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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


15. August 2018

Bibel­kun­de Hei­del­berg

 

Das Hohe­lied Salo­mos

 

 

Auch das „Lied der Lie­der“ (שִׁיר הַשִּׁירִים, šîr haššîrîm) wird dem König Salo­mo zuge­schrie­ben, da Salo­mo oder zumin­dest ein König an ver­schie­de­nen Stel­len genannt wird (1,4; 8,11). Es gehört eben­falls zu den fünf Megil­lot (Fest­rol­len) und wur­de dem Pas­safest zuge­ord­net, weil sich im Aus­zug aus Ägyp­ten, an den zu Pas­sa erin­nert wird, die Lie­be Got­tes zu sei­nem Volk in beson­de­rer Wei­se gezeigt hat. (more…)

12. Juli 2018

Die Pau­lus­brief­samm­lung

 

 

In allen Brie­fen der Pau­lus­brief­samm­lung fun­giert „Pau­lus“ als expli­zi­ter Autor. Dass der tat­säch­li­che Pau­lus nicht über­all der tat­säch­li­che oder rea­le Autor ist, ist am leich­tes­ten am Hebrä­er­brief zu erken­nen, das ist aber bei Eph, Kol, 2. Thess und 1.2 Tim sowie Tit auch nicht so schwer. Auch in der Anti­ke war das mög­lich, weil meh­re­re Text­edi­tio­nen mit fik­ti­ven, bekann­ten Auto­ren arbei­te­ten. Man­che Ausleger*innen mei­nen, es habe eine Pau­lusschu­le gege­ben. Der ent­schei­den­de Punkt ist aber, dass die Kri­tik des Pau­lus an der Tora, auch ande­re Fra­gen, wie sei­ne Hal­tung zur Skla­ve­rei für die gute Situa­ti­on christ­li­cher Gemein­den in der römi­schen Gesell­schaft zu gefähr­lich sei. Eini­ge Brie­fe der Pau­lus­brief­samm­lung ent­wi­ckeln daher ein Pau­lus­bild, das dem­je­ni­gen der Apos­tel­ge­schich­te ähnelt. Im Kern dreht es sich oft dar­um, ob die Christ*innen die Hei­li­gen Schrif­ten des Juden­tums als „Geset­ze der Väter“ oder  „Sit­ten der Älte­ren“ aner­ken­nen. Dann erkennt sie auch der Römi­sche Staat an, so hoff­te man. Wir sahen uns aus die­ser Text­welt Eph und 1Tim an. Wich­tig war aber, Pau­lus selbst zu erfas­sen. Denn er ist reli­gi­ös und theo­lo­gisch eine Aus­nah­me­ge­stalt im Chris­ten­tum. (more…)

11. Juli 2018

Pre­di­ger Salo­mo, Kohe­let, Bibel­kun­de Hei­del­berg

Name

Das Buch Kohe­let wur­de wie das der Sprü­che dem König Salo­mo zuge­schrie­ben, obgleich es außer dem „Sohn Davids“ als Ver­fas­ser­an­ga­be in 1,1 und ver­schie­de­nen Andeu­tun­gen (vgl. 1,12+16) kei­nen Hin­weis auf eine sol­che Autor­schaft gibt. Der Ver­fas­ser wird 1,1 als קֹהֶלֶת, qohœlœt (= Ver­samm­lungs­lei­ter) bezeich­net, was M. Luther als „Pre­di­ger“ über­setz­te. In der grie­chi­schen Über­set­zung fin­det sich die eben­falls als Name des Buches gebräuch­li­che Über­set­zung ἐκκλησιαστής, ekklē­si­as­tēs. Das Buch Kohe­let gehört zu den fünf Megil­lot; es ist die Fest­rol­le für das Laub­hüt­ten­fest, in dem die Freu­de am Leben und an der Tora als rech­ter Wei­sung zum Aus­druck kom­men. Die­se Lebens­freu­de spricht auch aus wich­ti­gen Pas­sa­gen des Pre­di­ger­bu­ches. (more…)

5. Juli 2018

Das Johan­nes­evan­ge­li­um

 

Das Johan­nes­evan­ge­li­um  (Johev) ist viel­leicht um die Jahr­hun­dert­wen­de vom 1. zum 2. Jahr­hun­dert der Zeit­rech­nung geschrie­ben wor­den. Das bleibt aber sehr unsi­cher.

