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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


10. Oktober 2015

Magdalene L. Frettlöh, Geschlechtergerechte Rede (bei der Auslegung) biblischer Texte (Uni Hd)

Karlsstr. 16, ÜR 2, Mo 16 bis 18 Uhr

  1. 12.10.      Seminarplan, Thema, Vorgehensweise und Kennenlernen
  2. 19.10.      XI-XX; 1-12 M. L. Frettlöh, Gott Gewicht geben – dazu bitte das Inhaltsverzeichnis genau wahrnehmen (V-X)!
  3. 26.10 Gemeinsames Erarbeiten des Seminarplans

Die Studierenden sollen möglichst Einfluss nehmen, wie das Seminar verläuft. Die formalen Bedingungen stehen im Vorlesungsverzeichnis der Universität Heidelberg!

Alle Arten von  Arbeiten können geschrieben werden und die Noten werden von mir im System gemeldet.

Ich erarbeite eine Zusammenfassung jeder Sitzung ab dem 19.10. und veröffentliche diese (spätestens am Donnerstag) hier. Wenn Ihre Studienordnung es zulässt, können Sie selbst eine benotete Zusammenfassung schreiben und sie wird dann hier veröffentlicht.

 

Literatur: M. L. Frettlöh, Gott Gewicht geben. Bausteine einer geschlechtergerechten Gotteslehre, 2. Aufl. 2009 (im Apparat)

Bibel in gerechter Sprache, 2005ff

23. Januar 2014

Veranstaltungen am 21.01.

 

2               Mk 10,1-12 (Intimitätsbeziehungen [Ethik des NT; TUD])

 

Nach meiner Überzeugung kann man einen Bereich des Wissens nur dann angemessen einschätzen, wenn man alle anderen Bereiche des Wissens auch erfasst, weil sich alles wechselseitig bestimmt (vgl. mit unterschiedlichen Modellen Schleiermacher, Ethik [1812/13] mit späte­ren Fas­sungen der Einleitung, Güterlehre und Pflichtenlehre, 1981 [PhB 335]; Peirce, Phänomen und Logik der Zeichen, 21993 [stw 425]). Die Wahrheit dieser wissenschaftsphilosophischen These wird dadurch belegt, dass die heute sichtbaren katastrophalen Folgen der Industriegesellschaft hätten vermieden werden können, wenn man die klare und deutliche Erkenntnis der Rückkopplungsprozesse der Verbrennung von Kohlenstoff am Ende des 19. Jahrhunderts nicht marginalisiert hätte. Bis in die 1970er Jahre ist das übrigens häufiger geschehen. Nach meiner Auffassung gibt es eine Wahrnehmungs- und Überprüfungspflicht derartiger Behauptungen.

Zu meiner Kritik an Kolleg/inn/en. Ich denke, dass diese in der Tat nicht hinreichend genug nachgedacht haben. Dass in der Antike alle die Menschenrechte missachtet hätten oder alle einer patriarchalen Gesellschaft selbstverständlich zugestimmt hätten, ist theologisch fatal. Dann könnten exegetische Bemühungen zur Sozialgestalt des Christentums und der Praxis heutiger Menschen nichts beitragen. Zum Glück akzeptieren nur wenige denkende Theolog/inn/en diese These ernsthaft, welche das Christentum als eine wesentlich vergangene Religionsform darstellt. Und zum Glück war die Antike etwas differenzierter – und das NT ist es deshalb auch, worauf ich gegen den Widerstand einiger Teilnehmer/innen folglich mit großer Geduld auch bestanden habe, weil ich respektiere, dass ihnen das in ihrem bisherigen Leben nicht mitgeteilt worden ist und sie selbst auch nicht darauf gekommen sind. Im NT ist vor allem Lukas das Verdienst zuzuschreiben, die radikalen Traditionen Jesu mit stoischen Konzeptionen zu verbinden. (more…)

16. September 2013

Bündnis 90/Die Grünen als pädokriminelle Gruppe – FAZ (S), 15.09., 2f.14

Die Partei Bündnis 90/Die Grünen ist  von einer Debatte erfasst worden, die auf die 1970er Jahre zurückgeht und nicht zuletzt durch Daniel Cohn-Bendit auch literarischen Ausdruck fand.

Im konservativen Spektrum, nicht zuletzt bei der CSU, herrscht Aufregung. Kann man doch so eine klare Abgrenzung kommunizieren und eine schwarzgrüne Koalition zunächst einmal völlig ausschließen. Zudem ist es möglich, die katholische Kirche etwas weniger ungewöhnlich darzustellen. Bei dieser gibt es unter Priestern nicht nur Homosexuelle, was seit dem gnostischen Judas-Evangelium (wohl drittes oder viertes Jahrhundert d. Z.) behauptet wird, sondern eben Pädophile, bei denen inzwischen unbestritten ist, dass es zu Kindesmissbrauch gekommen ist, der unter die hierzulande gültigen §§ 174/6 des Strafgesetzbuches fällt.

