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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


20. April 2018

Ver­an­stal­tun­gen in Darm­stadt 17.04.

 

Bibel­kun­de: Hin­füh­rung, Kon­tex­tua­li­sie­rung und die ver­schie­de­nen Kano­nes

In Fort­füh­rung vom 12.04. bespra­chen wir ver­schie­de­ne deut­sche Bibel­über­set­zun­gen.
Wich­tig ist der zwei­te Punkt. Die Bibel­lek­tü­re soll­te heu­te nicht mehr ohne Bezug zum Koran voll­zo­gen wer­den. Denn der Koran ist jeden­falls auch eine Fort­schrei­bung vor allem der jüdi­schen Bibel. Die Ähn­lich­kei­ten und Unähn­lich­kei­ten beschreibt der Koran so, es habe eine himm­li­sche Mut­ter der Schrift gege­ben, Sure 43,4, die an alle Pro­phe­ten ver­sandt wor­den sei, bei Moham­med sei das am bes­ten ange­kom­men. In jün­ge­rer Zeit hat sich in Ber­lin vor allem Ange­li­ka Neu­wirth her­vor­ge­tan, bei der sich eine neue Text­ge­stalt erschließt, die mit dem von mir behaup­te­ten Fort­schrei­bungs­pro­zess ver­wandt ist. Das stimmt i. E. mit der neu­en his­to­risch-kri­ti­schen Aus­ga­be in Tune­si­en über­ein. Wir wer­den das an ein­zel­nen Tex­ten ver­fol­gen. (more…)

31. Januar 2018

Ver­an­stal­tun­gen Darm­stadt 30.01.

Flucht, Eth­nie usf.

Da ich zu einer KIKA-Sen­dung ver­linkt hat­te, ging es um die Fra­ge, wie der Bezug zu gewalt­lo­sen Kon­flikt­lö­sungs­stra­te­gi­en wie in Mt 5,38ff zu ver­ste­hen sei. Die Sen­dung zeigt ein jun­ges Paar, das mit­ein­an­der Kon­flik­te zu bear­bei­ten sucht, auch Eltern kom­men zu Wort. Die Sen­dung wur­de z. B. auf Twit­ter skan­da­li­siert, weil hier angeb­lich ein geflüch­te­ter Syrer eine jun­ge Deut­sche sexu­ell miss­braucht habe und sie wahr­schein­lich umbrin­gen wer­de. Im Video wird die Ver­schie­den­heit des Paars the­ma­ti­siert. Zu unse­rem Text passt, dass der Kon­flikt von bei­den aus­ge­spro­chen wird – und Fremd­heits­er­fah­run­gen offen­ge­legt wer­den. In der Fol­ge wur­den die Dif­fe­ren­zen katholisch/evangelisch und christlich/muslimisch, deutsch/syrisch erör­tert, eben­falls der Reli­gi­ons­un­ter­richt an öffent­li­chen Schu­len.
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24. Januar 2018

Ver­an­stal­tun­gen in Darm­stadt 23.01.

  1. 1. Theo­lo­gie: Fremd­heit usf.

Wir beschränk­ten uns auf Mt 5,38-48, ein Text, der Par­al­le­len in Lk 6 hat. Gezeigt wer­den soll­te, wie sich die Uni­ver­sa­li­tät von Juden­tum und Chris­ten­tum und Juden­tum nun dar­stellt. Jesus gilt als der­je­ni­ge, der Gesetz und Pro­phe­ten dyna­misch aus­legt, das ist der Sinn der For­mu­lie­rung: „… nicht auf­lö­sen … , son­dern erfül­len“ (Mt 5,17).

Der Text hat es beson­ders mit dem Phä­no­men von Fremd­heit, Anders­sein als … zu tun bzw. mit Kon­flik­ten, die dar­aus erwach­sen kön­nen.

Als wich­ti­ge Regel der Tora wird Ex 21,24f her­an­ge­zo­gen, die zu einem gleich­be­rech­tig­ten Aus­gleich auf­for­dert: „Auge um Auge, Zahn um Zahn …“ Es gab zwei Schwie­rig­kei­ten, das auf den fol­gen­den Text zu bezie­hen.

