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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


12. Januar 2018

Die Uni­ver­sa­li­tät von Juden­tum und Chris­ten­tum (Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Darm­stadt)

Jes 49,1-6 öff­net wie Jes 42,1-4 die Kon­zen­tra­ti­on auf „Isra­el“ auf alle. Im Vor­der­grund ste­hen wohl auch hier die Grie­chen als Inbe­griff der „Völ­ker“ (Luther: „Hei­den“). Der „Skla­ve“ des Herrn wird als „Licht der Völ­ker“ ver­stan­den, m. E. spricht der Pro­phet aus, wel­che Funk­ti­on Isra­el zukommt.

Lk 1,46ff spricht die Kon­se­quen­zen aus: Die Ver­hei­ßun­gen an Isra­el gehen jetzt in Erfül­lung, wobei Armut und poli­ti­sche Unter­drü­ckung the­ma­ti­siert wer­den. Im Blick­feld ist der römi­sche Kai­ser Augus­tus.
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15. Dezember 2017

Zusam­men­fas­sung Eth­nie usf.

The­ma der Sit­zung waren Jes 2,1-4 und 42,1-4.
Der Text der Völ­ker­wall­fahrt zum Zion (vgl. Mi 4) ist uni­ver­sal aus­ge­legt und zeigt bis Pau­lus eine zugleich israel­zen­tri­sche Kon­zep­ti­on. Der Zion ist der Tem­pel­berg in Jeru­sa­lem.
Zugleich ist der Gerichts­ge­dan­ke mit der Frie­dens­reichs-Idee ver­bun­den. Das wird in 42,1-4 noch gestei­gert. Denn jetzt agiert auch die mes­sia­ni­sche Figur, der Skla­ve JHWHs, der Knecht Got­tes gewalt­los. Er tritt nicht nach und bringt laut­los das Recht nach Grie­chen­land, gemeint sind wohl die Inseln in der Ägä­is.
Die Zeit bei­der Tex­te ist viel­leicht die Zeit Alex­an­ders des Gro­ßen oder sei­ner Nach­fol­ger. Bei­de Tex­te sind mono­the­is­tisch.
In der nächs­ten Sit­zung bespre­chen wir noch Jes 49,1-6

11. Dezember 2017

Flucht, Eth­nie, Reli­gi­on, Men­schen­rech­te (Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Darm­stadt)

Ver­an­stal­tung: Theo­lo­gie des Neu­en Tes­ta­ments
Dozent: Prof. Dr. Mar­tin Pött­ner
Datum: 5.12.2017, 09.50 – 11.30 Uhr
Pro­to­koll: Bet­ti­na Rei­chelt

Vor­trag von Herrn Pött­ner:
Flucht, Eth­nie, Fremd­sein und bibli­sche Reli­gi­on – hat das etwas mit den Men­schen­rech­ten zu tun?

Der Vor­trag beginnt mit der Fra­ge­stel­lung: ob wesent­li­che Gehal­te der bibli­schen Reli­gi­on mit den Men­schen­rech­ten über­ein­stim­men und bezieht sich dabei auf die

  1. allg. Erklä­rung der Men­schen­rech­te von 1948 und 1951
  2. und die Gen­fer Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on

Zunächst wer­den eini­ge bibli­sche Geschich­te als Bei­spie­le für Flucht­er­fah­run­gen des Alten Tes­ta­ments von Herrn Pött­ner erzählt:

1. „Abra­ham und Sara“ flie­hen nach Ägyp­ten als sog. Wirt­schafts­flücht­lin­ge. Abra­ham macht unwah­re Anga­ben. Dies lässt sich auf unse­re Zeit über­tra­gen.
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26. November 2017

Die Para­die­s­er­zäh­lung (Tech­ni­sche Uni Darm­stadt)

Wir erkann­ten, dass der Text Gen 2,4b-3,24 offen­bar „flie­ßen­der“ als Gen 1,1-2,4a erzählt ist, der durch sei­ne Tagstruk­tur eine Art Lis­ten­ein­druck ver­mit­teln könn­te. Zur Aus­le­gungs­ge­schich­te vgl. hier. Zum bes­se­ren Ver­ständ­nis bemüh­ten wir uns, den Erzähl­bo­gen zu erar­bei­ten.

