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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


16. September 2013

FAZ (S), 15.09., 2f.14">Bündnis 90/Die Grünen als pädokriminelle Gruppe – FAZ (S), 15.09., 2f.14

Die Par­tei Bünd­nis 90/Die Grü­nen ist  von einer Debat­te erfasst wor­den, die auf die 1970er Jah­re zurück­geht und nicht zuletzt durch Dani­el Cohn-Ben­dit auch lite­ra­ri­schen Aus­druck fand.

Im kon­ser­va­ti­ven Spek­trum, nicht zuletzt bei der CSU, herrscht Auf­re­gung. Kann man doch so eine kla­re Abgren­zung kom­mu­ni­zie­ren und eine schwarz­grü­ne Koali­ti­on zunächst ein­mal völ­lig aus­schlie­ßen. Zudem ist es mög­lich, die katho­li­sche Kir­che etwas weni­ger unge­wöhn­lich dar­zu­stel­len. Bei die­ser gibt es unter Pries­tern nicht nur Homo­se­xu­el­le, was seit dem gnos­ti­schen Judas-Evan­ge­li­um (wohl drit­tes oder vier­tes Jahr­hun­dert d. Z.) behaup­tet wird, son­dern eben Pädo­phi­le, bei denen inzwi­schen unbe­strit­ten ist, dass es zu Kin­des­miss­brauch gekom­men ist, der unter die hier­zu­lan­de gül­ti­gen §§ 174/6 des Straf­ge­setz­bu­ches fällt.

Bünd­nis 90/Die Grü­nen hat den Poli­to­lo­gen Franz Wal­ter damit beauf­tragt, eine Auf­klä­rung des Sach­ver­halts zu leis­ten, die erst 2014 abge­schlos­sen wer­den soll. (more…)

12. Oktober 2011

Worum geht es bei Peirce?

1                  Erinnerung an die erste Sitzung (10.10. Vhs Neckargemünd)

Zur Ein­stim­mung auf das Haupt­the­ma der Phi­lo­so­phie von Charles Peirce wur­de der fol­gen­de Text bespro­chen, ergän­zend zu mei­nen Erläu­te­run­gen ist der Text „Intel­lek­tu­el­le Auto­bio­gra­fie“ aus den Semio­ti­schen Schrif­ten I viel­leicht hilf­reich.

 

Mei­ne Her­ren und Damen!

Phi­lo­so­phie ist der Ver­such – denn wie das Wort selbst schon impli­ziert, ist sie unvoll­kom­men und muss es sein –, einen umfas­send auf­ge­klär­ten Begriff von Allem zu bil­den. Alle Men­schen phi­lo­so­phie­ren, und wie Aris­to­te­les sagt, müs­sen wir es tun, und sei es nur, um die Ver­geb­lich­keit der Phi­lo­so­phie zu bewei­sen. Wer sich um Phi­lo­so­phie nicht küm­mert, besitzt genau­so meta­phy­is­s­che Theo­ri­en wie alle ande­ren – nur sind es unge­schlach­te, fal­sche und weit­schwei­fi­ge Theo­ri­en. Man­che Men­schen bemü­hen sich, dem Ein­fluss meta­phy­si­scher Theo­ri­en zu ent­ge­hen, indem sie die Meta­phy­sik außer Acht las­sen. Die Erfah­rung zeigt aber, dass sich die­se Men­schen mehr noch als alle ande­ren im eiser­nen Griff meta­phy­si­scher Theo­ri­en befin­den, weil es eben Theo­ri­en sind, die sie noch nie­mals bezwei­felt haben. Kein Mensch steht so im Bann der Meta­phy­sik wie der völ­lig unge­bil­de­te, kein Mensch ist von ihrer Herr­schaft so sehr befreit wie der Meta­phy­si­ker selbst. Da sich also jeder Mensch von den Din­gen im All­ge­mei­nen Begrif­fe bil­den muss, ist es äußerst wich­tig, dass sie sorg­fäl­tig kon­stru­iert wer­den.“ (Semio­ti­sche Schrif­ten I [1866], 128)

 

Der geän­der­te Plan fand die Zustim­mung der Teil­neh­men­den. Er lau­tet:

 

  • 17.10. Peirce’ Haupt­the­ma: Umfas­sen­de Phi­lo­so­phie, die im ein­zel­nen Leben beginnt
  • 24.10. Die „prag­ma­ti­sche Maxi­me“
  • 31.10. Der Pri­mat der Ethik
  • 07.11. Semio­tik I
  • 24.11. Semio­tik II
  • 28.11. Wahr­neh­mung und Erfah­rung
  • 05.12. Prag­ma­tis­mus und Phä­no­me­no­lo­gie
  • 12.12. Reli­gi­ons­phi­lo­so­phie
  • 19.12. Abschluss­dis­kus­si­on

Zur Sit­zung am 17.10. sol­len die Teilnehmer/innen drei Vor­schlä­ge bei­tra­gen, die The­men für das nächs­te Semes­ter sein könn­ten.

