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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


22. Februar 2016

CDU vor schwe­rer Nie­der­la­ge …">CDU vor schwe­rer Nie­der­la­ge …

Die CDU steht in Baden-Würt­tem­berg vor einer his­to­ri­schen Nie­der­la­ge. Es ist die zwei­te nach 2011, die wg. ihrer dra­ma­tisch nai­ven Kern­ener­gie­po­li­tik erfolg­te. Jetzt aber lie­gen Grü­ne und CDU gleich­auf, d. h., ein wich­ti­ger Aspekt für eine star­ke CDU-Frak­ti­on, die gro­ße Zahl von Direkt­man­da­ten, fällt mut­maß­lich fort. Grün­de sind eine dümm­li­che Oppo­si­ti­ons­po­li­tik in den letz­ten fünf Jah­ren, die Wahl eines eher unbe­lieb­ten Spit­zen­kan­di­da­ten und der Glau­be, man bekämp­fe die AfD am bes­ten damit, indem man ihre men­schen­rechts­feind­li­chen For­de­run­gen ver­meint­lich abge­mil­dert über­nimmt („Tran­sit­zo­nen“). Dadurch hat die CDU Platz gelas­sen für Kret­sch­mann, der die Poli­tik der Kanz­le­rin expli­zit unter­stützt. Die CDU ist in die Fal­le der baden-würt­tem­ber­gi­schen Grü­nen gelau­fen. Selbst wenn das jetzt nur eine Moment­auf­nah­me ist, sie macht deut­lich, dass Kret­sch­mann wahr­schein­lich Minis­ter­prä­si­dent bleibt, wenn er die FDP ins Boot holen kann.

16. Februar 2016

Tag für Tag, heu­te eine ent­täu­schen­de Talk-Show

Der Durch­zug durch das Schilf­meer auf der Flucht

In der heu­ti­gen Tag-für-Tag-Sen­dung im DLf dis­ku­tier­ten Bar­ba­ra John und der prak­ti­sche Theo­lo­ge Wolf­gang Beck mit­ein­an­der. The­ma war die Flücht­lings­fra­ge und die Rol­le der bei­den Groß­kir­chen. Nach mei­ner Mei­nung war es eine sehr schlech­te Sen­dung, die auf Talk-Show-Niveau lief. Man/frau konn­te nicht ein­mal die hin­rei­chen­den Infor­ma­tio­nen zum The­ma bekom­men.

Bei­de Diskutant/inn/en sind katho­lisch, aber von einem Hoch­schul­pro­fes­sor in St. Geor­gen darf man/frau sich etwas mehr erwar­ten. Er kor­ri­gier­te zwar man­che Fehl­leis­tun­gen von Frau John bezüg­lich des Ver­hält­nis­ses von Staat und Kir­che in der Bun­des­re­pu­blik. Frau John erwar­tet, dass die Kir­chen selbst Flücht­lin­ge auf­näh­men bzw. ver­sorg­ten und weni­ger mit abs­trak­ten theo­lo­gi­schen Paro­len wie der­je­ni­gen vom Eben­bild Got­tes Gesin­nungs- statt Ver­ant­wor­tungs­ethik prak­ti­zier­ten, ein kras­ses Fehl­ur­teil von Max Weber, das nun auch auf die Flücht­lings­fra­ge ange­wen­det wird.

In der Sen­dung war dann stets vom „Abbild“ Got­tes die Rede, was weder den hebräi­schen noch gar den grie­chi­schen Aus­druck wie­der­gibt.

Es geht dar­um, dass die Men­schen Bil­der Got­tes sind, wie Gen 1,26-28 (vgl. Gen 5,1f) sagt. Das wird dann in der Urge­schich­te (Gen 1-11) wei­ter aus­ge­führt, sodass Men­schen nicht mehr getö­tet wer­den dür­fen. Schon Kant las das so, dass dar­in eine Kon­zep­ti­on der Men­schen­rech­te steckt (Mut­maß­li­cher Anfang …). Statt sol­che mög­li­chen Gedan­ken zu ver­fol­gen, was der­ar­ti­ge bibli­sche Bil­der und Erzäh­lun­gen bedeu­ten könn­ten, wur­de dis­ku­tiert, ob es gut sei, bei PEGI­DA-Demons­tra­tio­nen die Dom­be­leuch­tung in Erfurt oder Köln aus­zu­schal­ten bzw. die AfD vom Katho­li­ken­tag aus­zu­schlie­ßen. Letz­te­res ist falsch, weil unde­mo­kra­tisch. (more…)

