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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


31. März 2010

SWR2 am 30.03.">Medienlink zu einer Sendung in SWR2 am 30.03.

Auf freund­li­chen Hin­weis von Herrn Deth­lef­sen wei­se ich auf fol­gen­de Sen­dung hin: http://www.swr.de/swr2/service/audio-on-demand/-/id=661264/did=6193514/pv=mplayer/vv=popup/nid=661264/138kt87/index.html . Es geht um die Sen­dung „Wie unfrei macht uns der freie Markt?“ um 17.05 bis 17.50. Sie kön­nen sich über den Link die Sen­dung anhö­ren.

7. März 2010

Idee des Kurses „Wirtschaft und Ethik“ seitens des Dozenten

Der Kurs behan­delt die in der Lite­ra­tur und der Öffent­lich­keit sehr umstrit­te­ne Fra­ge, ob

  • wirt­schaft­li­ches Han­deln mora­lisch sen­si­bel vor­ge­hen muss –
  • oder ein­fach nur voll­zo­gen wer­den muss.

Dass die­se Alter­na­ti­ve über­haupt so dis­ku­tiert wird, setzt vor­aus, dass

(1)  es wähl­ba­re Mög­lich­kei­ten gibt, die unter­schied­lich bewer­tet wer­den kön­nen – bzw.

(2)  dass Letz­te­res nicht der Fall ist, mit­hin mensch­li­ches Han­deln im wirt­schaft­li­chen Bereich voll­stän­dig deter­mi­niert ist.

Wir haben im letz­ten Kurs zur Gen­pro­ble­ma­tik ken­nen­ge­lernt, dass die dar­wi­nis­tisch argu­men­tie­ren­de Bio­lo­gie stark von bestimm­ten wirt­schafts­theo­re­ti­schen Annah­men des Typs (2) gelei­tet ist. Tat­säch­lich aber gibt es gute Grün­de dafür, dass bio­ti­sche Pro­zes­se auch im Bereich der Mole­ku­lar­bio­lo­gie nicht gut auf die­se Wei­se ver­stan­den wer­den kön­nen, so Bau­er und Hoff­mey­er. Soll­ten für bio­ti­sche Pro­zes­se Zei­chen­pro­zes­se grund­le­gend sein, wie ins­be­son­de­re Hoff­mey­er dar­legt, dann ist das Moment der Inter­pre­ta­ti­on nicht aus­schließ­bar, mit­hin auch das Moment des Nicht­ver­ste­hens bzw. des Anders­ver­ste­hens.

Im Hin­ter­grund die­ses Pro­blems steht, dass in vie­len Schu­len und Uni­ver­si­tä­ten lei­der der Unter­richt nicht hin­rei­chend mög­li­che Alter­na­ti­ven deut­lich macht. Die kom­ple­xen Wirk­lich­keits­mo­del­le bei­spiels­wei­se der deut­schen Früh­ro­man­tik, Johann Wolf­gang von Goe­thes und des Ame­ri­ka­ni­schen Tran­szen­den­ta­lis­mus, auch des ame­ri­ka­ni­schen Prag­ma­tis­mus wer­den fak­tisch aus­ge­klam­mert. Dass die Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten in vie­len Berei­chen mit dem Wirt­schafts­ge­sche­hen nicht über­ein­stim­men, dürf­te den meis­ten Men­schen mit der „Finanz­kri­se“ deut­lich gewor­den sein – aller­dings haben die Prophet/inn/en der Welt­sicht, wel­che die Finanz­kri­se her­vor­ge­bracht hat, weder ihre Lehr­stüh­le noch die Insti­tuts­lei­tun­gen abge­ben müs­sen, sodass wir sowohl im Wis­sen­schafts­sys­tem als auch in den Mas­sen­me­di­en nach einem Schock­mo­ment wie­der mit den glei­chen feh­ler­haf­ten Ansich­ten kon­fron­tiert wer­den, es gibt nur weni­ge Außen­sei­ter wie Brod­beck 2009, wel­che die Rol­le des Kin­des ein­neh­men, das sagt, der Kai­ser sei nackt. Doch die meis­ten Wissenschaftler/innen und auch die aller­meis­ten Bürger/innen kön­nen bzw. wol­len dies nicht sehen. Es war die „Gier“ eini­ger Banker/innen, wel­che mit „gro­ßer Lip­pe“ (Ange­la Mer­kel) das an sich wun­der­bar funk­tio­nie­ren­de Sys­tem fast zum Ein­sturz gebracht habe und den Staat erpres­se.

