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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


30. Juni 2017

Ende einer Diskrimierung: die Ehe für Alle

Wer das Spek­ta­kel ab acht  Uhr im Reichs­tag ver­fol­gen konn­te, erleb­te nur noch eine schwa­che Gegen­wehr der Uni­ons­frak­ti­ons­füh­rung, wohl weil klar war, dass es inner­halb von CDSU eine beacht­li­che Min­der­heit gibt, die der #Ehe­füral­le zustimmt. 75 Uni­ons­ab­ge­ord­ne­te stimm­ten dann auch der Vor­la­ge aus Rhein­land-Pfalz zu, dar­un­ter Gene­ral­se­kre­tär, Kanz­ler­amts­mi­nis­ter und Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin, sodass das Gesetz mit kla­rer Mehr­heit ver­ab­schie­det wur­de.

Damit kehrt Frie­den ein, die Dis­kri­mi­nie­rung einer sexu­el­len Min­der­heit hat ein Ende gefun­den.

Ob die evan­ge­li­schen Lan­des­kir­chen die kirch­li­che Trau­ung vor­se­hen, wie es etwa schon die EKHN tut, wer­den wir sehen. Ohne­hin ent­schei­det pro­tes­tan­tisch letzt­lich der ein­zel­ne Kir­chen­vor­stand.

Vie­le wer­den jetzt zum theo­lo­gi­schen Nach­den­ken kom­men. Eine Anre­gung fin­det sich hier.

11. März 2017

VHS Bad Rappenau)">Moderner Daoismus (VHS Bad Rappenau)

Ein Yin-Yang-Sym­bol

Zu den am 07.03. kon­tro­vers dis­ku­tier­ten Fra­gen, vgl.:
http://www.faz.net/aktuell/wissen/leben-gene/hirnforschung-mit-straftaetern-das-boese-beginnt-im-gehirn-13649029.html.

Dazu vgl. auch die Aus­füh­run­gen mei­nes Hei­del­ber­ger Kol­le­gen Tho­mas Fuchs.
M. E. ist es metho­disch unhalt­bar, das Gehirn zu iso­lie­ren. Seit Ende des 19. Jahr­hun­derts ist nicht mehr umstrit­ten, dass wir zur Gestal­tung und auch Erfas­sung unse­res Selbst- und Welt­ver­hält­nis­ses die­ses Organ benö­ti­gen. Das heißt aber auch, dass das Gehirn nicht nur im Schä­del ist, son­dern an allen leib­li­chen Ver­hält­nis­sen betei­ligt ist. Fuchs hat das 2015 eini­ger­ma­ßen nach­voll­zieh­bar dar­ge­stellt: http://www.informationphilosophie.de/?a=1&t=8319&n=2&y=1&c=1&o=5 .

Der Dao­is­mus stellt den mys­ti­schen Aspekt der chi­ne­si­schen Kul­tur dar. Die Dao­is­ten kom­mu­ni­zie­ren z. T. para­dox, wie wir schon bei der Dar­stel­lung des Sys­tems in der Ver­gan­gen­heit sahen. Anders als die Kom­mu­nis­ten und auch die Kon­fu­zia­ner leh­nen sie Krieg und Gewalt ab. Sie bil­den m. E. die Men­schen­rechts­po­si­ti­on in der chi­ne­si­schen Kul­tur (ähn­lich auch E. Tugend­hat). Viel­leicht lässt sich sagen, dass die para­do­xe Kom­mu­ni­ka­ti­on die Anpas­sung an das Gewöhn­li­che, die gesell­schaft­li­chen Gewohn­hei­ten irri­tie­ren oder gar unter­bre­chen soll.
Sicher unter­stel­len auch die Dao­is­ten, dass star­ke Lei­den­schaf­ten wie Gier und Zorn die Men­schen bestim­men (so auch sowohl in bud­dhis­ti­schen Posi­tio­nen als auch in der Berg­pre­digt). Aber solan­ge man/frau das nur fest­stellt, blei­ben er oder sie im ([neo-]positivistischen) natur­wis­sen­schaft­li­chen Dis­kurs. So ist es eben. Da lässt sich nichts machen. Krieg kann man nur durch die Macht der Geweh­re been­den (Mao).
Die Dao­is­ten set­zen dage­gen die medi­ta­ti­ve Pra­xis. Man/frau nimmt sich selbst zurück, ent­fernt sich damit aus der Welt der Sor­ge, wel­che uns kon­ti­nu­ier­lich ent­lang unse­rer Gewohn­hei­ten wei­ter­ma­chen lässt. In der Medi­ta­ti­on erge­ben sich dao­is­tisch Ganz­heits­er­fah­run­gen, was z. B. durch das Inein­an­der von Ying und Yang aus­ge­drückt wird. In der Medi­ta­ti­on kann sich der/die Ein­zel­ne mit dem Gan­zen, dem Kos­mos ver­bun­den füh­len. Bei Gehirn­scans schei­nen in der­ar­ti­gen Situa­tio­nen Regio­nen inak­tiv zu sein, die beim Raum- und Zeit­be­wusst­sein aktiv sind.
Aber im Gehirn kann das nicht blei­ben. Es soll ja die all­täg­li­che Pra­xis bestim­men. Eine sol­che neue Hal­tung lässt sich nur durch Übung errei­chen. D. h., häu­fi­ges Medi­tie­ren liegt nahe.
Dadurch las­sen sich auch star­ke Lei­den­schaf­ten ver­än­dern. Die dao­is­ti­sche Poin­te besteht dar­in, dass so auch die Gewalt unter­bro­chen wer­den kann.