12. Februar 2016

Es sieht so aus, dass die AfD auch in Baden-Würt­tem­berg in den Land­tag ein­zie­hen wird. Es sind noch fünf Wochen Zeit, aber es scheint unwahr­schein­lich, dass der Trend umge­kehrt wer­den kann. Einer der Feh­ler ist es, sie in den Qua­li­täts­me­di­en vage zu bekämp­fen und die poli­ti­sche direk­te Aus­ein­an­der­set­zung zu ver­wei­gern. Das ist zudem unde­mo­kra­tisch. (more…)

10. Februar 2016

CSU">Abscheu­li­ches Cyber-Mob­bing der CSU

Vik­tor Orbán

Horst See­ho­fer spricht heu­te nicht zum „Poli­ti­schen Ascher­mitt­woch“, da bei Bad Aib­ling ein Zug­un­glück pas­siert ist. Der Ort erin­nert an schwe­re Feh­ler und Unwahr­haf­tig­kei­ten der Bun­des­kanz­le­rin, die dazu bei­trug, Freun­de abzu­hö­ren und schein­hei­lig auf­zu­tre­ten. Aber See­ho­fer hat­te vor­ge­sorgt, in der „Pas­sau­er Neu­en Pres­se“ behaup­te­te See­ho­fer, in Deutsch­land gebe es eine „Herr­schaft des Unrechts“ – und der hoch­in­tel­li­gen­te und sehr sym­pa­thi­sche Andre­as Scheu­er hat das heu­te Mor­gen noch etwas ver­stärkt.

Wie vie­le poli­ti­sche Geg­ner Mer­kels bin ich mit ihrer Hal­tung zur Flücht­lings­fra­ge ein­ver­stan­den – und hal­te ihre mit dem öster­rei­chi­schen Bun­des­kanz­ler voll­zo­ge­ne Ent­schei­dung, men­schen­rechts­wid­rig in Ungarn behan­del­te Flücht­lin­ge ein­rei­sen zu las­sen, für eine an den Men­schen­rech­ten ori­en­tier­te rich­ti­ge Ent­schei­dung. Sie hat­te – und hat es noch immer – das Poten­zi­al, die men­schen­rechts­wid­ri­ge Flücht­lings­po­li­tik der EU zu ändern.

Die CSU hat das sofort kri­ti­siert und der erwähn­te Andre­as Scheu­er hat u. a. auf Twit­ter eine Art Cyber-Mob­bing gegen Mer­kel ent­wi­ckelt, das selbst mich als ihren poli­ti­schen Geg­ner scho­ckier­te. Das ist auf dem CSU-Par­tei­tag eska­liert und der CDU-Par­tei­tag brach­te nur schein­bar eine Ent­las­tung. Nun wird der abwei­chen­de Rechts­ge­lehr­te Udo di Fabio bemüht, wie man schon zuvor demons­tra­tiv Vik­tor Orbán nach Bay­ern ein­lud.

Es ist viel­leicht gut, dass das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt über den Sach­ver­halt ent­schei­det. Der Gerichts­prä­si­dent hat sich in einem Inter­view mit DLF und Phoe­nix sehr beson­nen geäu­ßert, sodass dem Cyber-Mob­bing eigent­lich Ein­halt hät­te gebo­ten sein müs­sen. Aber die CSU sieht das anders. M. E. aber soll­te sie ehr­li­cher­wei­se aus der Bun­des­re­gie­rung aus­tre­ten – oder Ange­la Mer­kel soll­te Dob­rindt u. a. ent­las­sen. Scha­de wäre es nur um Herrn Gerd Mül­ler, der tat­säch­lich sach­ge­recht arbei­tet.

1. Februar 2016

Der Ein­fluss des rechts­ex­tre­men Teils der Bevöl­ke­rung

Frau­ke Petry, AfD

Frau­ke Petry, die Vor­sit­zen­de der AfD, hat am Sams­tag ein Inter­view im Mann­hei­mer Mor­gen ver­öf­fent­li­chen las­sen, das offen­bar gezielt Prin­zi­pi­en des Grund­ge­set­zes infra­ge stellt. Ein Schieß­be­fehl sei nicht not­wen­dig, denn das deut­sche Recht ermög­li­che es Polizist/inn/en die Schuss­waf­fe als ulti­ma ratio zu benut­zen, falls Flücht­lin­ge die gesi­cher­ten Gren­zen über­trä­ten. Da das nicht der Fall ist, ist jetzt die Debat­te groß. Am Mon­tag bei Maisch­ber­ger fiel die­se Äuße­rung noch nicht.