Wir soll­ten im Kurs zu ver­ste­hen ver­su­chen, wie schwie­rig es ist, die Posi­ti­on (1) von wähl­ba­ren Alter­na­ti­ven zu ver­tre­ten. Die Posi­ti­on (2) scheint in der Arbeits­ge­sell­schaft fak­tisch unhin­ter­geh­bar, die Marxist/inn/en sind nicht weni­ger deter­mi­nis­tisch als die Neo­li­be­ra­len, aber auch als die Alt­li­be­ra­len, deren Wirt­schafts­theo­rie Marx im Wesent­li­chen als zutref­fend ansah. Die Wei­chen sind jedoch schon im letz­ten Vier­tel des 19. Jahr­hun­derts gestellt wor­den, inso­fern zutref­fend erkannt wur­de, dass die libe­ra­len und mar­xis­ti­schen Annah­men unter­kom­plex waren, weil sie ihre Rech­nun­gen ohne die Umwelt des Wirt­schafts­sys­tems gemacht hat­ten. Dies wur­de von Marxist/inn/en und Libe­ra­len – und wird auch heu­te noch – tap­fer über­tönt, ist aber ähn­lich über­zeu­gend und von Tief­sinn geprägt wie die The­se von der „Gier“ der Banker/innen. Sofern aber wirt­schaft­li­ches Han­deln die Mög­lich­kei­ten ent­hält, die eige­ne Lebens­grund­la­ge und die ande­rer natür­li­cher Gat­tun­gen zu zer­stö­ren, ist die mora­li­sche oder sitt­li­che Fra­ge unab­weis­bar. Die mar­xis­ti­schen und libe­ra­len Ver­tre­ter von Posi­ti­on (2) ver­su­chen die Fra­ge nach der Ein­sei­tig­keit „wirt­schaft­li­cher“ Ratio­na­li­tät bzw. von deren Gestalt­bar­keit mög­lichst wenig zu the­ma­ti­sie­ren. Statt­des­sen kom­mu­ni­zie­ren sie offen­siv mög­lichst „objek­ti­ve Fak­to­ren“ sozia­ler und/oder gene­ti­scher Art, war­um es nicht anders geht, es also kei­ne Alter­na­ti­ven gibt. Doch es gibt sie, sagt das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, weil im Grund­ge­setz eine ande­re Welt­sicht ver­tre­ten wird, die sogar juris­tisch rele­vant ist.

Definitionen

  • Der Aus­druck „Ethik“ bezieht sich auf die phi­lo­so­phi­sche Refle­xi­on unter­schied­li­cher sitt­li­cher bzw. mora­li­scher Hand­lungs­wei­se bzw. deren Regeln.
  • Die Aus­drü­cke „Moral“ bzw. „Sit­te“ bezie­hen sich auf kon­kre­te Hand­lungs­wei­sen bzw. deren Regeln.

14. Februar 2010

Wirtschaft und Ethik

The­men von Wirt­schaft und Ethik, VHS Neckar­ge­münd

(1)  Ken­nen­ler­nen, Plan, vier grund­le­gen­de Tex­te (Charles Peirce, Alfred Rus­sel Wal­lace, Karl Homann, Peter Ulrich) – 15.03.2010

(2)  Adam Smith und Fried­rich von Hay­ek – 29.03.2010

(3)  Karl Marx – 12.04.2010

(4)  Niko­lai Kond­rat­jew – 19.04.2010

(5)  John May­nard Keynes – 26.04.2010

(6)  Kri­tik­punkt: Alfred Rus­sel Wal­lace und Hans-Chris­toph Binswan­ger – 03.05.2010

(7)  Karl Homann – 10.05.2010

(8)  Die St. Gal­ler Schu­le, Ulrich, Ruegg-Sturm I – 17.05.2010

(9)  Die St. Gal­ler Schu­le, Ulrich, Ruegg-Sturm II31.05.2010

(10)   Abschluss – 07.06.2010

Die Tex­te, die ich ver­fas­se, ste­hen Ihnen stets eine Woche vor jeder Sit­zung hier im Blog zur Ver­fü­gung. Emp­feh­lens­wert zur beglei­ten­den und ver­tie­fen­den Lek­tü­re sind Peter Ulrich, Inte­gra­ti­ve Wirt­schafts­ethik, 2000 und meh­re­re neue Auf­la­gen; Karl-Heinz Brod­beck, Die Herr­schaft des Gel­des, 2009.

In jeder Sit­zung bit­te ich Sie in den letz­ten fünf Minu­ten, die Sit­zung mit­tels eines Fra­ge­bo­gens zu bewer­ten.

Ruegg-Sturm 2003, 22 Abb. 2
Gra­fik 1: Ruegg-Stürm 2003, 22 Abb. 2

Wegen beruf­li­cher Belas­tun­gen müs­sen die ange­kün­dig­ten phi­lo­so­phi­schen Vor­trä­ge im März 2010 ent­fal­len.

Neue Ter­mi­ne:

08. Mai 2010 – Grund­zü­ge von Tho­mas Fuchs, Ort: Sand­gas­se 13, 69207 Sand­hau­sen, 14.30 bis 19 Uhr, ein­schließ­lich klei­nem gesel­li­gen Bei­sam­men­sein. Kos­ten: 15 € pro Per­son.