 

18. Januar 2017

Eine wichtige Nebenbemerkung

Natür­lich ist das Denk­mal für die Ermor­dung der euro­päi­schen Juden in Ber­lin ein „Denk­mal der Schan­de“, weil die­se Ermor­dung eine Schan­de ist – und die­se Ermor­dung neben vie­len wei­te­ren Ver­bre­chen von dem aller­größ­ten Teil der Bevöl­ke­rung hin­ge­nom­men wur­de. Erst seit den 1968er Jah­ren fand eine brei­te­re inten­si­ve Debat­te statt. Dage­gen gab es auch intel­lek­tu­el­le Bewe­gun­gen, sodass es in den 1980er Jah­ren zu einem „His­to­ri­ker­streit“ kam, in des­sen Ver­lauf ein ange­se­he­ner Alter­tums­wis­sen­schaft­ler im „Evan­ge­li­schen Stu­di­en­werk“ sag­te, wer Deut­scher sein wol­le, müs­se die Geschich­te von 1933-1945 als Teil sei­ner Iden­ti­tät anneh­men. Ich als Sohn eines Geg­ners der Natio­nal­so­zia­lis­ten war scho­ckiert.
Richard von Weiz­sä­cker rück­te das 1985 zurecht. Er war Sohn eines Teils der Reichs­re­gie­rung – und ver­tei­dig­te sei­nen Vater als Anwalt in den Nürn­ber­ger Kriegs­ver­bre­cher­pro­zes­sen. 1985 hielt er fest, dass der Sieg der Alli­ier­ten eine Befrei­ung war, von dra­ma­ti­schen Irr­tü­mern, die zu gewal­ti­gen Ver­bre­chen geführt hat­ten, wor­an jenes Mahn­mal erin­nert.
Man konn­te seit eini­ger Zeit z. B. auf Twit­ter lesen, dass unter neu­rech­ten Den­kern die­ser Aus­gang der Debat­te in den 1980er Jah­ren als revi­si­ons­be­dürf­tig galt. Und der frü­he­re Geschichts­leh­rer Höcke hat das vor­ges­tern expli­zit aus­ge­spro­chen. Es han­de­le sich um eine „däm­li­che Erin­ne­rungs­po­li­tik“. Nicht der ermor­de­ten Juden sol­le gedacht wer­den, son­dern der Dresd­ner Opfer des alli­ier­ten Bom­bar­de­ments.
Die euro­päi­sche Ver­stän­di­gung ermög­licht es heu­te, dass bei­des geschieht. Was „Bernd“ Höcke so auf­regt, ist die­ser Sach­ver­halt: „Deutsch­land“ hat sich in der Euro­päi­schen Uni­on mit einer euro­päi­schen Iden­ti­tät neu kon­sti­tu­iert, es ist kein Natio­nal­staat mehr. Und m. E. ist das auch gut so.
Das war schon in den 1980er Jah­ren abseh­bar – und schon damals m. E. einer der Hin­ter­grün­de des „His­to­ri­ker­streits“. Dass die deut­sche Ver­ei­ni­gung und die Ost­erwei­te­rung der EU lei­der wie­der natio­na­le Rück­schrit­te aus­ge­löst haben, ist auch klar. PEGIDA und die AfD sind dar­auf Reak­tio­nen, die das seit den Bie­le­fel­der Stu­di­en von Heit­mey­er recht gut erfass­te rechts­ex­tre­me Spek­trum in unse­rer Bevöl­ke­rung anzie­hen kann. Schlecht für die­se Grup­pie­run­gen ist es, dass sogar in der Fuß­ball­na­tio­nal­mann­schaft Tür­ken und Schwar­ze spie­len, was die Leis­tungs­kraft der Mann­schaft gestärkt hat.
Die Visio­nen Höckes vom „voll­stän­di­gen Sieg“ wer­den sich zwei­fel­los nicht erfül­len. Aber die Demo­kra­ten sind nun gewarnt.