Dort ver­ta­ten man­che Politiker/innen und Journalist/inn/en die Zeit, sehr klar die Men­schen­rechts­fra­ge zu stel­len, um die es in der Flücht­lings­fra­ge geht – und auf wel­che die Akti­on der Bun­des­kanz­le­rin und ihres öster­rei­chi­schen Kol­le­gen reagier­te, Flücht­lin­ge aus Ungarn ein­rei­sen zu las­sen. Schon der unga­ri­sche Minis­ter­prä­si­dent ver­such­te dann das Pro­blem als Pro­blem Deutsch­lands dar­zu­stel­len. Dage­gen hat sich Mer­kel mit Recht gewehrt – es ist eine Auf­ga­be der EU.

Lei­der ver­hal­ten sich vie­le EU-Län­der nicht soli­da­risch. Das ist eines der Pro­ble­me, das Mer­kel jetzt hat. Denn die Zahl der Flücht­lin­ge darf wohl nicht wie­der die Mil­lio­nen­gren­ze in die­sem Jahr errei­chen (wobei es end­gül­tig etwa 500.000 sein wer­den). Denn die logis­ti­schen Pro­ble­me, die es gibt, akti­vie­ren die ca. 13 bis 20 % Rechts­ex­tre­me bzw. Men­schen, die ein sol­ches Welt­bild haben. Bis­her ist noch nichts pas­siert, aber es könn­te bald etwas pas­sie­ren. Petry weiß, dass die­ses rechts­ex­tre­me Poten­zi­al in bestimm­ten Antei­len ihre euro­pa­kri­ti­sche Par­tei wäh­len wird – und hat mit der fal­schen Behaup­tung über den Schuss­waf­fen­ge­brauch ein Signal gesetzt, dass die AfD ein­deu­tig natio­nal ist – Deutsch­land zuerst! Das ist aber eine Hal­tung, die das Grund­ge­setz eigent­lich aus­schließt. Die Wür­de des Men­schen sei unan­tast­bar, heißt es in Art. 1 des Grund­ge­set­zes … oder nicht? M. E. soll­te der Ver­fas­sungs­schutz da ganz her­aus­ge­las­sen wer­den, denn ohne ihn wären auch die Mor­de des „Natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Unter­grun­des“ wohl kaum zustan­de gekom­men.

Ähn­lich wie ihr Lebens­part­ner Mar­cus Pret­zell ver­sucht sie heu­te eine Prä­zi­sie­rung ein­zu­fü­gen: Es gehe um gewalt­sa­me Grenz­über­trit­te.
Das scheint für ihr Kli­en­tel zu rei­chen. Zum Glück ist der Text im Mann­hei­mer Mor­gen deut­lich.

16. November 2015

Schwei­ge­mi­nu­te

 

Der G 20-Gip­fel ruft dazu auf, um 12 Uhr eine Minu­te zu schwei­gen und der Opfer der Ter­ror-Atten­ta­te vom 13. Novem­ber in Paris zu geden­ken.

Das ist rich­tig, denn eine sol­che Hand­lung ist sitt­lich nicht zu recht­fer­ti­gen, weil sie aus den Schwie­rig­kei­ten nicht her­aus­führt, die seit dem 11.09.2001 sicht­bar gewor­den sind.

Es gibt im Islam eine Radi­ka­li­sie­rung der wah­h­a­bi­ti­schen Posi­ti­on, die sich ter­ro­ris­tisch äußert. Dabei wird deut­lich, dass bestimm­te Grup­pen unse­ren Genuss der Frei­heit nicht so locker wahr­neh­men kön­nen, son­dern anders inter­pre­tie­ren: als Unter­drü­ckung ihrer eige­nen Lebens­mög­lich­kei­ten.

Viel­leicht wäre es sinn­vol­ler, auch dar­über nach­zu­den­ken!

6. Oktober 2015

Ein ers­ter Sieg der Frei­heit – a more safer har­bor?

 

Nicht Mama oder Mut­ti Mer­kel hat hier etwas erreicht, son­dern ein­zel­ne enga­gier­te Face­book­nut­zer haben ein Urteil des EuGH ange­regt, das hof­fent­lich Rechts­ge­schich­te schrei­ben wird – und die Ver­ei­nig­ten Staa­ten vor die Wahr­heit ihrer men­schen­rechts­wid­ri­gen geheim­dienst­li­chen, durch Algo­rith­men aus­ge­üb­ten Spio­na­ge- und Über­wa­chungs­pra­xis stellt.