12. Juni 2010 – Grund­zü­ge von Jesper Hoff­mey­ers bio­se­mio­ti­schen Ansatz, alles ande­re wie am 08. Mai 2010

4. Dezember 2009

Erinnerung an den 30.11. — Vhs Neckargemünd

Die Sit­zung befass­te sich zum gro­ßen Teil mit Pro­ble­men der letz­ten Sit­zung, weil jetzt kla­rer gewor­den war, dass es meh­re­re mög­li­che Betrach­tungs­wei­sen bio­ti­scher Pro­zes­se gibt. Schon Bau­er, stär­ker aber Hoff­mey­er unter­stel­len, dass der ein­zel­ne Pro­zess nur im Kon­text der gesam­ten Pro­zes­se im Orga­nis­mus ver­stan­den wer­den kann, wes­halb Hoff­mey­er eine semio­ti­sche Ver­net­zung der ein­zel­nen Pro­zes­se unter­stellt.

Dabei stößt man auf Unend­lich­keits­pro­ble­me und Unschär­fen, es wird deut­li­cher, dass auch wis­sen­schaft­li­che Erkennt­nis stets nur vor­läu­fi­gen Wert hat – mit­hin also in Zukunft ver­bes­sert, wider­legt und gege­be­nen­falls nur leicht modi­fi­ziert bestä­tigt wird. Dem­ge­gen­über sug­ge­rie­ren Ver­tre­ter wie Daw­kins, dass wis­sen­schaft­li­che Erkennt­nis einen wesent­li­chen Schlüs­sel fin­den müs­se, mit dem man das gesam­te Schloss auf­schlie­ßen kön­ne, ihm zu Fol­ge geht dies mit der Meta­pher des „ego­is­ti­schen Gens“. Soll­ten die neue­ren For­schun­gen im Recht sein, ist die­se meta­pho­ri­sche Dra­pie­rung des Orga­nis­mus hin­fäl­lig. Wenn das Genom den Pro­zess der Onto­ge­ne­se nicht deter­mi­nie­ren kann, hängt die gan­ze Kon­struk­ti­on des „ego­is­ti­schen Gens“ in der Luft.

Aber falls es unver­meid­lich Unend­lich­keits­pro­ble­me und Unschär­fen gibt, war­um soll man dann über­haupt das Phä­no­men des Gan­zen the­ma­ti­sie­ren – und sich nicht auf die Erkennt­nis von Ein­zel­sach­ver­hal­ten beschrän­ken? Weil das Ein­zel­ne nur im Gesamt­zu­sam­men­hang ange­mes­sen erkannt wer­den kann. Jede Erkennt­nis ist dann aber zumin­dest mit einem hypo­the­tisch-abduk­ti­ven Rest ver­bun­den, sodass gera­de die Hand­lun­gen, die auf einer sol­chen Erkennt­nis beru­hen, stets revi­dier­bar sein müs­sen. Das gilt nicht nur für den Bereich der Medi­zin, son­dern auch für die Berei­che der Poli­tik und der Wirt­schaft. U. a. aus die­sem Grund ist die Demo­kra­tie prin­zi­pi­ell ande­ren Staats­for­men über­le­gen, wird aber stets zu unter­mi­nie­ren ver­sucht.

Dadurch wird nicht auf ein­mal alles bes­ser, wohl aber ist seit dem 16. Jahr­hun­dert doch eini­ges bes­ser gewor­den. Die Demo­kra­tie erzwingt nicht sitt­li­ches oder ver­nünf­ti­ges Han­deln, wohl aber ist sie in der Lage durch Rechts­set­zung sank­ti­ons­be­wehr­te Erwar­tungs­si­cher­heit in bestimm­ten Berei­chen her­zu­stel­len. Daher wur­de seit eini­gen Jah­ren an bestimm­ten Aspek­ten des Grund­ge­set­zes gear­bei­tet, um die­se zu ver­än­dern – zumeist hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt der­ar­ti­ge Geset­ze als zumin­dest teil­wei­se ver­fas­sungs­wid­rig erklärt. Die moder­ne Demo­kra­tie funk­tio­niert also nicht ohne das­je­ni­ge Recht, wel­ches seit der euro­päi­schen und nord­ame­ri­ka­ni­schen Auf­klä­rung Gestalt annimmt. Gera­de die Finanz­kri­se hat mus­ter­haft gezeigt, dass das Grund­ge­setz mit den Arti­keln 14 und 15 auch schwie­ri­gen Situa­tio­nen gewach­sen ist.

Wer also hohe sitt­li­che Ansprü­che hat, muss sich in der Demo­kra­tie selbst dafür ein­set­zen, dass die­se auch wirk­sam wer­den.

