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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


23. Januar 2014

Veranstaltungen am 21.01.

 

2               Mk 10,1-12 (Intimitätsbeziehungen [Ethik des NT; TUD])

 

Nach mei­ner Über­zeu­gung kann man einen Bereich des Wis­sens nur dann ange­mes­sen ein­schät­zen, wenn man alle ande­ren Berei­che des Wis­sens auch erfasst, weil sich alles wech­sel­sei­tig bestimmt (vgl. mit unter­schied­li­chen Model­len Schlei­er­ma­cher, Ethik [1812/13] mit späte­ren Fas­sungen der Ein­lei­tung, Güter­leh­re und Pflich­ten­leh­re, 1981 [PhB 335]; Peirce, Phä­no­men und Logik der Zei­chen, 21993 [stw 425]). Die Wahr­heit die­ser wis­sen­schafts­phi­lo­so­phi­schen The­se wird dadurch belegt, dass die heu­te sicht­ba­ren kata­stro­pha­len Fol­gen der Indus­trie­ge­sell­schaft hät­ten ver­mie­den wer­den kön­nen, wenn man die kla­re und deut­li­che Erkennt­nis der Rück­kopp­lungs­pro­zes­se der Ver­bren­nung von Koh­len­stoff am Ende des 19. Jahr­hun­derts nicht mar­gi­na­li­siert hät­te. Bis in die 1970er Jah­re ist das übri­gens häu­fi­ger gesche­hen. Nach mei­ner Auf­fas­sung gibt es eine Wahr­neh­mungs- und Über­prü­fungs­pflicht der­ar­ti­ger Behaup­tun­gen.

Zu mei­ner Kri­tik an Kolleg/inn/en. Ich den­ke, dass die­se in der Tat nicht hin­rei­chend genug nach­ge­dacht haben. Dass in der Anti­ke alle die Men­schen­rech­te miss­ach­tet hät­ten oder alle einer patri­ar­cha­len Gesell­schaft selbst­ver­ständ­lich zuge­stimmt hät­ten, ist theo­lo­gisch fatal. Dann könn­ten exege­ti­sche Bemü­hun­gen zur Sozi­al­ge­stalt des Chris­ten­tums und der Pra­xis heu­ti­ger Men­schen nichts bei­tra­gen. Zum Glück akzep­tie­ren nur weni­ge den­ken­de Theolog/inn/en die­se The­se ernst­haft, wel­che das Chris­ten­tum als eine wesent­lich ver­gan­ge­ne Reli­gi­ons­form dar­stellt. Und zum Glück war die Anti­ke etwas dif­fe­ren­zier­ter – und das NT ist es des­halb auch, wor­auf ich gegen den Wider­stand eini­ger Teilnehmer/innen folg­lich mit gro­ßer Geduld auch bestan­den habe, weil ich respek­tie­re, dass ihnen das in ihrem bis­he­ri­gen Leben nicht mit­ge­teilt wor­den ist und sie selbst auch nicht dar­auf gekom­men sind. Im NT ist vor allem Lukas das Ver­dienst zuzu­schrei­ben, die radi­ka­len Tra­di­tio­nen Jesu mit stoi­schen Kon­zep­tio­nen zu ver­bin­den. (more…)

16. September 2013

FAZ (S), 15.09., 2f.14">Bündnis 90/Die Grünen als pädokriminelle Gruppe – FAZ (S), 15.09., 2f.14

Die Par­tei Bünd­nis 90/Die Grü­nen ist  von einer Debat­te erfasst wor­den, die auf die 1970er Jah­re zurück­geht und nicht zuletzt durch Dani­el Cohn-Ben­dit auch lite­ra­ri­schen Aus­druck fand.

Im kon­ser­va­ti­ven Spek­trum, nicht zuletzt bei der CSU, herrscht Auf­re­gung. Kann man doch so eine kla­re Abgren­zung kom­mu­ni­zie­ren und eine schwarz­grü­ne Koali­ti­on zunächst ein­mal völ­lig aus­schlie­ßen. Zudem ist es mög­lich, die katho­li­sche Kir­che etwas weni­ger unge­wöhn­lich dar­zu­stel­len. Bei die­ser gibt es unter Pries­tern nicht nur Homo­se­xu­el­le, was seit dem gnos­ti­schen Judas-Evan­ge­li­um (wohl drit­tes oder vier­tes Jahr­hun­dert d. Z.) behaup­tet wird, son­dern eben Pädo­phi­le, bei denen inzwi­schen unbe­strit­ten ist, dass es zu Kin­des­miss­brauch gekom­men ist, der unter die hier­zu­lan­de gül­ti­gen §§ 174/6 des Straf­ge­setz­bu­ches fällt.