Bündnis 90/Die Grünen hat den Politologen Franz Walter damit beauftragt, eine Aufklärung des Sachverhalts zu leisten, die erst 2014 abgeschlossen werden soll. (more…)

6. Dezember 2011

Gal 3,26-29

Die Teilnehmer/innen hatten noch etliche Nachfragen zu 1Kor 15. Dabei stand der Verwandlungs- und Prozessgedanke im Vordergrund, von dem manche kirchlich noch nichts gehört haben. Möglich ist, dass auch Paulus durchaus „negativ“ von Gott und der Auferweckung spricht. Gleichwohl ist positiv zu erkennen, dass der „Leib“ für ihn ein Beziehungsbegriff ist, der ein Selbstverhältnis, Weltverhältnisse und das durch Christus vermittelte Gottesverhältnis bezeichnet. Als „Leib Christi“ kann das Wort metaphorisch sogar die Gemeinde bezeichnen. Zwar erfährt man wenig darüber, wie dieser „geistliche“ Leib nun genau aussieht, aber klar ist, dass auch der Leib im „Glanz“ auf andere, anderes, sich selbst und Gott bezogen ist.

Mit der ausführlichen Erörterung von Gal 3,26-29 schlossen wir den Paulusteil zur Anthropologie ab, bevor wir zu Mt 6,19ff übergehen. Manchen erschien der Text vor dem Hintergrund ihrer kirchlichen Erfahrung eher revolutionär. Natürlich gibt es bei Paulus auch gegenteilige Texte, es ist unsicher, ob diese nachpaulinisch sind – oder Paulus einen schwachen Tag hatte. Jedenfalls ist Gal 3,26-29 wohl ein altes Taufbekenntnis o. Ä., das Paulus hier zustimmend zitiert. Danach wird der „Christus“ bzw. Messias „angezogen“, die Bekleidungsmetaphorik ist in der Antike verbreitet. Die Folge ist, dass weder „Männliches noch Weibliches, weder Jude noch Grieche bzw. Sklave noch Freier“ in Christus etwas gelten. Dominanzbestrebungen usf. sollen daher nicht sein. Für unser Grenzthema ist das wichtig: Anthropologisch werden gesellschaftliche und biotische Grenzen überschritten – ähnlich wie beim „natürlichen“ und „geistlichen“ Leib. Alle erfahren sich „in Christus“, sind also auf ihn bezogen. Das Christentum hat überwiegend in seiner Geschichte das Potenzial dieses Textes nicht hinreichend genutzt.

Interessant ist auch der Bezug auf „Abraham“, den „Vater des Glaubens“ usf. (vgl. Röm 4). In ihm sind nach 1. Mose 12 alle Völker gesegnet – eine durchaus aangemessene schriftgelehrte Interpretation, die diesem Text gegenüber anderen Texten den Vorzug gibt.

Paulinisch ist wieder klar: Der Mensch kommt aus dem „Glanz“. Dieser ist verlustig gegangen („Adam“) – und wird durch Kreuz und Auferweckung Jesu wieder für die Menschen vermittelt. Hier werden für die Gegenwart dann die dominanten gesellschaftlichen Gegensätze als vorübergehend verstanden.

Die Getauften stehen exemplarisch für alle Menschen, die dieser Prozess betrifft.

 

11. April 2011

Was ist der Mensch? Grenzen des Menschseins aus der Sicht des NT (TUD)

S1 02/330, 11.40 Uhr – 13.20 Uhr

 

18.10. Kennenlernen, Seminarplan, Sozialform, Vorgehensweise: „Der Mensch ist eine schwäbische Hausfrau“

25.10. Psalm 8

01.11. Röm 3,28

08.11. Röm 8,18-49

22.11. 1Kor 15 I

29.11. 1Kor 15 II

06.12. Gal 3,26-29

13.12. Mt 6,19-34

20.12. Mk 10,13-16

1o.01. Kol 1,15-23

17.01. Mk 5,35-43

24.01. Texte von Richard Dawkins/Humberto Maturana

28.01. Offene Fragen (freiwilllig)

31.01. Offene Fragen

07.02. Abschlussdiskussion

 

 

14. November 2009

Der Beitrag von Bauer 2008 zu einer nachdarwinistischen Biologie

Joachim Bauer ist Psychosomatiker in Freiburg. Er hat aber in der Molekularbiologie und der Neurobiologie geforscht – und entwickelt nun allmählich eine eigene Theorie, Joachim Bauerdie u. a. auf Forschungen von James Shapiro in den USA beruht. Ausgangspunkt sind die im Kurs besprochenen Arbeiten von Barbara McClintock. Bauer hat es sich zur Aufgabe gesetzt, die grundlegenden Unterstellungen Darwins infrage zu stellen.

„Der Kern der klassischen, aber auch der modernen, ‚New Synthesis‘ genannten darwinistischen Position bildet … die Annahme, neue Spezies entstünden, indem Genome einer kontinuierlichen, langsamen und graduellen Veränderung durch Mutationen ausgesetzt seien, die nach dem Zufallsprinzip auftreten. Mutationen sind Veränderungen im ‚Text‘ der Erbsubstanz DNA, die sich daraus ergeben, dass ein Einzelbaustein der DNA durch einen anderen ersetzt wurde. (more…)