Das Pro­blem der prä­dik­ti­ven Medi­zin besteht bei mul­ti­fak­to­ri­el­len Krank­hei­ten wie Dia­be­tes mel­li­tus in der Wahr­schein­lich­keits­rech­nung. Soll­te ein Mensch zwei Eltern mit die­ser Krank­heit besit­zen, beträgt die sta­tis­ti­sche Wahr­schein­lich­keit 50 %, dass er die­se auch bekommt. Und sie beträgt 50 %, dass er sie nicht bekommt. Was tun? Hier ver­bin­det sich das kon­kre­te Pro­blem mit dem zuvor erör­ter­ten Pro­blem. Wie geht man eigent­lich mit höchst unschar­fen Ein­sich­ten um? Da Wahr­schein­lich­kei­ten nichts über den tat­säch­li­chen Ver­lauf beim ein­zel­nen Men­schen aus­sa­gen, ist hier höchs­te Zurück­hal­tung gebo­ten – so wie es auch der Bun­des­tag beschlos­sen hat.

27. Oktober 2009

Erinnerung an den 26.10. – Vhs Neckargemünd

Im Vor­der­grund der Sit­zung stan­den Ver­ständ­nis­pro­ble­me und das Kon­zept von Charles Dar­win. Wie­so haben wir Matu­rana und Daw­kins bespro­chen? Ging es nicht um das Ver­hält­nis von „sys­te­misch“ vs. „nicht-sys­te­misch“? Der Sys­tem­be­griff wird seit der Anti­ke ver­wen­det. In der neue­ren Zeit prägt der Sys­tem­be­griff weit­hin phi­lo­so­phi­sche und wis­sen­schaft­li­che Begriff­lich­kei­ten. Sys­te­me bil­den stets Ele­men­te und Rela­tio­nen (Bezie­hun­gen) aus. Die durch die Rela­tio­nen bestimm­te Gestalt des Sys­tems wird als Struk­tur bezeich­net. Eine sol­che Struk­tur kann als mecha­nis­tisch begrif­fen wer­den, dann sind die Sys­te­me Maschi­nen – wie bei Daw­kins im Gefol­ge einer bedeu­ten­den Tra­di­ti­on seit Des­car­tes. Hier gel­ten sehr star­ke induk­ti­ve oder deduk­ti­ve Regeln, wel­che die Sta­bi­li­tät des Sys­tems erzeu­gen – bei Daw­kins erschaf­fen bei­spiels­wei­se die Gene sol­che „Maschi­nen“. Seit der deut­schen Früh­ro­man­tik und dem Ame­ri­ka­ni­schen Tran­szen­den­ta­lis­mus wird die­ser Mecha­nis­mus deut­lich kri­ti­siert. Hier ten­die­ren die Sys­te­me dazu, auto­po­ie­tisch zu wer­den, d. h., sie sind so ange­legt, dass sie sich in jedem Voll­zug von Ele­men­ten und Rela­tio­nen im Kon­text ihrer Umwelt auf sich selbst bezie­hen und sich selbst erzeu­gen. Das gilt für bio­ti­sche, psy­chi­sche und sozia­le Sys­te­me. So auch Matu­rana. Dadurch wer­den die Betrach­tungs­wei­sen ungleich kom­ple­xer. Die Sys­tem-Umwelt-Dif­fe­renz ist dann nicht nach der einen oder ande­ren Sei­te ganz ein­deu­tig und leicht fest­zu­le­gen. Sol­che auto­po­ie­ti­schen Sys­te­me gel­ten als selbst­re­fe­ren­zi­ell-geschlos­sen. D. h., ihr Selbst­be­zug bestimmt, wie Ener­gie und Infor­ma­ti­on im Sys­tem selbst inter­pre­tiert bzw. bewer­tet sowie gestal­tet wer­den. Als bekann­tes Bei­spiel geht Tho­mas Fuchs 2008, 111, auf das Eisen ein:

Lebe­we­sen las­sen sich zunächst als kom­ple­xe Kör­per oder Sys­te­me auf­fas­sen, die sich bei fort­wäh­ren­dem Wech­sel ihres Stof­fes in ihrer Form und Struk­tur durch die Zeit hin­durch erhal­ten. Dabei ist die­se Erhal­tung als akti­ve Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on oder Auto­po­ie­se (Matu­rana u. Vare­la 1987) zu begrei­fen, denn die Form des Orga­nis­mus lässt den Stoff nicht ein­fach durch sich hin­durch­strö­men wie die Form eines Stru­dels das Fluss­was­ser, son­dern sie unter­wirft ihn ihrem eige­nen Prin­zip und Zweck, bin­det ihn ein und ver­wan­delt ihn. Dabei gewinnt der Stoff neue, ‚emer­gen­te‘ Eigen­schaf­ten, die ihm nur im sys­te­mi­schen Zusam­men­hang des Orga­nis­mus zukom­men. So ver­hält sich das im Hämo­glo­bin gebun­de­ne Eisen grund­le­gend anders als mine­ra­lisch vor­kom­men­des Eisen: Es oxi­diert nicht irrever­si­bel, son­dern es ist in der Lage, Sauer­stoff rever­si­bel zu bin­den, was eine ent­schei­den­de Vor­aus­set­zung des tie­ri­schen Ener­gie­haus­halts dar­stellt.“

