucht in uns jene Ruhe des Geistes zu erzeugen, die der Geist benötigt, um schöpferisch zu werden, wie wir aus 1. Mose 1 gehört haben. So schwebt der Geist auch über der Urflut und dem Chaos unseres Lebens, er ist mitten drin. Er tritt für uns bei Gott ein, sodass für Gott unsere ohnmächtige Situation ganz präsent ist. Wie mit Christus leidet Gott dann mit uns, um alles zum Guten zu wenden. Das ist der Prozess unserer Lebendigkeit.

Der Text sagt uns nicht zuletzt, dass wir nicht überheblich sein sollen. Wir haben heilige Geschwister wie Alexander Gauland, Beatrix von Storch und Frauke Petry, die ihre ohnmächtige Situation laut herausschreien – und im Sinne des Paulus den Geist nicht stellvertretend stöhnen oder seufzen lassen. Stattdessen hassen sie offensiv andere Geschöpfe Gottes – und finden damit in unserer Gesellschaft Anklang. Für diese heiligen Geschwister sollten wir beten und sie nicht ausgrenzen. Denn der Geist ist schöpferisch, also haben wir Hoffnung für sie, dass sie dem Geist ruhig den Raum geben, für sie zu stöhnen und zu  seufzen. Denn sie schreien bloß ihre eigene Ohnmachtssituation heraus – und Gott hört das. Und wir sollten dafür beten, dass sie das besser verstehen und zulassen. Dadurch würden sie neue Lebendigkeit gewinnen. Das ist nicht leicht, aber darauf dürfen wir hoffen.

 

Amen

 

 

[1] Die Übersetzung lehnt sich an Claudia Janssen, „Bibel in gerechter Sprache“ an.

16. April 2016

Predigt zu Gen 1,26-31 (EfG Griesheim)

26Da sprach Gott: »Wir wollen Menschen machen – nach unserem Bild und uns ähnlich. Sie sollen über die Fische des Meeres, die Flugtiere des Himmels, das Vieh, die ganze Erde, alle Kriechtiere herrschen, die auf dem Boden kriechen.« 27Da schuf Gott den Menschen, nach dem Bild Gottes schuf er den Menschen, er schuf sie männlich und weiblich.

28Dann segnete Gott sie, indem Gott zu ihnen sprach: »Seid fruchtbar, vermehrt euch, füllt die Erde und bemächtigt euch ihrer. Und beherrscht die Fische des Meeres, die Vögel des Himmels und alle Tiere, die auf der Erde kriechen.« 29Da sprach Gott: »Seht, ich übergebe euch alle Gewächse auf der ganzen Fläche der Erde, die Samen verbreiten, sowie jeden Baum, an dem Baumfrüchte sind. Die Samen verbreiten. Das soll euch als Nahrung dienen. 30Auch allen Tieren der Erde, allen Vögeln des Himmels, allem, was auf der Erde kriecht, das lebendig ist, soll alles grüne Gewächs als Nahrung dienen.« So geschah es.

31Und Gott sah alles, was er geschaffen hatte: Sieh hin, es ist sehr gut.

Es wurde Abend, es wurde Morgen: der sechste Tag.[1]

 

Liebe Gemeinde,

 

das ist ein wichtiger Text. Männer und Frauen sind nach dem Bild Gottes geschaffen, sie tragen deshalb die Struktur des Bildes Gottes an sich, sie sind in der Verschiedengeschlechtlichkeit Bilder Gottes, Gott ähnlich. Sie sind selbst nicht Gott, aber gottähnlich. Deshalb sollen sie über die anderen Geschöpfe herrschen, was hier nicht bedeutet, dass wir Tiere töten und essen dürften. Wir als Männer und Frauen sollen uns wohl vegetarisch ernähren, auch vegan ist nicht ganz ausgeschlossen. Denn nur von den Samen von Pflanzen und Bäumen wird gesprochen, es ist gar nicht von Milch und Honig die Rede.

Das alles ist nach dem Urteil Gottes sehr gut. (more…)

26. März 2016

Ostersonntag 2016: Mk 16,1-8 (EfG Griesheim)

1 Als der Sabbat vorüber war, kauften Maria aus Magdala, die Maria des Jakobus und Salome duftende Öle, um zum Grab zu gehen und Jesus zu salben. 2 Sehr früh am Sonntag gingen sie zum Grab, als die Sonne gerade aufging. 3Da sagten sie zueinander: »Wer wird uns den Stein vom Eingang des Grabes wegwälzen?« 4Doch als sie aufschauten, sahen sie, dass der Stein schon weggewälzt war. Dabei war er sehr groß. 5Und als sie ins Grab hineingingen, sahen sie auf der rechten Seite einen jungen Mann sitzen, der ein strahlend helles Gewand trug. Da erschraken sie.

