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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


9. September 2017

Mord aus Miss­ach­tung (Gen 4,1ff [EfG Gries­heim])

Dann erkann­te Adam Eva, sei­ne Frau; sie wur­de schwan­ger, gebar den Kain und sprach: »Ich habe einen Sohn gebo­ren – mit­hil­fe des Herrn.« 2Da fuhr sie fort und gebar sei­nen Bru­der, den Abel.

Abel wur­de ein Vieh­hirt, Kain aber war Acker­bau­er.

3Nach eini­ger Zeit brach­te Kain von den Früch­ten des Ackers dem Herrn eine Opfer­ga­be dar. 4Daraufhin brach­te auch Abel etwas von den Erst­ge­bur­ten sei­ner Her­de und von ihren Fett­stü­cken dar. Doch der Herr beach­te­te Abel und sei­ne Opfer­ga­be, 5Kain aber und sei­ne Opfer­ga­be beach­te­te er nicht. Das ließ Kain aufs Äußers­te ent­flam­men, sei­ne Gesichts­zü­ge ent­gleis­ten. 6 Da sag­te der Herr zu Kain: »War­um brennt es in dir? Und war­um ent­glei­sen dei­ne Gesichts­zü­ge der­art? 7Ist es nicht so: Wenn dir Gutes gelingt, schaust du stolz; wenn dir aber nichts Gutes gelingt, lau­ert die Sün­de an der Tür. Auf dich rich­tet sich ihr Ver­lan­gen, doch du – du musst sie beherr­schen.« 8Da woll­te Kain sei­nem Bru­der Abel etwas sagen – doch als sie auf dem Feld waren, erhob sich Kain gegen sei­nen Bru­der Abel und töte­te ihn. 9a Da sag­te der Herr zu Kain: »Wo ist Abel, dein Bru­der?« Der sag­te: »Das weiß ich nicht. Habe ich etwa die Auf­sicht über mei­nen Bru­der?« 10Daraufhin sag­te der Herr: »Was hast du getan? Laut schreit das Blut dei­nes Bru­ders zu mir vom Acker her. 11Also: Ver­flucht bist du, weg vom Acker, der das Blut dei­nes Bru­ders von dei­ner Hand geschluckt und auf­ge­nom­men hat! 12Wenn du den Acker bear­bei­test, wird er dir sei­ne Kraft nicht mehr geben. Hei­mat­los und ruhe­los musst du auf der Erde sein.« 13Da sag­te Kain zum Herrn: »Mei­ne Schuld ist zu groß, sie kann nicht auf­ge­ho­ben wer­den. 14Doch schau, du ver­treibst mich heu­te vom Ant­litz des Ackers, und auch vor dei­nem Ant­litz muss ich mich ver­ber­gen und soll hei­mat­los und ruhe­los auf der Erde sein dann kann jeder mich töten, der mich fin­det.« 15Da sprach der Herr zu ihm: »Also denn: Wer Kain tötet, soll sie­ben­fach gerächt wer­den.« Und der Herr mach­te ein Zei­chen für Kain, sodass nicht jeder ihn erschla­gen kann, der ihn fin­det. 16So zog Kain los, fort vom Ange­sicht ließ sich nie­der im Lan­de Nod, ›Unru­he‹, öst­lich von Eden. (Vgl. Bibel in gerech­ter Spra­che, z. St.)

Lie­be Gemein­de,

ein berühm­ter Text, der von der segens­rei­chen Kraft und Tie­fe der Sexua­li­tät spricht – und der von der durch Eva und Adam mit­hil­fe der Schlan­ge erwor­be­nen Fähig­keit, wie Gott sitt­lich han­deln zu kön­nen, mit­hin zwi­schen „gut“ und „böse“ unter­schei­den zu kön­nen, eine ers­te auf­schluss­rei­che Geschich­te erzählt.