Die Poin­te liegt hier dar­auf, dass die „inne­ren“ che­mi­schen Eigen­schaf­ten des Eisens im Hämo­glo­bin ande­re sind als die­je­ni­gen des mine­ra­li­schen Eisens in der Umwelt. Wie schon frü­her dis­ku­tiert, gilt das dann auch für soge­nann­te Ursa­che-Wir­kungs­be­zie­hun­gen, die nicht ein­fach von „außen“ nach „innen“ unun­ter­bro­chen ver­lau­fen, son­dern durch den selbst­re­fe­ren­zi­el­len Inter­pre­ta­ti­ons­pro­zess des Sys­tems ent­spre­chend modi­fi­ziert wer­den. Bei einer schlich­ten und ganz ein­för­mi­gen Gestalt der Wirk­lich­keit soll­te so etwas nicht auf­tre­ten. Hier soll­te man erwar­ten dür­fen, dass Eisen über­all die glei­chen che­mi­schen Eigen­schaf­ten hat. Aber die Wirk­lich­keit ist kom­plex und viel­ge­stal­tig. Dar­auf reagie­ren u. a. auto­poe­ti­sche Sys­tem­theo­ri­en.

Nach mei­ner Wahr­neh­mung zeig­te sich noch­mals deut­lich, dass vie­le Teilnehmer/innen es schwer akzep­tie­ren kön­nen, dass Wissenschaftler/innen kei­nes­wegs ohne Bil­der oder Model­le arbei­ten, die nicht schlicht den beob­ach­te­ten Sach­ver­hal­ten ent­nom­men sind – son­dern die­se Sach­ver­hal­te auf die eine oder ande­re Wei­se inter­pre­tie­ren, Daw­kins mit dem mäch­ti­gen Bild der Maschi­ne. In die­sem Sinn gibt es kei­ne „vor­ur­teils­freie Wis­sen­schaft“. Wie u. a. im Gefol­ge des Prag­ma­tis­mus gezeigt wur­de, ist nicht nur die Erläu­te­rung wis­sen­schaft­li­cher Ergeb­nis­se für soge­nann­te „Lai­en“ an All­tags­spra­che und deren Bil­der gebun­den. Dies gilt selbst­ver­ständ­lich auch für die Aus­bil­dung wis­sen­schaft­li­cher Hypo­the­sen und Theo­ri­en.

Dar­wins Evo­lu­ti­ons­theo­rie unter­stellt einen Drei­schritt:

  1. Die grund­le­gen­de Ver­än­de­rung wird durch eine Zufalls­va­ria­ti­on bei der Ver­er­bung erklärt.
  2. Über eine lan­ge Zeit­dau­er muss sich eine der­ar­ti­ge Ver­än­de­rung bewäh­ren.
  3. Über den schließ­li­chen evo­lu­tio­nä­ren Erfolg ent­schei­det die natür­li­che Selek­ti­on im Exis­tenz­kampf (strugg­le for exis­tence) unter Umwelt­be­din­gun­gen.

Wie schon im 19. Jahr­hun­dert sehr kri­tisch dis­ku­tiert wur­de, ent­stammt die Idee und das Leit-Bild für den drit­ten Aspekt aus der Öko­no­mie. Also auch hier nicht ein­fach eine vor­ur­teils­freie Betrach­tung der vor­han­de­nen Abwei­chun­gen, son­dern die Kon­struk­ti­on gro­ßer natur­ge­schicht­li­cher Zusam­men­hän­ge vor dem Hin­ter­grund eines aus der Öko­no­mie ent­nom­me­nen Bil­des. Wie Mal­thus’ Über­be­völ­ke­rungs­theo­rie ist Dar­wins Punkt 3 daher auf jeden Fall eine mecha­nis­ti­sche Theo­rie. Punkt 1 ist aller­dings sehr viel kom­ple­xer zu sehen, hier wird der Mecha­nis­mus viel­leicht durch­bro­chen. Pech für Dar­win: Mal­thus’ Theo­rie ist zwei­fel­los falsch, was schon zu Leb­zei­ten Dar­wins immer­hin behaup­tet wur­de (etwa: Ricar­do).