  1. Linke/rechte Wan­ge, bor­gen?
  2. Wie sol­len wir das machen? Ein Ver­trau­ens­pro­blem.

Gemeint ist eine Form des gewalt­lo­sen Wider­stands wie zuneh­mend seit Ende des 19. Jhdts. gesagt wird. Wir dis­ku­tier­ten Ghan­di, Bon­hoef­fer, die Ker­zen in der Leip­zi­ger Niko­lai­kir­che. Sowohl das römi­sche Lehr­amt als auch die offi­zi­el­le Hal­tung der EKD sind nach der erneu­ten Zunah­me von gewalt­tä­ti­gen, krie­ge­ri­schen Lösun­gen auf die­se Posi­ti­on zurück­ge­kom­men. Haupt­ar­gu­ment ist, dass alle krie­ge­ri­schen Lösun­gen seit eini­ger Zeit ein wei­te­res Infer­no aus­lö­sen.

Zu einem sehr aktu­el­len Pro­blem, das bei unse­rer Dis­kus­si­on eine Rol­les spiel­te, vgl. hier.

  1. 2. Urge­schich­te

Die Völ­ker­ta­fel in Gen 10 (vgl. hier) ent­wirft ein Bild der Völ­ker­welt, das wohl bis ins Neue Tes­ta­ment gül­tig sein dürf­te, Mar­kus Wit­te berück­sich­tigt m. E. zurecht den Bezug der Tafel auf Grie­chen­land.

Wir beschäf­tig­ten uns prag­ma­tisch mit 9,18ff, zumal der Dozent mit Stu­den­tin­nen zusam­men war.

Wie schon zuvor wird die Domi­nanz einer patri­li­nea­ren Betrach­tungs­wei­se offen­sicht­lich. Der Dozent ver­wies auf die sym­me­tri­sche Bestim­mung in Gen 1,26ff als eine Gegen­ent­wick­lung, sodass ein Inter­pre­ta­ti­ons­spiel­raum ent­steht, der eigen­stän­di­ge Interpret/inn/en erfor­der­lich macht, um die Bibel kri­tisch und exis­ten­zi­ell enga­giert zu lesen.

Ein gutes Bei­spiel dafür war die Debat­te der Teil­neh­me­rin­nen, die das auf die eige­ne Lebens­welt bezo­gen.

21. Januar 2018

Gen 8-9

Semi­nar: Ein­füh­rung in die exege­ti­schen Metho­den und das wis­sen­schaft­li­che Arbei­ten:
Die Urge­schich­te (Gen 1-11)
Dozent: Prof. Dr. Mar­tin Pött­ner
The­ma: Gen 8,1 – 9,17
Datum: 16.01.2018
Pro­to­kol­lan­tin: Nico­le Röh­rig

Das The­ma der heu­ti­gen Sit­zung sind ist Gene­sis 8,1 – 9,17 und die seman­ti­sche Deu­tung ihres Inhalts.
Nach einer kur­zen inhalt­li­chen Wie­der­ga­be wer­den die fol­gen­den Punk­te in der Grup­pe dis­ku­tiert.
Seman­tik der Pflan­zen und Tie­re in der Gene­sis 8 und 9
Das ers­te Sym­bol, das bereits zu Beginn der Text­stel­len anzu­tref­fen ist und zum The­ma der Dis­kus­si­on wird, sind die Pflan­zen. Waren sie noch mit der Flut unter­ge­gan­gen, wur­den die­se nicht zusam­men mit allen ande­ren Lebe­we­sen ver­nich­tet, son­dern sie wer­den viel­mehr zum Bin­de­glied zwi­schen Noah und dem Ende der Flut. Es ist letzt­end­lich eine Pflan­ze die auf neu­es Land hin­deu­tet. (Der Zweig im Schna­bel der Tau­be.) Die Pflan­zen sind, trotz ihrer ver­meint­li­chen Unschein­bar­keit, ein wesent­li­ches Ele­ment.
Das zwei­te Sym­bol, wel­ches von den Semi­nar­teil­neh­mern hin­ter­fragt wird, ist der Rabe bzw. die Tau­be, die in Gen 8,6-8,10 erwähnt wer­den. In einem kur­zen Exkurs, erklärt Herr Prof. Pött­ner die mytho­lo­gi­sche Bedeu­tung der bei­den Tie­re und ihre Affi­ni­tät zum Gött­li­chen. Beson­ders die Tau­be ist in der Bibel bei ent­schei­den­den Ereig­nis­sen anzu­tref­fen.
Der Dis­kus­si­on über die Bedeu­tung und Sym­bo­lik ein­zel­ner Ele­men­te, folgt die Fra­ge, wie es nun mit Noah und sei­ner Fami­lie nach der Sint­flut wei­ter­geht. Nach einer kur­zen Klä­rung der inhalt­li­chen Aspek­te, nach denen Noah und sei­ne Fami­lie nach ca. 150 Tagen an Land gehen und Gott ein Brand­op­fer dar­brin­gen, rückt nun das neue Ver­hält­nis von Gott zu den Men­schen in den Fokus der Semi­nar­teil­neh­mer.
Die Fehl­bar­keit Got­tes und der Aspekt der Reue
Neben der Sym­bo­lik der Tie­re und Pflan­zen wird ein wesent­li­ches und sich ste­tig wie­der­ho­len­des Ele­ment der Gene­sis von Prof. Pött­ner im Rah­men der Seman­tik auf­ge­grif­fen: das Ele­ment der Reue. Nach der Erschaf­fung des Men­schen reut es Gott die­sen in die Welt gebracht zu haben. Er erkennt das der Mensch Böses in sich trägt und schickt die Sint­flut um sei­nen Feh­ler zu berei­ni­gen. Hier zieht Herr Prof. Pött­ner noch ein­mal den Ver­gleich der letz­ten Semi­nar­sit­zung von Gott mit einem Künst­ler her­an, der sobald er mit sei­nem Werk nicht zufrie­den ist, aus einem Akt des Jäh­zorns sein Werk ver­nich­tet, um wie­der neu begin­nen zu kön­nen. In Gene­sis 8 stel­len wir fest, dass es Gott nun reut, die Mensch­heit ver­nich­tet zu haben. Eine Wand­lung im Ver­hal­ten Got­tes ist deut­lich. (more…)