Eva wird sexu­ell von Adam erkannt, Sexua­li­tät ist biblisch eine Form des per­so­na­len Erken­nens. Beim Sex erkennt sie oder er lust­voll die ande­re Per­son. (more…)

17. August 2017

Isra­el­sonn­tag: Röm 11,25ff und (der Play­mo­bil-) Luther (EfG Gries­heim)

Der Play­mo­bil-Luther

Ich will euch, lie­be Schwes­tern und Brü­der, die­ses Geheim­nis nicht ver­heh­len, damit ihr euch nicht selbst für klug hal­tet: Ver­sto­ckung ist einem Teil Isra­els wider­fah­ren, so lan­ge bis die Fül­le der Hei­den zum Heil gelangt ist; 26und so wird ganz Isra­el geret­tet wer­den, wie geschrie­ben steht (Jesa­ja 59,20; Jere­mia 31,33): »Es wird kom­men aus Zion der Erlö­ser, der abwen­den wird alle Gott­lo­sig­keit von Jakob. 27Und dies ist mein Bund mit ihnen, wenn ich ihre Sün­den weg­neh­men wer­de.« 28Im Blick auf das Evan­ge­li­um sind sie zwar Fein­de um euret­wil­len; aber im Blick auf die Erwäh­lung sind sie Gelieb­te um der Väter wil­len. 29Denn Got­tes Gaben und Beru­fung kön­nen ihn nicht gereu­en. 30Denn wie ihr zuvor Gott unge­hor­sam gewe­sen seid, nun aber Barm­her­zig­keit erlangt habt wegen ihres Unge­hor­sams, 31so sind auch jene jetzt unge­hor­sam gewor­den wegen der Barm­her­zig­keit, die euch wider­fah­ren ist, damit auch sie jetzt Barm­her­zig­keit erlan­gen. 32Denn Gott hat alle ein­ge­schlos­sen in den Unge­hor­sam, damit er sich aller erbar­me.

Lie­be Gemein­de,

die­ser Text aus dem Römer­brief heu­te in einer nur ganz wenig ange­pass­ten Form in der Über­set­zung Mar­tin Luthers, die ganz rich­tig ist, aber auch die Fra­ge auf­wirft, war­um er dies nicht als gül­tig für sich selbst aner­kannt hat – und im Ver­lauf sei­nes Lebens zu einem Juden­feind gewor­den ist.
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25. Juli 2017

EFG Gries­heim])">Sechs­ter Sonn­tag nach Tri­ni­ta­tis (Act 8,26ff [EFG Gries­heim])


Ein Engel des Herrn sprach zu Phil­ip­pus: „Auf, mach dich auf Weg, der von Jeru­sa­lem nach Gaza hin­ab­führt!« Das ist eine ein­sa­me Gegend. 27Er mach­te sich auf und ging. Da war da ein Äthio­pi­er, ein Eunuch, ein Hof­be­am­ter der Kan­da­ke, der äthio­pi­schen Köni­gin, der über alle ihre Finan­zen gesetzt war. Er war nach Jeru­sa­lem gekom­men, um Gott anzu­be­ten. 28Nun saß er auf der Rück­rei­se auf sei­nem Wagen und las den Pro­phe­ten Jesa­ja. 29Der Geist sag­te zu Phil­ip­pus: »Geh her­an und hal­te dich an die­sen Wagen!« 30Philippus lief her­an und hör­te, wie er den Pro­phe­ten Jesa­ja las, und sag­te: »Ver­stehst du denn, was du da liest?« 31Der sag­te: »Wie soll­te ich es denn kön­nen, wenn mich nie­mand anlei­tet?« Und er bat Phil­ip­pus auf­zu­stei­gen und sich zu ihm zu set­zen. 32Der Schrift­ab­schnitt, den er las, lau­te­te so: Wie ein Schaf wur­de er zum Schlach­ten geführt; wie ein Lamm beim Sche­ren kei­nen Laut von sich gibt, so macht er sei­nen Mund nicht auf. 33In sei­ner Ernied­ri­gung wur­de sei­ne Ver­ur­tei­lung auf­ge­ho­ben; sei­ne Sip­pe wer kann von ihr erzäh­len? Wird doch sein Leben von der Erde weg­ge­nom­men. 34Der Eunuch sag­te zu Phil­ip­pus: »Ich bit­te dich, über wen sagt der Pro­phet das? Über sich selbst oder über jemand ande­ren?« 35Philippus begann zu spre­chen und von die­ser Schrift­stel­le aus­ge­hend ver­kün­dig­te er ihm Jesus. 36Wie sie so den Weg dahin­fuh­ren, kamen sie zu einem Gewäs­ser; und der Eunuch sag­te: »Da ist Was­ser! Was steht dem ent­ge­gen, dass ich getauft wer­de?« 38Da befahl er, dass der Wagen anhiel­te; und sie stie­gen bei­de hin­ab in das Was­ser, Phil­ip­pus und der Eunuch; und er tauf­te ihn. 39Als sie aus dem Was­ser stie­gen, ent­rückt der Geist des Herrn Phil­ip­pus. Der Eunuch sah ihn nicht mehr. Denn er zog froh sei­nes Weges. (Vgl. Bibel in gerech­ter Spra­che, z. St.)

