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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


12. Januar 2018

Die Uni­ver­sa­li­tät von Juden­tum und Chris­ten­tum (Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Darm­stadt)

Jes 49,1-6 öff­net wie Jes 42,1-4 die Kon­zen­tra­ti­on auf „Isra­el“ auf alle. Im Vor­der­grund ste­hen wohl auch hier die Grie­chen als Inbe­griff der „Völ­ker“ (Luther: „Hei­den“). Der „Skla­ve“ des Herrn wird als „Licht der Völ­ker“ ver­stan­den, m. E. spricht der Pro­phet aus, wel­che Funk­ti­on Isra­el zukommt.

Lk 1,46ff spricht die Kon­se­quen­zen aus: Die Ver­hei­ßun­gen an Isra­el gehen jetzt in Erfül­lung, wobei Armut und poli­ti­sche Unter­drü­ckung the­ma­ti­siert wer­den. Im Blick­feld ist der römi­sche Kai­ser Augus­tus.
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23. Dezember 2017

Weih­nach­ten 2017

Wer sich fragt, ob es sinn­voll sei, 2017 Weih­nach­ten in Bezug auf Jesus von Naza­reth zu fei­ern, wird sich nicht von der Geburts­tags­fra­ge auf­hal­ten las­sen. Im Neu­en Tes­ta­ment ist ein unschar­fer Jah­res­ho­ri­zont zwi­schen ca. 7 v. d. Z. bis 7 n. d. Z. mög­lich. Die heu­te domi­nan­te Auf­fas­sung hängt von der Kon­stan­ti­ni­sche Wen­de ab, als Jesus die Nach­fol­ge des Sol vic­tus in der Römi­schen Reichs­re­li­gi­on antrat. Und das war ein Gott der Win­ter­son­nen­wen­de, da sein Jah­res­lauf dann begann.
Nach einer Rei­he von neu­tes­ta­ment­li­chen Tex­ten bezog sich Jesus auf bestimm­te Tex­te des AT, die das Juden­tum als uni­ver­sa­le Reli­gi­on kon­zi­pier­ten (z. B. Jes 42,1-4; 49,1-6) und vor­aus­sag­ten, dass der Skla­ve des Herrn gewalt­frei und laut­los das gött­li­che Recht nicht zuletzt in Grie­chen­land zur Gel­tung brin­gen wer­de. Tat­säch­lich ist die­se Pro­phe­zei­ung in Erfül­lung gegan­gen. Denn vie­les, was in Juden­tum und Chris­ten­tum als gött­li­ches Recht ver­stan­den wur­de, ist seit 1948ff Men­schen­recht.
Daher geht es bei Weih­nach­ten auch um die Gel­tung der Men­schen­rech­te. Wer also die Kir­chen angreift, die eine Alli­anz mit der Dik­ta­to­rin Mer­kel bil­de­ten, greift die Men­schen­rech­te an.

 

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3. Dezember 2017

Vor­trag Darm­stadt 05.12.

Flucht, Eth­nie, Fremd­sein und bibli­sche Reli­gi­on – hat das etwas mit den Men­schen­rech­ten zu tun?

Der Titel for­mu­liert eine Fra­ge, die sich mir in den letz­ten 25 Jah­ren deut­li­cher gestellt hat. Mir hat es nie genügt, wenn bibli­sche Tex­te zu die­sen The­men in den Vor­der­grund gestellt wur­den – und dann gefor­dert wur­de, Politiker/innen han­delt bit­te so! In den Jah­ren 2015ff hat sich der Rats­vor­sit­zen­de der EKD Bed­ford-Strohm z. B. in Talk­shows in die­se Rol­le drän­gen las­sen. Wor­um es aber gehen müss­te, ist zu über­prü­fen, ob wesent­li­che Gehal­te der bibli­schen Reli­gi­on mit den Men­schen­rech­ten über­ein­stim­men – oder ob das nicht der Fall ist. Ob also Men­schen wie Bea­trix von Storch recht haben, wenn sie ein beson­de­res Recht des Schut­zes des deut­schen Vol­kes anneh­men, das etwa durch die angeb­li­che Grenz­öff­nung durch Ange­la Mer­kel im Sep­tem­ber 2015 infra­ge gestellt wor­den sei.

