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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


11. März 2019

Tri­to­je­sa­ja (Jes 56-66)

I. Über­sicht

Pro­to-Jesa­ja: Jes 1-39 (740-701 v. d. Z.)

Deu­te­ro-Jesa­ja: Jes 40-55 (550-540)

Tri­to-Jesa­ja: Jes 56-66 (530)

Auch für die­sen drit­ten Buch­teil gilt, dass eine Grob­glie­de­rung kaum gege­ben wer­den kann, dass eher wich­ti­ge Ein­zel­tex­te und -the­men erle­sen wer­den müs­sen.

II. Ent­ste­hung

Der drit­te Teil des Jesa­ja-Buches ist eine Zusam­men­stel­lung von Tex­ten, die wohl auf meh­re­re Autoren zurück­ge­hen. Wahr­schein­lich sind sie eine Samm­lung von unter­schied­li­chen Ansät­zen zur Aus­le­gung des bis­he­ri­gen Buches Jesa­ja. Dabei ist umstrit­ten, ob die Wor­te jemals münd­lich vor­ge­tra­gen wur­den oder von vor­ne­her­ein als schrift­li­che Buch­tex­te ent­stan­den sind.

III. Inhalt

Einig­keit besteht bei aller Ver­schie­den­heit der Tex­te dar­in, dass die Wor­te das Ende des Exils und die Rück­kehr von Ver­bann­ten nach Isra­el vor­aus­set­zen. (more…)

28. Januar 2019

Deu­tero­je­sa­ja

Ent­ste­hung

Im Unter­schied zum ers­ten Jesa­ja set­zen die Kapi­tel 40-55 vor­aus, dass die frü­her ange­sag­te Kata­stro­phe bereits ein­ge­tre­ten ist, viel mehr noch, die Zeit ist nun reif für eine grund­sätz­li­che Wen­de zum Guten. Die­se Kapi­tel sind dem­nach deut­lich spä­ter ent­stan­den, sie set­zen die Situa­ti­on des Exils vor­aus und ver­wei­sen bereits auf den Per­ser­kö­nig Kyros, der dem neu­ba­by­lo­ni­schen Reich, das Jeru­sa­lem zer­stört hat­te, das Ende berei­ten wird. Die Rück­wan­de­rung der Exu­lan­ten nach Isra­el wird nur erwar­tet, nicht als gesche­hen beschrie­ben, daher sind die Tex­te wohl vor 539 v. d. Z. ent­stan­den, wahr­schein­lich in Baby­lo­ni­en. Es ist mög­lich, dass „Deu­tero­je­sa­ja“ nicht ein ein­zel­ner Autor war, son­dern dass eine Schu­le von Pro­phe­ten hin­ter die­sen Tex­ten steht.

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21. September 2018

Jesa­ja 1-12 (Bibel­kun­de Hei­del­berg)

                                                Jesa­ja nach Meis­so­nier 1838

Die pro­phe­ti­schen Bücher

Schrift­pro­phe­ten

Die je nach Zäh­lung 16 (mit Dani­el) oder 15 pro­phe­ti­schen Bücher der hebräi­schen Bibel bie­ten die Ver­kün­di­gung der soge­nann­ten Schrift­pro­phe­ten im Unter­schied zu den vor­li­te­ra­ri­schen Pro­phe­ten. Die­se haben kei­ne eige­nen Schrif­ten hin­ter­las­sen, son­dern es sind nur Berich­te über sie erhal­ten, ins­be­son­de­re in den Königs­bü­chern zu Eli­ja und Eli­scha. Auch von den Schrift­pro­phe­ten wird nur gele­gent­lich berich­tet, dass sie selbst ihre Ver­kün­di­gung auf­ge­schrie­ben haben, zumeist wird dafür der Schü­ler­kreis ver­ant­wort­lich gewe­sen sein, vgl. Jes 8,16: „Ver­wah­ren will ich die Offen­ba­rung und ver­sie­geln die Wei­sung in mei­nen Schü­lern!“ Die­se Krei­se wie auch spä­te­re schrift­ge­lehr­te Grup­pen haben die ori­gi­na­len Aus­sprü­che der Pro­phe­ten nicht nur gesam­melt, son­dern auch the­ma­tisch neu geord­net und ergänzt. Daher ist bei vie­len ein­zel­nen Sprü­chen die Echt­heit des Gutes sehr stark umstrit­ten. (more…)

15. August 2018

Bibel­kun­de Hei­del­berg

 

Das Hohe­lied Salo­mos

 

 