Lie­be Gemein­de,

ein Text aus der Früh­zeit der christ­li­chen Mis­si­on von Jeru­sa­lem aus. Er ist in bibli­schen, pro­phe­ti­schen Far­ben geschrie­ben, wie wir sie aus Pro­phe­ten­er­zäh­lun­gen ken­nen.
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24. Juni 2017

Zwei­ter Sonn­tag nach Tri­ni­ta­tis (Lk 14,15ff [EfG Gries­heim])

Einer der mit Jesus ein­ge­la­de­nen Gäs­te hör­te ihn und sag­te zu ihm: »Glück­lich (selig) ist, wer das Brot im Reich Got­tes isst!«

16Jesus aber sag­te zu ihm: »Ein Mensch ver­an­stal­te­te ein gro­ßes Fest­essen und lud vie­le ein. 17Er schick­te sei­nen Skla­ven zur gege­be­nen Stun­de aus, den Ein­ge­la­de­nen zu sagen: ›Kommt, denn jetzt ist es bereit!‹

18Und auf ein­mal fin­gen alle an, sich zu ent­schul­di­gen. Der Ers­te sag­te: ›Ich habe ein Feld gekauft und ich muss es unbe­dingt anse­hen gehen. Ich bit­te dich, sieh mich als ent­schul­digt an!‹ 19Ein ande­rer sag­te: ›Ich habe fünf Joch Och­sen gekauft und gehe hin, um sie zu prü­fen. Ich bit­te dich, sieh mich als ent­schul­digt an!‹ 20Noch ein ande­rer sag­te: ›Ich habe eine Frau gehei­ra­tet und kann des­halb nicht kom­men.‹

21Der Skla­ve kam und berich­te­te dies sei­nem Herrn. Da wur­de der Haus­herr zor­nig und sag­te sei­nem Skla­ven:

Geh schnell auf die Plät­ze und Gas­sen der Stadt und füh­re die armen Leu­te, die Ver­krüp­pel­ten, Blin­den und Lah­men her­ein!‹ 22Und der Skla­ve sag­te: ›Herr, es ist gesche­hen, wie du auf­ge­tra­gen hast, und doch ist noch Raum.‹ 23Da sag­te der Herr zum Skla­ven:

Geh hin­aus auf die Wege und zu den Zäu­nen und nöti­ge die Leu­te, her­ein­zu­kom­men, damit mein Haus sich füllt!‹ 24Ich sage euch: Kei­ner jener Män­ner, die ein­ge­la­den waren, wird mein Fest­essen zu kos­ten bekom­men!« (Bibel in gerech­ter Spra­che, z. St.)

Lie­be Gemein­de,

eine Mahl-Sze­ne in einem Haus eines Pha­ri­sä­ers. Jesus wird ins­be­son­de­re im Luka­sevan­ge­li­um als gesel­li­ger Zeit­ge­nos­se dar­ge­stellt, man kann den Ein­druck gewin­nen, dass reli­giö­se, sozia­le und poli­ti­sche Fra­gen am gemein­sa­men Tisch kon­tro­vers erör­tert wer­den – man/frau also nicht eine Talk-Show anschal­te­te, son­dern selbst mit­dis­ku­tier­te. Und bei die­sem Mahl im Haus eines Pha­ri­sä­ers gibt einer der Dis­ku­tie­ren­den eine Sen­tenz, einen Sinn­spruch zum Bes­ten:
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26. Mai 2017

Der Geist der Wahr­heit und unser Stim­men­ge­wirr (Joh 14,15ff [EfG Gries­heim])