Ich behan­de­le das in zwei Schrit­ten, die zur Dis­kus­si­on ein­la­den sol­len – und daher man­che Sach­ver­hal­te the­sen­haft auf den Punkt brin­gen:

  1. Wor­in besteht die bibli­sche Bot­schaft zu den ange­spro­che­nen The­men?

Für mich sind das die aus­schlag­ge­ben­den Tex­te der Men­schen­rech­te, die nor­ma­tiv sind. (more…)

30. Juni 2017

Ende einer Dis­kri­mie­rung: die Ehe für Alle

Wer das Spek­ta­kel ab acht  Uhr im Reichs­tag ver­fol­gen konn­te, erleb­te nur noch eine schwa­che Gegen­wehr der Uni­ons­frak­ti­ons­füh­rung, wohl weil klar war, dass es inner­halb von CDSU eine beacht­li­che Min­der­heit gibt, die der #Ehe­füral­le zustimmt. 75 Uni­ons­ab­ge­ord­ne­te stimm­ten dann auch der Vor­la­ge aus Rhein­land-Pfalz zu, dar­un­ter Gene­ral­se­kre­tär, Kanz­ler­amts­mi­nis­ter und Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin, sodass das Gesetz mit kla­rer Mehr­heit ver­ab­schie­det wur­de.

Damit kehrt Frie­den ein, die Dis­kri­mi­nie­rung einer sexu­el­len Min­der­heit hat ein Ende gefun­den.

Ob die evan­ge­li­schen Lan­des­kir­chen die kirch­li­che Trau­ung vor­se­hen, wie es etwa schon die EKHN tut, wer­den wir sehen. Ohne­hin ent­schei­det pro­tes­tan­tisch letzt­lich der ein­zel­ne Kir­chen­vor­stand.

Vie­le wer­den jetzt zum theo­lo­gi­schen Nach­den­ken kom­men. Eine Anre­gung fin­det sich hier.

11. März 2017

Moder­ner Dao­is­mus (Bad Rap­penau)

Ein Yin-Yang-Sym­bol

Der Dao­is­mus stellt den mys­ti­schen Aspekt der chi­ne­si­schen Kul­tur dar. Die Dao­is­ten kom­mu­ni­zie­ren z. T. para­dox, wie wir schon bei der Dar­stel­lung des Sys­tems in der Ver­gan­gen­heit sahen. Anders als die Kom­mu­nis­ten und auch die Kon­fu­zia­ner leh­nen sie Krieg und Gewalt ab. Sie bil­den m. E. die Men­schen­rechts­po­si­ti­on in der chi­ne­si­schen Kul­tur (ähn­lich auch E. Tugend­hat). Viel­leicht lässt sich sagen, dass die para­do­xe Kom­mu­ni­ka­ti­on die Anpas­sung an das Gewöhn­li­che, die gesell­schaft­li­chen Gewohn­hei­ten irri­tie­ren oder gar unter­bre­chen soll.