2                  Das Hauptthema von Peirce’ Philosophie: Umfassende Philosophie, die im einzelnen Leben beginnt

Nach Peirce ver­sucht die Phi­lo­so­phie, „einen umfas­send auf­ge­klär­ten Begriff von Allem zu bil­den“. Dabei ist die Ver­wen­dung von „auf­ge­klärt“ über­zu­fäl­lig. Denn alle Men­schen phi­lo­so­phie­ren – und alle bil­den all­ge­mei­ne Kon­zep­te aus, z. B.: „der Mensch ist eine schwä­bi­sche Haus­frau“. Die­se all­ge­mei­ne, meta­phy­si­sche Unter­stel­lung lau­tet logisch aus­ge­drückt: Wenn etwas ein Mensch ist, dann ist er eine schwä­bi­sche Haus­frau. Wir haben uns das an The­men wie „Frei­heit“ und vor allem der „See­le“ klar gemacht. Peirce folgt in die­sen und ande­ren Fra­gen im Wesent­li­chen Aris­to­te­les, wel­cher den Erkennt­nis­drang und das Phi­lo­so­phie­ren-Wol­len bei allen Men­schen loka­li­siert. Daher gehen in die Arbeit „pro­fes­sio­nel­ler“ Philosoph/inn/en auch die Mei­nun­gen und Ansich­ten bzw. auch gele­gent­li­che Äuße­run­gen wie z. B. die­je­ni­ge Mei­nung ein, der Mensch sei eine schwä­bi­sche Haus­frau.

D. h.: Die Phi­lo­so­phie von Peirce ruht auf den vie­len all­ge­mei­nen Äuße­run­gen der Mit­men­schen auf, wel­che der pro­fes­sio­nel­le Phi­lo­soph „auf­klärt“, wie sich dann in der Fol­ge noch zei­gen wird: logisch-semio­tisch bear­bei­tet. Am Ende sol­cher Arbeit könn­te tat­säch­lich ein Begriff von Allem ste­hen. Die­ser „Begriff“ bezieht sich auf alle Aspek­te der Rea­li­tät, soll mit­hin, wie wir sehen wer­den; ein rela­tio­na­les Kon­zept sein. Natür­lich ist auch der „Beweis“ mög­lich, dass die Phi­lo­so­phie ver­geb­lich ist.

Neben der Arbeit der Wis­sen­schaf­ten wie Phy­sik, Bio­lo­gie und Psy­cho­lo­gie sind für pro­fes­sio­nel­le Philosoph/inn/en mit­hin die Äuße­run­gen „ein­fa­cher“ Men­schen auf­schluss­reich, die in ihrem prak­ti­schen Umgang mit der Rea­li­tät, zu der sie selbst gehö­ren, all­ge­mei­ne Begrif­fe aus­bil­den. Fügt man den Punkt hin­zu, dass sol­che Begrif­fe nicht rein beschau­lich-theo­re­tisch, son­dern hand­lungs­lei­tend sind, hat man in dem anfäng­lich zitier­ten Text aus den logi­schen Lowell-Lec­tures das voll ent­fal­te­te Syn­drom der Peirce’schen Phi­lo­so­phie vor Augen.

Alle Men­schen sind schwä­bi­sche Haus­frau­en“ bedeu­tet als Pra­xis­ma­xi­me in den letz­ten bei­den Jah­ren in der zwei­ten Pha­se der Finanz­kri­se: „Mer gäwet für die Grie­chen usf. nix!“ Peirce wie Aris­to­te­les zufol­ge las­sen sich sol­che Kon­zep­te in Pra­xis­ma­xi­men umfor­men, die dann hand­lungs­lei­tend sind und die Pra­xis ein­zel­ner Men­schen und Grup­pen bestim­men.

Das Haupt­prin­zip der Phi­lo­so­phie Peirce’ ist also recht über­sicht­lich. Viel­leicht hat Peirce weni­ger als Witt­gen­stein den Über­le­gen­heits­ges­tus des aka­de­mi­schen Phi­lo­so­phen auf­ge­ge­ben. Anders als jener ist er aber tat­säch­lich an allen Äuße­run­gen von Men­schen und Tie­ren inter­es­siert, ihm zufol­ge las­sen sich auch bei der genau­en Beob­ach­tung der Wahr­neh­mungs­leis­tun­gen von Tie­ren Lern­fort­schrit­te fest­stel­len. Das schau­en wir uns im Bereich der Semio­tik genau­er an.