6 Der junge Mann sagte zu ihnen: »Ihr braucht nicht zu erschrecken! Ihr sucht Jesus aus Nazaret, den Gekreuzigten. Er ist von den Toten „aufgeweckt“ worden, er ist nicht hier.

Seht den Ort, wo sie ihn hingelegt hatten. 7Nun aber geht hin, sagt seinen Schüler/innen, auch dem Petrus: Er geht euch nach Galiläa voraus; dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat.«

8Und die Frauen gingen hinaus und flohen von dem Grab, denn sie waren außer sich geraten und zitterten.

Und sie sagten niemandem etwas, denn sie fürchteten sich.[1]

 

Liebe Gemeinde,

 

dieser Text ist in vielen Handschriften das Ende des Markusevangeliums. Es schloss ursprünglich mit der Erzählung der Flucht der Frauen aus dem Grab und der Betonung ihrer Furcht.

8Und die Frauen gingen hinaus und flohen von dem Grab, denn sie waren außer sich geraten und zitterten.

Und sie sagten niemandem etwas, denn sie fürchteten sich.

Die anderen Evangelien haben dann Erscheinungsgeschichten erzählt – und auch in das Markusevangelium wurden später daraus Texte eingefügt. (more…)

19. Februar 2016

Jede Jeck es anders (Röm 9,14-14 [EfG Griesheim])

14Was heißt das nun? Ist Gott etwa ungerecht? Gewiss nicht! 15Denn Gott spricht zu Mose: Ich erbarme mich aller, derer ich mich erbarmen will. Ich fühle mit allen, denen ich mein Mitgefühl schenken will. 16 Also kommt es nicht darauf an, was Menschen wollen oder wonach sie streben, sondern allein darauf, dass Gott barmherzig ist. 17Denn die Schrift spricht zum Pharao: Ich habe dich deshalb in Erscheinung treten lassen, weil ich an dir meine Stärke zeigen will und damit mein Name überall auf der Welt bekannt gemacht wird. 18 Die einen erfahren Barmherzigkeit, andere werden verhärtet – ganz wie Gott es will. 19Du wirst nun sagen: »Warum zieht Gott uns dann zur Rechenschaft? Wenn es so ist – wer hat sich denn je dem göttlichen Ratschluss widersetzt?« 20 Oh, Mensch! Wer meinst du eigentlich zu sein, dass du Gott mit einer solchen Einstellung gegenübertrittst? Sagt etwa das Kunstwerk zur Künstlerin: »Warum hast du mich auf diese Weise geschaffen?« 21Hat nicht der Töpfer die Freiheit, über den Ton zu verfügen und aus derselben Masse Unterschiedliches zu formen: ein Gefäß, das zu ehrenwerten Zwecken genutzt wird, und eines zu weniger ehrenwertem Gebrauch? 22 Gott wollte das Zorngericht zeigen und göttliche Kraft zu erkennen geben. Dabei ertrug Gott die Zorngefäße, die zum Untergang bestimmt waren, mit großer Geduld. 23An den Barmherzigkeitsgefäßen wollte Gott den Reichtum göttlicher Klarheit zu erkennen geben. Sie wurden im Voraus hergestellt, damit sie Klarheit erlangen. 24 Barmherzigkeitsgefäße zu sein, dazu hat Gott uns herausgerufen – nicht nur aus der jüdischen Religion, sondern auch aus allen anderen Menschen.[1]

 

Liebe Gemeinde,

 

der Römerbrief ist ein sehr grundsätzlicher Brief an die christliche Gemeinde im Zentrum der Weltmacht Rom. Paulus hat diese Gemeinde nicht gegründet, jetzt kündigt er an, er komme auf seiner weltumfassenden Kreisbahn von Jerusalem nach Spanien und zurück (Röm 15)[2] auch in Rom vorbei, sodass ihn die römische Gemeinde nach Spanien geleiten möge.

Deshalb stellt er sich und seine Auffassung des Evangeliums vor – so die gewöhnliche Ansicht, der ich mich anschließe. Paulus gilt als umstritten, in der heutigen Plastiksprache der „Qualitätsmedien“ – „er stand nicht selten in der Kritik“ … Der Hauptpunkt, der strittig gewesen ist, ist sein Verhältnis zur jüdischen Religion, aus der er als Pharisäer selbst herkommt. Paulus war aus der Perspektive der Provinz Judäa Diasporajude und scheint in Kleinasien geboren zu sein. Und nach seiner Auskunft hatte ihn der „aufgestandene“ Jesus zum Apostel, zum Gesandten für die Menschen bestimmt, die nicht der jüdischen Religion anhingen, also nicht der Tora offen folgten und den Gott Israels als den Gott aller Menschen verehrten. (more…)

9. Januar 2016

Joh 1,29-34: Ist das Offenbarsein Jesu für „Israel“ gerechtfertigt (EfG Griesheim [10.01.2016]) – oder ein Fall von Antijudaismus?