Auch das „Lied der Lie­der“ (שִׁיר הַשִּׁירִים, šîr haššîrîm) wird dem König Salo­mo zuge­schrie­ben, da Salo­mo oder zumin­dest ein König an ver­schie­de­nen Stel­len genannt wird (1,4; 8,11). Es gehört eben­falls zu den fünf Meg­il­lot (Fest­rol­len) und wur­de dem Pas­safest zuge­ord­net, weil sich im Aus­zug aus Ägyp­ten, an den zu Pas­sa erin­nert wird, die Lie­be Got­tes zu sei­nem Volk in beson­de­rer Wei­se gezeigt hat. (more…)

12. Juli 2018

Die Pau­lus­brief­samm­lung

 

 

In allen Brie­fen der Pau­lus­brief­samm­lung fun­giert „Pau­lus“ als expli­zi­ter Autor. Dass der tat­säch­li­che Pau­lus nicht über­all der tat­säch­li­che oder rea­le Autor ist, ist am leich­tes­ten am Hebrä­er­brief zu erken­nen, das ist aber bei Eph, Kol, 2. Thess und 1.2 Tim sowie Tit auch nicht so schwer. Auch in der Anti­ke war das mög­lich, weil meh­re­re Text­edi­tio­nen mit fik­ti­ven, bekann­ten Autoren arbei­te­ten. Man­che Ausleger*innen mei­nen, es habe eine Pau­lusschu­le gege­ben. Der ent­schei­den­de Punkt ist aber, dass die Kri­tik des Pau­lus an der Tora, auch ande­re Fra­gen, wie sei­ne Hal­tung zur Skla­ve­rei für die gute Situa­ti­on christ­li­cher Gemein­den in der römi­schen Gesell­schaft zu gefähr­lich sei. Eini­ge Brie­fe der Pau­lus­brief­samm­lung ent­wi­ckeln daher ein Pau­lus­bild, das dem­je­ni­gen der Apos­tel­ge­schich­te ähnelt. Im Kern dreht es sich oft dar­um, ob die Christ*innen die Hei­li­gen Schrif­ten des Juden­tums als „Geset­ze der Väter“ oder  „Sit­ten der Älte­ren“ aner­ken­nen. Dann erkennt sie auch der Römi­sche Staat an, so hoff­te man. Wir sahen uns aus die­ser Text­welt Eph und 1Tim an. Wich­tig war aber, Pau­lus selbst zu erfas­sen. Denn er ist reli­gi­ös und theo­lo­gisch eine Aus­nah­me­ge­stalt im Chris­ten­tum. (more…)

11. Juli 2018

Pre­di­ger Salo­mo, Kohe­let, Bibel­kun­de Hei­del­berg

Name

Das Buch Kohe­let wur­de wie das der Sprü­che dem König Salo­mo zuge­schrie­ben, obgleich es außer dem „Sohn Davids“ als Ver­fas­ser­an­ga­be in 1,1 und ver­schie­de­nen Andeu­tun­gen (vgl. 1,12+16) kei­nen Hin­weis auf eine sol­che Autor­schaft gibt. Der Ver­fas­ser wird 1,1 als קֹהֶלֶת, qohœlœt (= Ver­samm­lungs­lei­ter) bezeich­net, was M. Luther als „Pre­di­ger“ über­setz­te. In der grie­chi­schen Über­set­zung fin­det sich die eben­falls als Name des Buches gebräuch­li­che Über­set­zung ἐκκλησιαστής, ekklē­si­as­tēs. Das Buch Kohe­let gehört zu den fünf Meg­il­lot; es ist die Fest­rol­le für das Laub­hüt­ten­fest, in dem die Freu­de am Leben und an der Tora als rech­ter Wei­sung zum Aus­druck kom­men. Die­se Lebens­freu­de spricht auch aus wich­ti­gen Pas­sa­gen des Pre­di­ger­bu­ches. (more…)

5. Juli 2018

Das Johan­nes­evan­ge­li­um

 

Das Johan­nes­evan­ge­li­um  (Johev) ist viel­leicht um die Jahr­hun­dert­wen­de vom 1. zum 2. Jahr­hun­dert der Zeit­rech­nung geschrie­ben wor­den. Das bleibt aber sehr unsi­cher.