Bünd­nis 90/Die Grü­nen hat den Poli­to­lo­gen Franz Wal­ter damit beauf­tragt, eine Auf­klä­rung des Sach­ver­halts zu leis­ten, die erst 2014 abge­schlos­sen wer­den soll. (more…)

14. Dezember 2011

Die Religionsphilosophie Peirce‘

 

Wir haben uns in der letz­ten Sit­zung mit den Pro­ble­men der Wahr­neh­mung aus phä­no­me­no­lo­gi­scher Per­spek­ti­ve, aber auch ent­spre­chen­den Leis­tun­gen des Zei­chen­be­griffs Peirce’ befasst, wobei Frau Meiss­ner dan­kens­wer­ter­wei­se auf Kants merk­wür­di­ge Annah­me hin­wies, man wer­de vom „Ding an sich“ affi­ziert.

In der Aus­ein­an­der­set­zung mit Mer­leau-Pon­ty und Fuchs wur­de erör­tert, inwie­fern Wahr­neh­mung auch Kom­mu­ni­ka­ti­on oder Aus­tausch sei, was von Peirce und die­ser grenz­wer­ti­gen Auf­fas­sung Kants tat­säch­lich unter­stellt wird. In der Spra­che von Peirce ist also zu sagen, das (dyna­mi­sche) Objekt bil­de mit dem Zei­chen eine der­ar­ti­ge Bezie­hung, dass es den Inter­pre­t­an­ten bestim­me, in der­sel­ben tria­di­schen Rela­ti­on zu ste­hen, in der es selbst ste­he. M. E. ist hier nur frag­lich, ob man the same wie Pape mit „der­sel­ben“ oder „der glei­chen“ über­set­zen soll­te, wohl das Letz­te­re … Wor­auf es ankommt, ist der Sach­ver­halt, dass Peirce die­se Affi­zie­rung des Inter­pre­ten über die tria­di­sche Bezeich­nungs­re­la­ti­on ein­deu­tig gedacht hat.

Wir haben ver­sucht, uns aus­führ­li­cher mit dem Gedan­ken der „Zwi­schen­leib­lich­keit“ aus­ein­an­der­zu­set­zen, was z. T. humo­rig ablief. Hier ist m. E. noch ein beacht­li­ches Poten­zi­al, das vor allem von der Phä­no­me­no­lo­gie ent­wi­ckelt wird.

Der Kurs schließt mit einer Besin­nung zur Reli­gi­ons­phi­lo­s­phie Peirce’. Vie­le Tex­te fin­den sich in der Über­set­zung Her­mann Deu­sers „Reli­gi­ons­phi­lo­so­phi­schen Schrif­ten“ ([RPh] 1995). Hin­zu­tre­ten muss noch der Auf­satz „Evo­lu­tio­nä­re Lie­be“ aus „Natur­ord­nung und Zei­chen­pro­zess“ (1991 [EL]) Peirce gehört zu den­je­ni­gen ori­gi­nel­len Den­kern, die sich nicht vom Posi­ti­vis­mus abschre­cken lie­ßen, obgleich er die wis­sen­schaft­li­che Leis­tung der Posi­ti­vis­ten aus­drück­lich aner­kann­te. Aber er for­mu­lier­te eine wit­zi­ge Pole­mik über deren Lebens­auf­fas­sung:

Das Leben auf dem Glo­bus ist eine gänz­lich zufäl­li­ge Enwick­lungs­pha­se, die, soweit wir wis­sen, kei­nem dau­er­haf­ten Ziel zustrebt. Sie ist ohne jeden Nut­zen, außer dass sie hin und wie­der ein ange­neh­mes Ner­ven­kit­zeln bei die­sem oder jenem Wan­de­rer auf die­ser ermü­den­den und zweck­lo­sen Rei­se her­vor­ruft – einer Rei­se, die in einer Tret­müh­le nir­gend­wo beginnt und nir­gend­wo endet und deren Maschi­ne­rie ganz und gar nichts her­vor­bringt. Es gibt nichts Gutes im Leben außer gele­gent­li­chen Freu­den, und die sind trü­ge­risch und wer­den bald voll­stän­dig ver­schwin­den.“ (RPh 61f [1867/68]) (more…)

10. September 2011

Die Philosophie von Charles Peirce

Die Phi­lo­so­phie von Charles Peirce (1839-1914) ist aktu­ell. Nach kon­ser­va­ti­ver Mei­nung hat sich die Bun­des­kanz­le­rin als „Prag­ma­tis­tin“ erwie­sen, weil sie ange­sichts der „tages­po­li­ti­schen Ereig­nis­se“ (FAZ) von Fuku­shi­ma ihre Hal­tung zur Kern­ener­gie geän­dert hat – was ent­spre­chen­de Kon­se­quen­zen hat­te. Dabei ist ein Begriff von „Prag­ma­tis­mus“ impli­ziert, der unter­stellt, man set­ze poli­tisch nur das­je­ni­ge durch, was sich ange­sichts von Wider­stän­den gegen­über der Bevöl­ke­rung ver­tre­ten las­se. Aber auch im Sin­ne von Peirce war das eine „prag­ma­tis­ti­sche“ Ent­schei­dung. Denn ange­sichts unab­weis­ba­rer Erfah­run­gen ließ sich fest­stel­len, dass die Betrei­bung der Kern­er­gie offen­sicht­lich töd­li­che Fol­gen haben kann, mit­hin mit den Men­schen­rech­ten unver­ein­bar ist. Folg­lich ist das Betrei­ben der Kern­er­gie in einem Land, das die Men­schen­rech­te ach­tet, nicht wei­ter mög­lich.

