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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


29. Juni 2018

Schät­ze­s­am­meln und Schöp­fungs­ver­trau­en, Mt 6,19-34

 

Wir befass­ten uns anhand des Tex­tes mit der Prag­ma­tik der Berg­pre­digt. Anhand von 6,1ff hat­ten wir schon gese­hen, dass es sich um eine stark auf das Indi­vi­du­um bezo­ge­ne Fröm­mig­keit han­delt.
6,19ff bezieht sich jetzt auf das Schät­ze­s­am­meln, das sei­nen Hin­ter­grund im Sor­gen um Essen, Klei­dung usf. haben soll. Ent­ge­gen­ge­hal­ten wer­den dem die Vögel und die Lili­en, die im Schöp­fungs­ver­trau­en leben. Dazu passt auch 6,21, wo gesagt wird, dass der jewei­li­ge Schatz dort sei, wo das eige­ne Herz sei, von Luther mit Recht zur Got­tes­be­stim­mung ver­wen­det.
Der Text ruft nicht zur Faul­heit auf, son­dern zum Stre­ben nach dem Reich Got­tes und sei­ner Gerech­tig­keit (6,33f), dann fie­len den so Stre­ben­den die ele­men­ta­ren Lebens­be­dürf­nis­se zu. Die­ses Stre­ben geht mit­hin eben­so mit einem Schöp­fungs­ver­trau­en ein­her, dass die Sor­ge jedes ein­zel­nen Tages wahr­nimmt – und nicht schon immer bei den Pro­ble­men kom­men­der Tage ist.
Das wur­de im Semi­nar inten­siv und m. E. krea­tiv dis­ku­tiert. Die mys­ti­sche Poin­te Jesu, die hier sicht­bar wird, ist heu­te lebens­prak­tisch offen­bar rezi­pier­bar.

8. Juni 2018

Indi­vi­du­el­le Reli­gio­si­tät (Mt 6,1-18)

The­ma war Mt 6,1-18 – und die Fra­ge nach der Prag­ma­tik reli­giö­ser Tex­te: Was wird von einem Text in einer Gemein­schaft zu erzie­len ver­sucht? Auch der fol­gen­de Abschnitt 6,19ff eig­net sich sehr gut für die­se Fra­ge­stel­lung. (more…)

2. Juni 2018

Gott als ler­nen­des Sys­tem

Jonas Schrö­der

 

Das The­ma die­ser Semi­nar­sit­zung han­del­te von dem, nicht ganz unum­strit­te­nen, Kapi­tel der Fein­des­lie­be. Wir lasen den Text aus der Bibel: Mat. 5, 43-48 („Die neu­en The­sen“ Ein­heits­über­set­zung)
Dar­in ver­langt Jesus, dass man sei­ne Fein­de nicht has­sen, son­dern lie­ben soll. Er geht vor­her auf die Schrif­ten des alten Tes­ta­ments ein, in denen steht, dass man sei­nen Nächs­ten lie­ben und sei­ne Fei­ne has­sen soll. Er schließt den Satz mit „Ich aber sage euch: Liebt eure Fein­de und betet für die, die euch ver­fol­gen, damit ihr Kin­der eures Vaters im Him­mel wer­det; …“ (Mat. 5, 44-45). Die­se Aus­sa­ge allei­ne ist schwer zu ver­ste­hen. Im alten Tes­ta­ment, das vie­le Jahr­hun­der­te gegol­ten hat, ver­langt Gott, dass man sei­ne Fein­de has­sen soll. Plötz­lich ver­langt Jesus, dass man sei­ne Fein­de lie­ben soll. Jesus hat die­se schwer ver­ständ­li­che Aus­sa­ge natür­lich durch­dacht und hat eine gute Erklä­rung an die Aus­sa­ge gehängt. Sie beginnt mit der Zei­le 45 des Tex­tes: „…, damit ihr Kin­der eures Vaters im Him­mel wer­det; denn er lässt sei­ne Son­ne auf­ge­hen über Guten und Bösen und er lässt reg­nen über Gerech­te und Unge­rech­te.“. Jesus zeigt also auf, dass Gott alle Men­schen liebt und sie alle gleich­be­han­delt, egal ob sie ihn lie­ben oder has­sen. Im dar­auf­fol­gen­den Text (Mat. 5,46-47) führt er Bei­spie­le an. Er fragt, war­um man sich gut ver­hält, wenn man nur die­je­ni­gen liebt, die einen auch lie­ben, das wür­den schließ­lich auch die Zöll­ner tun. Zöll­ner hat­ten zu Zei­ten Jesu einen sehr schlech­ten Ruf und gal­ten als kor­rupt. Eben­so führt er die Hei­den an, wel­che auch nur ihre Brü­der grü­ßen wür­den. Er ver­langt also von sei­nen Zuhö­rern, bes­se­re Men­schen zu wer­den. Es reicht nicht mehr nur sei­ne Freun­de und Fami­lie zu lie­ben, man soll auch sei­ne Fein­de lie­ben und für sie beten. Dadurch wür­de man ein bes­se­res, voll­kom­me­ne­res Leben füh­ren. Im letz­ten Satz (Mat. 5, 48) schließt Jesus das Kapi­tel: „Seid also voll­kom­men, wie euer himm­li­scher Vater voll­kom­men ist!“. Er bekräf­tigt damit noch­mal das Vor­an­ge­stell­te und ver­deut­licht, dass Gott es sel­ber auf die­se Wei­se so hält. (more…)

18. Mai 2018

Darm­stadt Berg­pre­digt, 15.05.