Erstaun­lich ist, dass 28 Mil­lio­nen Bundesbürger/innen ihre Frei­heit und Selbst­be­stim­mung auf face­book so ein­fach auf­ge­ge­ben haben, wor­aus folgt, dass Mer­kels Schwei­gen schon des­halb erklär­lich ist, weil sie wuss­te, dass das einer rele­van­ten Zahl von Bürger/innen ohne­hin nicht wich­tig ist. Viel­leicht ist face­book nun a more safer har­bor?

20. September 2015

Alles ist mög­lich … (Mk 9,17-29 [EfG Gries­heim])

Ren­nais­sance­ge­mäl­de von Raf­fa­el (Aus­schnitt)

17Einer aber aus der Men­ge reagier­te: „Leh­rer, ich habe mei­nen Sohn her­ge­bracht zu dir, der hat einen sprach­lo­sen Geist.

18Und wo er ihn erwischt, zerrt er ihn; und er hat Schaum vor dem Mund und knirscht mit den Zäh­nen und wird starr. Und ich habe mit dei­nen Schü­lern gere­det, dass sie ihn aus­trei­ben sol­len, und sie konn­ten es nicht.“

19Jesus aber reagier­te auf die Schü­ler und sprach: „O du ver­trau­ens­ar­mes Geschlecht, wie lan­ge soll ich bei euch sein? Wie lan­ge soll ich euch ertra­gen? Bringt ihn her zu mir!“

20Und sie brach­ten den Kna­ben zu Jesus. Und sofort, als der Geist Jesus sah, zerr­te er den Kna­ben. Und die­ser fiel auf die Erde, wälz­te sich und hat­te Schaum vor dem Mund.

21Und Jesus frag­te den Vater des Kna­ben: „Wie lan­ge hat er das schon?“ Er sprach: „Von Kind auf.

22Und oft hat er ihn ins Feu­er und ins Was­ser gewor­fen, dass er ihn umbräch­te. Wenn du aber etwas kannst, so erbar­me dich unser und hilf uns!“

23Jesus aber sprach zu ihm: „Du sagst: Wenn du kannst – alles ist für den mög­lich, der ver­traut.“

24Sofort schrie der Vater des Kin­des: Ich ver­traue; hilf mei­nem man­geln­den Ver­trau­en!

25Als nun Jesus sah, dass das Volk her­bei­lief, bedroh­te er den unrei­nen Geist und sprach zu ihm: „Du sprach­lo­ser und tau­ber Geist, ich gebie­te dir: Fah­re von ihm aus und fah­re nicht mehr in ihn hin­ein!“

26Da schrie der Geist und zerr­te den Kna­ben sehr stark und fuhr aus. Und der Kna­be lag da wie tot, sodass die Men­ge sag­te: „Er ist tot!“

27Jesus aber ergriff ihn bei der Hand und „weck­te“ ihn „auf“, und er „stand auf“.

28Und als er in ein Haus kam, frag­ten ihn sei­ne Schü­ler, als sie allein waren: „War­um konn­ten wir ihn nicht aus­trei­ben?“

29Und er sprach: „Die­se Art fährt nur durch Beten aus!“

 

Lie­be Gemein­de!

Ken­nen wir aus unse­rer Erfah­rung sol­che Phä­no­me­ne? Dass jemand sprach­los und taub zu sein scheint, anschei­nend auf Kom­mu­ni­ka­ti­on kaum, schwer oder nicht reagiert – und dann plötz­lich alles anders zu wer­den scheint, weil wir gebe­tet haben? Jeden­falls ist die­ses Beten für uns zen­tral und wir sehen einen Ver­än­de­rungs­pro­zess, der ihm ent­spricht. Wir kön­nen das nie­mals zwei­fels­frei demons­trie­ren, son­dern es han­delt sich um eine Fra­ge unse­res Glau­bens. (more…)

11. September 2015

Face­books rechts­ra­di­ka­le Kund/inn/en

Ich betrach­te die Debat­te über rechts­ex­tre­me Äuße­run­gen auf Face­book mit Inter­es­se. Denn ich habe eini­ge Zeit im Forum von einspruch.org als Lei­ter zuge­bracht. Dabei hat­te ich das Vor­ur­teil, dass die­se Form des Rechts­ex­tre­mis­mus bei sol­chen Grup­pen eher schwach ver­brei­tet sei. Die­ses Vor­ur­teil wur­de wider­legt. Aller­dings war der Rechts­ex­tre­mis­mus getarnt. Bei Face­book ist das nicht der Fall, ob es stets der bür­ger­li­che Name oder ein Web 2.0-Pseydonym ist, ist natür­lich nicht sicher. Aber es wird offen­sicht­lich zu Straf­ta­ten auf­ge­ru­fen und Volks­ver­het­zung betrie­ben.