Nicht nur die­se Aktua­li­tät besteht, son­dern Peirce bie­tet eine brei­te The­men­pa­let­te, von der wir im Kurs an der VHS Neckar­ge­münd eini­ge The­men bespre­chen wol­len:

 

10.10. Wech­sel­sei­ti­ge Vor­stel­lung und Kurs­plan

17.10. Leben und Werk

24.10. Die „prag­ma­ti­sche Maxi­me“

31.10. Der Pri­mat der Ethik

07.11. Semio­tik I

14.11. Semio­tik II

21.11. Wahr­neh­mung und Erfah­rung

28.11. Prag­ma­tis­mus und Phä­no­me­no­lo­gie

05.12. Reli­gi­ons­phi­lo­so­phie

12.12. Abschluss­dis­kus­si­on

 

Aus der Per­spek­ti­ve der Teilnehmer/innen kön­nen die­se The­men ver­än­dert wer­den. Bit­te schrei­ben Sie mir hier­zu eine E-Mail mit ihren Vor­schlä­gen.

30. März 2011

Das freie Spiel des dialogischen Selbstverhältnisses der Person. Der Ansatz von Thomas Fuchs

 

1               Erinnerung an den 28.03. (Vhs Neckargemünd)

Haupt­the­ma war der Text von Wolf Sin­ger: „Ver­schal­tun­gen legen uns fest: Wir soll­ten auf­hö­ren, von Frei­heit zu spre­chen“. Ist die­ser Text nicht mecha­nis­tisch zu inter­pre­tie­ren, spricht Sin­ger doch von „Frei­heit“? Wur­de sei­tens des Dozen­ten Sin­gers Text eine unfai­re Inter­pre­ta­ti­on zuge­mu­tet? Ist es mög­li­cher­wei­se ein Hin­weis auf eine der­ar­ti­ge Fehl­in­ter­pre­ta­ti­on, dass Sin­ger viel­leicht gar nicht den Titel selbst gewählt hat? (more…)

22. März 2011

Zurück zur gesellschaftlichen Dominanz des Mechanismus (VHs Neckargemünd)!

1               Erinnerung an den 21.03.2011

Der freie Wil­le wird bei den Prag­ma­tis­ten im Rah­men der Demo­kra­tie und der Men­schen­rech­te betrach­tet, Mecha­nis­men wer­den als Teil der Rea­li­tät nicht geleug­net, aber weder das Uni­ver­sum noch die Gesell­schaft sind Maschi­nen. Tat­säch­lich sind alle mög­li­chen Bezie­hun­gen zu den bei­den Ner­ven­sys­te­men, zu „I“ und „Me“ und zu den zukünf­ti­gen Fol­gen mei­ner Wil­lens­hand­lun­gen zu betrach­ten. Sind die Wider­stän­de auf den jewei­li­gen Ebe­nen zu groß, besteht eben kein frei­er Wil­le. Die­ser zeigt sich stets öffent­lich und kör­per­lich, wo für das Indi­vi­du­um auch ent­spre­chen­de Wider­stands­phä­no­me­ne auf­tre­ten. (more…)

16. März 2011

Philosophie in der Demokratie – der „freie“ Wille ist im Pragmatismus eher unproblematisch

Erinnerung an den 14.03.2011

Die kan­ti­sche Posi­ti­on rech­net mir der empi­ri­schen Gül­tig­keit des Mecha­nis­mus, wel­cher zugleich ein Deter­mi­nis­mus ist – nach Kants Kate­go­ri­en­leh­re ist dies auch gar nicht anders mög­lich, weil kei­ne Kate­go­rie wirk­lich über­zeu­gend auf Spon­ta­nei­tät o. Ä. hin­weist. Der Wider­stand im empi­ri­schen Bereich geht also gegen 100 %, mit­hin gibt es kei­ne Frei­heit. Aller­dings müs­sen wir uns „zum Behu­fe“ der prak­ti­schen Ver­nunft als frei den­ken – und in die­sem Sinn gibt es auf der tran­szen­den­ta­len Ebe­ne Frei­heit, frei­er Wil­le, Selbst­be­stim­mung, Selbst­ge­setz­ge­bung. Wir ent­wer­fen das Sit­ten­ge­setz und den kate­go­ri­schen Impe­ra­tiv selbst, sofern wir uns als tran­szen­den­tal freie Wesen rich­tig ver­ste­hen. Weil wir das nicht empi­risch-mecha­nis­tisch bestä­ti­gen kön­nen, wird gera­de das rich­ti­ge auto­no­me Selbst­ver­ständ­nis und Selbst­ver­hält­nis ent­wor­fen. Ansons­ten wären wir nicht auto­nom, son­dern als Maschi­ne aktiv. (more…)