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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


10. Februar 2016

Veranstaltungen am 09.02. in Darmstadt (TUD)

 

1               Der Gott der Feindesliebe (Mt 5,43-48)

Der Abschluss des Seminars betrachtete die Weiterentwicklung des Gottesbildes. ‚Wir sahen dieses in der Spannung von Ex 32 und Jes 42,1-4. Jes 42,1-4 ist auf dem Weg, der dann in Mt 5,43-48 ausgesprochen wird. Ex 32 ist einer jener Texte, in denen faktisch unterstellt wird, man/frau solle seinen/ihren Feind hassen. Zudem lässt sich bei der Lektüre der Heiligen Schriften der Juden und Jüdinnen nachvollziehen, dass Gott offenbar einige Zeit gebraucht habe, „vollkommen“ zu werden.

3. Februar 2016

Veranstaltungen in Darmstadt am 02. Februar

1               Ex 32 und Jes 42,1-4

Kritisch wurde zur Zusammenfassung von Mt 25 angemerkt, dass nur die Ergebnisse, aber nicht der Diskussionsprozess dargestellt worden sei/en.

Die Sitzung befasste sich mit der Story vom Goldenen Kalb und dem Gottesbild, das in ihr kommuniziert wird – und die Veränderung des Bildes Gottes, das sich dann in Jes 42 zeigt.

Die Übersetzung von אֱלֹהִ֗ים (elohim) mit „Götter“ ist irreführend, aber sprachlich immerhin möglich. Tatsächlich wird der Gott Israels (יְהוָ֣ה [jhwh]) explizit gemeint, wie z. B. 32,4f beweist. Wir erkannten, dass das Bilderverbot aus Ex 20,2ff verletzt ist, der Gott Israels wird als Tier dargestellt. Ein Kalb ist noch kein Stier wie bei der „Sünde Jerobeams“ (1Kön 13,36). Dennoch wird dieser Aspekt im Nordreich gelegentlich mit Ex 32 in Verbindung gebracht (vgl. auch die Argumente im WiBiLex-Artikel). Jedenfalls wird das aus Ägypten mitgebrachte Gold dazu benutzt, um dieses Kalb oder diesen jungen Stierbullen zu gießen. (more…)

28. Januar 2016

Veranstaltungen in Darmstadt am 26.01.

2               Mt 25,31ff (TUD)

Der Text musste ein wenig gegen die Lektüreerwartungen und -gewohnheiten ankämpfen, die er aber auch stimuliert, dann aber enttäuscht.

Der Text scheint deterministisch zu sein, sodass es immer schon geplant war, dass diejenigen das Gute tun, die das Gute tun – und ebenso verhielte es sich bei denjenigen, die das Böse tun.

Tatsächlich spielt der Text mit diesen Erwartungen, führt aber aufmerksame Leser/inn/en dazu, dass sie herausfinden, dass es so nicht sein kann, weil offenbar Paradoxa entstehen. Denn sowohl die Schafe als auch die Zicklein wissen gar nicht, warum sie in das Reich der Himmel bzw. in die Hölle eingehen. Denn beide wussten nicht, dass die entscheidende Regel darin besteht, dem Menschensohn bzw. der königlichen Person in den Kranken, Nackten usf. begegnet zu sein. Gesegnete und Verfluchte sind mithin im letzten Weltgericht überrascht – und das wird offensiv kommuniziert.

Sehr wahrscheinlich ist also gemeint, man/frau tue das Gute nur dann, wenn man/frau es ohne die Absicht tut, damit etwas zu erreichen.

