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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


22. April 2018

Act 17

16Während Pau­lus in Athen auf [Silas und Timo­theus] war­te­te, geriet er inner­lich in Zorn, als er sah, dass die Stadt voll von Göt­zen­bil­dern war. 17In der Syn­ago­ge rede­te er mit den Mit­glie­dern der jüdi­schen Gemein­de und denen, die Isra­els Gott ver­ehr­ten, und auf dem Markt täg­lich zu denen, die gera­de vor­bei­ka­men. 18Dabei gerie­ten auch eini­ge der phi­lo­so­phisch Gebil­de­ten mit ihm anein­an­der, die der epi­kurei­schen und stoi­schen Rich­tung anhin­gen. Die einen sag­ten: »Was wird denn die­ser Schwät­zer schon sagen wol­len?« Die ande­ren: »Ein Ver­kün­di­ger frem­der Gott­hei­ten scheint er zu sein«, weil er Jesus und „Auf­ste­hen“ ver­kün­de­te. 19Da nah­men sie ihn mit, führ­ten ihn auf den Areo­pag und sag­ten: »Kön­nen wir erfah­ren, was das für eine neue Leh­re ist, von der du redest? 20Es befrem­det uns näm­lich, was du uns zu Gehör bringst. Wir wol­len nun erfah­ren, was das sein soll.« 21Alle in Athen, Ein­hei­mi­sche und Frem­de, möch­ten es seit jeher auf kei­nen Fall ver­pas­sen, irgend­ei­ne Neu­ig­keit zu erzäh­len oder zu hören. 22Paulus stand nun mit­ten auf dem Areo­pag und sag­te: »Ihr Leu­te von Athen, ich sehe, wie reli­gi­ös ihr in jeder Hin­sicht seid. 23Denn als ich hier umher­ging und mir eure Hei­lig­tü­mer ansah, fand ich auch einen Altar mit der Inschrift: ›Der unbe­kann­ten Gott­heit‹. Was ihr nun, ohne es zu ken­nen, ver­ehrt, das ver­kün­di­ge ich euch. 24Gott hat die Welt und alles in ihr gemacht, herrscht über Him­mel und Erde; Gott wohnt nicht in von Hän­den gemach­ten Tem­peln, 25lässt sich auch nicht von Men­schen­hän­den ver­sor­gen, hat nichts nötig, gibt doch selbst allen Leben, Atem und alles. 26Gott mach­te aus einem ein­zi­gen Men­schen das gesam­te Men­schen­ge­schlecht, damit sie sich über­all auf der Erde auf­hal­ten, bestimm­te für ihren Auf­ent­halt fest­ge­setz­te Zei­ten und bestimm­te, fes­te Gren­zen. 27So soll­ten sie suchen, ob sie wohl Gott ertas­te­ten und fän­den; ist Gott doch nicht fern von jeder und jedem von uns. 28Denn in Gott leben wir, bewe­gen wir uns und sind wir. Wie es auch wel­che sagen, die bei euch gedich­tet haben: ›Wir sind ja gött­li­cher Her­kunft.‹ 29Weil wir nun gött­li­cher Her­kunft sind, dür­fen wir nicht mei­nen, das Gött­li­che glei­che Gold oder Sil­ber oder Stein, einem Gebil­de mensch­li­cher Kunst­fer­tig­keit und Ein­bil­dungs­kraft. 30Über die Zei­ten der Unwis­sen­heit nun hat Gott zwar hin­weg­ge­se­hen, for­dert aber jetzt die Men­schen über­all auf, dass sie alle umkeh­ren. 31Denn Gott hat einen Tag fest­ge­setzt, um an ihm die Mensch­heit gerecht zu rich­ten durch einen Mann, der dafür bestimmt und gegen­über allen aus­ge­wie­sen ist, weil Gott ihn von den Toten „auf­ste­hen“ ließ.« 32Als sie vom „Auf­ste­hen“ der Toten hör­ten, spot­te­ten die einen und die ande­ren sag­ten: »Dar­über wol­len wir dich ein ander­mal hören.« 33So ging Pau­lus von ihnen weg. 34Einige aber schlos­sen sich an und kamen zum Glau­ben, dar­un­ter auch Dio­ny­si­us, ein Mit­glied des Gerichts auf dem Areo­pag, sowie eine Frau namens Dama­ris und wei­te­re mit ihnen.

