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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


27. Juni 2009

Liegt im All­tag die Weis­heit ver­bor­gen?

Semes­ter­en­de, Prü­fun­gen, eine inten­si­ve Über­set­zung, dazu neue Lek­tü­ren, abwei­chen­de, über­ra­schen­de  eige­ne Lebens­er­fah­run­gen haben bei mir eine gewis­se Nach­denk­lich­keits­pha­se ein­ge­lei­tet. Vor Ende Juli erwar­ten Sie bit­te kei­ne län­ge­ren Bei­trä­ge von mir – dann wer­de ich die ange­kün­dig­ten Bei­trä­ge zu Fuchs, Brod­beck und Binswan­ger hier ein­stel­len.

Da der Kurs zur „All­tags­phi­lo­so­phie“ (vgl. die ent­spre­chen­den Bil­dungs­ma­te­ria­li­en) eine Rei­he von Gegen­ein­wän­den gegen die von mir ange­dach­te Phi­lo­so­phie­kon­zep­ti­on vor­ge­tra­gen hat, muss ich noch ein­mal ruhig und gelas­sen nach­den­ken. Viel­leicht liest auch der eine Leser oder die ande­re Lese­rin sich ein – und äußert sich hier dazu oder schreibt mir eine E-Mail: kontakt@alltagundphilosophie.com. Über Kri­ti­ken und kri­ti­sche Anre­gun­gen freue ich mich sehr.

In den ange­kün­dig­ten Bei­trä­gen gehe ich expli­zit oder impli­zit auf mei­ne Erwä­gun­gen und die mög­li­chen bzw. tat­säch­li­chen Gegen­ein­wän­de ein.

Im Mot­to des Blogs ist mei­ne The­se ent­hal­ten: Bei einer beson­ne­nen Betrach­tung unse­res all­täg­li­chen Erle­bens und Han­delns, unse­rer beruf­li­chen Tätig­keit, unse­rer Glücks­er­fah­run­gen, unse­res Schei­terns, auch der Erfolg­lo­sig­keit bei der Ver­fol­gung von Zie­len und Wün­schen sto­ßen wir auf die all­ge­mei­nen Struk­tu­ren unse­rer Erfah­rung und der Wirk­lich­keit als gan­zer, sofern sie von uns erfah­ren wer­den kann. Dabei sto­ßen wir nicht auf etwas, das unver­än­der­lich das Wesen/die Essenz o. Ä. der Wirk­lich­keit aus­macht, son­dern auf Ereig­nis­se, Pro­zes­se, Gescheh­nis­se, zu denen wir mit unse­ren Ereig­nis­sen, Bezie­hun­gen, Pro­zes­sen, dem kon­ti­nu­ier­li­chen Strom unse­res Bewusst­seins usf. gehö­ren. Die Weis­heit (σοφία, sofia) schlägt kei­ne abschlie­ßen­den Lösun­gen für kom­ple­xe Pro­ble­me vor – aber sie unter­stellt, dass in unse­ren all­täg­li­chen kri­ti­schen Gesprä­chen ein Poten­zi­al für ihre Lösung liegt, die wir gemein­sam im Han­deln zu errei­chen ver­su­chen soll­ten.

26. Mai 2009

Die Pres­se­schau­en wer­den ab heu­te auf einer geson­der­ten Sei­te im Blog ein­ge­stellt: Pres­se­schau­en.

22. Mai 2009

Zur Phi­lo­so­phie von Tho­mas Fuchs

In den fol­gen­den Wochen wer­de ich hier im Blog meh­re­re Arbei­ten von Tho­mas Fuchs bespre­chen.

Prof. Dr. Dr. Thomas Fuchs, Heidelberg Fuchs ist Psych­ia­ter an der Uni­ver­si­täts­kli­nik Hei­del­berg und arbei­tet an einer phä­no­me­no­lo­gi­schen Auf­fas­sung von Psy­cho­pa­tho­lo­gie und Psy­cho­the­ra­pie. Er ist als einer der schärfs­ten Kri­ti­ker der neue­ren Gehirn­for­schung her­vor­ge­tre­ten. Fuchs schreibt sen­si­bel, kann sar­kas­tisch-iro­nisch sein und poin­tiert scharf. In den fol­gen­den bei­den Mona­ten wer­den hier sei­ne Bücher „Das Gehirn ein Bezie­hungs­or­gan“ und „Leib und Lebens­welt“ bespro­chen.