18. Januar 2016

Veranstaltungen in Darmstadt 12. Januar

2. Thema der heutigen Stunde: Jakobus 2,18-24

Zu allererst wurde festgehalten, dass die Geschichten aus Genesis im Bezug zu Jakobus und Paulus stehen. Um die beiden interpretieren zu können, sollte man Genesis verstanden haben. Da der vorgelesene Teil aus dem Buch des Jakobus aus einer Lutherbibel stammt, fügte Herr Pöttner Folgendes an. Im Neuen Testament ist nicht alles nach Luther, so hat er es auch in der Vorrede zur Bibel geschrieben, sie ist nicht einheitlich. Sie muss nach einem Verständnis des Judentums verstanden werden. Er meinte damit die dynamische Schriftauslegung. Hierzu benannte er den Jakobusbrief als stroherne Epistel. Er sieht hier einen Widerspruch zu seiner Theologie. Luther hat im Gegensatz zur „Bibel in gerechter Sprache“ richtig übersetzt, indem er schrieb, der Mensch wird nicht alleine durch den Glauben gerecht, auch wenn dies im Gegensatz zu Paulus steht. Das Christentum hat sich eher an Jakobus orientiert, dies aber nicht aufrechterhalten. Nachdem Luther kam, wurde die These, dass der Mensch alleine durch seinen Glauben gerecht, wird populär gemacht. Dies nannte man Protestantismus. Dies wirkte zu Beginn kirchenspaltend. Seit dem Jahr 2000 haben auch die katholischen Theologen diese These anerkannt. Es stellte sich die Frage, welche Auslegung des Alten Testamentes für diesen Streit verantwortlich war, zwischen Katholiken und Protestanten. Es wurde auf Abraham hingewiesen. Er glaubte an Gott. Er gehorchte Gott und opferte seinen Sohn und erledigte dadurch ein Werk. Beim Opfern geht es um die Darbringung eines Lebewesen oder eines Gegenstandes. In Genesis 15 glaubte Abraham an Gott, das wurde ihm zur Gerechtigkeit angerechnet, wie Luther triumphierend übersetzte. In Genesis 22 testete Gott Abraham, er sollte seinen Sohn als Opfer darbringen. Abraham legte Isaak auf den Altar zum Opfern, dann allerdings kam es zur Auslöse durch ein Schaf. (more…)

19. Dezember 2015

Veranstaltungen am 15. Dezember in Darmstadt

2. Röm 3,21-4,3 (TUD)

Protokollantin: Miriam Seipp

 

Der Dozent greift zu Beginn das Protokoll der letzten Stunde auf. Es gibt keine Rückfragen.

Das Hauptthema der Seminareinheit ist der Text Röm 3, 21 – 4,3, in dem von Paulus Bezug auf Gen 15 genommen wird. Gen 15 wurde in der letzten Sitzung besprochen.

21 Jetzt! unabhängig

von der Tora ist Gottes *Gerechtigkeit sichtbar geworden, bezeugt von der

*Tora, den Prophetinnen und Propheten: 22 Gottes Gerechtigkeit durch Vertrauen

auf Jesus, den *Messias, für alle, die *vertrauen. Denn es besteht kein

Unterschied. 23 Alle haben ja *Unrecht begangen, allen fehlt die *Klarheit

Gottes. 24 Gerechtigkeit wird ihnen als Geschenk zugesprochen kraft der

*Zuwendung Gottes als Freikauf, der im Messias Jesus vollzogen wird. 25 Ihn

hat Gott als ein durch *Vertrauen wirksam und wirklich werdendes *Mittel

der Gegenwart Gottes, als Ort, an dem Unrecht gesühnt wird, in seinem Blut

öffentlich hingestellt. Dies war der Erweis göttlicher Gerechtigkeit, die zuvor

begangenen *Verfehlungen einen Aufschub gewährt hat. 26Damit sich göttliche

Gerechtigkeit jetzt! zum gegenwärtigen Zeitpunkt erweisen kann, hat

Gott das Gericht bisher zurückgehalten. So ist Gott selbst gerecht und macht

die gerecht, die durch *Vertrauen auf Jesus leben.

27Können wir dann noch auf etwas stolz sein? Das ist ausgeschlossen. Welches

Verständnis der *Tora ist gemeint? – eines, das allein auf Anstrengungen

basiert? Nein, das ist es nicht, sondern eines, das auf *Vertrauen gründet.

28Nach reiflicher Überlegung kommen wir zu dem Schluss, dass Menschen

auf Grund von *Vertrauen gerecht gesprochen werden – ohne dass schon

alles geschafft wurde, was die *Tora fordert. 29Oder ist *Gott allein Gott jüdischer

Menschen? Und nicht auch Gott der *Völker? Ja, gewiss: auch der

Völker. 30So gewiss Gott die Eine ist! Sie spricht die Beschnittenheit auf

Grund ihres Vertrauens gerecht und auch die Unbeschnittenheit durch das

Vertrauen. 31Heißt das, dass wir die Tora durch das Vertrauen außer Kraft

setzen? Ganz gewiss nicht! Vielmehr bestätigen wir die Geltung der Tora.

4 1Was folgern wir daraus? Verstehen wir Abraham nur hinsichtlich unserer

*leiblichen Abstammung als Vorfahren? 2Wenn Abraham auf

Grund von guten Taten gerecht gesprochen wurde, so kann er begründet

stolz darauf sein. Das gilt aber nicht im Blick auf sein Verhältnis zu Gott.

3Was sagt denn die Schrift dazu? Abraham *vertraute Gott. Das wurde ihm

als Gerechtigkeit angerechnet. (Bibel in
gerechter Sprache, hier und in der Folge)

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9. Dezember 2015

Veranstaltungen am 08.12. in Darmstadt

2               Gen 15,1-6 und Gen 22,1-13 (Theologie des Neuen Testaments)

Wie schon an Gen 1,26ff und Gen 2f bemerkt, sind die Heiligen Schriften der Juden nicht einheitlich, was sich in unterschiedlichen Rezeptionen dieser Texte niederschlägt  – und  sich dann auch im Verhältnis des AT zum Neuen Testament zeigt.