Wit­zig an der Rede Höckes ist, dass er wie­der auf deut­sche Tra­di­tio­nen zurück will, die gar nicht mehr ver­mit­telt wür­den. Da ich auch in NRW zur Schu­le gegan­gen bin, kann ich das nicht bestä­ti­gen. Z. B. Goe­the war Stan­dard. Sarah Wagen­knecht wür­de dem offen­bar zu kurz gekom­me­nen Höcke sicher­lich des­sen Lie­bes­ge­dich­te emp­feh­len. Ich ergän­ze, der „West-öst­li­che Diwan“ könn­te ein hilf­rei­ches Bil­dungs­er­leb­nis sein. Sogar Phi­lo­so­phen waren Höcke zufol­ge für Deutsch­land vor 1933 bedeu­tend. Hier ist für AfDler „Zum ewi­gen Frie­den“ von dem Königs­ber­ger Kant ein­schlä­gig. Es gehört zur Tra­gik jener Schan­de, dass vie­le Kenner/innen die­ser gro­ßen Tra­di­ti­on ermor­det wur­den. Nur eini­ge, wie Han­nah Arendt, über­leb­ten.
Höcke ist jeden­falls ein viel schlech­te­rer Red­ner als der dia­bo­li­sche Goeb­bels. Das könn­te viel­leicht ein Trost sein.

Hier ist das Video zu sehen, wel­ches zeigt, dass Tei­le der AfD neo­na­zis­ti­sche Züge  tra­gen:

 

Dresd­ner Rede von Björn Höcke im Video

7. September 2016

Die Schwierigkeit der Toleranz von konservativen Menschen

Fantasie ist angesagt!

Fan­ta­sie ist ange­sagt!

In der Bun­des­tags­de­bat­te ließ sich die geis­ti­ge Ver­wirr­rung sowohl des CDSU-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den als auch sei­ner Stell­ver­tre­te­rin Ger­da Has­sel­feldt wahr­neh­men. Man muss dar­an erin­nern, dass sowohl die baden­würt­tem­ber­gi­sche CDU als auch die CSU deut­li­che Nie­der­la­gen vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt erlit­ten haben, weil sie das aus der Wei­ma­rer Ver­fas­sung stam­men­de Reli­gi­ons­recht der Bun­des­re­pu­blik falsch aus­leg­ten – und ent­spre­chend ver­fas­sungs­wid­ri­ge Prak­ti­ken ent­wi­ckel­ten („Kru­zi­fix“, „Kopf­tuch“).

Ver­fas­sung des Deut­schen Reichs

Art 137

(1) Es besteht kei­ne Staats­kir­che.

(2) Die Frei­heit der Ver­ei­ni­gung zu Reli­gi­ons­ge­sell­schaf­ten wird gewähr­leis­tet. Der Zusam­men­schluß von Reli­gi­ons­ge­sell­schaf­ten inner­halb des Reichs­ge­biets unter­liegt kei­nen Beschrän­kun­gen.

(3) Jede Reli­gi­ons­ge­sell­schaft ord­net und ver­wal­tet ihre Ange­le­gen­hei­ten selb­stän­dig inner­halb der Schran­ken des für alle gel­ten­den Geset­zes. Sie ver­leiht ihre Ämter ohne Mit­wir­kung des Staa­tes oder der bür­ger­li­chen Gemein­de.