15. Januar 2018

Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Darm­stadt

Semi­nar: Ein­füh­rung in die exege­ti­schen Metho­den und das Arbei­ten: Die Urge­schich­te
Gele­se­ne Tex­te: 1 Mose, Kapi­tel 6.1-6.22/Kapitel 7.1-7.24
Pro­to­koll vom 09.01.2018
Pro­to­kol­lan­tin: LW

In den Ver­sen eins bis vier beschreibt die Bibel, wie die Men­schen began­nen, sich zu ver­meh­ren und sich über der Erde aus­zu­brei­ten. An die­ser Stel­le der Bibel wer­den sehr vie­le Frau­en erst­ma­lig erwähnt, eben­so wie der seit Gen 2.24 prä­sen­te Geschlechts­akt ange­führt wird, der zur Zeu­gung von Kin­dern führt.

Die Frau­en wer­den als schön beschrie­ben, die Got­tes­söh­ne, mit ihrer Got­tes­gleich­heit kön­nen auch als Engel dar­ge­stellt wer­den, die gewal­tig und mäch­tig sind.

Die Got­tes­söh­ne such­ten sich die Frau­en aus, die ihnen jeweils am bes­ten gefie­len und zeug­ten mit ihnen Kin­der. Hier wird den Frau­en kei­ner­lei Selbst­be­stimmt­heit zuge­schrie­ben, denn sie wur­den von den Got­tes­söh­nen aus­ge­wählt. Auch lässt die Beschrei­bung der Schön­heit der Frau­en auf eine Objek­ti­vie­rung des weib­li­chen Geschlechts zurück­schlie­ßen. Eine Rol­le, mit der sich Frau­en bis heu­te aus­ein­an­der­set­zen müs­sen. (more…)

15. Dezember 2017

Urge­schich­te

 

The­ma waren die Geschlech­ter­fol­gen in Gen 4,17ff und 5,1ff. Zugleich näher­ten wir uns der seman­ti­schen, der inhalt­li­chen Ebe­ne der Text­ana­ly­se an.
4,17ff und 5,1ff erschie­nen uns unter­schie­den wie 2,4bff und 1,3ff, stär­ker erzäh­lend vs. eher lis­ten­mä­ßig. Inhalt­lich unter­schie­den sind die Tex­te durch Erwäh­nung von Frau­en und deren expli­zi­tem Feh­len. Lamech war sogar Poly­ga­mie.
Das hohe Alter der Ahnen beschäf­tigt unse und wird uns noch wei­ter beschäf­ti­gen. Uns fiel noch auf, dass Hen­och und Noah beson­ders posi­tiv her­vor­ge­ho­ben sind, wäh­rend Lamech wegen sei­nes prah­le­ri­schen Lie­des offen­bar nega­tiv bewer­tet wird.
War­um kommt es zur Sint­flut? Das ist eine Fra­ge, sie wird uns beim nächs­ten Mal beschäf­ti­gen.