Lie­be Gemein­de,

der Pre­digt­text führt uns heu­te in eine bedeu­ten­de Stadt Euro­pas, die neben Jeru­sa­lem die wich­tigs­te Stadt für die Ent­wick­lung des Chris­ten­tums ist. Athen ist die Stadt der grie­chi­schen Phi­lo­so­phen, wo auch Sokra­tes auf dem Areo­pag Streit­ge­sprä­che führ­te. Und Pau­lus trifft Epi­ku­re­er und Stoi­ker. Die einen sind reli­gi­ons­skep­tisch, die ande­ren ver­tre­ten eine phi­lo­so­phi­sche Got­tes­kon­zep­ti­on, die alles umfasst. Es geht also strit­tig zu auf dem Areo­pag. Dazu ist dort die tra­di­tio­nel­le grie­chi­sche Reli­gi­on gegen­wär­tig, Tem­pel und Altä­re sind über­all in der Stadt vor­han­den. Als Jude, der das Bil­der­ver­bot in Ex 20 beach­tet, stö­ren Pau­lus die Bil­der bzw. Sta­tu­en von Göt­tern und Göt­tin­nen. Er wird zor­nig, mäßigt sich aber bald. Wie er dann in sei­ner Rede auf dem Areo­pag sagt, sei­en die Grie­chen ein reli­giö­ses Volk. Sie sei­en auch nicht fest­ge­legt, son­dern hät­ten neben den ver­ehr­ten Gött*innen auch einen Altar für den unbe­kann­ten Gott gebaut:

»Ihr Leu­te von Athen, ich sehe, wie reli­gi­ös ihr in jeder Hin­sicht seid. 23Denn als ich hier umher­ging und mir eure Hei­lig­tü­mer ansah, fand ich auch einen Altar mit der Inschrift: ›Der unbe­kann­ten Gott­heit‹.

Pau­lus ver­sucht das zu nut­zen. Da sie so offen sei­en, nicht nur auf die bekann­ten Gött*innen zu set­zen, son­dern stets neu­gie­rig sei­en, ver­kün­di­ge er ihnen nun den unbe­kann­ten Gott. Bei die­sem han­de­le es sich um den Schöp­fer der Welt, der nicht in Tem­peln woh­ne. Nach ihm such­ten die Men­schen, die Jud*en, aber auch die Griech*en:

27So soll­ten sie suchen, ob sie wohl Gott ertas­te­ten und fän­den; ist Gott doch nicht fern von jeder und jedem von uns. 28Denn in Gott leben wir, bewe­gen wir uns und sind wir.

Gott ist uns nahe, wir sind die Bil­der Got­tes, wir leben in Gott. Daher ist es nicht nötig, Tem­pel zu bau­en, Gött*innen zu bas­teln, in denen wir uns nur selbst ver­ge­gen­ständ­li­chen. Wir beten uns sozu­sa­gen selbst an. Jetzt wer­de die­ser Gott, den die Griech*en als unbe­kann­te Gott­heit ver­ehrt hät­ten, offen­bart und ihnen ver­kün­digt, er wer­de ihnen bekannt – und ihre Zeit der Unwis­sen­heit sei vor­bei. Das hän­ge mit den Gescheh­nis­sen um Jesus von Naza­reth zusam­men, der von Gott „auf­ge­weckt“ wor­den sei und als Wel­ten­rich­ter tätig wer­de.

Das hat Spott zur Fol­ge. Spä­ter kön­ne man dar­über spre­chen. Immer­hin konn­te Pau­lus eini­ge über­zeu­gen.