 

Nach der Dar­stel­lung von Frau Schä­fer nah­men wir 5,27-42 zur Kennt­nis. Dabei sind eini­ge Tex­te ent­hal­ten, in denen Jesus einem Text aus Gesetz und Pro­phe­ten wider­spricht, sodass wir rich­tig damit lie­gen, dass Jesus die­se hei­li­gen Tex­te der J*uden nicht auf­hebt, son­dern fort­schreibt bzw. voll­endet. Das ist nicht über­all gleich, son­dern muss je ein­zeln unter­sucht wer­den. Daher ist die Über­set­zung von Lui­se Schott­roff, Bibel in gerech­ter Spra­che,  ange­mes­sen: „Zu den Alten o. Ä. … Ich lege Euch das heu­te so aus: …“ Beim letz­ten Mal hat­ten wir das Tötungs­ver­bot, das nicht ver­neint, aber auf sei­nen emo­tio­na­len Grund befragt wird, Zorn als star­ke Emo­ti­on wird daher als pro­ble­ma­tisch betrach­tet.
Beim Ehe­bruch wird erneut ein Ver­bot des Deka­logs neu inter­pre­tiert. Wer die Frau eines ande­ren Man­nes begehr­lich ansieht, habe schon Ehe­bruch began­gen. Hier ist also das star­ke emo­tio­na­le Begeh­ren der Grund das Ver­bot zu über­tre­ten. Die selbst­ver­stüm­meln­den Tex­te sind Über­trei­bun­gen, um das Begeh­ren stark zu beto­nen.
Der drit­te Text the­ma­ti­siert den Schei­de­brief aus dem Deu­te­ro­no­mi­um, den Jesus im Mtev nur für den Fall der Untreue für ange­mes­sen hält, sonst aber nicht. Vgl. http://alltagundphilosophie.com.www256.your-server.de/2017/01/27/efg-griesheim-mk-101-12/. Das führ­te noch zu wei­te­ren Debat­ten, wobei es wich­tig erscheint, die Ehe nicht als Sakra­ment zu betrach­ten. Die Pro­ble­me sol­len durch Aus­tausch der Partner*innen gelöst wer­den.
Beim Schwö­ren wider­spricht Jesus dem hei­li­gen Text – und lehnt das Schwö­ren ab, weil man dies tue, indem man/frau sich bei etwas ver­si­che­re, das nicht in der eige­nen Macht sei.
Eben­so wider­spricht Jesus der Regel, Auge um Auge, Zahn um Zahn. Dies wer­de nur dann kon­flikt­min­dernd, wenn man/frau sym­bo­lisch auf Unrecht auf­merk­sam mache, was den Unrecht Tuen­den mög­li­cher­wei­se zur Umkehr brin­ge, eine Form des gewalt­lo­sen Wider­stands.
Wir sind dabei, die inhalt­li­che, seman­ti­sche Gestalt von Tex­ten zu erfas­sen. Die­se Gestalt ist häu­fig von Gegen­sät­zen bestimmt, aber unter­schied­lich. Das ver­tie­fen wir.

 

13. Mai 2018

Berg­pre­digt: Darm­stadt 08.05.

Pro­to­kol­lan­tin: Julia Schä­fer

 

Semi­narin­hal­te:

In die­ser Semi­nar­sit­zung ging es im ers­ten Teil der Sit­zung um die Ver­se 5,17 – 5,20 (Jesu Stel­lung zum Gesetz und den Pro­phe­ten) und im zwei­ten Teil der Sit­zung gin­gen wir wei­ter zu Vers 5,21-5,26 (Vom Töten). (more…)

29. April 2018

Ver­an­stal­tung in Hei­del­berg: Berg­pre­digt

 

Semi­nar: Ein­füh­rung in die exege­ti­schen Metho­den und das wis­sen­schaft­li­che Arbei­ten: Die Berg­pre­digt (Mt 5-7)
Pro­to­koll der Sit­zung vom 24.04.2018
Dozent: Prof. Dr. Mar­tin Pött­ner
Pro­to­kol­lan­tin: Julia Pei­ne­mann

Orga­ni­sa­to­ri­sches:
Zu Beginn des Semi­nars fragt Herr Pött­ner nach, ob es noch Rück­fra­gen oder Anmer­kun­gen zur letz­ten Semi­nar­stun­de und der letz­ten Zusam­men­fas­sung gibt. Da es kei­ne Fra­gen oder Anmer­kun­gen gibt, wird die Anwe­sen­heits­lis­te her­um­ge­ge­ben und die neue Semi­nar­stun­de beginnt.

