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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


17. Mai 2018

1Kor 11,3ff Uni Hd, 14.05.

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Ent­schei­dend war die Ein­sicht, dass Pau­lus nicht ein­fach das Gesag­te vor­schreibt, son­dern an die Urteils­kraft der Korinther*innen appel­liert, die sie als Gemein­de­glie­der hät­ten (11,13ff). Pau­lus ver­steht hier ἐκκλησία (Gemein­de, Kir­che) als Rats­ver­samm­lung, was wohl schon in der LXX so ist. Damit knüpft er an Gen 3,1ff an, wo Eva und Adam mit­hil­fe der Schlan­ge die sitt­li­che Urteils­kraft erwer­ben.

Der Vor­schlag fand Zustim­mung, die letz­te Sit­zung statt­fin­den zu las­sen. Die wei­te­ren Gene­sis­tex­te, die den schrift­ge­lehr­ten Hin­ter­grund der pau­li­ni­schen Argu­men­ta­ti­on in Gal und Röm bil­den könn­ten, wer­den par­al­lel zur Behand­lung der Pau­lus­tex­te zur Kennt­nis genom­men. alltagundphilosophie.com/1Hen6_bis_11.pdf (Link zu einer Über­set­zung.)

1. Die mut­maß­li­che Pro­ble­ma­tik

Die Aus­le­gung des Tex­tes ist kon­tro­vers, zumal er in sich gespannt erscheint. Vgl. http://alltagundphilosophie.com.www256.your-server.de/2016/05/28/einfuehrung-in-die-hermenutik-des-neuen-testaments-%c2%a7-5-magdalene-l-frettloeh/ zu bestimm­ten femi­nis­ti­schen Fra­gen. Wir erör­ter­ten zunächst, ob es um die Haar­tracht der Frau­en oder eine zusätz­li­che Kopf­be­de­ckung geht. Die Wen­dung ἡ κόμη ἀντὶ περιβολαίου δέδοται [αὐτῇ] in 11,15 spricht für Ers­te­res. Nur κατὰ κεφαλῆς ἔχων im Blick auf Män­ner (11,4) könn­te eine zusätz­li­che Kopf­be­de­ckung im Blick haben, ist aber auch als lan­ges Haar inter­pre­tier­bar. Die Über­set­zung von Lui­se Schott­roff in der „Bibel in gerech­ter Spra­che“ fin­det mei­ne Zustim­mung. Sehr wahr­schein­lich wird es, dass es um Pro­ble­me der Haar­tracht geht, wenn man/frau die For­men von ξυράω bzw. κείρω in 11,6f ein­be­zieht. Selbst „die Gescho­re­ne“ als Bezeich­nung einer Hetä­re kommt vor. (more…)

1. Mai 2018

Mythen in Gen 1-3: Uni Hei­del­berg, 30.04.

Die Datie­rung der Tex­te setzt wohl das baby­lo­ni­sche Exil vor­aus, auch 2,4bff mag zwar eine län­ge­re Vor­ge­schich­te in Meso­po­ta­mi­en haben, als Weis­heits­text wür­de ich ihn in das vier­te Jhdt. v. d. Z. set­zen. 1,26ff lässt sich gut als Ant­wort auf Xeno­pha­nes ver­ste­hen, also auch 5. oder 4. Jhdt v. d. Z.
Zu den Mythos­fra­gen recht instruk­tiv Micha­el Blu­mes Antritts­re­de in Hei­del­berg vom 25.04., als Video leicht erreich­bar über sei­nen Twit­ter­ac­count @BlumeEvolution. (more…)

26. April 2018

Ver­an­stal­tung in Hei­del­berg am 23.04.

 

 

Die Schöp­fungs- und Para­die­s­er­zäh­lung (Gen 1,1-3,24)