Sicher unter­stel­len auch die Dao­is­ten, dass star­ke Lei­den­schaf­ten wie Gier und Zorn die Men­schen bestim­men (so auch sowohl in bud­dhis­ti­schen Posi­tio­nen als auch in der Berg­pre­digt). Aber solan­ge man/frau das nur fest­stellt, blei­ben er oder sie im ([neo-]positivistischen) natur­wis­sen­schaft­li­chen Dis­kurs. So ist es eben. Da lässt sich nichts machen. Krieg kann man nur durch die Macht der Geweh­re been­den (Mao).
Die Dao­is­ten set­zen dage­gen die medi­ta­ti­ve Pra­xis. Man/frau nimmt sich selbst zurück, ent­fernt sich damit aus der Welt der Sor­ge, wel­che uns kon­ti­nu­ier­lich ent­lang unse­rer Gewohn­hei­ten wei­ter­ma­chen lässt. In der Medi­ta­ti­on erge­ben sich dao­is­tisch Ganz­heits­er­fah­run­gen, was z. B. durch das Inein­an­der von Ying und Yang aus­ge­drückt wird. In der Medi­ta­ti­on kann sich der/die Ein­zel­ne mit dem Gan­zen, dem Kos­mos ver­bun­den füh­len. Bei Gehirn­scans schei­nen in der­ar­ti­gen Situa­tio­nen Regio­nen inak­tiv zu sein, die beim Raum- und Zeit­be­wusst­sein aktiv sind.
Aber im Gehirn kann das nicht blei­ben. Es soll ja die all­täg­li­che Pra­xis bestim­men. Eine sol­che neue Hal­tung lässt sich nur durch Übung errei­chen. D. h., häu­fi­ges Medi­tie­ren liegt nahe.
Dadurch las­sen sich auch star­ke Lei­den­schaf­ten ver­än­dern. Die dao­is­ti­sche Poin­te besteht dar­in, dass so auch die Gewalt unter­bro­chen wer­den kann.

 

18. Januar 2017

Eine wich­ti­ge Neben­be­mer­kung

Natür­lich ist das Denk­mal für die Ermor­dung der euro­päi­schen Juden in Ber­lin ein „Denk­mal der Schan­de“, weil die­se Ermor­dung eine Schan­de ist – und die­se Ermor­dung neben vie­len wei­te­ren Ver­bre­chen von dem aller­größ­ten Teil der Bevöl­ke­rung hin­ge­nom­men wur­de. Erst seit den 1968er Jah­ren fand eine brei­te­re inten­si­ve Debat­te statt. Dage­gen gab es auch intel­lek­tu­el­le Bewe­gun­gen, sodass es in den 1980er Jah­ren zu einem „His­to­ri­ker­streit“ kam, in des­sen Ver­lauf ein ange­se­he­ner Alter­tums­wis­sen­schaft­ler im „Evan­ge­li­schen Stu­di­en­werk“ sag­te, wer Deut­scher sein wol­le, müs­se die Geschich­te von 1933-1945 als Teil sei­ner Iden­ti­tät anneh­men. Ich als Sohn eines Geg­ners der Natio­nal­so­zia­lis­ten war scho­ckiert.
Richard von Weiz­sä­cker rück­te das 1985 zurecht. Er war Sohn eines Teils der Reichs­re­gie­rung – und ver­tei­dig­te sei­nen Vater als Anwalt in den Nürn­ber­ger Kriegs­ver­bre­cher­pro­zes­sen. 1985 hielt er fest, dass der Sieg der Alli­ier­ten eine Befrei­ung war, von dra­ma­ti­schen Irr­tü­mern, die zu gewal­ti­gen Ver­bre­chen geführt hat­ten, wor­an jenes Mahn­mal erin­nert.
Man konn­te seit eini­ger Zeit z. B. auf Twit­ter lesen, dass unter neu­rech­ten Den­kern die­ser Aus­gang der Debat­te in den 1980er Jah­ren als revi­si­ons­be­dürf­tig galt. Und der frü­he­re Geschichts­leh­rer Höcke hat das vor­ges­tern expli­zit aus­ge­spro­chen. Es han­de­le sich um eine „däm­li­che Erin­ne­rungs­po­li­tik“. Nicht der ermor­de­ten Juden sol­le gedacht wer­den, son­dern der Dresd­ner Opfer des alli­ier­ten Bom­bar­de­ments.
Die euro­päi­sche Ver­stän­di­gung ermög­licht es heu­te, dass bei­des geschieht. Was „Bernd“ Höcke so auf­regt, ist die­ser Sach­ver­halt: „Deutsch­land“ hat sich in der Euro­päi­schen Uni­on mit einer euro­päi­schen Iden­ti­tät neu kon­sti­tu­iert, es ist kein Natio­nal­staat mehr. Und m. E. ist das auch gut so.
Das war schon in den 1980er Jah­ren abseh­bar – und schon damals m. E. einer der Hin­ter­grün­de des „His­to­ri­ker­streits“. Dass die deut­sche Ver­ei­ni­gung und die Ost­erwei­te­rung der EU lei­der wie­der natio­na­le Rück­schrit­te aus­ge­löst haben, ist auch klar. PEGI­DA und die AfD sind dar­auf Reak­tio­nen, die das seit den Bie­le­fel­der Stu­di­en von Heit­mey­er recht gut erfass­te rechts­ex­tre­me Spek­trum in unse­rer Bevöl­ke­rung anzie­hen kann. Schlecht für die­se Grup­pie­run­gen ist es, dass sogar in der Fuß­ball­na­tio­nal­mann­schaft Tür­ken und Schwar­ze spie­len, was die Leis­tungs­kraft der Mann­schaft gestärkt hat.
Die Visio­nen Höckes vom „voll­stän­di­gen Sieg“ wer­den sich zwei­fel­los nicht erfül­len. Aber die Demo­kra­ten sind nun gewarnt.