10. Oktober 2009

II – Vhs Neckargemünd">Gene und Evolution II – Vhs Neckargemünd

Die Gen­de­bat­te gäbe es nicht, wenn es kei­ne Wis­sen­schaf­ten gäbe. Nun betrifft die­se Debat­te aber min­des­tens zwei phi­lo­so­phi­sche Grund­fra­gen, jeden­falls wenn Phi­lo­so­phie sich als Lie­be zur Weis­heit ver­steht, wor­in ja der grie­chi­sche Wort­sinn von Phi­lo­so­phie (φιλοσοφία [phi­lo­so­phia]) besteht. Die Lie­be zur Weis­heit fragt in die­sem Kon­text min­des­tens:

  • Was ist der Mensch? – Spe­zi­fi­scher: Wer bin ich selbst? Wer sind wir selbst?
  • Wie ist alles zu ver­ste­hen?
  • Wie wol­len wir leben?

Daw­kins gibt uns dar­auf die Ant­wort: Wir sind auf­grund unse­rer Gene „Chi­ca­go­er Gangs­ter“, die sich aber viel­leicht altru­is­tisch beleh­ren las­sen, dass sie ihre ego­is­ti­schen Zie­le nur mit die­ser altru­is­ti­schen Mas­kie­rung errei­chen kön­nen. Das sind ziem­lich deut­li­che Ant­wor­ten auf die Fra­gen: „Was ist der Mensch?“ und „Wie wol­len wir leben?“

Matu­rana sieht das ganz anders. Aber auch sei­ne Ant­wor­ten sind von den Fra­gen: „Was ist der Mensch?“ und „Wie wol­len wir leben?“ bestimmt. Das bio­ti­sche Sein des Men­schen vor dem Hin­ter­grund des grund­le­gen­den Gen­ma­te­ri­als ist durch Lie­be bestimmt. Dage­gen kann man sich weh­ren, ins­be­son­de­re die sprach­li­che Anfer­ti­gung von Beschrei­bun­gen kann uns dazu brin­gen, ande­re aus­zu­gren­zen und die ande­ren Men­schen nicht alle­samt als gleich­wer­tig anzu­se­hen.

Wie die fol­gen­de Abbil­dung 3 zu zei­gen ver­sucht, gibt es sehr vie­le ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten Phi­lo­so­phie zu betrei­ben, sich auf ver­schie­de­ne Wis­sen­schafts­ty­pen zu bezie­hen, auch auf den All­tag. (more…)

3. Oktober 2009

Sanktionsmoratorium bei Hartz IV-Bezieher/innen

Emp­feh­le fol­gen­den Auf­ruf zu unter­schrei­ben, der von Politiker/inne/n, Gewerkschaftler/inne/n und Wissenschaftler/inne/n unter­stützt wird. Hoff­nungs­voll stimmt, dass hier poli­ti­sche, wis­sen­schaft­li­che und reli­giö­se Initia­ti­ven zusam­men­ar­bei­ten, um eine an den Gren­zen unse­rer Ver­fas­sung ange­sie­del­te Pra­xis der Behör­den zu been­den. Gefor­dert wird zunächst nur die z. T. mora­lisch anstö­ßi­ge Anwen­dung des § 31 des Sozi­al­ge­setz­bu­ches II aus­zu­set­zen.

Gene und Evolution – philosophisch betrachtet

Am 05.10. beginnt in Neckar­ge­münd im Prinz-Karl-Gebäu­de um 19.30 Uhr der neue phi­lo­so­phi­sche Kurs in der VHs.

Den Text zur ers­ten Sit­zung fin­den Sie hier.

29. August 2009

Nachlese

Die Bun­des­kanz­le­rin legt Wert dar­auf, dass Josef Acker­mann über das Zustan­de­kom­men jenes Essens nicht zutref­fend im ZDF berich­tet habe. Auch ihre Ant­wort, die Hein­rich­m­ar­tin Kreye mir zuge­sandt hat, unter­stellt die­se Ver­si­on. Der Arti­kel in der SZ von Nico Fried unter­sucht dies mit dem übli­chen Per­so­na­li­ty-Tief­sinn, auf den wei­te Tei­le der Main­stream­me­di­en seit gut zehn Jah­ren her­ab­ge­sun­ken sind. Die Bun­des­kanz­le­rin selbst ist frei­lich zu klug, um die fak­ti­sche Kata­stro­phe jenes von ihr im „Kon­text“ des sech­zigs­ten Geburts­tags von Josef Acker­mann aus­ge­rich­te­ten Abend­essens mit Men­schen aus Bil­dung, Kul­tur, Enter­tain­ment, Wirt­schaft und Poli­tik nicht zu über­se­hen. Daher betont sie, dass es auf „Distanz“ der Funk­ti­ons­eli­ten von Poli­tik und Wirt­schaft ankom­me.