Bei­de Erzäh­lun­gen gehö­ren zur Urge­schich­te, die eine Ein­lei­tung zur Bibel dar­stellt. M. E. bezie­hen sich alle Tex­te zum Geschlech­ter­ver­hält­nis in der Bibel auf sie bzw. sind mit ihnen ver­bun­den. Für Pau­lus ist zudem wesent­lich, dass Eva und Adam hier mit­hil­fe der Schlan­ge die sitt­li­che Urteils­kraft erlan­gen – und in die­sem Sinn wer­den wie Gott (vgl. Gen 3,22). Wei­ter wird am Anfang der Bibel deut­lich, dass die­ses Buch nicht mit Ein­heit­lich­keits-Fan­ta­si­en gefüllt sein könn­te.
In Gen 1,1ff geht es nicht um die Erzäh­lung einer crea­tio ex nihi­lo. Statt­des­sen ist vom תֹ֨הוּ֙ וָבֹ֔הוּ [tohu wa bohu] die Rede, mit­hin ein Cha­os­zu­stand. Im Semi­nar wur­de betont, dass in Gen 1 dar­auf eine Ord­nung auf­baut. Das geschieht in sie­ben Tages­schrit­ten. Dabei ent­steht die mensch­li­che Lebens­welt, zu der Gewäs­ser, Pflan­zen, Tie­re, Gestir­ne und Zei­ten gehö­ren. Die viel­leicht wich­tigs­te Zeit­ord­nung ist die Unter­schei­dung von sechs­tä­gi­ger Arbeits­zeit und ein­tä­gi­ger Ruhe­zeit im Wochen­rhyth­mus. (more…)

13. April 2018

Semi­nar­plan Frei­heits­ver­ständ­nis des Pau­lus Hei­del­berg

 

Τῇ ἐλευθερίᾳ ἡμᾶς Χριστὸς ἠλευθέρωσεν – wie es rhe­to­risch stark in Gal 5,1 heißt: Zur Frei­heit hat uns (der) Chris­tus befreit.  Pau­lus ist zwei­fel­los der bedeu­tends­te Ver­tre­ter einer Auf­fas­sung der Frei­heit im Neu­en Tes­ta­ment. Nur bei Johan­nes gibt es eine Par­al­le­le. Das ist des­we­gen auch die umstrit­tens­tenste Kon­zep­ti­on im NT. Und wer die Debat­ten um die NSA, um Face­book oder die Gehirn­for­schung ver­folgt, könn­te mei­nen, dass Pau­lus bes­ser ver­ges­sen oder nicht beach­tet wird. Da die Frei­heits­kon­zep­ti­on nicht zuletzt inner­halb jüdi­scher Optio­nen dis­ku­tiert wird, gilt Pau­lus gele­gent­lich als anti­ju­da­is­tisch.

Eini­ge Frau­en in Korinth nah­men Pau­lus ernst, aber wur­den von ihm kri­ti­siert. Das müs­sen wir im Semi­nar ver­fol­gen.

Pau­lus ist ein bril­lan­ter Schrift­aus­le­ger, sei­ne Posi­tio­nen müs­sen daher vor dem Hin­ter­grund der hei­li­gen Schrif­ten des Juden­tums ver­stan­den wer­den.  Er schreibt die­se Tex­te fort, das soll­ten wir ein wenig ver­ste­hen.

 

I. Hei­li­ge Schrif­ten der J*uden

23. und 30.04.: Gen 1-3

II. Frei­heit in Korinth

07.05. 1Kor 11,2ff

14.05.  Gal 3,26-29

21.05. 1Kor 8,1ff

28.05. 1Kor 10,23ff

III. Frei­heit und Gesetz

04.06. Gal 3,1-14

11.06. Gen 12-16

18.06. Gal 3,15-29

25.06. Gal 5,1-6

02.07. Röm 7,7-12

09.07. Röm 7,13-25a

16.07. Röm 11,25-33

 

Die Tex­te sind digi­tal unter wibilex.de und in der UB über Bible Works 8 zu errei­chen, dort auch wei­te­re Hilfs­mit­tel.

Der Semi­nar­plan fand in der ers­ten Sit­zung die Zustim­mung der Teil­neh­men­den.

Auf­ga­ben zur nächs­ten Sit­zung

  1. Lesen Sie Gen 1-3 in deut­scher Über­set­zung. Für 2,4bff kann die Bibel in gerech­ter Spra­che hilf­reich sein.
  2. Die hebräi­schen oder grie­chi­schen Ver­sio­nen kön­nen zur Kennt­nis genom­men wer­den.
  3. Über­le­gun­gen Sie, wie 1,1-2,4a und 2,4bff erzählt sind!