Die Situa­ti­on in Athen ist viel­leicht auch unse­re Situa­ti­on. Es gibt vie­le reli­giö­se Inter­pre­ta­tio­nen. Ich z. B. fin­de den bap­tis­ti­schen Ent­wurf von Mar­tin Luther King äußerst anspre­chend. Und natür­lich gibt es nicht­re­li­giö­se Inter­pre­ta­tio­nen. Pau­lus inter­pre­tiert das als Suche nach dem einen Gott, in dem wir alle leben und uns bewe­gen, der uns geschaf­fen hat, des­sen Bil­der wir sind – und wir sind mit Gott ver­wandt. Dass wir uns mit­hin strei­ten, soll­te uns nicht über­heb­lich gegen­über ande­ren Men­schen machen. Sie sind auf der Suche. Und alle suchen nach dem Gott, in dem wir leben und uns bewe­gen. Pau­lus bekommt sei­nen Zorn über die grie­chi­schen Götter*bilder in den Griff – und redet wei­se, ohne zu schimp­fen oder zu het­zen. Und damals lie­ßen sich eini­ge über­zeu­gen. Das ist ein hoff­nungs­vol­les Zei­chen dafür, dass das ruhi­ge Gespräch der Suche nach Gott ange­mes­sen ist – und nicht leer bleibt. Und so wird es immer sein.
Amen

2. Februar 2018

Vier­ter Sonn­tag nach Epi­pha­ni­as: Gen 11,1-9 (EfG Gries­heim)

 

Gen 11 1Es war so, dass die gan­ze Erde eine ein­heit­li­che Sprech­wei­se und über­ein­stim­men­de Wor­te hat­te. 2Da geschah es, als sie von Osten auf­bra­chen, dass sie eine Ebe­ne im Lan­de Schi­nar fan­den und sich dort nie­der­lie­ßen. 3Und sie spra­chen, ein Mensch zu sei­nem Mit­men­schen: »Wohl­an! Wir wol­len Lehm­zie­gel zie­geln und im Brand bren­nen!« Und der Zie­gel dien­te ihnen als Stein, und das Erd­pech dien­te ihnen als Mör­tel. 4Und sie spra­chen: »Wohl­an! Wir wol­len eine Stadt und einen Turm bau­en, und sei­ne Spit­ze soll him­mel­hoch sein. So wol­len wir uns einen Namen machen, dass wir uns nicht zer­streu­en über die gan­ze Erd­flä­che!« 5Da stieg der Herr hin­ab, um die Stadt und den Turm zu bese­hen, wel­che die Men­schen bau­ten. 6Und der Herr sprach: »Ja, ein Volk sind sie und eine ein­heit­li­che Sprech­wei­se haben sie alle – und dies ist erst der Anfang ihres Tuns. Und nun: Nichts wird ihnen unaus­führ­bar blei­ben, was immer sie sich zu tun vor­neh­men. 7Wohlan! Wir wol­len hin­ab­stei­gen und dort ihre Rede durch­ein­an­der brin­gen, sodass kein Mensch mehr die Rede der Mit­men­schen ver­steht.« 8Da zer­streu­te der Herr sie von dort über die gan­ze Erd­flä­che, und sie hör­ten auf, die Stadt zu bau­en. 9Von daher nennt man ihren Namen Babel, ›Durch­ein­an­der‹, dort hat ja der Herr die Sprech­wei­se der gan­zen Erde durch­ein­an­der gebracht, und von dort hat der Herr sie über die gan­ze Erd­flä­che zer­streut. (Vgl. Bibel in gerech­ter Spra­che, z. St.)

Lie­be Gemein­de,

Gott, der Herr, hat es nicht leicht mit den Men­schen in der Urge­schich­te, in Gen 1-12,3. Zunächst erschafft er sie als weib­li­che und männ­li­che Wesen, wel­che als sei­ne Bil­der die Schöp­fung beherr­schen und bewah­ren sol­len. Mit­hil­fe der Schlan­ge essen Eva und Adam vom Baum der Erkennt­nis des Guten und Bösen, sie wer­den dadurch sitt­lich genau­so klug wie Gott – und müs­sen des­halb das Para­dies ver­las­sen, damit sie nicht auch noch vom Baum des Lebens essen und wie Gott unsterb­lich wer­den. Gott, der Herr, ach­tet also dar­auf, dass die Men­schen ihm nicht völ­lig gleich wer­den.
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18. November 2017

Urge­schich­te

 