Jenes Essen hat aber offen­sicht­lich eine ganz ande­re Bedeu­tung. Anders als im Wahl­kampf gegen­wär­tig betont, war Frau Dr. Mer­kel eine uner­bitt­li­che Anhän­ge­rin der neo­li­be­ra­len Ideo­lo­gie, wes­halb sie Acker­mann frü­her auch wegen sei­ner Rol­le in der Man­nes­mann-Affä­re ver­tei­digt hat.  Acker­mann wur­de bekannt­lich nicht ver­ur­teilt. Das Wahl­pro­gramm 2005 legt den Sie­ges­zug der neo­li­be­ra­len Ideo­lo­gie offen, der sich in der Uni­on ereig­net hat­te. An der Spit­ze die­ser Bewe­gung stand Ange­la Mer­kel.

In der Tat hat sich Mer­kels Über­zeu­gung offen­bar geän­dert – und dies ist durch­aus respek­ta­bel. Aber die stets wei­ter ver­tei­dig­te 25-%-auf- das-Eigen­ka­pi­tal-Ren­di­te Acker­manns ist eine der Haupt­ur­sa­chen der Finanz­kri­se, jeden­falls die Men­ta­li­tät, wel­che hin­ter die­ser Ren­di­te-Erwar­tung steht. Acker­manns Leh­rer Hans Chris­toph Binswan­ger urteilt in jenem denk­wür­di­gen FAZ-Inter­view fol­gen­der­ma­ßen:

Goe­the hat die Papier­geld­schöp­fung in die Nähe der Alche­mie, der Magie gerückt, die es ver­mag, natür­li­che Abläu­fe wun­der­sam zu beschleu­ni­gen. Herr Acker­mann, Sie haben der Deut­schen Bank das Ziel vor­ge­ge­ben, über einen Kon­junk­tur­zy­klus hin­weg im Schnitt jähr­lich eine Eigen­ka­pi­tal­ren­di­te von 25 Pro­zent zu errei­chen. Das läuft auf eine Ver­dopp­lung des Eigen­ka­pi­tals in weni­gen Jah­ren hin­aus. Vie­len gilt die­ses Ziel als der Inbe­griff von Maß­lo­sig­keit. Den­noch haben Sie es unlängst bekräf­tigt.

Acker­mann: Zunächst ein­mal: Wir spre­chen hier von einer Vor­steu­er­ren­di­te, also gar so schnell ver­dop­pelt sich das Eigen­ka­pi­tal nicht. Außer­dem hat das mit Maß­lo­sig­keit nichts zu tun. Sol­che Ren­di­ten erwirt­schaf­ten die bes­ten Ban­ken der Welt seit vie­len Jah­ren. Wenn eine Bank im Kon­zert der Bes­ten mit­spie­len will – und das ist der Anspruch der Deut­schen Bank -, muss sie auch ver­gleich­ba­re Ren­di­ten wie die Bes­ten erzie­len. Das kommt nicht nur den Aktio­nä­ren zugu­te, son­dern auch Mit­ar­bei­tern, Kun­den und der Gesell­schaft als Gan­zes. Um ein guter Arbeit­ge­ber zu sein, Arbeits­plät­ze zu schaf­fen, Steu­ern zu zah­len oder für gute, sozia­le Zwe­cke etwas tun zu kön­nen, muss man gute Gewin­ne erwirt­schaf­ten. Im Übri­gen: Dank ihrer hohen Ertrags­kraft in den zurück­lie­gen­den Jah­ren war die Deut­sche Bank jetzt in der Lage, die Kri­se ohne staat­li­che Unter­stüt­zung aus der Tasche der Steu­er­zah­ler durch­zu­ste­hen. Natür­lich kann man dis­ku­tie­ren, ob die­ses „faus­ti­sche Stre­ben“ nach immer mehr, immer grö­ßer, immer schnel­ler rich­tig ist. Aber man muss sich dabei auch bewusst sein, dass mit weni­ger Geld­schöp­fung und weni­ger Wachs­tum wahr­schein­lich auch der all­ge­mei­ne Wohl­stand gerin­ger sein wird.

Die Kri­se hat gezeigt, dass es sich bei der ver­meint­li­chen Wert­schöp­fung oft nur um hei­ße Luft gehan­delt hat. Die Buch­wer­te haben sich buch­stäb­lich in Luft auf­ge­löst. Hohe Eigen­ka­pi­tal­ren­di­ten las­sen sich eben nur erzie­len, wenn ein Unter­neh­men mit gro­ßem Kre­dit­he­bel arbei­tet. Kre­dit­ver­ga­be führt zu Geld­schöp­fung, unter Umstän­den zu Spe­ku­la­ti­ons­bla­sen – die schließ­lich plat­zen.