Cice­ro-Foto zu dem Anschlag von Man­ches­ter

15 »Wenn ihr mich liebt, dann wer­det ihr mei­ne Gebo­te hal­ten. 16Und ich wer­de Gott bit­ten und er wird euch einen ande­ren Trost geben, der immer bei euch sein soll: 17Der Geist der Wahr­heit ist etwas, das die Welt nicht erfas­sen kann, weil sie ihn weder schaut noch erkennt. Ihr erkennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein. 18Ich las­se euch nicht als Wai­sen zurück, ich kom­me zu euch. 19Noch kur­ze Zeit und die Welt sieht mich nicht mehr, ihr aber seht mich, denn ich lebe und ihr wer­det leben. 20 An die­sem Tag wer­det ihr erken­nen, dass ich in Gott bin und ihr in mir seid und ich in euch. 21Alle, die mei­ne Gebo­te haben und sie hal­ten, lie­ben mich. Und die­je­ni­gen, die mich lie­ben, wer­den auch von Gott geliebt wer­den und ich wer­de sie lie­ben und mich ihnen zei­gen.« (Vgl. „Bibel in gerech­ter Spra­che“, z. St.)

Lie­be Gemein­de,

am nächs­ten Sonn­tag beginnt das Pfingst­fest, das Fest des Geis­tes Got­tes, der zu den Men­schen gesandt wird. Im Johan­nes­evan­ge­li­um beginnt die Pfingst­pha­se mit dem Ein­hau­chen des Geis­tes in die Schüler/innen oder dem Anbla­sen der Schüler/innen mit­tels des Geis­tes in 20,14ff, das in der grie­chi­schen Spra­che eine unüber­seh­ba­re Anspie­lung auf das Ein­bla­sen des Atems Got­tes in die Nase Adams in Gen 2,7 dar­stellt.

Der Geist weht, wo er will (Joh 3,8) –

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28. April 2017

Zwei­ter Sonn­tag nach Ostern (Joh 21,15-19 [EfG Gries­heim])

Als sie gefrüh­stückt hat­ten, sag­te Jesus zu Simon Petrus: »Simon, Sohn des Johan­nes, liebst Du mich mehr als die ande­ren?« Er sag­te zu ihm: »Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lie­be.« Er sag­te zu ihm: »Hüte mei­ne Läm­mer!« 16 Noch ein­mal sag­te er zu ihm: »Simon, Sohn des Johan­nes, liebst Du mich?« Er sag­te zu ihm: »Ja, Herr, Du weißt, dass ich Dich lie­be.« Er sag­te zu ihm: »Wei­de mei­ne Scha­fe!« 17 Er sag­te zum drit­ten Mal zu ihm: »Simon, Sohn des Johan­nes, liebst Du mich?«

Byzan­ti­ni­sche Iko­ne mit groß geschrie­be­nen grie­chi­schen Zei­chen (poi­men kal­os), die „guter Hir­te“ bedeu­ten. Der „gute Hir­te“ hat den Hin­ter­grund des Kreu­zes.

 Petrus war trau­rig, dass er ihn zum drit­ten Mal frag­te: ›Liebst Du mich?‹ Er sag­te zu ihm: »Herr, Du weißt alles, Du weißt, dass ich Dich lie­be.« Jesus sag­te zu ihm: »Hüte mei­ne Scha­fe! 18 Amen, amen, ich sage dir: Als du jung warst, hast Du Dir selbst den Gür­tel fest­ge­bun­den und bist gegan­gen, wohin du woll­test. Wenn Du aber alt bist, wirst Du Dei­ne Arme aus­stre­cken und jemand anders wird Dich fest­bin­den und Dich dort­hin brin­gen, wohin Du nicht willst.« 19Dies sag­te er, um anzu­deu­ten, durch wel­che Todes­art er Got­tes Glanz zei­gen wür­de. Und dann sag­te er ihm: »Fol­ge mir!«