Kat­rin Göring-Eck­hardt hat heu­te Mor­gen die Not­brem­se gezo­gen und eine Rede gegen den Hass auf Face­book u. a. ins Netz gestellt, die sicher Fol­gen haben wird. Die Kanz­le­rin ließ heu­te u. a. auf Twit­ter ver­lau­ten, dass die Straf­ta­ten ver­folgt wer­den müss­ten und Face­book u. a. zum Löschen sol­cher Ein­trä­ge auf­ge­for­dert wer­den solle/n. Soll­te Face­book dazu bereit sein, wür­de es Kun­den ver­lie­ren, was im Account von Göring-Eck­hardt auch schon ange­deu­tet wur­de. Die zurück­hal­ten­de For­mu­lie­rung zur Löschung bei Face­book sei­tens der Kanz­le­rin zeigt, dass das Inter­net nun kein „Neu­land“ mehr für sie ist.

M. E. ver­hält es sich so:

  1. Für Straf­ta­ten ist die Poli­zei zustän­dig. Sie muss Face­book beob­ach­ten bzw. offen für Anzei­gen sein.
  2. Bei der Fra­ge des Löschens von Ein­trä­gen bin ich aus pro­fes­sio­nel­ler Erfah­rung skep­tisch. Natür­lich darf Frau Göring-Eck­hardt ver­lan­gen, dass ein Ein­trag gelöscht wird, der sie als „fet­tes Schwein“ bezeich­net. Und das ist ein­deu­tig eine Belei­di­gung. Wie man/frau in ihrem Account aber nach­le­sen kann, gibt es sub­ti­le­re Fäl­le – und lei­der darf man/frau die tech­ni­sche Intel­li­genz von Rechts­ra­di­ka­len nicht unter­schät­zen. Und die­se sub­ti­le­ren Fäl­le wer­den wei­ter zuneh­men, soll­te Face­book so reagie­ren, wie es sich der Jus­tiz­mi­nis­ter wünscht.
  3. ist der jet­zi­ge Zustand von Face­book ein empi­ri­scher Beleg für die The­se Wil­helm Heit­mey­ers von der Uni Bie­le­feld, dass 20 % der Bundesbürger/inn/en ein rechts­ex­tre­mes Welt­bild oder jeden­falls Ele­men­te davon besit­zen.

Es ist klar, dass die Mord­dro­hun­gen gegen Kat­rin Göring-Eck­hardt straf­recht­lich nicht ohne Fol­gen blei­ben dür­fen. Face­book ist ver­pflich­tet, bür­ger­li­che Namen und/oder IP-Adres­sen her­aus­zu­ge­ben. Auf einspruch.org surf­te keine/r, der des Rechts­ex­tre­mis­mus ver­däch­tig war, mit unsicht­ba­rer IP-Adres­se, so wird es auch bei Face­book sein.

Beim Belei­di­gungs­as­pekt bin ich – wie gesagt – skep­tisch. Wahr­schein­lich wird das sub­ti­ler – und man/frau kann den empi­ri­schen Beleg für den rechts­ex­tre­men Teil unse­rer Bevöl­ke­rung noch immer erken­nen, so wie bei man­chen CSU-Sym­pa­thi­san­t/in­n/en auf Twit­ter.

8. September 2015

Es gesche­hen noch Zei­chen und Wun­der!

Nach der dra­ma­ti­schen Wen­de in der Flücht­lings­po­li­tik nun auch ein Rea­li­täts­kon­takt mit der Ursa­chen­be­kämp­fung:

Der Bun­des­mi­nis­ter Mül­ler (@phoenix_kom @CSU @cducsubt @BMZ_Bund) hat heu­te auf Phoe­nix ange­regt, dass die UNO wie­der die Feder­füh­rung in Syri­en über­nimmt – und den Kon­flikt zu ent­schär­fen bzw. Schutz­zo­nen zu schaf­fen unter­nimmt. Das ist der nach dem Völ­ker­recht gebo­te­ne Weg. Mül­ler erwähnt mit Recht, dass die EU, Iran, Tür­kei, USA und Russ­land über ihren Schat­ten sprin­gen müss­ten. So ist es!

Dass die Welt­ge­mein­schaft dies hin­nimmt, es also zu einem kon­zer­tier­ten Mor­den von Isla­mi­schem Staat und ala­vi­tisch inspi­rier­tem Ass­ad­re­gime kom­men kann, ist ein schwe­res Desas­ter der UNO – und muss kor­ri­giert wer­den.

Der Isla­mi­sche Staat ist nur ein, wenn auch wich­ti­ger Akteur.

Respekt, Herr Ent­wick­lungs­mi­nis­ter!