Nimmt man/frau Gen 1,1ff als Maß­stab, könn­te das Erzähl­te ab dem drit­ten Tag spie­len. Das sehen wir uns in der nächs­ten Sit­zung genau­er an.

2,4b erschien als ähn­li­che Über­schrift wie 1,1. Nach der Situa­ti­ons­schil­de­rung schafft Gott, der Herr, den Men­schen als Töp­fer aus Lehm – und bläst ihm gött­li­chen Atem in die Nase (2,7). Dann beginnt er mit Gar­ten­bau, die Strö­me deu­ten mög­li­cher­wei­se dar­auf­hin, dass der Gar­ten Eden, das Para­dies in Meso­po­ta­mi­en lie­gen könn­te.
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19. November 2017

Fremd­sein, Flucht, Eth­nie, Reli­gi­on

 
Semi­nar­pro­to­koll vom 14.11.2017
Bibel­stel­len: Exo­dus 20,2; Exo­dus 22,20; Exo­dus 23,9-12 und Levi­ti­kus 19, 33-35

FB 02: Geschichts- und Kul­tur­wis­sen­schaf­ten

Insti­tut für Theo­lo­gie und Sozio­lo­gie

Ver­an­stal­tung: Theo­lo­gie des Neu­en Tes­ta­ments

Dozent: Prof. Dr. Mar­tin Pött­ner

Refe­ren­tin Ange­la Wenz

17.11.2017

Semi­nar­pro­to­koll

Zu Beginn des Semi­nars wer­den orga­ni­sa­to­ri­sche Details, wie die Anwe­sen­heit und die Erbrin­gung des Leis­tungs­nach­wei­ses einer Teil­neh­me­rin geklärt.

Im Rück­blick auf die letz­te Sit­zung fragt Herr Pött­ner, ob es noch Rück­fra­gen zum Pro­to­koll von der letz­ten Ver­an­stal­tung gibt. Dies ist nicht der Fall, wes­halb direkt zur Bespre­chung und Erläu­te­rung der Bibel­stel­len Exo­dus 20,2; Exo­dus 22,20; Exo­dus 23,9-12 und Levi­ti­kus 19, 33-35 über­ge­gan­gen wird. Die­se Stel­len sei­en zwar sehr knapp gehal­ten, dafür aber sehr tief­grün­dig. (more…)

11. November 2017

TUD)">Flucht, Eth­nie und Reli­gi­on usf. (07.11. TUD)

Ver­an­stal­tung: Theo­lo­gie des Neu­en Tes­ta­ments

Dozent: Prof. Dr. Mar­tin Pött­ner

Datum: 07.11.2017, 09.50-11.30 Uhr

The­ma: Fremd­sein und Flucht, Bibel­stel­len Gen 41,56-42,38 und Ex 1,1-2,10

Pro­to­koll­füh­re­rin: CG

Zu Beginn des Semi­nars wur­de Orga­ni­sa­to­ri­sches bespro­chen, u. a. Fol­gen­des:

Herr Pött­ner wird sei­nen ange­kün­dig­ten Vor­trag am 05.12. (auch) wäh­rend der plan­mä­ßi­gen Semi­nar­zeit hal­ten.