Lie­be Gemein­de,

das Johan­nes­evan­ge­li­um ist ein Text, der den Glanz Got­tes in Jesus schau­en lässt – bzw. ver­sucht, die Leser/innen dazu anzu­re­gen, dass sie die­sen Glanz schau­en kön­nen. Petrus bekommt in unse­rer Erzäh­lung die Auf­ga­be zuge­wie­sen, ein Hir­te für die Gemein­de der Glau­ben­den zu sein – für jede/n einzelne/n Glaubende/n. Das Bild des Hir­ten ist für die Bibel typisch, wir haben den Psalm 23 als Schrift­le­sung gesun­gen. Das Hir­ten­bild ist zum Bild Got­tes gewor­den Im Johan­nes­evan­ge­li­um ist der Schutz und die Sor­ge des Hir­ten für sei­ne Scha­fe und Läm­mer genau bestimmt. Jesus ist der gute Hir­te, wie Joh 10 sagt.
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3. Januar 2017

Was kann aus Naza­reth (schon) Gutes kom­men? (Joh 1,43-51 [8.01.2017: EfG Gries­heim])

Marc Chagall: Jakobs Traum (Gen 28,12)

43Am nächs­ten Tag woll­te Jesus nach Gali­läa weg­ge­hen und fand Phil­ip­pus. Jesus sag­te zu ihm: »Fol­ge mir!« 44Philippus war aus Bet­sai­da, aus dem Dorf von Andre­as und Petrus. 45Philippus fand den Nat­anaël und sag­te zu ihm: »Wir haben den­je­ni­gen gefun­den, von dem Mose in der Tora  und die Pro­phe­ten schrie­ben: Jesus aus Naza­reth, Sohn von [Maria und] Josef.« 46Aber Nat­anaël sag­te zu ihm: „Was kann aus Naza­reth (schon) Gutes kom­men?“ Phil­ip­pus sag­te ihm: »Komm und sieh!« 47Jesus sah Nat­anaël zu sich kom­men und sag­te über ihn: »Hier ist ein wah­rer Israe­lit, in dem kei­ne Ver­stel­lung ist.« 48Natanaël sag­te zu ihm: »Woher kennst du mich?« Jesus ant­wor­te­te und sag­te zu ihm: »Bevor Phil­ip­pus dich rief, habe ich dich unter dem Fei­gen­baum [sit­zen] gese­hen.« 49Natanaël ant­wor­te­te ihm: »Rab­bi, du bist der Sohn Got­tes; du bist der König Isra­els!« 50Jesus ant­wor­te­te und sag­te zu ihm: „Weil ich dir gesagt habe, dass ich dich unter dem Fei­gen­baum sah, glaubst du? Grö­ße­res als die­ses wirst du sehen.« 51Und er sag­te zu ihm: »Amen, amen, ich sage euch: Ihr wer­det den Him­mel geöff­net sehen und [schau­en, wie] die Engel Got­tes hin­auf­stei­gen und hin­ab­stei­gen auf dem Men­schen­sohn .« (Vgl. Bibel in gerech­ter Spra­che zur Stel­le!)

Lie­be Gemein­de,

die ers­ten Tage des neu­en Jah­res füh­ren uns oft zum Nach­den­ken über grund­sätz­li­che Fra­gen, heu­te ist ein Text als Pre­digt­text vor­ge­se­hen, der den Anfang des Wir­kens Jesu im Johan­nes­evan­ge­li­um im Blick hat. Jesus hat schon Andre­as und Simon Petrus, die frü­he­re Schü­ler Johan­nes des Täu­fers waren, als eige­ne Schü­ler gewon­nen. (more…)

5. Oktober 2016

Die Wie­der­ver­ei­ni­gung der aus­ein­an­der Genom­me­nen (Mk 10,1-12 [EfG Gries­heim])

Die Zerschnittenen Eva und Adam

Die aus­ein­an­der Genom­me­nen – Eva und Adam (Lukas Cra­nach)

 