Zusam­men­fas­sung der Sit­zung am 14.11.2017 – von Anna­le­na Sopp

Um einen Ein­stieg in die Sit­zung zu bekom­men, grif­fen wir gleich zu Beginn eine offen geblie­be­ne Fra­ge aus der Sit­zung vom 07.11.2017 auf. Wir beschäf­tig­ten uns mit der Fra­ge: „Was ist das für eine Atmo­sphä­re, die uns Gott geschaf­fen hat?“ Zu Beginn des Schöp­fungs­be­rich­tes war alles wüst, leer und düs­ter. Danach erschuf Gott Tag für Tag, all die schö­nen Din­ge, die wir auch heu­te noch ken­nen. Uns kam der Gedan­ke, dass die­se lebens­freund­li­che, man könn­te sogar sagen per­fek­te Atmo­sphä­re, die Lie­be Got­tes für uns Men­schen ver­deut­licht. Bio­lo­gisch gese­hen könn­te der Mensch auch mit viel weni­ger über­le­ben, Gott möch­te jedoch, dass es uns gut geht und wir alles haben, was wir für ein schö­nes und erfüll­tes Leben benö­ti­gen. (more…)

12. November 2017

Röm 7: das Pro­blem der Aner­ken­nung (EfG Gries­heim)


7 Was folgt nun dar­aus? Sind das [jüdi­sche] Gesetz [, die Tora] und Sün­de das­sel­be? Gewiss nicht! Aber ohne das Gesetz hät­te ich die Sün­de nicht erkannt. Ich wüss­te näm­lich nicht um die Begier­de, hät­te das Gesetz nicht gesagt: »Du sollst nicht begeh­ren!« 8Ihren Angriffs­punkt hat die Sün­de im Gebot gefun­den. Sie hat in mir Begier­den aller Art bewirkt. Außer­halb des Geset­zes ist die Sün­de tot. 9Ich leb­te einst außer­halb des Geset­zes. Als das Gebot kam, leb­te die Sün­de auf. 10Ich aber starb. Das Gebot, das ins Leben füh­ren soll­te, erwies sich für mich als Weg in den Tod. 11Weil die Sün­de ihren Angriffs­punkt durch das Gebot nahm, hat sie mich gründ­lich getäuscht und das Gebot benutzt, um mich zu töten. 12Daher ist gewiss: Das Gesetz ist hei­lig, und das Gebot ist hei­lig, gerecht und gut. 13Brachte mir also das Gute den Tod? Gewiss nicht! Im Gegen­teil – es war die Sün­de. Damit die Sün­de in Erschei­nung tre­ten konn­te, hat sie das Gute benutzt, um mir den Tod zu brin­gen. Durch das Gebot erwies sich die Sün­de als über alle Maßen böse. 14Wir wis­sen doch, dass das Gesetz vom Geist bestimmt ist. Ich aber bin durch mein aufs Fleisch begrenz­tes mensch­li­ches Dasein angreif­bar, ver­kauft unter die Gewalt der Sün­de. 15Was ich bewir­ke, durch­schaue ich nicht. Ich mache näm­lich nicht das, was ich will, son­dern was ich has­se, das tue ich. 16Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, dann bestä­ti­ge ich damit, dass das Gesetz heil­brin­gend ist. 17Jetzt! jedoch bewir­ke ich es nicht mehr selbst, son­dern die Sün­de, die mich besetzt. 18Denn ich weiß, dass in mir, das heißt in mei­nem aufs Fleisch begrenz­ten, angreif­ba­ren mensch­li­chen Dasein, das Gute nicht wohnt. Der Wil­le, das Heil­brin­gen­de zu tun, ist da, aber bewir­ken kann ich es nicht. 19Denn das Gute, das ich will, ver­wirk­li­che ich nicht. Aber das Schlech­te, das ich nicht will, das voll­brin­ge ich. 20Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, dann bestim­me ich nicht mehr selbst über mein Han­deln, son­dern die Sün­de, die mich besetzt. 21Ich sehe nun ein, dass das Gesetz für mich, der ich es tun will, das Heil­brin­gen­de ist, weil mir das Schlech­te nahe liegt. 22Denn mit allem, was mein Mensch­sein im Innern aus­macht, habe ich Lust am Gesetz Got­tes. 23Ich sehe aber ein ande­res Gesetz, das mit den Glie­dern mei­nes Kör­pers gegen das Gesetz mei­ner Sin­ne zu Fel­de zieht. Mit­hil­fe des Geset­zes der Sün­de, das in allen Tei­len mei­nes Lei­bes gegen­wär­tig ist, ver­sklavt es mich in die Kriegs­ge­fan­gen­schaft. 24Ich geschun­de­ner Mensch! Wer ret­tet mich aus die­sem von den Mäch­ten des Todes beherrsch­ten Dasein? 25Dank sei Gott durch Jesus, den Chris­tus, dem wir gehö­ren. (Vgl. Bibel in gerech­ter Spra­che, z. St.)