Im Rück­blick auf die letz­te Sit­zung mach­te Herr Pött­ner dann noch auf die Bibel­stel­le Gene­sis 26,1-11 auf­merk­sam, da die­se Geschich­te gro­ße Ähn­lich­keit mit dem zuletzt bespro­che­nen Text Gene­sis 12,10-13,1 auf­weist, nur dass die Prot­ago­nis­ten hier Isaak und Rebek­ka anstatt Abra­ham und Sara sind: Das Paar muss auf Grund einer Hun­gers­not flie­hen. Im frem­den Land hat der Mann, weil sei­ne Frau so schön ist, Angst um sein Leben. Da er befürch­tet, um ihret­wil­len umge­bracht zu wer­den, gibt er sie als sei­ne Schwes­ter aus. Der Schwin­del fliegt auf, aber das Paar genießt von dem Moment an den (Geleit-)Schutz des Königs.
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10. Februar 2016

TUD)">Ver­an­stal­tun­gen am 09.02. in Darm­stadt (TUD)

 

1               Der Gott der Fein­des­lie­be (Mt 5,43-48)

Der Abschluss des Semi­nars betrach­te­te die Wei­ter­ent­wick­lung des Got­tes­bil­des. ‚Wir sahen die­ses in der Span­nung von Ex 32 und Jes 42,1-4. Jes 42,1-4 ist auf dem Weg, der dann in Mt 5,43-48 aus­ge­spro­chen wird. Ex 32 ist einer jener Tex­te, in denen fak­tisch unter­stellt wird, man/frau sol­le seinen/ihren Feind has­sen. Zudem lässt sich bei der Lek­tü­re der Hei­li­gen Schrif­ten der Juden und Jüdin­nen nach­voll­zie­hen, dass Gott offen­bar eini­ge Zeit gebraucht habe, „voll­kom­men“ zu wer­den.

3. Februar 2016

Ver­an­stal­tun­gen in Darm­stadt am 02. Febru­ar

1               Ex 32 und Jes 42,1-4

Kri­tisch wur­de zur Zusam­men­fas­sung von Mt 25 ange­merkt, dass nur die Ergeb­nis­se, aber nicht der Dis­kus­si­ons­pro­zess dar­ge­stellt wor­den sei/en.

Die Sit­zung befass­te sich mit der Sto­ry vom Gol­de­nen Kalb und dem Got­tes­bild, das in ihr kom­mu­ni­ziert wird – und die Ver­än­de­rung des Bil­des Got­tes, das sich dann in Jes 42 zeigt.

Die Über­set­zung von אֱלֹהִ֗ים (elo­him) mit „Göt­ter“ ist irre­füh­rend, aber sprach­lich immer­hin mög­lich. Tat­säch­lich wird der Gott Isra­els (יְהוָ֣ה [jhwh]) expli­zit gemeint, wie z. B. 32,4f beweist. Wir erkann­ten, dass das Bil­der­ver­bot aus Ex 20,2ff ver­letzt ist, der Gott Isra­els wird als Tier dar­ge­stellt. Ein Kalb ist noch kein Stier wie bei der „Sün­de Jero­beams“ (1Kön 13,36). Den­noch wird die­ser Aspekt im Nord­reich gele­gent­lich mit Ex 32 in Ver­bin­dung gebracht (vgl. auch die Argu­men­te im WiBiLex-Arti­kel). Jeden­falls wird das aus Ägyp­ten mit­ge­brach­te Gold dazu benutzt, um die­ses Kalb oder die­sen jun­gen Stier­bul­len zu gie­ßen. (more…)

28. Januar 2016

Ver­an­stal­tun­gen in Darm­stadt am 26.01.

2               Mt 25,31ff (TUD)

Der Text muss­te ein wenig gegen die Lek­tü­re­er­war­tun­gen und -gewohn­hei­ten ankämp­fen, die er aber auch sti­mu­liert, dann aber ent­täuscht.

Der Text scheint deter­mi­nis­tisch zu sein, sodass es immer schon geplant war, dass die­je­ni­gen das Gute tun, die das Gute tun – und eben­so ver­hiel­te es sich bei den­je­ni­gen, die das Böse tun.