(4) Reli­gi­ons­ge­sell­schaf­ten erwer­ben die Rechts­fä­hig­keit nach den all­ge­mei­nen Vor­schrif­ten des bür­ger­li­chen Rech­tes.

(5) Die Reli­gi­ons­ge­sell­schaf­ten blei­ben Kör­per­schaf­ten des öffent­li­chen Rech­tes, soweit sie sol­che bis­her waren. Ande­ren Reli­gi­ons­ge­sell­schaf­ten sind auf ihren Antrag glei­che Rech­te zu gewäh­ren, wenn sie durch ihre Ver­fas­sung und die Zahl ihrer Mit­glie­der die Gewähr der Dau­er bie­ten. Schlie­ßen sich meh­re­re der­ar­ti­ge öffent­lich-recht­li­che Reli­gi­ons­ge­sell­schaf­ten zu einem Ver­ban­de zusam­men, so ist auch die­ser Ver­band eine öffent­lich-recht­li­che Kör­per­schaft.

(6) Die Reli­gi­ons­ge­sell­schaf­ten, wel­che Kör­per­schaf­ten des öffent­li­chen Rech­tes sind, sind berech­tigt, auf Grund der bür­ger­li­chen Steu­er­lis­ten nach Maß­ga­be der lan­des­recht­li­chen Bestim­mun­gen Steu­ern zu erhe­ben.

(7) Den Reli­gi­ons­ge­sell­schaf­ten wer­den die Ver­ei­ni­gun­gen gleich­ge­stellt, die sich die gemein­schaft­li­che Pfle­ge einer Welt­an­schau­ung zur Auf­ga­be machen.

(8) Soweit die Durch­füh­rung die­ser Bestim­mun­gen eine wei­te­re Rege­lung erfor­dert, liegt die­se der Lan­des­ge­setz­ge­bung ob.

Die kon­ser­va­ti­ve Ansicht besteht dar­in, dass die Bun­des­re­pu­blik ein christ­lich gepräg­ter Staat sei, man bemüht sich heu­te dann zu sagen, es gebe eine jüdisch-christ­li­che Tra­di­ti­on. Dass das heu­te wie­der an Fra­gen der Kopf­be­de­ckung, des Schwimm­un­ter­richts usf. erör­tert wur­de, stimmt doch skep­tisch. Hier kön­nen m. E. jeweils prak­ti­ka­ble Lösun­gen gefun­den wer­den. Wenn eine Schü­le­rin oder Stu­den­tin voll­ver­schlei­ert auf­tritt, ist es eher wahr­schein­lich, dass sie das nicht mehr tut, wenn sie von den Ande­ren nicht aus­ge­grenzt wird. So ver­hält es sich auch bei der Bade­klei­dung. Die Argu­men­te von Man­sour und Özde­mir sind m. E. nicht stich­hal­tig, auf die sich Kau­der bezog. Im Zwei­fel ent­schei­den das in der Bun­des­re­pu­blik Gerich­te.

 

21. März 2016

Nichts ist alternativlos – aber für manches gibt es bessere Argumente!

Bob der Bau­meis­ter als Meta­phern­spen­der

Die Rat­lo­sig­keit unter den oder zumin­dest eini­gen Qualitätsjournalist/inn/en ist groß, die AfD hat einen beacht­li­chen Wahl­er­folg errun­gen. Ganz rich­tig wird im „Pres­se­club“ dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die AfD kein Par­tei­pro­gramm habe. Aller­dings hat sie die jewei­li­gen Wahl­pro­gram­me ver­teilt bzw. die­se waren im Inter­net leicht zugäng­lich. (more…)

16. März 2016

Diktatur?