Wit­zig an der Rede Höckes ist, dass er wie­der auf deut­sche Tra­di­tio­nen zurück will, die gar nicht mehr ver­mit­telt wür­den. Da ich auch in NRW zur Schu­le gegan­gen bin, kann ich das nicht bestä­ti­gen. Z. B. Goe­the war Stan­dard. Sarah Wagen­knecht wür­de dem offen­bar zu kurz gekom­me­nen Höcke sicher­lich des­sen Lie­bes­ge­dich­te emp­feh­len. Ich ergän­ze, der „West-öst­li­che Diwan“ könn­te ein hilf­rei­ches Bil­dungs­er­leb­nis sein. Sogar Phi­lo­so­phen waren Höcke zufol­ge für Deutsch­land vor 1933 bedeu­tend. Hier ist für AfDler „Zum ewi­gen Frie­den“ von dem Königs­ber­ger Kant ein­schlä­gig. Es gehört zur Tra­gik jener Schan­de, dass vie­le Kenner/innen die­ser gro­ßen Tra­di­ti­on ermor­det wur­den. Nur eini­ge, wie Han­nah Arendt, über­leb­ten.
Höcke ist jeden­falls ein viel schlech­te­rer Red­ner als der dia­bo­li­sche Goeb­bels. Das könn­te viel­leicht ein Trost sein.

Hier ist das Video zu sehen, wel­ches zeigt, dass Tei­le der AfD neo­na­zis­ti­sche Züge  tra­gen:

 

Dresd­ner Rede von Björn Höcke im Video

7. September 2016

Die Schwie­rig­keit der Tole­ranz von kon­ser­va­ti­ven Men­schen

Fantasie ist angesagt!

Fan­ta­sie ist ange­sagt!

In der Bun­des­tags­de­bat­te ließ sich die geis­ti­ge Ver­wirr­rung sowohl des CDSU-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den als auch sei­ner Stell­ver­tre­te­rin Ger­da Has­sel­feldt wahr­neh­men. Man muss dar­an erin­nern, dass sowohl die baden­würt­tem­ber­gi­sche CDU als auch die CSU deut­li­che Nie­der­la­gen vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt erlit­ten haben, weil sie das aus der Wei­ma­rer Ver­fas­sung stam­men­de Reli­gi­ons­recht der Bun­des­re­pu­blik falsch aus­leg­ten – und ent­spre­chend ver­fas­sungs­wid­ri­ge Prak­ti­ken ent­wi­ckel­ten („Kru­zi­fix“, „Kopf­tuch“).

Ver­fas­sung des Deut­schen Reichs

Art 137

(1) Es besteht kei­ne Staats­kir­che.

(2) Die Frei­heit der Ver­ei­ni­gung zu Reli­gi­ons­ge­sell­schaf­ten wird gewähr­leis­tet. Der Zusam­men­schluß von Reli­gi­ons­ge­sell­schaf­ten inner­halb des Reichs­ge­biets unter­liegt kei­nen Beschrän­kun­gen.