Mk 10 1 Jesus brach von dort auf und zog in das Gebiet von Judäa am ande­ren Ufer des Jor­dans. Wie­der ver­sam­mel­ten sich Men­gen von Volk bei ihm, und wie gewohnt lehr­te er sie. 2Pharisäer kamen hin­zu und frag­ten ihn: »Ist es einem Mann erlaubt, sei­ne Frau zu ent­las­sen?« Das woll­ten sie mit ihm klä­ren. 3Jesus ent­geg­ne­te ihnen: »Was hat euch Mose gebo­ten?« 4 Sie spra­chen: »Mose hat es gestat­tet, einen Schei­de­brief zu schrei­ben und sie zu ent­las­sen.« 5Da sag­te Jesus zu ihnen: »Weil eure Her­zen so hart sind, schrieb er euch die­ses Gebot auf. 6Am Anfang der Schöp­fung aber schuf Gott die Men­schen als männ­lich und weib­lich.7Des­halb wird ein Mann Vater und Mut­ter ver­las­sen, wird ein Mann sich mit sei­ner Frau ver­bin­den [und eine Frau sich mit ihrem Mann]. 8Und die zwei wer­den ein Fleisch sein. Also sind sie nicht mehr zwei [chir­ur­gisch Getrenn­te bzw. aus­ein­an­der Genom­me­ne], son­dern ein Fleisch. 9Was Gott zum Paar ver­bun­den hat, soll ein Mensch nicht tren­nen.« 10Im Haus frag­ten die Schüler/innen wie schon frü­her wei­ter nach. 11 Jesus ant­wor­te­te ihnen: »Wer sei­ne Frau ent­lässt und hei­ra­tet eine ande­re, der begeht ihr gegen­über Ehe­bruch. 12 Ent­lässt sie ihren Mann  und hei­ra­tet einen ande­ren, dann begeht sie Ehe­bruch.«[1]

 

Lie­be Gemein­de,

 

der Pre­digt­text zeigt uns heu­te die Ehe­auf­fas­sung Jesu im Mar­ku­sevan­ge­li­um. Wir haben eben in der Schrift­le­sung aus Gen 16 gehört, dass das biblisch z. T. anders gese­hen wird, Abra­ham hat­te mit sei­ner Skla­vin Hagar Sex – und die­se bekam einen Sohn, den Isma­el, der als Stamm­va­ter der Ara­ber gilt. Der Koran schreibt die­se bibli­sche Geschich­te fort – und ent­wi­ckelt ent­spre­chend ein ande­res Ehe­ver­ständ­nis, dass man/frau auch bei David, Salo­mo u. a. fin­det, näm­lich dass ein Mann meh­re­re Frau­en haben kann. (more…)

14. September 2016

Die „nar­ziss­ti­sche“ Frau Mer­kel? (All­tags­phi­lo­so­phi­sche Kolum­ne I)

Der gest­ri­ge Tag hielt ab 9.37 Uhr eine posi­ti­ve Über­ra­schung bereit: Ob Poli­ti­ker Seelsorger/innen sein soll­ten, erör­ter­ten der Psy­cho­lo­ge Maaz und der Pfar­rer Gürt­ler im Gespräch mit Chris­tia­ne Flo­rin im DLF. Auch m. E. ist die Fra­ge berech­tigt, denn Gefüh­le bil­den einen Aspekt beim Ent­ste­hen von Hand­lun­gen und Kom­mu­ni­ka­tio­nen. Das ist seit der Anti­ke bekannt – und der seit eini­ger belieb­te Aus­druck „gefühlt“ im Unter­schied zu „fak­tisch“ zeigt, dass dies in den Medi­en oft ver­drängt wird. Die Fra­ge, die ges­tern erör­tert wur­de, hat­te frei­lich eine bestimm­te Aus­rich­tung, die m. E. eher pro­ble­ma­tisch ist. Das war des­we­gen erträg­lich, weil der für stei­le ver­all­ge­mei­ner­te (und empi­risch wenig bestä­tig­te) Hypo­the­sen bekann­te Maaz durch den aus der Bür­ger­rechts­be­we­gung stam­men­den Gürt­ler stark rela­ti­viert wur­de. Das war so stark, dass Maaz nicht dazu kam, sei­ne Hypo­the­se über den aktu­el­len „Gefühls­stau“ aus­zu­spre­chen, der die s. E. gefähr­li­che Ent­wick­lung seit einem Jahr aus­ge­löst hat. Ich ergän­ze das des­we­gen – und kann mir daher die Kri­tik zuzie­hen, dass er das alles schon mal gesagt hat, aber am 13.09. nicht wie­der­holt hat. M. E. macht sei­ne Dia­gno­se über Mer­kel und die­je­ni­gen, die mit ihr über­ein­stim­men, nur Sinn, wenn die­ser Hin­ter­grund unter­stellt wird. (more…)