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Bei der Pres­se­kon­fe­renz der AfD in Ber­lin am Mon­tag fiel eine inter­es­san­te Fest­le­gung: Der Islam gehö­re nicht zu Deutsch­land, wohl aber mus­li­mi­sche Men­schen, so der baden­würt­tem­ber­gi­sche Spit­zen­kan­di­dat, assis­tiert von Frau Petry. Der Bun­des­prä­si­dent Gauck hat­te, nach der Posi­ti­on sei­nes Vor­gän­gers Wulff gefragt, ähn­lich geant­wor­tet. Dar­über ist die Dis­kus­si­on längst hin­weg­ge­gan­gen und den Mus­li­men wird auch in von der CDU regier­ten Län­dern ange­bo­ten, sich als Kör­per­schaft des öffent­li­chen Rechts zu orga­ni­sie­ren, was z. B. die Ertei­lung von Reli­gi­ons­un­ter­richt an öffent­li­chen Schu­len bedeu­ten wür­de. Dies ent­spricht dem Grund­ge­setz. Denn mus­li­mi­sche Men­schen haben eine Reli­gi­on und das ist tat­säch­lich – „der Islam“ in sei­nen ver­schie­de­nen Dif­fe­ren­zie­run­gen hier in Deutsch­land. Soll­te der Islam also nicht zu Deutsch­land gehö­ren, müss­te den mus­li­mi­schen Men­schen die Reli­gi­ons­frei­heit ent­zo­gen wer­den, was Herr Meu­then aus­schloss.

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28. Februar 2016

Hilft uns die Digisophie? Eine aktuelle Anmerkung

Die gegen­wär­ti­ge Zeit Ende Febru­ar 2016 ist eine Zeit des Ver­lus­tes von unre­flek­tier­ten Gewohn­hei­ten und Ein­stel­lun­gen. Wer ein nai­ves Auf­klä­rungs­ver­ständ­nis hat, kann heu­te z. B. von einer Auf­klä­rung 2.0 o. Ä. über­rascht wer­den, in der angeb­lich vie­le Pro­ble­me obso­let oder gelöst sei­en – und es das Pro­blem der indi­vi­du­el­len Selbst­be­stim­mung nicht mehr gebe, da wir uns digi­tal „Big Data“ unter­ge­ord­net hät­ten. Ob ich zu dem mehr­fach erwähn­ten Datum 2050 noch lebe, mag sein, aber wenn nicht, wer­de ich wei­ter dazu bei­tra­gen zu ver­su­chen, um das zu ver­hin­dern. Denn mei­ne Kin­der sol­len sich selbst bestim­men kön­nen. Ich habe lan­ge gehofft, dass sich die Ide­en von Kant bis Haber­mas durch die digi­ta­le Revo­lu­ti­on begüns­ti­gen lie­ßen, weil die Betei­li­gung aller Men­schen tech­nisch leich­ter mög­lich wäre.  Aber Goog­le und face­book, dazu NSA und GCHQ sind bis­her die Sieger/innen. Das neue Sys­tem heißt Digiso­phie, es ist unge­fähr so mit Phi­lo­so­phie ver­traut wie die Neu­ro­phi­lo­so­phie. Offen­bar gibt Goog­le zu die­sen Fra­gen zu wenig her – oder die Suche ist unüber­sicht­lich gewor­den bzw. es   ist zu viel eige­ne Gedan­ken­ar­beit erfor­der­lich.

Tat­säch­lich sind heu­te phi­lo­so­phi­sche Dis­kur­se nicht sel­ten durch das Flücht­lings­the­ma bestimmt, wel­ches Deutsch­land und ganz Euro­pa vor gro­ße Fra­gen stellt. Dabei kön­nen auch Vor­schlä­ge der Auf­klä­rung nach Kant fort­ge­schrie­ben wer­den wie bei Ulri­ke Gué­rot und Robert Men­as­se. (more…)