Lie­be Gemein­de,

die evan­ge­li­schen Got­tes­diens­te am Refor­ma­ti­ons­tag waren bre­chend voll – für man­che ver­un­si­cher­ten Protestant/inn/en sicher ein eher uner­war­te­tes Wun­der, für Beobachter/innen mög­li­cher­wei­se auch ein Pro­blem. Berech­tig­te Luther-Kri­tik, Kir­chen­kri­tik hin und her – eine den Kir­chen-Besuch an Ostern und Weih­nach­ten über­schrei­ten­de Reso­nanz ist doch ein Hoff­nungs­zei­chen, dass die eher am Mar­ke­ting ori­en­tier­te Stra­te­gie man­cher EKD-Ver­tre­ter/in­nen nicht ganz die reli­giö­se Sehn­sucht erstickt hat, die sich um Mar­tin Luther rankt, die sich an ihm fest­zu­ma­chen sucht.
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14. Oktober 2017

Ame­ri­ka 2 Bad Rap­penau

US-VIZE­PRÄ­SI­DENT Pence, katho­lisch, Anhän­ger von Intel­li­gent Design

Zunächst möch­te ich fest­hal­ten, dass ich die Dis­kus­si­on zur Unab­hän­gig­keits­er­klä­rung sehr gut fand:

  • Das Prin­zip des pur­su­it of Hap­pi­ness fand die gebüh­ren­de Auf­merk­sam­keit, lös­te aber auch Nach­denk­lich­keit aus, „Ego­is­mus“, „Indi­vi­dua­lis­mus“ o. Ä.
  • Es wur­de auch wahr­ge­nom­men, dass die­ses Prin­zip nicht zuletzt wg. der Ver­fol­gung pro­tes­tan­ti­scher Grup­pen durch reichs­re­li­giö­se (staats­kirch­li­che) Grup­pen im Ver­ein mit ter­ri­to­ria­len oder städ­ti­schen staat­li­chen Herr­schaf­ten phi­lo­so­phisch ver­tieft in die Unab­hän­gig­keits­er­klä­rung auf­ge­nom­men wur­de.
  • Die Erklä­rung lässt sich zugleich reli­gi­ös („crea­tor“), aber auch phi­lo­so­phisch pan­the­is­tis­tisch inter­pre­tie­ren, weil eini­ge Auto­ren Frei­mau­rer waren („god of natu­re“), natur­recht­lich bild­li­che Inter­pre­ta­ti­on von Gen 1,26f. – Wider­stands­recht.

In der Dis­kus­si­on wur­de auf das Pro­blem krea­tio­nis­ti­scher Grup­pen in den USA hin­ge­wie­sen, wel­che die dar­win­sche Evo­lu­ti­ons­theo­rie wis­sen­schaft­lich über­bie­ten wol­len, was nicht nur bei pro­tes­tan­ti­schen Fundamentalist/inn/en beliebt ist, son­dern auch ent­spre­chen­den katho­li­schen, mus­li­mi­schen oder jüdi­schen Brü­dern und Schwes­tern.
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8. Oktober 2017