Sehr wahr­schein­lich kann­te der tat­säch­li­che Autor des Tex­tes das Mkev. Jeden­falls steht er ihm nar­ra­tiv sehr nahe, näher als die bei­den kla­ren Benut­zer des Mkev bei Mat­thä­us und Lukas. Thy­en, Das Johan­nes­evan­ge­li­um (HNT 6), 2015, unter­stellt, das er alle drei syn­op­ti­schen Evan­ge­li­en benutzt. Wir bespra­chen den Pro­log (Joh 1,18ff), Joh 17 und den Epi­log (20,30-21,25). (more…)

15. Juni 2018

Das luka­ni­sche Dop­pel­werk als Erfolgs­ge­schich­te

 

 

M. E. ist das über­grei­fen­de nar­ra­ti­ve Modell des luka­ni­schen Dop­pel­werks die Erfolgs­ge­schich­te. Zur Pro­blem­ge­schich­te und der dua­lis­ti­schen Erzähl­wei­se vgl. hier. In der Mythos­de­bat­te stand für die­ses Erzähl­mus­ter die „tra­di­tio­nel­le Erzäh­lung“ (z. B. Ass­mann u. v. a.). Wir haben in Gen 1 eine sol­che wahr­ge­nom­men, wo aus dem Cha­os bzw. Tohu­wa­bo­hu eine geord­ne­te Schöp­fung ent­steht, die sogar die ele­men­ta­re Zeit­struk­tur von Arbeit und Ruhe der jüdi­schen Woche ent­hält. Gott bewer­tet die (meis­ten) ein­zel­nen Schrit­te mit „gut“ oder „sehr gut“.
Für das Spre­chen von „Erfolg“ ist aus­schlag­ge­bend, dass in einem Pro­zess ein posi­ti­ves „Ziel“ erreicht wird, das den Erwar­tun­gen von uns oder an uns ent­spricht. Und wenn man die­ses „Ziel“ eini­ger­ma­ßen erreicht hat, kann man immer noch im Sin­ne Oli­ver Kahns sagen: „Wenn ich oben bin, ist nicht alles, was ich gemacht habe, rich­tig.“
In der Per­spek­ti­ve der Erlö­sung kann die­se als „Pro­blem“ erschei­nen, das erfolg­reich „gelöst“ wird. Dafür tritt in der Regel eine Hel­fer­fi­gur auf. Etwa die über­wie­gen­de Zahl der neu­tes­ta­ment­li­chen Wun­der­erzäh­lun­gen funk­tio­niert nach die­sem Mus­ter. Eine Beses­sen­heit oder eine Krank­heit wird von der Hel­fer­fi­gur Jesus besei­tigt, sodass das Anfangs­pro­blem, die nega­ti­ve Aus­gangs­si­tua­ti­on nicht mehr besteht. Die nega­ti­ve Aus­gangs­si­tua­ti­on wird mit­hin von einer Erlö­ser­fi­gur oder Hel­fer­fi­gur gewen­det, sodass nun ein posi­ti­ver Zustand erreicht ist und die­ser sich auch als sta­bil erweist. Von den klei­nen Gat­tun­gen im Neu­en Tes­ta­ment muss die gro­ße Mehr­zahl der Wun­der­erzäh­lun­gen als Erfolgs­ge­schich­ten gel­ten. Rhe­to­risch gehört die Gat­tung Wun­der­erzäh­lung zur Gat­tung der μύθοι (mythoi). (more…)

7. Juni 2018

Grund­zü­ge, Mar­kus und Mat­thä­us

 