10. September 2016

Das „Auf­ste­hen“ des „ein­ge­schla­fe­nen“ Laza­rus (Joh 11 [EfG Gries­heim])

Joh 11 1Es war jemand krank, Laza­rus aus Beta­ni­en, aus dem Dorf von Maria und Mar­tha, ihrer Schwes­ter. 2Maria war die, die den Chris­tus mit Salb­öl gesalbt und sei­ne Füße mit ihren Haa­ren getrock­net hat­te. Deren Bru­der Laza­rus war krank. 3Die Schwes­tern schick­ten also zu ihm und lie­ßen ihm sagen: Rab­bi, sieh: Der, den du liebst, ist krank.« 4Als Jesus das hör­te, sag­te er: »Die­se Krank­heit führt nicht zum Tod, son­dern ist dazu da, dass der Sohn Got­tes durch sie in gött­li­chem Glanz erstrah­le.« 5Jesus lieb­te Mar­tha und ihre Schwes­ter und Laza­rus. 6Als er nun gehört hat­te, dass Laza­rus krank sei, blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er war. 7Anschließend sag­te er sei­nen Schüler/innen: »Lasst uns wie­der nach Judäa gehen!« 8Die Schüler/innen sag­ten ihm: »Rab­bi, gera­de haben die Men­schen aus Judäa ver­sucht, dich zu stei­ni­gen, und du gehst wie­der dort­hin?« 9Jesus ant­wor­te­te: »Hat nicht der Tag zwölf Stun­den? Alle, die am Tag her­um­lau­fen, stol­pern nicht, denn sie sehen das Licht die­ser Welt; 10alle aber, die bei Nacht her­um­lau­fen, stol­pern, weil das Licht nicht in ihnen ist.« 11So rede­te er, und danach sag­te er ihnen: »Unser Freund Laza­rus ist ein­ge­schla­fen, ich gehe, um ihn auf­zu­we­cken.« 12Da sag­ten ihm die Schüler/innen: »Rab­bi, wenn er ein­ge­schla­fen ist, wird er geheilt wer­den.« 13Jesus hat­te aber über sei­nen Tod gere­det, sie dage­gen mein­ten, dass er über das gewöhn­li­che Ein­schla­fen gere­det hät­te. 14Da sag­te Jesus ihnen ganz offen: »Laza­rus ist gestor­ben, 15und ich freue mich euret­we­gen, dass ich nicht dort war: Ihr sollt näm­lich zum Glau­ben kom­men. Aber lasst uns zu ihm­ge­hen!« 16Da sag­te Tho­mas, genannt Zwil­ling, zu den ande­ren Schüler/innen: »Lasst auch uns gehen, damit wir mit ihm ster­ben.« 17Jesus ging also und fand, dass Laza­rus schon vier Tage im Grab war. 18Betanien war nahe bei Jeru­sa­lem, etwa drei Kilo­me­ter­ent­fernt. 19Viele von den Men­schen aus ihrem Volk waren zu Mar­tha und Maria gekom­men, um sie wegen des Bru­ders zu trös­ten. 20Als Mar­tha nun hör­te, Jesus wür­de kom­men, ging sie ihm ent­ge­gen. Maria aber blieb im Haus sit­zen. 21Martha nun sagte:»Rabbi, wenn du hier gewe­sen wärst, wäre mein Bru­der nicht gestor­ben. 22Aber auch jetzt weiß ich: Was auch immer du von Gott erbit­test, wird Gott dir geben.« 23Jesus sag­te ihr: »Dein Bru­der wird auf­ste­hen!« 24Marta sag­te ihm: »Ich weiß, dass er auf­ste­hen wird beim Auf­ste­hen am letz­ten Tag.« 25Jesus sag­te ihr: »Ich bin das Auf­ste­hen und das Leben: Alle, die an mich glau­ben, wer­den leben, auch wenn sie ster­ben; 26und alle, die leben und an mich *glau­ben, wer­den bis in *Ewig­keit nicht ster­ben. Jesus sag­te ihr: »Dein Bru­der wird auf­ste­hen!« 24Martha sag­te ihm: »Ich weiß, dass er auf­ste­hen wird beim Auf­ste­hen am letz­ten Tag.«25Jesus sag­te ihr: »Ich bin da Auf­ste­hen und das Leben: Alle, die an mich glau­ben, wer­den leben, auch wenn sie ster­ben; 26und alle, die leben und an mich glau­ben, wer­den bis in Ewig­keit nicht ster­ben. Glaubst du das?« 27Sagt sie ihm: »Ja, Rab­bi, ich bin zum Glau­ben gekom­men, dass du der Chris­tus bist, der Sohn Got­tes, der in die Welt kommt.« 28Nachdem sie dies gesagt hat­te, ging sie weg und rief ihre Schwes­ter Maria und sag­te ihr heim­lich: »Der Leh­rer ist da und ruft dich.« 29Als jene dies hör­te, stand sie schnell auf und ging zu ihm. 30Jesus war noch nicht ins Dorf gekom­men, son­dern war noch an dem Ort, wo Mar­tha ihm begeg­net war. 31Als nun die ande­ren jüdi­schen Men­schen, die mit ihr im Haus gewe­sen waren und mit ihr getrau­ert hat­ten, sahen, wie Maria schnell auf­stand und hin­aus­ging, folg­ten sie ihr, weil sie mein­ten, sie gin­ge zum Grab, um dort zu wei­nen. 32Als Maria dahin kam, wo Jesus war und ihn sah, warf sie sich zu sei­nen Füßen nie­der und sag­te ihm: »Rab­bi, wenn du hier gewe­sen wärst, wäre mir der Bru­der nicht gestor­ben.« 33Als Jesus sie wei­nen sah und auch die ande­ren Jüdin­nen und Juden, die mit ihr gekom­men waren, wein­ten –, war er inner­lich auf­ge­wühlt und erschüt­tert 34und sag­te: »Wo habt ihr ihn hin­ge­legt?« Sie sag­ten ihm: »Rab­bi, komm und sieh!« 35Jesus wein­te. 36Da sag­ten die ande­ren jüdi­schen Men­schen: »Sieh, wie er ihn geliebt hat.« 37Aber eini­ge von ihnen sag­ten: »Hät­te nicht jener, der die Augen des Blin­den geöff­net hat, auch etwas machen kön­nen, damit die­ser nicht ster­ben muss­te?« 38Jesus nun, wie­der­um inner­lich ergrimmt, kam zum Grab. Es war eine Höh­le und ein Stein lag vor ihr. 39Jesus sag­te: »Hebt den Stein fort!« Mar­tha, die Schwes­ter des Ver­stor­be­nen, sag­te ihm: »Rab­bi, er stinkt schon, er ist ja vier Tage alt.« 40Jesus sag­te ihr: »Habe ich dir nicht