Vhs Bad Rap­penau: Unab­hän­gig­keits­er­klä­rung — Phi­lo­so­phie

We hold the­se truths to be self-evi­dent, that all men are crea­ted equal, that they are endo­wed by their Crea­tor with cer­tain unali­en­ab­le Rights, that among the­se are Life, Liber­ty and the pur­su­it of Hap­pi­ness. — That to secu­re the­se rights, Governments are insti­tu­ted among Men, deri­ving their just powers from the con­sent of the gover­ned, — That whene­ver any Form of Government beco­mes dest­ruc­tive of the­se ends, it is the Right of the Peop­le to alter or to abolish it, and to insti­tu­te new Government, lay­ing its foun­da­ti­on on such princi­ples and orga­ni­zing its powers in such form, as to them shall seem most likely to effect their Safe­ty and Hap­pi­ness. Pru­dence, inde­ed, will dic­ta­te that Governments long esta­blished should not be chan­ged for light and tran­si­ent cau­ses; and accord­in­gly all expe­ri­ence hath shewn that man­kind are more dis­po­sed to suf­fer, while evils are suf­fera­ble than to right them­sel­ves by aboli­shing the forms to which they are accusto­med. But when a long train of abu­ses and usur­pa­ti­ons, pur­suing inva­ria­b­ly the same Object evin­ces a design to redu­ce them under abso­lu­te Des­po­tism, it is their right, it is their duty, to throw off such Government, and to pro­vi­de new Guards for their future secu­ri­ty.“

Mit die­sen berühm­ten Wor­ten beginnt die „ame­ri­ka­ni­sche Unab­hän­gig­keits­er­klä­rung“, wel­che die recht­mä­ßi­ge Selbst­be­stim­mung der Kolo­ni­en gegen­über dem bri­ti­schen Mut­ter­land recht­fer­tigt. Für uns in die­sem Kurs ist wesent­lich, dass der Text grund­le­gen­de Ele­men­te des Ver­hält­nis­ses von Phi­lo­so­phie, Reli­gi­ons­sys­tem und Poli­tik­sys­tem bzw. Staat erken­nen lässt, die den Phi­lo­so­phie­teil des Kur­ses über zwei Semes­ter beglei­ten wer­den.

Kurs­pro­gramm

  1. 2017, 1: Ein­füh­rung in die Grund­struk­tur anhand der Unab­hän­gig­keits­er­klä­rung
  2. 2017, 2: Pro­ble­me des Modells im Ver­gleich zu Art. 137 Wei­ma­rer Reichs­ver­fas­sung (ins Grund­ge­setz über­nom­men)
  3. 2018, 1: Semio­ti­sche Pro­zessphi­lo­so­phie – Charles San­ders Peirce
  4. 2018, 2: Sym­bo­lisch-natur­phi­lo­so­phi­sche Natur­phi­lo­so­phie – Alfred North Whitehead

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7. Oktober 2017

WS 2017/18 TUD">Semes­ter­plan WS 2017/18 TUD

24.10. Ken­nen­ler­nen, Plan, Gen 12,10-13,1
07.11. Gen 4,1 ff.; Ex 1,1-2,10
14.11. Ex 20,2; 22,20; 23,9.12; Lev 19,33-35
24.11. Esr 9f; Neh 13
01.12. Jer 7,6; Jer 22,3; Ez 22,7; Sach 7,10; Mal 3,5
08.12. Jes 2,1-4; Mi 4,1-3
15.12. Jes 42,1-4; 49,1-6
22.12. Luk 2,1-15
09.01. Lukas 1,46-55
16.01. Mt 2,1-23
23.01. Mt 5,33-48
30.01. Gal 2,11-12
06.02. Röm 11,25-33

 


9. September 2017

Mord aus Miss­ach­tung (Gen 4,1ff [EfG Gries­heim])

Dann erkann­te Adam Eva, sei­ne Frau; sie wur­de schwan­ger, gebar den Kain und sprach: »Ich habe einen Sohn gebo­ren – mit­hil­fe des Herrn.« 2Da fuhr sie fort und gebar sei­nen Bru­der, den Abel.

Abel wur­de ein Vieh­hirt, Kain aber war Acker­bau­er.