22. Februar 2016

CDU vor schwerer Niederlage …">CDU vor schwerer Niederlage …

Die CDU steht in Baden-Würt­tem­berg vor einer his­to­ri­schen Nie­der­la­ge. Es ist die zwei­te nach 2011, die wg. ihrer dra­ma­tisch nai­ven Kern­ener­gie­po­li­tik erfolg­te. Jetzt aber lie­gen Grü­ne und CDU gleich­auf, d. h., ein wich­ti­ger Aspekt für eine star­ke CDU-Frak­ti­on, die gro­ße Zahl von Direkt­man­da­ten, fällt mut­maß­lich fort. Grün­de sind eine dümm­li­che Oppo­si­ti­ons­po­li­tik in den letz­ten fünf Jah­ren, die Wahl eines eher unbe­lieb­ten Spit­zen­kan­di­da­ten und der Glau­be, man bekämp­fe die AfD am bes­ten damit, indem man ihre men­schen­rechts­feind­li­chen For­de­run­gen ver­meint­lich abge­mil­dert über­nimmt („Tran­sit­zo­nen“). Dadurch hat die CDU Platz gelas­sen für Kret­sch­mann, der die Poli­tik der Kanz­le­rin expli­zit unter­stützt. Die CDU ist in die Fal­le der baden-würt­tem­ber­gi­schen Grü­nen gelau­fen. Selbst wenn das jetzt nur eine Moment­auf­nah­me ist, sie macht deut­lich, dass Kret­sch­mann wahr­schein­lich Minis­ter­prä­si­dent bleibt, wenn er die FDP ins Boot holen kann.

16. Februar 2016

Tag für Tag, heute eine enttäuschende Talk-Show

Der Durch­zug durch das Schilf­meer auf der Flucht

In der heu­ti­gen Tag-für-Tag-Sen­dung im DLf dis­ku­tier­ten Bar­ba­ra John und der prak­ti­sche Theo­lo­ge Wolf­gang Beck mit­ein­an­der. The­ma war die Flücht­lings­fra­ge und die Rol­le der bei­den Groß­kir­chen. Nach mei­ner Mei­nung war es eine sehr schlech­te Sen­dung, die auf Talk-Show-Niveau lief. Man/frau konn­te nicht ein­mal die hin­rei­chen­den Infor­ma­tio­nen zum The­ma bekom­men.

Bei­de Diskutant/inn/en sind katho­lisch, aber von einem Hoch­schul­pro­fes­sor in St. Geor­gen darf man/frau sich etwas mehr erwar­ten. Er kor­ri­gier­te zwar man­che Fehl­leis­tun­gen von Frau John bezüg­lich des Ver­hält­nis­ses von Staat und Kir­che in der Bun­des­re­pu­blik. Frau John erwar­tet, dass die Kir­chen selbst Flücht­lin­ge auf­näh­men bzw. ver­sorg­ten und weni­ger mit abs­trak­ten theo­lo­gi­schen Paro­len wie der­je­ni­gen vom Eben­bild Got­tes Gesin­nungs- statt Ver­ant­wor­tungs­ethik prak­ti­zier­ten, ein kras­ses Fehl­ur­teil von Max Weber, das nun auch auf die Flücht­lings­fra­ge ange­wen­det wird.

In der Sen­dung war dann stets vom „Abbild“ Got­tes die Rede, was weder den hebräi­schen noch gar den grie­chi­schen Aus­druck wie­der­gibt.

Es geht dar­um, dass die Men­schen Bil­der Got­tes sind, wie Gen 1,26-28 (vgl. Gen 5,1f) sagt. Das wird dann in der Urge­schich­te (Gen 1-11) wei­ter aus­ge­führt, sodass Men­schen nicht mehr getö­tet wer­den dür­fen. Schon Kant las das so, dass dar­in eine Kon­zep­ti­on der Men­schen­rech­te steckt (Mut­maß­li­cher Anfang …). Statt sol­che mög­li­chen Gedan­ken zu ver­fol­gen, was der­ar­ti­ge bibli­sche Bil­der und Erzäh­lun­gen bedeu­ten könn­ten, wur­de dis­ku­tiert, ob es gut sei, bei PEGI­DA-Demons­tra­tio­nen die Dom­be­leuch­tung in Erfurt oder Köln aus­zu­schal­ten bzw. die AfD vom Katho­li­ken­tag aus­zu­schlie­ßen. Letz­te­res ist falsch, weil unde­mo­kra­tisch. (more…)

12. Februar 2016

Es sieht so aus, dass die AfD auch in Baden-Würt­tem­berg in den Land­tag ein­zie­hen wird. Es sind noch fünf Wochen Zeit, aber es scheint unwahr­schein­lich, dass der Trend umge­kehrt wer­den kann. Einer der Feh­ler ist es, sie in den Qua­li­täts­me­di­en vage zu bekämp­fen und die poli­ti­sche direk­te Aus­ein­an­der­set­zung zu ver­wei­gern. Das ist zudem unde­mo­kra­tisch. (more…)