 

 

 

 

10. Juli 2016

§ 10 Erfolgs­ge­schich­ten

 

  1. Hin­füh­rung
  2.  Das luka­ni­sche Dop­pel­werk
  3. Die Edi­to­ren der Prä­ka­noi­ni­schen Edi­ti­on
  4. Das Abend­mahl in erfolgs­ge­schicht­li­cher Per­spek­ti­ve
  5. Rück­fra­gen

1. Hin­füh­rung

Für das Spre­chen von „Erfolg“ ist aus­schlag­ge­bend, dass in einem Pro­zess ein posi­ti­ves „Ziel“ erreicht wird, das den Erwar­tun­gen von uns oder an uns ent­spricht. Und wenn man die­ses „Ziel“ eini­ger­ma­ßen erreicht hat, kann man immer noch im Sin­ne Oli­ver Kahns sagen: „Wenn ich oben bin, ist nicht alles, was ich gemacht habe, rich­tig.“ (more…)

15. Juli 2015

Ver­an­stal­tun­gen am 13.07.

1               Joh 8,31-45 (Uni Hd)

Zu Beginn wur­de erör­tert, wie sich die johan­n­ei­sche Lie­bes­kon­zep­ti­on und der von mir ver­wen­de­te Begriff des Grau­ens zuein­an­der ver­hal­ten. Bezo­gen auf das Johan­nes­evan­ge­li­um nimmt das Ernst, dass die johan­n­ei­sche Pas­si­ons­ge­schich­te in der Dras­tik der Dar­stel­lung von Fol­ter und gewalt­sa­mer Tötung von den syn­op­ti­schen Dar­stel­lun­gen nicht unter­schie­den ist. D. h., die­ses gewalt­sa­me Lei­den ist in Gott auf­ge­nom­men, Gott erlei­det es selbst.

Ich bin skep­tisch gegen­über Ver­su­chen, Gewalt durch Gewalt zu bekämp­fen, weil das kei­ne Unter­bre­chung des Grau­ens ermög­licht. Wir dis­ku­tier­te­nis­ku­tier­ten die Gren­ze die­ses Ansat­zes am Natio­nal­so­zia­lis­mus, der eben schon in der Wei­ma­rer Repu­blik hät­te ver­hin­dert wer­den müs­sen. Pazi­fis­ti­sche Posi­tio­nen sol­len also stets für sta­bi­le gesell­schaft­li­che Ver­hält­nis­se und für Demo­kra­tie ein­tre­ten.

Der Dia­log in Joh 8,31ff eska­liert zuneh­mend. Offen­bar sind die Juden, die an ihn glaub­ten, kei­ne zuver­läs­si­gen und sta­bi­len „Kin­der Got­tes‘‘. Sie „rüh­men“ sich, pau­li­nisch gespro­chen, „Same Abra­hams“ zu sein, was sich aber nicht in ihren Taten wider­spie­gelt, wes­halb sie Sklav /inn/en der Sün­de sind, wor­aus sie das Kom­men der Wahr­heit erst befrei­en kann. Die Hypo­the­se, dass es eine Nähe zur pau­li­ni­schen Argu­men­ta­ti­on gibt, ist ernst­haft erwä­gens­wert.

Dass die Juden, die an ihn glaub­ten, sich als ‚ „Kin­der des Teu­fels“ zei­gen, wird in Joh 16 stark rela­ti­viert, weil der Teu­fel („Fürst die­ser Welt“) gerich­tet wird.

Der Chris­tus in den Tex­ten im Johan­nes­evan­ge­li­um ist immer der­je­ni­ge, als der er im Pro­log bestimmt wird.

Die Tex­te sind insze­niert, es wer­den also typi­sche Situa­tio­nen dar­ge­stellt, wie im Mar­ku­sevan­ge­li­um gel­ten die Schüler/innen nicht als Vor­bil­der, son­dern als pro­ble­ma­ti­sche Per­so­nen, wie man/frau sich selbst erle­ben kann.

8. Juli 2015

Ver­an­stal­tun­gen am 06. und 07. Juli

3               Johan­ne­s­pro­log II, Joh 17 (Frei­heits­ver­ständ­nis im Neu­en Tes­ta­ment [Uni Hd])

Joh 1,14b-18 wur­de wei­ter ver­tieft.

Die hym­nus­ar­ti­ge Struk­tur gro­ßer Tei­le des Tex­tes kommt auch durch die Ein­füh­rung der 1. Pers. Plu­ral zum Aus­druck. Vor­stel­len lässt sich, dass 1,1-5.9-14.17f teil­wei­se zu die­sem Hym­nus gehö­ren, aber wie z. B. Thy­en fest­hält, sind die Rekon­struk­tio­nen des Hym­nus sehr kon­tro­vers. Den­noch ist die plu­ra­le Struk­tur wesent­lich, sie fin­det eine auf­fäl­li­ge Par­al­le­le in 21,24.

Hier spricht eine selbst­be­wuss­te Gemein­de, die den Glanz des Erlö­sers schaut, den fleisch­ge­wor­de­nen Logos.