3Nach eini­ger Zeit brach­te Kain von den Früch­ten des Ackers dem Herrn eine Opfer­ga­be dar. 4Daraufhin brach­te auch Abel etwas von den Erst­ge­bur­ten sei­ner Her­de und von ihren Fett­stü­cken dar. Doch der Herr beach­te­te Abel und sei­ne Opfer­ga­be, 5Kain aber und sei­ne Opfer­ga­be beach­te­te er nicht. Das ließ Kain aufs Äußers­te ent­flam­men, sei­ne Gesichts­zü­ge ent­gleis­ten. 6 Da sag­te der Herr zu Kain: »War­um brennt es in dir? Und war­um ent­glei­sen dei­ne Gesichts­zü­ge der­art? 7Ist es nicht so: Wenn dir Gutes gelingt, schaust du stolz; wenn dir aber nichts Gutes gelingt, lau­ert die Sün­de an der Tür. Auf dich rich­tet sich ihr Ver­lan­gen, doch du – du musst sie beherr­schen.« 8Da woll­te Kain sei­nem Bru­der Abel etwas sagen – doch als sie auf dem Feld waren, erhob sich Kain gegen sei­nen Bru­der Abel und töte­te ihn. 9a Da sag­te der Herr zu Kain: »Wo ist Abel, dein Bru­der?« Der sag­te: »Das weiß ich nicht. Habe ich etwa die Auf­sicht über mei­nen Bru­der?« 10Daraufhin sag­te der Herr: »Was hast du getan? Laut schreit das Blut dei­nes Bru­ders zu mir vom Acker her. 11Also: Ver­flucht bist du, weg vom Acker, der das Blut dei­nes Bru­ders von dei­ner Hand geschluckt und auf­ge­nom­men hat! 12Wenn du den Acker bear­bei­test, wird er dir sei­ne Kraft nicht mehr geben. Hei­mat­los und ruhe­los musst du auf der Erde sein.« 13Da sag­te Kain zum Herrn: »Mei­ne Schuld ist zu groß, sie kann nicht auf­ge­ho­ben wer­den. 14Doch schau, du ver­treibst mich heu­te vom Ant­litz des Ackers, und auch vor dei­nem Ant­litz muss ich mich ver­ber­gen und soll hei­mat­los und ruhe­los auf der Erde sein dann kann jeder mich töten, der mich fin­det.« 15Da sprach der Herr zu ihm: »Also denn: Wer Kain tötet, soll sie­ben­fach gerächt wer­den.« Und der Herr mach­te ein Zei­chen für Kain, sodass nicht jeder ihn erschla­gen kann, der ihn fin­det. 16So zog Kain los, fort vom Ange­sicht ließ sich nie­der im Lan­de Nod, ›Unru­he‹, öst­lich von Eden. (Vgl. Bibel in gerech­ter Spra­che, z. St.)

Lie­be Gemein­de,

ein berühm­ter Text, der von der segens­rei­chen Kraft und Tie­fe der Sexua­li­tät spricht – und der von der durch Eva und Adam mit­hil­fe der Schlan­ge erwor­be­nen Fähig­keit, wie Gott sitt­lich han­deln zu kön­nen, mit­hin zwi­schen „gut“ und „böse“ unter­schei­den zu kön­nen, eine ers­te auf­schluss­rei­che Geschich­te erzählt.

Eva wird sexu­ell von Adam erkannt, Sexua­li­tät ist biblisch eine Form des per­so­na­len Erken­nens. Beim Sex erkennt sie oder er lust­voll die ande­re Per­son. (more…)

17. August 2017

Isra­el­sonn­tag: Röm 11,25ff und (der Play­mo­bil-) Luther (EfG Gries­heim)

Der Play­mo­bil-Luther

Ich will euch, lie­be Schwes­tern und Brü­der, die­ses Geheim­nis nicht ver­heh­len, damit ihr euch nicht selbst für klug hal­tet: Ver­sto­ckung ist einem Teil Isra­els wider­fah­ren, so lan­ge bis die Fül­le der Hei­den zum Heil gelangt ist; 26und so wird ganz Isra­el geret­tet wer­den, wie geschrie­ben steht (Jesa­ja 59,20; Jere­mia 31,33): »Es wird kom­men aus Zion der Erlö­ser, der abwen­den wird alle Gott­lo­sig­keit von Jakob. 27Und dies ist mein Bund mit ihnen, wenn ich ihre Sün­den weg­neh­men wer­de.« 28Im Blick auf das Evan­ge­li­um sind sie zwar Fein­de um euret­wil­len; aber im Blick auf die Erwäh­lung sind sie Gelieb­te um der Väter wil­len. 29Denn Got­tes Gaben und Beru­fung kön­nen ihn nicht gereu­en. 30Denn wie ihr zuvor Gott unge­hor­sam gewe­sen seid, nun aber Barm­her­zig­keit erlangt habt wegen ihres Unge­hor­sams, 31so sind auch jene jetzt unge­hor­sam gewor­den wegen der Barm­her­zig­keit, die euch wider­fah­ren ist, damit auch sie jetzt Barm­her­zig­keit erlan­gen. 32Denn Gott hat alle ein­ge­schlos­sen in den Unge­hor­sam, damit er sich aller erbar­me.