10. September 2011

Die Philosophie von Charles Peirce

Die Phi­lo­so­phie von Charles Peirce (1839-1914) ist aktu­ell. Nach kon­ser­va­ti­ver Mei­nung hat sich die Bun­des­kanz­le­rin als „Prag­ma­tis­tin“ erwie­sen, weil sie ange­sichts der „tages­po­li­ti­schen Ereig­nis­se“ (FAZ) von Fuku­shi­ma ihre Hal­tung zur Kern­ener­gie geän­dert hat – was ent­spre­chen­de Kon­se­quen­zen hat­te. Dabei ist ein Begriff von „Prag­ma­tis­mus“ impli­ziert, der unter­stellt, man set­ze poli­tisch nur das­je­ni­ge durch, was sich ange­sichts von Wider­stän­den gegen­über der Bevöl­ke­rung ver­tre­ten las­se. Aber auch im Sin­ne von Peirce war das eine „prag­ma­tis­ti­sche“ Ent­schei­dung. Denn ange­sichts unab­weis­ba­rer Erfah­run­gen ließ sich fest­stel­len, dass die Betrei­bung der Kern­er­gie offen­sicht­lich töd­li­che Fol­gen haben kann, mit­hin mit den Men­schen­rech­ten unver­ein­bar ist. Folg­lich ist das Betrei­ben der Kern­er­gie in einem Land, das die Men­schen­rech­te ach­tet, nicht wei­ter mög­lich.

Nicht nur die­se Aktua­li­tät besteht, son­dern Peirce bie­tet eine brei­te The­men­pa­let­te, von der wir im Kurs an der VHS Neckar­ge­münd eini­ge The­men bespre­chen wol­len:

 

10.10. Wech­sel­sei­ti­ge Vor­stel­lung und Kurs­plan

17.10. Leben und Werk

24.10. Die „prag­ma­ti­sche Maxi­me“

31.10. Der Pri­mat der Ethik

07.11. Semio­tik I

14.11. Semio­tik II

21.11. Wahr­neh­mung und Erfah­rung

28.11. Prag­ma­tis­mus und Phä­no­me­no­lo­gie

05.12. Reli­gi­ons­phi­lo­so­phie

12.12. Abschluss­dis­kus­si­on

 

Aus der Per­spek­ti­ve der Teilnehmer/innen kön­nen die­se The­men ver­än­dert wer­den. Bit­te schrei­ben Sie mir hier­zu eine E-Mail mit ihren Vor­schlä­gen.

11. April 2011

NT (TUD)">Was ist der Mensch? Grenzen des Menschseins aus der Sicht des NT (TUD)

S1 02/330, 11.40 Uhr – 13.20 Uhr

 

18.10. Ken­nen­ler­nen, Semi­nar­plan, Sozi­al­form, Vor­ge­hens­wei­se: „Der Mensch ist eine schwä­bi­sche Haus­frau“

25.10. Psalm 8

01.11. Röm 3,28

08.11. Röm 8,18-49

22.11. 1Kor 15 I

29.11. 1Kor 15 II

06.12. Gal 3,26-29

13.12. Mt 6,19-34

20.12. Mk 10,13-16

1o.01. Kol 1,15-23

17.01. Mk 5,35-43

24.01. Tex­te von Richard Dawkins/Humberto Matu­rana

28.01. Offe­ne Fra­gen (frei­will­lig)

31.01. Offe­ne Fra­gen

07.02. Abschluss­dis­kus­si­on

 

 

7. April 2011

HD, Seminarraum im Dekanat, Di 18-20 Uhr, ab 17.04.2012)">Das „Abendmahl“ als Ritual (Uni HD, Seminarraum im Dekanat, Di 18-20 Uhr, ab 17.04.2012)

  1. 17.04. Ken­nen­ler­nen usf.
  2. 24.04. „Ritu­al“ und „Abend­mahl“ – Art. Ritus, TRE 29, Reli­gi­ons­wis­sen­schaft­lich (259ff)

1               Texte und Sequenzen

  1. 08.05. 1Kor 11,17-34
  2. 15.05. 1Kor 10,1-22
  3. 22.05. Mk 14,12-25
  4. 05.06. Mt 26,17-30
  5. 12.06. Lk 22,7-23
  6. 19.06. Joh 13
  7. 26.06. Joh 6
  8. 03.07. Dida­che 9f
  9. 10.07. Sequen­zen des Mahls??