Gna­de und Wahr­heit kom­men von ihm, wäh­rend Mose nur das Gesetz zu bie­ten hat. Mög­li­cher­wei­se ist dies auf die Rezep­ti­on der pau­li­ni­schen Kri­tik zurück­zu­füh­ren. Eine ande­re Mög­lich­keit besteht dar­in, dass immer schon in der dyna­mi­schen Schrift­aus­le­gung ande­res bei der Aus­le­gung der Hei­li­gen Schrif­ten ent­deckt wor­den ist. Joh 5,39 lässt die­sen Schluss zu – 1,1-3 scheint das als Mög­lich­keit auch zu impli­zie­ren. Der­je­ni­ge, durch den alles geschaf­fen ist, ist in der Schöp­fung und in den Hei­li­gen Schrif­ten der Juden prä­sent.

Wir ent­deck­ten, dass in Ex 24,10f doch die Ältes­ten usf. den Gott Isra­els sahen und in sei­nem Ange­sicht aßen und tran­ken (vgl. aber 24,1f). Das Johan­nes­evan­ge­li­um ori­en­tiert sich dar­an, dass jeden­falls Mose ansons­ten höchs­tens indi­rekt Gott schaut. Daher wird die inti­me Nähe des ein­zi­gen gebo­re­nen Soh­nes (1,14c.18b) zum Vater betont und behaup­tet, (nur) die­ser habe ihn aus­ge­legt. (more…)

1. Juli 2015

Ver­an­stal­tun­gen am 29. und 30. Juni

3               Der Johan­ne­s­pro­log (Das neu­tes­ta­ment­li­che Frei­heits­ver­ständ­nis [Uni Hd])

Zum Pro­blem des „Mono­the­is­mus“ vgl. hier.

In der ers­ten Sit­zung zu Joh 1,1-18 haben wir uns den Pro­ble­men des Pro­logs stark ange­nä­hert.

Der Beginn des Tex­tes ist eine Auf­nah­me von Gen 1,1LXX (ἐν ἀρχῇ [בְּרֵאשִׁ֖ית (bereschit) in der Hebräi­schen Bibel]). Wir hat­ten Gen 1,1ff schon im Semi­nar wahr­ge­nom­men und konn­ten die Dif­fe­renz erken­nen, die in Joh 1,1ff gemeint ist. Wäh­rend in Gen 1,1ff eine Fol­ge von sechs Schöp­fungs­wer­ken plus der „Erschaf­fung“ des Sab­bats erzählt wird, die von Gott als „gut“ oder „sehr gut“ bewer­tet wer­den, stockt der Pro­zess in Joh 1,1ff schon in V. 5: Καὶ τὸ φῶς ἐν τῇ σκοτίᾳ φαίνει, καὶ ἡ σκοτία αὐτὸ οὐ κατέλαβεν. Dabei unter­stel­le ich, dass der rela­ti­ve Gleich­klang von κατέλαβεν (5b) und παρέλαβον (11b) dafür spricht, dass gemeint ist, die „Fins­ter­nis“ hat sich als eige­nes sozu­sa­gen gegen­gött­li­ches Prin­zip aus­ge­bil­det, was Luthers Über­set­zung „… und die Fins­ter­nis hat es nicht ergrif­fen“ m. E. impli­ziert. Anders als in Gen 1,4f wer­den also Licht und Fins­ter­nis nicht „geschie­den“, sodass „Tag“ und „Nacht“ von­ein­an­der unter­schie­den wer­den kön­nen, son­dern der Ori­en­tie­rungs­ge­dan­ke in Gen 1,4f wird exis­ten­zi­ell ver­tieft. Man/frau ist „leben­dig“ (so Hans Weder in einer Zür­cher Vor­le­sung im SS 2001) im Licht des Logos (vgl. καὶ ἡ ζωὴ ἦν τὸ φῶς τῶν ἀνθρώπων (4b) mit ὃ φωτίζει πάντα ἄνθρωπον (9b). Ζωή und φῶς sind mit­hin am bes­ten als Exis­tenz­me­ta­phern zu bezeich­nen, die eine „erhell­te“ Form des indi­vi­du­el­len und sozia­len Lebens dar­stel­len. Und so ver­hält es sich auch mit σκοτία. In der gewöhn­li­chen Exege­se wur­den die­se Gegen­sät­ze als kon­tra­dik­to­ri­sche Gegen­sät­ze im Johan­nes­evan­ge­li­um gele­sen. Es galt daher lan­ge und gilt vie­len noch immer als dua­lis­ti­scher Text (vgl. z. B. die Ein­lei­tung von Schnel­le). (more…)