Lie­be Gemein­de,

die­ser Text aus dem Römer­brief heu­te in einer nur ganz wenig ange­pass­ten Form in der Über­set­zung Mar­tin Luthers, die ganz rich­tig ist, aber auch die Fra­ge auf­wirft, war­um er dies nicht als gül­tig für sich selbst aner­kannt hat – und im Ver­lauf sei­nes Lebens zu einem Juden­feind gewor­den ist.
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25. Juli 2017

EFG Gries­heim])">Sechs­ter Sonn­tag nach Tri­ni­ta­tis (Act 8,26ff [EFG Gries­heim])


Ein Engel des Herrn sprach zu Phil­ip­pus: „Auf, mach dich auf Weg, der von Jeru­sa­lem nach Gaza hin­ab­führt!« Das ist eine ein­sa­me Gegend. 27Er mach­te sich auf und ging. Da war da ein Äthio­pi­er, ein Eunuch, ein Hof­be­am­ter der Kan­da­ke, der äthio­pi­schen Köni­gin, der über alle ihre Finan­zen gesetzt war. Er war nach Jeru­sa­lem gekom­men, um Gott anzu­be­ten. 28Nun saß er auf der Rück­rei­se auf sei­nem Wagen und las den Pro­phe­ten Jesa­ja. 29Der Geist sag­te zu Phil­ip­pus: »Geh her­an und hal­te dich an die­sen Wagen!« 30Philippus lief her­an und hör­te, wie er den Pro­phe­ten Jesa­ja las, und sag­te: »Ver­stehst du denn, was du da liest?« 31Der sag­te: »Wie soll­te ich es denn kön­nen, wenn mich nie­mand anlei­tet?« Und er bat Phil­ip­pus auf­zu­stei­gen und sich zu ihm zu set­zen. 32Der Schrift­ab­schnitt, den er las, lau­te­te so: Wie ein Schaf wur­de er zum Schlach­ten geführt; wie ein Lamm beim Sche­ren kei­nen Laut von sich gibt, so macht er sei­nen Mund nicht auf. 33In sei­ner Ernied­ri­gung wur­de sei­ne Ver­ur­tei­lung auf­ge­ho­ben; sei­ne Sip­pe wer kann von ihr erzäh­len? Wird doch sein Leben von der Erde weg­ge­nom­men. 34Der Eunuch sag­te zu Phil­ip­pus: »Ich bit­te dich, über wen sagt der Pro­phet das? Über sich selbst oder über jemand ande­ren?« 35Philippus begann zu spre­chen und von die­ser Schrift­stel­le aus­ge­hend ver­kün­dig­te er ihm Jesus. 36Wie sie so den Weg dahin­fuh­ren, kamen sie zu einem Gewäs­ser; und der Eunuch sag­te: »Da ist Was­ser! Was steht dem ent­ge­gen, dass ich getauft wer­de?« 38Da befahl er, dass der Wagen anhiel­te; und sie stie­gen bei­de hin­ab in das Was­ser, Phil­ip­pus und der Eunuch; und er tauf­te ihn. 39Als sie aus dem Was­ser stie­gen, ent­rückt der Geist des Herrn Phil­ip­pus. Der Eunuch sah ihn nicht mehr. Denn er zog froh sei­nes Weges. (Vgl. Bibel in gerech­ter Spra­che, z. St.)

Lie­be Gemein­de,

ein Text aus der Früh­zeit der christ­li­chen Mis­si­on von Jeru­sa­lem aus. Er ist in bibli­schen, pro­phe­ti­schen Far­ben geschrie­ben, wie wir sie aus Pro­phe­ten­er­zäh­lun­gen ken­nen.
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