gesagt: Wenn du glaubst, wirst du den Glanz Got­tes sehen?« 41Sie hoben nun den Stein fort. Jesus aber hob die Augen nach oben und sag­te: »Du, Gott, ich dan­ke dir, dass du mich gehört hast. 42Ich wuss­te, dass du mich immer hörst, aber wegen der Leu­te, die hier ste­hen, habe ich es gesagt, damit sie glau­ben, dass du mich gesandt hast.« 43Als er dies gesagt hat­te, rief er mit lau­ter Stim­me: »Laza­rus, komm her­aus!« 44Es kam der Gestor­be­ne her­aus, umwi­ckelt an den Füßen und den Hän­den mit Bin­den und sein Gesicht war von einem Tuch bedeckt. Jesus sag­te ihnen: »Befreit ihn und lasst ihn gehen!« (teil­wei­se an die Bibel in gerech­ter Spra­che, z. St., ange­lehnt)

Lie­be Gemein­de,

der 16. Sonn­tag nach Tri­ni­ta­tis kon­fron­tiert uns mit dem Auf­ste­hen bzw. Auf­ge­weckt­wer­den des toten Laza­rus – es ist ein lan­ger Text. Das Johan­nes­evan­ge­li­um ist im Neu­en Tes­ta­ment der­je­ni­ge Text, der am reflek­tier­tes­ten  mit der früh­christ­li­chen Bil­der­welt umgeht – und expli­zit die Leser/inn/en an der Inter­pre­ta­ti­on die­ser Bil­der betei­ligt, sie sozu­sa­gen auf den Bild­lich­keits­cha­rak­ter christ­li­cher Rede­wei­sen  stößt. (more…)