Kodex wie bei der christlichen Bibel

29Am nächsten Tag sah Johannes (der Täufer) Jesus zu sich kommen und sagte: »Hier ist das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt aufhebt. 30 Dieses/r ist es, über das/den ich gesagt habe: ›Nach mir kommt einer, der vor mir entstanden ist, denn er war früher als ich‹. 31 Ich kannte ihn nicht, sondern: damit er für Israel offenbar werde, deshalb bin ich gekommen, um mit Wasser zu taufen.« 32Und Johannes machte eine Zeugenaussage und sagte: »Ich habe den Geist wie eine Taube aus dem Himmel herabkommen sehen und er blieb auf ihm. 33 Ich kannte ihn nicht, aber derjenige, der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, hat zu mir gesagt: ›Derjenige ist es, auf den du den Geist herabkommen und auf ihm bleiben siehst, der mit Heiligen Geist tauft.‹ 34Und ich habe gesehen und bezeugt, dass dieser der Sohn Gottes ist.«[1]

 

Liebe Gemeinde,

das Johannesevangelium stellt uns Bibelleser/innen und Christ/inn/en im Neuen Testament am deutlichsten vor die Wirklichkeit der Textentstehung vieler biblischer Texte. Es wäre schön, wenn wir uns heute Morgen darauf einlassen können und die Freiheit und Liebe mit Johannes entdecken könnten, die darin enthalten ist. (more…)

23. Dezember 2015

Jesus als Flüchtling (Mt 2,8ff [EfG Griesheim])

Jesus mit Josef und Maria auf der Flucht nach Ägypten

[1]8Dann schickte Herodes (der Große) die weisen Astrologen nach Betlehem und sagte: »Geht! Stellt genaue Nachforschungen über das Kind an. Wenn ihr es gefunden habt, gebt mir Bescheid, damit auch ich kommen kann, um es zu verehren.« 9 Als sie das vom König gehört hatten, brachen sie auf. Und seht, der Stern, dessen Aufgang sie beobachtet hatten, zog vor ihnen her, bis er ankam und über dem Ort stillstand, an dem das Kind war.

10 Als sie den Stern dort sahen, waren sie überwältigt vor Freude. 11 Sie gingen in das Haus und sahen das Kind zusammen mit Maria, seiner Mutter. Sie fielen vor ihm nieder, um es zu verehren. Sie breiteten ihre Schätze aus und überreichten dem Kind Geschenke: Gold, Weihrauch und Myrrhe. 12Im Traum aber erhielten sie die Weisung, nicht zu Herodes zurückzugehen. So kehrten sie auf einem anderen Weg in ihr Land zurück. 13Kaum waren sie aufgebrochen, seht, da erscheint ein Engel Gottes dem Josef im Traum und sagt: »Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter, flieh nach Ägypten und bleib dort, bis ich dir etwas anderes sage. Denn Herodes wird das Kind suchen, um es zu töten.« 14Da stand Josef auf, nahm noch in der Nacht das Kind und dessen Mutter, und sie flohen nach Ägypten. 15Dort blieben sie bis zum Tod des Herodes, damit sich erfüllte, was Gott durch den Propheten gesagt hat: Aus Ägypten habe ich mein Kind gerufen.

16Nun wurde Herodes sehr wütend, als er begriff, dass er von den weisen Astrologen getäuscht worden war. Er schickte Leute und ließ in Betlehem und Umgebung alle Kinder töten, die zwei Jahre alt oder jünger waren, der Zeit entsprechend, die er von den weisen Astrologen erfragt hatte. 17Da wurde erfüllt, was vom Propheten Jeremia gesagt worden war: 18 Eine Stimme ist in Rama gehört worden, Weinen und großes Klagen. Rachel weinte um ihre Kinder und wollte sich nicht trösten lassen, weil sie nicht mehr lebten.

19 Als Herodes gestorben war, seht, da erscheint in Ägypten ein Engel Gottes dem Josef im Traum. 20 Er sagt: »Brich auf, nimm das Kind und seine Mutter mit und gehe ins Land Israel. Diejenigen, die dem Kind nach dem Leben trachteten, sind tot.« 21 Er brach auf und nahm das Kind und dessen Mutter mit und ging ins Land Israel.[2] 2#

 

 

Liebe Gemeinde!