Acker­mann: Des­we­gen ist es ganz wich­tig, Insti­tu­tio­nen zu schaf­fen, die sich mit bedenk­li­chen Ent­wick­lun­gen recht­zei­tig aus­ein­an­der­set­zen und ver­hin­dern, dass Spe­ku­la­ti­ons­bla­sen ent­ste­hen. Sie haben inso­fern recht, als die Ban­ken unter den jet­zi­gen „Spiel­re­geln“ rela­tiv wenig Eigen­ka­pi­tal benö­ti­gen. Nach den Basel-II-Vor­schrif­ten der Bank­auf­se­her müs­sen Ban­ken ihr Geschäft nur mit min­des­tens 4 Pro­zent Kern­ka­pi­tal unter­le­gen. Das erleich­tert es natür­lich, eine hohe Eigen­ka­pi­tal­ren­di­te zu erzie­len.

Ist es nicht so: Für eine hohe Ren­di­te muss man hohe Risi­ken ein­ge­hen?

Acker­mann: Nein, das sehe ich nicht so. Gera­de in Geschäfts­fel­dern, die wenig ris­kant sind, etwa in der Ver­mö­gens­ver­wal­tung oder im Bera­tungs­ge­schäft, benö­tigt man wenig Eigen­ka­pi­tal – bei glei­chem Gewinn ist die Ren­di­te auf einem sol­chen Geschäfts­feld also viel höher als auf Gebie­ten mit hohen Risi­ken, für die die Auf­sicht eine höhe­re Eigen­ka­pi­tal­un­ter­le­gung vor­schreibt. Die Höhe der Eigen­ka­pi­tal­ren­di­te hängt stark vom Geschäfts­mo­dell ab.

Herr Binswan­ger, hal­ten Sie eine Eigen­ka­pi­tal­ren­di­te von 25 Pro­zent für ein rea­lis­ti­sches Ziel?

Binswan­ger: Für Ein­zel­ne ja. Aber nicht gene­rell. Eine solch hohe Ren­di­te lässt sich auf Dau­er nur in einem mono­po­lis­ti­schen oder oli­go­po­lis­ti­schen Markt erzie­len. Für alle Unter­neh­men scheint mir das hin­ge­gen nicht mög­lich, es sei denn, es kommt über Kre­dit­ver­ga­be zu Spe­ku­la­ti­ons­bla­sen. Doch wenn die­se Bla­sen plat­zen, kommt es statt zu Gewin­nen zu Ver­lus­ten.

Acker­mann: Natür­lich kann nicht jedes ein­zel­ne Unter­neh­men oder kön­nen nicht alle Unter­neh­men im Schnitt solch eine Ren­di­te erzie­len!

Die Ein­la­dung für Acker­mann war also durch­aus als Zustim­mung der wich­tigs­ten Akteu­rin der poli­ti­schen Funk­ti­ons­eli­te zu der­je­ni­gen und eine Hom­mage an die­je­ni­ge Per­son zu ver­ste­hen, wel­che für die fal­sche Hal­tung im Finanz­sek­tor ver­ant­wort­lich ist. Acker­mann redet tap­fer an Binswan­gers schar­fem Ein­wand vor­bei. Und Ange­la Mer­kel distan­ziert sich gera­de nicht glaub­wür­dig von ihrer frü­he­ren fal­schen Hal­tung. Die­se Hal­tung hat die schwers­te Wirt­schafts­kri­se seit über 70 Jah­ren ver­ur­sacht.

31. Mai 2009

Thomas Fuchs‘ Kritik an bestimmten Vertretern der Gehirnforschung – und sein eigener Entwurf

Fuchs hat in den letz­ten Jah­ren eine Rei­he von Bei­trä­gen zur Kri­tik an der Gehirn­for­schung bzw. beson­ders an sol­chen Ver­tre­tern die­ser Dis­zi­plin ver­öf­fent­licht, die wohl nicht zuletzt in den Mas­sen­me­di­en u. a. durch die „Gior­da­no-Bru­no-Stif­tung“, die ähn­lich wie die „Initia­ti­ve für Neue Sozia­le Markt­wirt­schaft“ medi­en­be­glei­tend zu agie­ren scheint, in einer brei­te­ren Öffent­lich­keit pro­mi­nent sind. Damit soll kei­ne vor­schnel­le Iden­ti­fi­zie­rung bei­der Strö­mun­gen vor­ge­nom­men wer­den. Es ist aber klar, dass der neo­li­be­ra­le Homo oeco­no­mi­c­us durch­aus mit dem Sin­ger­schen Men­schen ver­wandt ist, des­sen neu­ro­na­le Ver­schal­tun­gen ihn fest­le­gen – und der des­we­gen „nicht anders kann“[1]. Denn bei­de ken­nen kei­ne rea­le Frei­heit. Und bei­de haben Pro­ble­me, ein rea­lis­ti­sches Ver­hält­nis zum Ande­ren ein­zu­neh­men, bei­spiels­wei­se die Art. 5, 14 und 15 des Grund­ge­set­zes der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land hin­rei­chend und ange­mes­sen zu wür­di­gen. (more…)