Wir nah­men die Theo­ri­en seit dem 19. Jhdt. zur Kennt­nis, die das Ent­ste­hen der syn­op­ti­schen Evan­ge­li­en der Evan­ge­li­en­samm­lung erklä­ren sol­len. Das Johan­nes­evan­ge­li­um muss geson­dert erklärt wer­den. Dazu beschäf­tig­ten wir uns mit dem Mar­ku­sevan­ge­li­um und dem Mat­thäu­sevan­ge­li­um.
me galt, dass man am ehes­ten an Jesus her­an­kommt, wenn man his­to­risch zurück­geht. Zugleich war man der Über­zeu­gung, dass man dann auch der reli­giö­sen Wahr­heit näher­kä­me. Dabei war klar gewor­den, dass die Tex­te nicht über­ein­stimm­ten. Vgl. hier  . (more…)

21. Mai 2018

Sprü­che, Pro­ver­bi­en – Weis­heit, Bibel­kun­de Hei­del­berg

1. Weis­heit

Weis­heit“ bezeich­net im Alten Tes­ta­ment wie im gesam­ten Alten Ori­ent das Bemü­hen, die Men­schen umge­ben­de Wirk­lich­keit zu ord­nen, zu erfas­sen und zu erklä­ren und sich so in der Welt gebor­gen zu wis­sen. Es geht um die Regeln, nach denen das Leben in allen sei­nen Bezie­hun­gen abläuft. Wer die­se Regeln kennt und beach­tet, dem ist gelin­gen­des Leben sicher. Man/frau kann das mit dem Begriff der Lebens­er­fah­rung inter­pre­tie­ren. (more…)

20. Mai 2018

Darm­stadt: Bibel­kun­de 15.05.

Pro­to­koll für die Ver­an­stal­tung: Grund­ori­en­tie­rung Bibel (02-06-0202-se)

Mar­ko Nemet

1. Orga­ni­sa­to­ri­sches:

Das Semi­nar beginnt pünkt­lich um 9:50 Uhr, sechs Teil­neh­mer sind Anwe­send. Prof. Dr. Mar­tin Pött­ner fragt nach, ob es noch Fra­gen oder Anmer­kun­gen zum Pro­to­koll von letz­ter Woche gibt. Kei­ner der Anwe­sen­den hat eine Fra­ge oder Anmer­kung. Die Anwe­sen­heits­lis­te wird her­um gege­ben. Für das Vor­wis­sen für die­se Sit­zung, wur­de von allen Stu­die­ren­den das Kapi­tel 5 „Die Dich­tung Isra­els“, aus dem Buch Bibel­kun­de von Lukas Bor­mann gele­sen. Hier wird von dem Buch Hiob, den Psal­men, den Spruch­weis­hei­ten, den Pre­di­gern und dem Hohe­lied gespro­chen. (more…)

12. Mai 2018

Bibel­kun­de Darm­stadt, 08.05.

Pro­to­kol­lant: Jonas Schrö­der

The­ma die­ser Semi­nar­sit­zung waren das deu­te­ro­no­mis­ti­sche und das chro­nis­ti­sche Geschichts­werk. Bei­de Geschichts­wer­ke wer­den in jeweils einem Kapi­tel des Buches „Bibel­kun­de“ von Lukas Bor­mann bear­bei­tet und soll­ten bis zur Ver­an­stal­tung gele­sen wer­den.
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27. April 2018

Ver­an­stal­tung in Darm­stadt am 24.04.: Bibel­kun­de

Bibel­kun­de

Das zwei­te Kapi­tel der Bibel­kun­de von Bor­mann war The­ma, der Pen­ta­teuch bzw. die fünf Bücher Mose. Dane­ben gibt es in den Hei­li­gen Schrif­ten der J*uden die Pro­phe­ten – und die Weis­heits- bzw. poe­ti­sche Lite­ra­tur. Vgl. Abb. 1 in der Zusam­men­fas­sung zum 17.04. (more…)