2               Rezeptionen

  1. 17.07. Cypri­an von Kar­tha­go, 63. Brief – Opfer­theo­lo­gie
  2. 24.07. All­ge­mei­ne Abschluss­dis­kus­si­on

 

Bit­te beschäf­ti­gen Sie sich mit Gerd Thei­ßen, Die Reli­gi­on der ers­ten Chris­ten, 2003, §§ 7-8. Ansons­ten kön­nen Sie ger­ne zu jedem Text einen oder meh­re­re Kom­men­ta­re hin­zu­zie­hen (z. B. Con­zel­mann [1Kor]; Lühr­mann [Mk]; Luz [Mt]; Wol­ter [Lk]; Thy­en [Joh]; Wengst [Dida­che]). Inter­es­sant ist: Hal Taus­sig, In the begin­ning was the meal. Soci­al Expe­ri­men­ta­ti­on and ear­ly Chris­tia­ni­ty, 2009.

 

30. März 2011

Das freie Spiel des dialogischen Selbstverhältnisses der Person. Der Ansatz von Thomas Fuchs

 

1               Erinnerung an den 28.03. (Vhs Neckargemünd)

Haupt­the­ma war der Text von Wolf Sin­ger: „Ver­schal­tun­gen legen uns fest: Wir soll­ten auf­hö­ren, von Frei­heit zu spre­chen“. Ist die­ser Text nicht mecha­nis­tisch zu inter­pre­tie­ren, spricht Sin­ger doch von „Frei­heit“? Wur­de sei­tens des Dozen­ten Sin­gers Text eine unfai­re Inter­pre­ta­ti­on zuge­mu­tet? Ist es mög­li­cher­wei­se ein Hin­weis auf eine der­ar­ti­ge Fehl­in­ter­pre­ta­ti­on, dass Sin­ger viel­leicht gar nicht den Titel selbst gewählt hat? (more…)

16. März 2011

Philosophie in der Demokratie – der „freie“ Wille ist im Pragmatismus eher unproblematisch

Erinnerung an den 14.03.2011

Die kan­ti­sche Posi­ti­on rech­net mir der empi­ri­schen Gül­tig­keit des Mecha­nis­mus, wel­cher zugleich ein Deter­mi­nis­mus ist – nach Kants Kate­go­ri­en­leh­re ist dies auch gar nicht anders mög­lich, weil kei­ne Kate­go­rie wirk­lich über­zeu­gend auf Spon­ta­nei­tät o. Ä. hin­weist. Der Wider­stand im empi­ri­schen Bereich geht also gegen 100 %, mit­hin gibt es kei­ne Frei­heit. Aller­dings müs­sen wir uns „zum Behu­fe“ der prak­ti­schen Ver­nunft als frei den­ken – und in die­sem Sinn gibt es auf der tran­szen­den­ta­len Ebe­ne Frei­heit, frei­er Wil­le, Selbst­be­stim­mung, Selbst­ge­setz­ge­bung. Wir ent­wer­fen das Sit­ten­ge­setz und den kate­go­ri­schen Impe­ra­tiv selbst, sofern wir uns als tran­szen­den­tal freie Wesen rich­tig ver­ste­hen. Weil wir das nicht empi­risch-mecha­nis­tisch bestä­ti­gen kön­nen, wird gera­de das rich­ti­ge auto­no­me Selbst­ver­ständ­nis und Selbst­ver­hält­nis ent­wor­fen. Ansons­ten wären wir nicht auto­nom, son­dern als Maschi­ne aktiv. (more…)

11. März 2011

Der „Alleszermalmer“ Kant hatte eine konstruktive Idee

1               Erinnerung an die letzte Sitzung

Nach mei­ner Über­zeu­gung hat die aris­to­te­li­sche Auf­fas­sung des Wil­lens, die in ein umfas­sen­des Ethik­kon­zept, das auch gesell­schafts­theo­re­tisch argu­men­tiert, ein­ge­bet­tet ist, einen der wesent­li­chen Bei­trä­ge auch zum „frei­en“ Wil­len erbracht. Die Ein­schrän­kun­gen des frei­en Wil­lens lie­gen vor allem in emo­tio­na­len, sozia­len und bio­ti­schen Zwän­gen, die mehr oder weni­ger unüber­wind­ba­re Wider­stän­de zu sein schei­nen. Die Ethik des Aris­to­te­les ist eine Güter­ethik, Tugen­den und Pflich­ten sind die­ser zuge­ord­net, sie erläu­tern, wie ein Gut erbracht wird.