24. Juni 2015

Ver­an­stal­tun­gen am 22. und 23. Juni

3. Das neu­tes­ta­ment­li­che Frei­heits­ver­ständ­nis (1Kor 8,1-13 [Uni Hd])

Die Sit­zung beschäf­tig­te sich mit einem Kon­flikt, der durch das in Korinth aus­ge­bil­de­te Frei­heits­ver­ständ­nis aus­ge­löst scheint: Πάντα μοι ἔξεστιν ἀλλ’ οὐ πάντα συμφέρει· πάντα μοι ἔξεστιν ἀλλ’ οὐκ ἐγὼ ἐξουσιασθήσομαι ὑπό τινος
(1Kor 6,12).

Vie­le Exeget/inn/en unter­stel­len, dass im Slo­gan πάντα μοι ἔξεστιν sich das korin­thi­sche Frei­heits­ver­ständ­nis aus­spre­che, alles sei erlaubt. Pau­lus ver­sucht dem­ge­gen­über Ein­schrän­kun­gen vor­zu­neh­men, die stets argu­men­ta­tiv begrün­det wer­den. In 1Kor 7ff beant­wor­tet Pau­lus häu­fig Fra­gen, die von den Korinther/inn/en auf­ge­wor­fen wer­den. Vgl. περὶ δὲ ὧν ἐγράψατε in 7,1a.

In 8,1-13 und 10,23ff geht es um das „Göt­zen­oper­fleisch“ (vgl. die Posi­ti­on von Dtjes in Jes 40,18ff). Pau­lus ent­fal­tet ent­spre­chend eine mono­the­is­ti­sche Posi­ti­on (8,6). Im frü­hen Chris­ten­tum ist die Fra­ge des Essens von Fleisch, das beim Opfern übrig blieb und nicht von den Priester/inne/n geges­sen wur­de, umstrit­ten (vgl. ins­be­son­de­re Apos­tel­ge­schich­te 15,20 und Apk 2,14.20).

Wir ent­wi­ckel­ten im Semi­nar zunächst eine Glie­de­rung des Tex­tes:

  1. Grund­le­gung (8,1-3): Περὶ … τῶν εἰδωλοθύτων …
  2. Die posi­ti­ve The­se (8,4-6): Περὶ τῆς βρώσεως οὖν τῶν εἰδωλοθύτων …
  3. Ein­schrän­kung der The­se (8,7-12):  Ἀλλ’  οὐκ ἐν πᾶσιν ἡ γνῶσις …
  4. Con­clu­sio (8,13): Διόπερ …

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17. Juni 2015

Ver­an­stal­tun­gen am 15. und 16. Juni

3. Das Frei­heits­ver­ständ­nis im Neu­en Tes­ta­ment (Gal 5,1-6 [Uni Hd])

 

Pro­to­kol­lan­tin­nen: San­dra, Maren und Judith

 

In der Sit­zung beschäf­tig­ten wir uns damit, den Auf­satz „Zur Frei­heit hat uns [der] Chris­tus befreit!“ über das pau­li­ni­sche Frei­heits­ver­ständ­nis in Gala­ter 5 von Prof. Dr. Pött­ner kri­tisch zu ana­ly­sie­ren.

Im bibli­schen Text hebt Pau­lus her­vor, dass die Men­schen nur durch die befrei­en­de Kraft des Todes Jesu von der Skla­ve­rei der Sün­de befreit wer­den kön­nen und es nicht mög­lich ist, durch das Erfül­len des Geset­zes Gerech­tig­keit zu erlan­gen. Pau­lus betont, dass die Beschnei­dung in Chris­tus ihre Wir­kung ver­liert, und weist dar­auf hin, dass Men­schen, die sich beschnei­den las­sen, wie­der im Zwang ste­hen, allein durch das Erfül­len des Geset­zes Gerech­tig­keit zu erstre­ben. Indem sie sich rüh­men, dem gan­zen Gesetz zu fol­gen, begeh­ren sie nicht zu begeh­ren und gera­ten erneut in Unfrei­heit. Sie fal­len aus der in der Zuwen­dung Chris­ti eröff­ne­ten Mög­lich­keit her­aus, allein durch den in der Lie­be täti­gen Glau­ben gerecht­fer­tigt zu wer­den. (more…)