Dabei wer­den nicht vor­der­grün­di­ge Pole­mi­ken inter­es­sie­ren. Es steht hier natür­lich der phi­lo­so­phi­sche Ansatz im Fokus, inwie­weit eine phä­no­me­no­lo­gi­sche Fra­ge­stel­lung bei­spiels­wei­se in der Auf­fas­sung von Wahr­neh­mung unse­re lebens­welt­li­che Erfah­rung recht­fer­ti­gen kann, obwohl die­se durch man­che natur­wis­sen­schaft­li­chen Auf­fas­sun­gen infra­ge gestellt erscheint. Fuchs steht einer Rei­he von Ent­wick­lun­gen der Lebens­wis­sen­schaf­ten äußerst skep­tisch, fast schon resi­gna­tiv gegen­über. Wir wer­den fra­gen, ob dies plau­si­bel ist, ob es hier­zu viel­leicht Alter­na­ti­ven gibt.

Fuchs‘ Arbei­ten fin­den inzwi­schen ein brei­te­res auch außer­aka­de­mi­sches Inter­es­se, der Phi­lo­so­phie­kurs Hei­del­berg behan­delt am 29.05. einen Auf­satz („Quer durch jedes Men­schen­herz“) über das Böse aus psych­ia­tri­scher Per­spek­ti­ve, in der VHs Neckar­ge­münd fin­det am 20.06. ein ganz­tä­ti­ger Kurs zu Fuchs‘  Buch über das „Gehirn als Bezie­hungs­or­gan“ statt.

9. Mai 2009

VHs Eber­bach-Neckar­ge­münd, Sams­tag, den 20.06.

fuchswerbung1

Das Gehirn - ein Bezie­hungs­or­gan, Tho­mas Fuchs

7. Mai 2009

Ich möch­te auf zwei Ver­an­stal­tun­gen hin­wei­sen, die ich zur­zeit durch­füh­re. An der Uni­ver­si­tät Hei­del­berg hal­te ich zur­zeit eine semio­tisch-her­me­neu­ti­sche und reli­gi­ons­phi­lo­so­phi­sche Vor­le­sung zur Ent­ste­hung des Chris­ten­tums. Die ein­zel­nen Vor­le­sun­gen kön­nen dort gela­den wer­den.

Die Aka­de­mie am Vor­mit­tag der VHs Unter­land in Bad Rap­penau ver­an­stal­tet seit eini­ger Zeit eine Rei­he über den Über­gang vom 19. zum 20. Jahr­hun­dert. Ich habe dort den Teil über die Phi­lo­so­phie an der vor­letz­ten Jahr­hun­dert­wen­de über­nom­men.

29. April 2009

Will­kom­men!

Nach einer Pro­be­pha­se habe ich mich ent­schlos­sen, in einen grö­ße­ren Blog umzu­zie­hen, der auch beque­mer für Lesen­de und Autor ist. Sicher wird es in der ers­ten Zeit noch eini­ge Unge­reimt­hei­ten geben, aber ich hof­fe, dass die­se für die Lesen­den erträg­lich sind. So muss ich selbst noch bei der Bild­ber­ar­bei­tung sehr viel üben! Erfreu­li­cher­wei­se ist die Zahl der Leser/innen aus Deutsch­land und Öster­reich in den letz­ten Wochen auf durch­schnitt­lich gut 120 ange­stie­gen – dafür herz­li­chen Dank!

Dies zeigt auch, dass es zumin­dest ein Inter­es­se an qua­li­ta­tiv etwas anspruchs­vol­le­ren Tex­ten im Inter­net gibt. Mich ermu­tigt es jeden­falls, dies fort­zu­set­zen. Viel­leicht ermu­tigt es auch ande­re, es selbst zu ver­su­chen. Ich wür­de mich auch freu­en, wenn ande­re sich hier in die­sem Blog als Autor/innen ein­tra­gen las­sen.