Tat­säch­lich spielt der Text mit die­sen Erwar­tun­gen, führt aber auf­merk­sa­me Leser/inn/en dazu, dass sie her­aus­fin­den, dass es so nicht sein kann, weil offen­bar Para­do­xa ent­ste­hen. Denn sowohl die Scha­fe als auch die Zick­lein wis­sen gar nicht, war­um sie in das Reich der Him­mel bzw. in die Höl­le ein­ge­hen. Denn bei­de wuss­ten nicht, dass die ent­schei­den­de Regel dar­in besteht, dem Men­schen­sohn bzw. der könig­li­chen Per­son in den Kran­ken, Nack­ten usf. begeg­net zu sein. Geseg­ne­te und Ver­fluch­te sind mit­hin im letz­ten Welt­ge­richt über­rascht – und das wird offen­siv kom­mu­ni­ziert.

Sehr wahr­schein­lich ist also gemeint, man/frau tue das Gute nur dann, wenn man/frau es ohne die Absicht tut, damit etwas zu errei­chen.

18. Januar 2016

Ver­an­stal­tun­gen in Darm­stadt 12. Janu­ar

2. The­ma der heu­ti­gen Stun­de: Jako­bus 2,18-24

Zu aller­erst wur­de fest­ge­hal­ten, dass die Geschich­ten aus Gene­sis im Bezug zu Jako­bus und Pau­lus ste­hen. Um die bei­den inter­pre­tie­ren zu kön­nen, soll­te man Gene­sis ver­stan­den haben. Da der vor­ge­le­se­ne Teil aus dem Buch des Jako­bus aus einer Luther­bi­bel stammt, füg­te Herr Pött­ner Fol­gen­des an. Im Neu­en Tes­ta­ment ist nicht alles nach Luther, so hat er es auch in der Vor­re­de zur Bibel geschrie­ben, sie ist nicht ein­heit­lich. Sie muss nach einem Ver­ständ­nis des Juden­tums ver­stan­den wer­den. Er mein­te damit die dyna­mi­sche Schrift­aus­le­gung. Hier­zu benann­te er den Jako­bus­brief als stro­her­ne Epis­tel. Er sieht hier einen Wider­spruch zu sei­ner Theo­lo­gie. Luther hat im Gegen­satz zur „Bibel in gerech­ter Spra­che“ rich­tig über­setzt, indem er schrieb, der Mensch wird nicht allei­ne durch den Glau­ben gerecht, auch wenn dies im Gegen­satz zu Pau­lus steht. Das Chris­ten­tum hat sich eher an Jako­bus ori­en­tiert, dies aber nicht auf­recht­erhal­ten. Nach­dem Luther kam, wur­de die The­se, dass der Mensch allei­ne durch sei­nen Glau­ben gerecht, wird popu­lär gemacht. Dies nann­te man Pro­tes­tan­tis­mus. Dies wirk­te zu Beginn kir­chen­spal­tend. Seit dem Jahr 2000 haben auch die katho­li­schen Theo­lo­gen die­se The­se aner­kannt. Es stell­te sich die Fra­ge, wel­che Aus­le­gung des Alten Tes­ta­men­tes für die­sen Streit ver­ant­wort­lich war, zwi­schen Katho­li­ken und Pro­tes­tan­ten. Es wur­de auf Abra­ham hin­ge­wie­sen. Er glaub­te an Gott. Er gehorch­te Gott und opfer­te sei­nen Sohn und erle­dig­te dadurch ein Werk. Beim Opfern geht es um die Dar­brin­gung eines Lebe­we­sen oder eines Gegen­stan­des. In Gene­sis 15 glaub­te Abra­ham an Gott, das wur­de ihm zur Gerech­tig­keit ange­rech­net, wie Luther tri­um­phie­rend über­setz­te. In Gene­sis 22 tes­te­te Gott Abra­ham, er soll­te sei­nen Sohn als Opfer dar­brin­gen. Abra­ham leg­te Isaak auf den Altar zum Opfern, dann aller­dings kam es zur Aus­lö­se durch ein Schaf. (more…)