(3) Jede Reli­gi­ons­ge­sell­schaft ord­net und ver­wal­tet ihre Ange­le­gen­hei­ten selb­stän­dig inner­halb der Schran­ken des für alle gel­ten­den Geset­zes. Sie ver­leiht ihre Ämter ohne Mit­wir­kung des Staa­tes oder der bür­ger­li­chen Gemein­de.

(4) Reli­gi­ons­ge­sell­schaf­ten erwer­ben die Rechts­fä­hig­keit nach den all­ge­mei­nen Vor­schrif­ten des bür­ger­li­chen Rech­tes.

(5) Die Reli­gi­ons­ge­sell­schaf­ten blei­ben Kör­per­schaf­ten des öffent­li­chen Rech­tes, soweit sie sol­che bis­her waren. Ande­ren Reli­gi­ons­ge­sell­schaf­ten sind auf ihren Antrag glei­che Rech­te zu gewäh­ren, wenn sie durch ihre Ver­fas­sung und die Zahl ihrer Mit­glie­der die Gewähr der Dau­er bie­ten. Schlie­ßen sich meh­re­re der­ar­ti­ge öffent­lich-recht­li­che Reli­gi­ons­ge­sell­schaf­ten zu einem Ver­ban­de zusam­men, so ist auch die­ser Ver­band eine öffent­lich-recht­li­che Kör­per­schaft.

(6) Die Reli­gi­ons­ge­sell­schaf­ten, wel­che Kör­per­schaf­ten des öffent­li­chen Rech­tes sind, sind berech­tigt, auf Grund der bür­ger­li­chen Steu­er­lis­ten nach Maß­ga­be der lan­des­recht­li­chen Bestim­mun­gen Steu­ern zu erhe­ben.

(7) Den Reli­gi­ons­ge­sell­schaf­ten wer­den die Ver­ei­ni­gun­gen gleich­ge­stellt, die sich die gemein­schaft­li­che Pfle­ge einer Welt­an­schau­ung zur Auf­ga­be machen.

(8) Soweit die Durch­füh­rung die­ser Bestim­mun­gen eine wei­te­re Rege­lung erfor­dert, liegt die­se der Lan­des­ge­setz­ge­bung ob.

Die kon­ser­va­ti­ve Ansicht besteht dar­in, dass die Bun­des­re­pu­blik ein christ­lich gepräg­ter Staat sei, man bemüht sich heu­te dann zu sagen, es gebe eine jüdisch-christ­li­che Tra­di­ti­on. Dass das heu­te wie­der an Fra­gen der Kopf­be­de­ckung, des Schwimm­un­ter­richts usf. erör­tert wur­de, stimmt doch skep­tisch. Hier kön­nen m. E. jeweils prak­ti­ka­ble Lösun­gen gefun­den wer­den. Wenn eine Schü­le­rin oder Stu­den­tin voll­ver­schlei­ert auf­tritt, ist es eher wahr­schein­lich, dass sie das nicht mehr tut, wenn sie von den Ande­ren nicht aus­ge­grenzt wird. So ver­hält es sich auch bei der Bade­klei­dung. Die Argu­men­te von Man­sour und Özde­mir sind m. E. nicht stich­hal­tig, auf die sich Kau­der bezog. Im Zwei­fel ent­schei­den das in der Bun­des­re­pu­blik Gerich­te.

 

21. März 2016

Nichts ist alter­na­tiv­los – aber für man­ches gibt es bes­se­re Argu­men­te!

Bob der Bau­meis­ter als Meta­phern­spen­der

Die Rat­lo­sig­keit unter den oder zumin­dest eini­gen Qualitätsjournalist/inn/en ist groß, die AfD hat einen beacht­li­chen Wahl­er­folg errun­gen. Ganz rich­tig wird im „Pres­se­club“ dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die AfD kein Par­tei­pro­gramm habe. Aller­dings hat sie die jewei­li­gen Wahl­pro­gram­me ver­teilt bzw. die­se waren im Inter­net leicht zugäng­lich. (more…)

16. März 2016

Dik­ta­tur?