Anhand der möglichen Spannung von Gen 15,1-6 und Gen 22,1-13 wurde das präsent. Die Teilnehmer/innen erarbeiteten und erörterten Lösungsvorschläge.

Wir wussten schon aus Gen 12,1-3, dass Abraham der Stammvater vieler Menschen und Völkergruppen sein soll, so die Verheißung. Nun zeigt sich das Problem, dass Sara keinen Sohn gebiert, als drängend. Offenbar reicht der Sohn der Sklavin Ismael nicht aus. Daher scheint alles an einen Sklaven zu fallen. (more…)

5. Dezember 2015

Veranstaltungen am 01.12. in Darmstadt

2. Lk 2,1. 11-14; Lk 4, 1-5 (TUD)

Protokollantin: Medine Hanilce

 

 

Am 1. Dezember 2015 um 9:50 Uhr begann die Seminarsitzung Theologie des Neuen Testaments: Die Bedeutung des Alten Testaments für das Neue Testament, welches von Herrn Professor Doktor Martin Pöttner geleitet wurde.

Das Lukasevangelium handelt wird die Frau überweiegend positv dargestellt. Jedoch befinden sich die weiblichen Personen meistens im Hintergrund und lehren nicht.

Lk 2,1. 11-14:1 In jenen Tagen aber erließ Kaiser Augustus den Befehl, dass sich der ganze Weltkreis registrieren lassen sollte.“ In der Provinz Judäa, etwa 6 nach Chr., wurde zum ersten Mal die Steuerschätzung eingeführt. Der römische Kaiser Augustus führte diese ein, damit die erbrachte Leistung erfasst werden kann. Dieses Herrschaftsgebiet war äußerst umfangreich. Zu dieser Zeit begab sich ein Gebot, indem es hieß, dass alle Welt, nicht nur das römische Reich, geschätzt werden musste. Das bedeutet, dass die gesamte Welt damit gemeint war.

Lk 4, 1-5 und Gen 12, 1-3 handeln bedingt von zwei ähnlichen Geschichten. In Lk 4,1-5 geht es um die Verführung von Jesus durch den Teufel, der ihm Macht verspricht, sobald Jesus ihm folgt. Der Satan kann hier teilweise mit dem „Es“ gleichgesetzt werden. (more…)

29. November 2015

3. Die Bedeutung des AT für das NT (TUD)

Protokoll zum 24.11.2015

Protokollantin: Hümeyra Zor

 

Themen der Seminarstunde sind Genesis 12, 1-3 und Genesis 16, 8-12.

Zu Beginn der Stunde gab Herr Pöttner den SeminarteilnehmerInnen die Möglichkeit Rückfragen in Bezug auf die letzte Sitzung und das Protokoll zu stellen.

Es wurde auf die Frage eingegangen, was im Protokoll mit dem Ablegen des Genderaspekts gemeint ist. Es wird erklärt, dass die Frauen durch das Scheren ihrer Haare ihre Geschlechtlichkeit in den Hintergrund stellen (siehe dazu 1. Kor 11, 3-10). Es wird darauf hingewiesen, dass für Christus die Geschlechter unbedeutend sind. Weder männlich noch weiblich, weder Grieche noch Jude, weder Sklave noch Freigeborener sind relevant. Alle sind gleichberechtigt (siehe Gen 1, 26). (more…)

23. November 2015

Vortrag Transformationsprozess

21. November 2015

Vortrag Darmstadt: Transformation des Gottes der Heiligen Schriften der Juden

Handout

Mt 5,43 Ihr habt gehört, dass Gott gesagt hat: Liebe deine Nächste und deinen

Nächsten und hasse die feindliche Macht. 44 Ich lege das heute so aus: Begegnet

denen, die euch Feindschaft entgegenbringen, mit Liebe und betet für

die, die euch verfolgen. 45So werdet ihr *Töchter und Söhne *Gottes, eures

Vaters und eurer Mutter im Himmel, die ihre Sonne über Böse und Gute

aufgehen lässt und es über Gerechte und Ungerechte regnen lässt. 46Denn

wenn ihr liebt, die euch lieben, welchen Lohn wird Gott euch geben? Tun

das nicht auch die Zöllnerinnen und Zöllner? 47Und wenn ihr nur eure Geschwister grüßt, was tut ihr Großartiges? Tun das nicht auch die Menschen

aus den *Völkern? 48 Seid nun vollkommen, wie euer *Gott im Himmel vollkommen ist. („Bibel in gerechter Sprache“)

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