Das Inter­net bie­tet tat­säch­lich die Chan­ce, die eige­nen Ansich­ten zuJürgen Habermas ver­öf­fent­li­chen. Die Grund­idee der Auf­klä­rung, dass die Gedan­ken nicht nur frei sind, son­dern auch frei geäu­ßert wer­den kön­nen, nähert sich ihrer Ver­wirk­li­chung an. Das ist nur im Streit um die Wahr­heit und um die Qua­li­tät von Äuße­run­gen mög­lich. Doch gehört dies gera­de zur Grund­idee hin­zu. Im Kern haben junger-schleiermacherFried­rich Schlei­er­ma­cher, Charles Peirce und in jün­ge­rer Zeit vor allem Jür­gen Haber­mas hier­zu das Nöti­ge gesagt. Wir kön­nen auf­grund der ein­engen­den Ten­den­zen der Qua­li­täts­zei­tun­gen, des Fern­se­hens, vie­ler Radio­sen­der nur wenig dar­auf hof­fen, dass in den Mas­sen­me­di­en her­kömm­li­cher Art eine brei­te­re Öffent­lich­keit erns­te­re Fra­gen wirk­lich erör­tern kann. Charles PeirceIst doch phi­lo­so­phisch im Fern­se­hen beim sicher krea­ti­ven Wort­er­fin­der Peter Slo­ter­di­jk doch schon das Ende der Fah­nen­stan­ge erreicht. All­tags­phi­lo­so­phie kann sich damit nicht begnü­gen, son­dern muss eine unbe­schränk­te­re Öffent­lich­keit suchen. Und die­ser Blog ist ein ers­ter Anfang.

5. April 2009

Was ist das Chris­ten­tum?

Der zwei­te Text über das Ent­ste­hen des Chris­ten­tums aus dem Juden­tum und die Dop­pel­struk­tur von dyna­mi­scher Schrift­re­li­gi­on und Pries­ter­re­li­gi­on steht zum Down­load bereit.

2. April 2009

VHs Neckar­ge­münd

Wir haben in der letz­ten Sit­zung ver­ein­bart, dass die vor­be­rei­ten­den Tex­te nur noch knapp von mir zu Beginn der Sit­zung zusam­men­ge­fasst wer­den.

Ab der über­nächs­ten Sit­zung ste­hen die Tex­te Ihnen daher eine Woche vor der fol­gen­den Sit­zung zur Ver­fü­gung. Für die nächs­te Sit­zung steht Ihnen der Text ab heu­te zur Ver­fü­gung.

16. März 2009

VHs Neckar­ge­münd – Kurs heu­te Abend fällt aus!

Wegen einer äußerst wid­ri­gen Grip­pe bin ich heu­te Abend lei­der nicht in der Lage, den Kurs durch­zu­füh­ren.

22. Februar 2009

Fass­nachts-, Faschings-, Kar­ne­vals-, Fas­ten­pau­se

Bis zum 08.03 tritt hier erst einmal eine Pause ein, danach werden die Beiträge fortgesetzt, es folgen drei Beiträge zu der schon begonnenen Besprechung von Karl-Heinz Brodbecks „Buddhistischer Wirtschaftsethik“.

Den umfangreicheren Beitrag zu Habermas, der die vorherigen Beiträge im Blog abschließt, finden Sie hier als PDF.

Aschermittwoch Fasten

Nach der Besprechung Brodbecks, auf die er hoffentlich selbst antwortet, werden wir uns der alltagsphilosophischen Rekonstruktion einer Arbeit von Thomas Fuchs, dem phänomenologischen Philosophen und Psychiater aus Heidelberg zuwenden, der zu den schärfsten Kritikern der deutschen aggressiven Variante der Gehirnforschung gehört. Im Anschluss daran besprechen wir die Arbeit von Joachim Bauer, der die neuesten Entwicklungen der Genforschung zusammenfasst – und diese im Anschluss an die lange ausgegrenzte Nobelpreisträgerin Barbara McClintock interpretiert. Das Ende des Neoliberalismus ist – sollte diese Position im Recht sein – auch das Ende des wissenschaftlich dominierenden aggressiven Darwinismus, der sich bekanntlich sozialdarwinistisch niedergeschlagen hat.