Sehr wahr­schein­lich kann­te der tat­säch­li­che Autor des Tex­tes das Mkev. Jeden­falls steht er ihm nar­ra­tiv sehr nahe, näher als die bei­den kla­ren Benut­zer des Mkev bei Mat­thä­us und Lukas. Thy­en, Das Johan­nes­evan­ge­li­um (HNT 6), 2015, unter­stellt, das er alle drei syn­op­ti­schen Evan­ge­li­en benutzt. Wir bespra­chen den Pro­log (Joh 1,18ff), Joh 17 und den Epi­log (20,30-21,25). (more…)

15. Juni 2018

Das luka­ni­sche Dop­pel­werk als Erfolgs­ge­schich­te

 

 

M. E. ist das über­grei­fen­de nar­ra­ti­ve Modell des luka­ni­schen Dop­pel­werks die Erfolgs­ge­schich­te. Zur Pro­blem­ge­schich­te und der dua­lis­ti­schen Erzähl­wei­se vgl. hier. In der Mythos­de­bat­te stand für die­ses Erzähl­mus­ter die „tra­di­tio­nel­le Erzäh­lung“ (z. B. Ass­mann u. v. a.). Wir haben in Gen 1 eine sol­che wahr­ge­nom­men, wo aus dem Cha­os bzw. Tohu­wa­bo­hu eine geord­ne­te Schöp­fung ent­steht, die sogar die ele­men­ta­re Zeit­struk­tur von Arbeit und Ruhe der jüdi­schen Woche ent­hält. Gott bewer­tet die (meis­ten) ein­zel­nen Schrit­te mit „gut“ oder „sehr gut“.
Für das Spre­chen von „Erfolg“ ist aus­schlag­ge­bend, dass in einem Pro­zess ein posi­ti­ves „Ziel“ erreicht wird, das den Erwar­tun­gen von uns oder an uns ent­spricht. Und wenn man die­ses „Ziel“ eini­ger­ma­ßen erreicht hat, kann man immer noch im Sin­ne Oli­ver Kahns sagen: „Wenn ich oben bin, ist nicht alles, was ich gemacht habe, rich­tig.“
In der Per­spek­ti­ve der Erlö­sung kann die­se als „Pro­blem“ erschei­nen, das erfolg­reich „gelöst“ wird. Dafür tritt in der Regel eine Hel­fer­fi­gur auf. Etwa die über­wie­gen­de Zahl der neu­tes­ta­ment­li­chen Wun­der­erzäh­lun­gen funk­tio­niert nach die­sem Mus­ter. Eine Beses­sen­heit oder eine Krank­heit wird von der Hel­fer­fi­gur Jesus besei­tigt, sodass das Anfangs­pro­blem, die nega­ti­ve Aus­gangs­si­tua­ti­on nicht mehr besteht. Die nega­ti­ve Aus­gangs­si­tua­ti­on wird mit­hin von einer Erlö­ser­fi­gur oder Hel­fer­fi­gur gewen­det, sodass nun ein posi­ti­ver Zustand erreicht ist und die­ser sich auch als sta­bil erweist. Von den klei­nen Gat­tun­gen im Neu­en Tes­ta­ment muss die gro­ße Mehr­zahl der Wun­der­erzäh­lun­gen als Erfolgs­ge­schich­ten gel­ten. Rhe­to­risch gehört die Gat­tung Wun­der­erzäh­lung zur Gat­tung der μύθοι (mythoi). (more…)

7. Juni 2018

Grund­zü­ge, Mar­kus und Mat­thä­us

 

Wir nah­men die Theo­ri­en seit dem 19. Jhdt. zur Kennt­nis, die das Ent­ste­hen der syn­op­ti­schen Evan­ge­li­en der Evan­ge­li­en­samm­lung erklä­ren sol­len. Das Johan­nes­evan­ge­li­um muss geson­dert erklärt wer­den. Dazu beschäf­tig­ten wir uns mit dem Mar­ku­sevan­ge­li­um und dem Mat­thäu­sevan­ge­li­um.
me galt, dass man am ehes­ten an Jesus her­an­kommt, wenn man his­to­risch zurück­geht. Zugleich war man der Über­zeu­gung, dass man dann auch der reli­giö­sen Wahr­heit näher­kä­me. Dabei war klar gewor­den, dass die Tex­te nicht über­ein­stimm­ten. Vgl. hier  . (more…)

21. Mai 2018

Sprü­che, Pro­ver­bi­en – Weis­heit, Bibel­kun­de Hei­del­berg

1. Weis­heit

Weis­heit“ bezeich­net im Alten Tes­ta­ment wie im gesam­ten Alten Ori­ent das Bemü­hen, die Men­schen umge­ben­de Wirk­lich­keit zu ord­nen, zu erfas­sen und zu erklä­ren und sich so in der Welt gebor­gen zu wis­sen. Es geht um die Regeln, nach denen das Leben in allen sei­nen Bezie­hun­gen abläuft. Wer die­se Regeln kennt und beach­tet, dem ist gelin­gen­des Leben sicher. Man/frau kann das mit dem Begriff der Lebens­er­fah­rung inter­pre­tie­ren. (more…)