Inso­fern lässt sich die Auf­fas­sung des Aris­to­te­les so fas­sen:

 

Ich will, dass in Zukunft mein Ziel der Fall ist.“ (more…)

12. November 2010

Geldgier 1 – die Hauptleidenschaft bei Karl-Heinz Brodbeck

Uni Zürich, Prof. Dr. Ernst Fehr, Geld­gier

Kapi­tel 5.1, aber auch das gesam­te Kapi­tel 5 unter­stel­len, dass die Men­schen glo­bal im Wesent­li­chen, wenn auch mit Inten­si­täts­un­ter­schie­den, durch die­sel­be Lei­den­schaft bestimmt sind, es han­delt sich um die Geld­gier. Die­se wird durch den sozia­len Kon­takt mit der „Geld­rech­nung“, mit­hin mit­tels einer kon­kre­ten Lebens­pra­xis bestimmt. Es han­delt sich also nicht ein­fach um eine anthro­po­lo­gi­sche Grund­kon­stan­te, son­dern die­se Lei­den­schaft und ihre hohe Stel­lung unter allen Lei­den­schaf­ten wird durch gesell­schaft­li­che Gewöh­nung erzeugt. Sie prägt immer stär­ker unse­re Ver­hält­nis­se, die Brod­beck als „Ich-Du-Es-Bezie­hun­gen“ cha­rak­te­ri­siert. (more…)

7. August 2010

IV – Wissenschaftskritik">Wissenschaftstheorie IV – Wissenschaftskritik

Ich beschrän­ke mich auf die aus­führ­li­che und exem­pla­ri­sche Erläu­te­rung eines Modells, das aber wesent­li­che Aspek­te auch der Kri­tik an den Wis­sen­schaf­ten, ins­be­son­de­re an den mathe­ma­tisch gestütz­ten Natur­wis­sen­schaf­ten ent­hält, die als Pro­to­ty­pen des­sen, was „Wis­sen­schaft“ sei, ange­se­hen wer­den. Es geht um Posi­tio­nen der frü­hen „Kri­ti­schen Theo­rie“. Wenn Sie Zeit und Lust haben, kön­nen Sie im Blog mei­ne Dar­stel­lun­gen der phä­no­me­no­lo­gi­schen Wis­sen­schafts­kri­tik an der Posi­ti­on von Tho­mas Fuchs ver­fol­gen: http://alltagundphilosophie.com/2009/08/30/der-ansatz-von-thomas-fuchs/ ; http://alltagundphilosophie.com/2009/05/31/thomas-fuchs-kritik-an-bestimmten-vertretern-der-gehirnforschung-und-sein-eigener-entwurf/. In der frü­hen „Kri­ti­schen Theo­rie“ wer­den die wesent­li­chen Argu­men­te genannt. Das Vor­ge­hen von Max Hork­hei­mer und Theo­dor W. Ador­no lässt sich mit Grund­ein­sich­ten ver­bin­den, die in den bis­he­ri­gen Sit­zun­gen schon erar­bei­tet wor­den sind.

Die „Frank­fur­ter Schu­le“ bzw. die „Kri­ti­sche Theo­rie“ grup­pier­te sich vor 1933 und nach 1945 um das „Insti­tut für Sozi­al­for­schung“ an der Uni­ver­si­tät Frank­furt. Die füh­ren­den Intel­lek­tu­el­len Max Hork­hei­mer und Theo­dor Wie­sen­grund Ador­no erleb­ten im ame­ri­ka­ni­schen Exil kei­ne intel­lek­tu­el­le Inspi­ra­ti­on, son­dern ver­blie­ben in ihren deut­schen Tra­di­tio­nen. Die wich­tigs­te war die­je­ni­ge des frü­hen Marx, der die bür­ger­li­chen Idea­le hoch schätz­te, aber mar­kier­te, dass sie nur einer klei­nen Min­der­heit zugäng­lich waren und so die Arbei­ter ent­mensch­licht wür­den. Inso­fern war die frü­he Kri­ti­sche Theo­rie ein Wie­der­auf­le­ben der Hum­boldt-Schlei­er­ma­cher­schen Uni­ver­si­tät unter Berück­sich­ti­gung einer genaue­ren Ana­ly­se des Kapi­ta­lis­mus.

Dies ändert sich mit der Ein­sicht in den „indus­tri­ell“ betrie­be­nen Mas­sen­mord an den euro­päi­schen Juden. (more…)