9. Dezember 2017

Der ers­te Mord (Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Darm­stadt)

 

Stun­den­pro­to­koll vom 05.12.201Protokollantin: Marei­ke Jahn

 

Bibel­stel­len: Gene­sis 1-3 und Beginn von Gene­sis 4,1-4,16

Wie ist der Sün­den­fall zu ver­ste­hen, was genau ist die „Sün­de“?

Zum Beginn des Semi­nars gab es die Mög­lich­keit unkla­re Stel­len aus Gene­sis 1-3 zu klä­ren, da wir uns in den Stun­den zuvor mit die­sen Bibel­stel­len tief­grün­dig beschäf­tig­ten und in die­ser Sit­zung mit Gene­sis 4 begin­nen möch­ten. Erstaun­li­cher­wei­se gab es kei­ne Unklar­hei­ten und wir konn­ten sofort mit Gene­sis 4 begin­nen. (Im Ver­lauf des Semi­nars, gab es natür­lich immer wie­der Ver­wei­se, auf Gene­sis 1-3 obwohl wir uns pri­mär mit Gene­sis 4 beschäf­tig­ten).

Gene­sis 4 trägt die Über­schrift: „Kains Bru­der­mord“, in die­ser Erzäh­lung wird zum ers­ten Mal das Wort „Sün­de“ nie­der­ge­schrie­ben. Zum einen fin­den wir das Wort Sün­de in Gene­sis 4,7 [„Ist´s nicht also? Wenn du fromm bist, so kannst du frei den Blick erhe­ben, bist du aber nicht fromm, so lau­ert die Sün­de vor der Tür, und nach dir hat sie Ver­lan­gen; du aber herr­sche über sie.“] und in Gene­sis 4,13 [„Kain aber sprach zu dem HERRN: Mei­ne Sün­de ist grö­ßer, denn das sie mir ver­ge­ben wer­den möge.“] wie­der. (more…)

3. Dezember 2017

Ver­gleich Gen 1-3 (Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Darm­stadt)

Ist die Para­die­s­er­zäh­lung eine Erzäh­lung vom Sün­den­fall?
Zusam­men­fas­sung vom 28.11.2017
Bibel­stel­len: Gene­sis 1-3


FB 02: Geschichts- und Kul­tur­wis­sen­schaf­ten

Insti­tut für Theo­lo­gie und Sozi­al­ethik

Ver­an­stal­tung: Theo­lo­gie des Neu­en Tes­ta­ments

Dozent: Prof. Dr. Mar­tin Pött­ner

Refe­ren­tin: A. W.

Zusam­men­fas­sung der Sit­zung am 28.11.2017

Der Ein­stieg der Sit­zung erfolgt durch das Auf­grei­fen offen geblie­be­ner Fra­gen der letz­ten Sit­zung vom 21.11.2017. Wir beschäf­tig­ten uns mit den Fra­gen, „Ist Gen 3 eine Sün­den­fall-Erzäh­lung?“ und „Wel­che Rol­le spielt die Schlan­ge in Gen 3?“ Außer­dem ergibt sich im wei­te­ren Ver­lauf die Fra­ge, ob „mit dem Sün­den­fall der Sex zwi­schen zwei Men­schen gemeint ist?“ bzw. „ob mit dem Sex die Sün­de in die Welt gekom­men ist?“ (more…)

26. November 2017

Die Para­die­s­er­zäh­lung (Tech­ni­sche Uni Darm­stadt)

Wir erkann­ten, dass der Text Gen 2,4b-3,24 offen­bar „flie­ßen­der“ als Gen 1,1-2,4a erzählt ist, der durch sei­ne Tagstruk­tur eine Art Lis­ten­ein­druck ver­mit­teln könn­te. Zur Aus­le­gungs­ge­schich­te vgl. hier. Zum bes­se­ren Ver­ständ­nis bemüh­ten wir uns, den Erzähl­bo­gen zu erar­bei­ten.

Nimmt man/frau Gen 1,1ff als Maß­stab, könn­te das Erzähl­te ab dem drit­ten Tag spie­len. Das sehen wir uns in der nächs­ten Sit­zung genau­er an.

2,4b erschien als ähn­li­che Über­schrift wie 1,1. Nach der Situa­ti­ons­schil­de­rung schafft Gott, der Herr, den Men­schen als Töp­fer aus Lehm – und bläst ihm gött­li­chen Atem in die Nase (2,7). Dann beginnt er mit Gar­ten­bau, die Strö­me deu­ten mög­li­cher­wei­se dar­auf­hin, dass der Gar­ten Eden, das Para­dies in Meso­po­ta­mi­en lie­gen könn­te.
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