 

Für Josef war die letzte Zeit alles andere als einfach gewesen. In unserer Sprache war es eine sehr ausgedehnte und überaus von Stress und Hektik bestimmte Advents- und Weihnachtszeit gewesen. Ständig passierte etwas, das sein Leben veränderte. Nach meinem Eindruck wäre er kein andächtiger Sänger von „Stille Nacht, heilige Nacht“ …

Er hatte mit Maria eine Freundin gefunden, die er heiraten wollte. Aber es stellte sich überraschend heraus, dass sie ein Kind von einem anderen erwartete, dem Heiligen Geist, wie Matthäus betont (Mt 1,18, vgl. 1,20). Eigentlich hatte Josef jetzt genug und wollte verschwinden, er hatte aber einen Traum, in dem der Engel Gottes ihm mitteilte, er werde als Vater gebraucht, weil er von David abstamme – und Jesus solle doch auch von David abstammen, damit der Stammbaum stimmte  (1,1ff, insbesondere 16). (more…)

10. Dezember 2015

Predigt zum dritten Advent (EfG Griesheim)

Das grausame Schicksal des Täufers im Advent

 

2 Johannes (der Täufer) hatte im Gefängnis von den Taten des *Messias bzw. des Christus gehört. Er schickte seine Gefolgsleute 3und ließ zu Jesus sagen: »Bist du es, der kommen soll? Oder müssen wir auf jemand anderen warten?« 4 Jesus antwortete und sagte zu ihnen: »Geht und erzählt Johannes, was ihr hört und seht: 5 Blinde sehen, Gelähmte gehen, Leprakranke werden rein und Taube können hören. Tote werden *aufgeweckt und Arme bringen die Freudenbotschaft[1].

6 Glücklich ist, wer nicht meinetwegen an Gott irrewird.«

 

Liebe Gemeinde,

 

in der Adventszeit wiederholen wir anscheinend jedes Jahr die Zeit der Ankunft Jesu, also vielleicht zum 2015. oder 2022. Mal, je nachdem, welche historische Hypothese über das Geburtsjahr Jesu von Nazareth bevorzugt wird – und einige freuen sich auch auf das Christkind, das alle Jahre wieder kommt. Unser Text (wie Wochenspruch und Schriftlesung aus Jes 40) erinnern uns aber an Johannes den Täufer, jenen Rufer in der Wüste, den Gerichtsprediger, der am Jordan zur Umkehr rief und dort taufte – und im Christentum vor dem Hintergrund jüdischer Erwartungen als Wiederkommen des mit einem goldenen Wagen entrückten Propheten Elia interpretiert wird. (more…)

14. November 2015

Röm 13,1-7 (EfG Griesheim)

Flüchtlingskind vor Lesbos /Griechenland)

1 Jeder *Mensch soll sich den Gewalten unterordnen, welche die staatliche Macht bilden. Denn es gibt keine Macht außer von *Gott. Die bestehende ist von Gott eingesetzt. 2Wer sich gegen die Macht stellt, widersetzt sich deshalb der Anordnung Gottes. Diejenigen, die Widerstand leisten, müssen damit rechnen, verurteilt zu werden. 3 Die Herrschenden sind ein Schrecken – nicht für die gute Tat, aber für die böse. Wenn du nicht in *Furcht vor der staatlichen Macht leben willst, dann tue das Gute. So wirst du Lob von ihr erhalten. 4 Sie ist *Dienerin Gottes, dir zum Guten. Wenn du aber Böses tust, fürchte sie! Nicht umsonst trägt sie das Schwert. Denn sie ist Dienerin Gottes, gerechten Zorn richtet sie auf diejenigen, die Böses tun. 5Darum ist es notwendig, sich unterzuordnen, nicht nur wegen des Zorns, sondern auch wegen der eigenen sittlichen Urteilskraft: dem eigenen Gewissen. 6 Deshalb bezahlt ihr ja auch Steuern.

Diese stehen nämlich im Dienst Gottes. Seid stets darauf bedacht und 7 gebt

allen, wozu ihr verpflichtet seid: Wem ihr Abgaben zahlen müsst, dem zahlt Abgaben.

Wem ihr Zoll zahlen müsst, dem zahlt Zoll. Wen ihr fürchten müsst, den fürchtet.

Wen ihr achten müsst, den achtet.

 

Liebe Gemeinde,

 

die Tage am Übergang vom Oktober zum November sind Erinnerungstage wie heute Volkstrauertag. Aber es handelt sich auch oft um Erinnerungstage an die Reformation, ich habe mich daher dazu entschlossen, den für den heutigen Sonntag vorgeschlagenen Text Röm 13,1-7 zu nehmen, freilich an die Übersetzung von Claudia Jansen in der „Bibel in gerechter Sprache“ angelehnt[1]. (more…)