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Bei der Pres­se­kon­fe­renz der AfD in Ber­lin am Mon­tag fiel eine inter­es­san­te Fest­le­gung: Der Islam gehö­re nicht zu Deutsch­land, wohl aber mus­li­mi­sche Men­schen, so der baden­würt­tem­ber­gi­sche Spit­zen­kan­di­dat, assis­tiert von Frau Petry. Der Bun­des­prä­si­dent Gauck hat­te, nach der Posi­ti­on sei­nes Vor­gän­gers Wulff gefragt, ähn­lich geant­wor­tet. Dar­über ist die Dis­kus­si­on längst hin­weg­ge­gan­gen und den Mus­li­men wird auch in von der CDU regier­ten Län­dern ange­bo­ten, sich als Kör­per­schaft des öffent­li­chen Rechts zu orga­ni­sie­ren, was z. B. die Ertei­lung von Reli­gi­ons­un­ter­richt an öffent­li­chen Schu­len bedeu­ten wür­de. Dies ent­spricht dem Grund­ge­setz. Denn mus­li­mi­sche Men­schen haben eine Reli­gi­on und das ist tat­säch­lich – „der Islam“ in sei­nen ver­schie­de­nen Dif­fe­ren­zie­run­gen hier in Deutsch­land. Soll­te der Islam also nicht zu Deutsch­land gehö­ren, müss­te den mus­li­mi­schen Men­schen die Reli­gi­ons­frei­heit ent­zo­gen wer­den, was Herr Meu­then aus­schloss.

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28. Februar 2016

Hilft uns die Digiso­phie? Eine aktu­el­le Anmer­kung

Die gegen­wär­ti­ge Zeit Ende Febru­ar 2016 ist eine Zeit des Ver­lus­tes von unre­flek­tier­ten Gewohn­hei­ten und Ein­stel­lun­gen. Wer ein nai­ves Auf­klä­rungs­ver­ständ­nis hat, kann heu­te z. B. von einer Auf­klä­rung 2.0 o. Ä. über­rascht wer­den, in der angeb­lich vie­le Pro­ble­me obso­let oder gelöst sei­en – und es das Pro­blem der indi­vi­du­el­len Selbst­be­stim­mung nicht mehr gebe, da wir uns digi­tal „Big Data“ unter­ge­ord­net hät­ten. Ob ich zu dem mehr­fach erwähn­ten Datum 2050 noch lebe, mag sein, aber wenn nicht, wer­de ich wei­ter dazu bei­tra­gen zu ver­su­chen, um das zu ver­hin­dern. Denn mei­ne Kin­der sol­len sich selbst bestim­men kön­nen. Ich habe lan­ge gehofft, dass sich die Ide­en von Kant bis Haber­mas durch die digi­ta­le Revo­lu­ti­on begüns­ti­gen lie­ßen, weil die Betei­li­gung aller Men­schen tech­nisch leich­ter mög­lich wäre.  Aber Goog­le und face­book, dazu NSA und GCHQ sind bis­her die Sieger/innen. Das neue Sys­tem heißt Digiso­phie, es ist unge­fähr so mit Phi­lo­so­phie ver­traut wie die Neu­ro­phi­lo­so­phie. Offen­bar gibt Goog­le zu die­sen Fra­gen zu wenig her – oder die Suche ist unüber­sicht­lich gewor­den bzw. es   ist zu viel eige­ne Gedan­ken­ar­beit erfor­der­lich.

Tat­säch­lich sind heu­te phi­lo­so­phi­sche Dis­kur­se nicht sel­ten durch das Flücht­lings­the­ma bestimmt, wel­ches Deutsch­land und ganz Euro­pa vor gro­ße Fra­gen stellt. Dabei kön­nen auch Vor­schlä­ge der Auf­klä­rung nach Kant fort­ge­schrie­ben wer­den wie bei Ulri­ke Gué­rot und Robert Men­as­se. (more…)