Semi­narin­hal­te:
Als Grund­la­ge des heu­ti­gen Semi­nars dient Mat­thä­us 5, 2-16.
In die­ser Stun­de des Semi­nars wer­den wir zuerst ein­mal der Fra­ge nach­ge­hen, wie die ein­zel­nen Selig­prei­sun­gen intern geglie­dert sind, bzw. aus was die Selig­prei­sun­gen bestehen. Dies wird anhand Mat­thä­us 5, 3-12 bespro­chen.
Nach der Fra­ge wor­aus eine Selig­prei­sung besteht, wird auf die Ver­se 13-16 mit der Über­schrift Salz und Licht ein­ge­gan­gen. (more…)

20. April 2018

Ver­an­stal­tun­gen in Darm­stadt 17.04.

 

Bibel­kun­de: Hin­füh­rung, Kon­tex­tua­li­sie­rung und die ver­schie­de­nen Kano­nes

In Fort­füh­rung vom 12.04. bespra­chen wir ver­schie­de­ne deut­sche Bibel­über­set­zun­gen.
Wich­tig ist der zwei­te Punkt. Die Bibel­lek­tü­re soll­te heu­te nicht mehr ohne Bezug zum Koran voll­zo­gen wer­den. Denn der Koran ist jeden­falls auch eine Fort­schrei­bung vor allem der jüdi­schen Bibel. Die Ähn­lich­kei­ten und Unähn­lich­kei­ten beschreibt der Koran so, es habe eine himm­li­sche Mut­ter der Schrift gege­ben, Sure 43,4, die an alle Pro­phe­ten ver­sandt wor­den sei, bei Moham­med sei das am bes­ten ange­kom­men. In jün­ge­rer Zeit hat sich in Ber­lin vor allem Ange­li­ka Neu­wirth her­vor­ge­tan, bei der sich eine neue Text­ge­stalt erschließt, die mit dem von mir behaup­te­ten Fort­schrei­bungs­pro­zess ver­wandt ist. Das stimmt i. E. mit der neu­en his­to­risch-kri­ti­schen Aus­ga­be in Tune­si­en über­ein. Wir wer­den das an ein­zel­nen Tex­ten ver­fol­gen. (more…)

13. April 2018

Ver­an­stal­tun­gen Darm­stadt 10.04.

 

Hier ste­hen immer am Frei­tag nach dem Semi­nar Zusam­men­fas­sun­gen der jewei­li­gen Sit­zun­gen, sofern die­se von mir stam­men.

1. Bibel­kun­de

Die Bibel wird kur­so­risch nach der Bibel­kun­de von Bor­mann wahr­ge­nom­men. Zum nächs­ten Mal ist der Para­graf 1 zu lesen. Im MIZ.

2. Berg­pre­digt

Wir began­nen schon mit der Lek­tü­re und wid­me­ten uns den Erzäh­ler­kom­men­ta­ren in Mt 5,1f und 7,28f. Die­se kom­men­tie­ren 5,3-7,27 bzw. lei­ten ein. Die Leser/innen erfah­ren, dass Jesus ange­sichts der Volks­men­ge auf den Berg steigt, sich zur Leh­re hin­setzt – und sei­ne Schü­ler bzw. Jün­ger hin­zu­tre­ten.
Die fol­gen­de Rede ist an die Volks­men­ge gerich­tet, ihre Reak­ti­on wird in 7,28f dar­ge­legt. Anders als ihre Schrift­ge­lehr­ten habe Jesus mit Voll­macht, Kom­pe­tenz o. Ä. gelehrt. Mt prä­sen­tiert den Text mit­hin als
• Leh­re, die im Kon­text der jüdi­schen
• Schrift­ge­lehr­ten
beson­ders wir­kungs­voll erscheint – so die erzähl­te Reak­ti­on des Publi­kums.
Wir wer­den die­sen schrift­ge­lehr­ten Dis­kurs in der Berg­pre­digt genau ver­fol­gen.

Auf­ga­ben zur nächs­ten Sit­zung

1. Lesen Sie Mt 5,3-12 und glie­dern Sie den Text!
2. Vgl. Sie Lk 6,20-26! Was fällt Ihnen auf?

14. Juli 2017

TUD: Berg­pre­digt">TUD: Berg­pre­digt

Das Semi­nar soll­te sich mit Mt 7,13-23 befas­sen, konn­te aber auch noch zusätz­lich den Epi­log (7,24-27) bespre­chen, sodass in der Schluss­sit­zung für die Stu­die­ren­den noch offe­ne Fra­gen erör­tert wer­den kön­nen.

Wir befass­ten uns zunächst mit der Weg­me­ta­pher. Der Weg ins Reich Got­tes bzw. der Him­mel ist eng, schmal und beschwer­lich, wäh­rend der Weg in die Ver­damm­nis eher kom­for­ta­bel ist, wes­halb die­ser Weg belieb­ter ist. Die Weg­me­ta­pher beschreibt in vie­len Reli­gio­nen das Leben, hier ein anspruchs­vol­les, sitt­lich reflek­tier­tes Leben, das sich an der Aus­le­gung von Tora und Pro­phe­ten ori­en­tiert.
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12. Juli 2017

TUD: Berg­pre­digt">TUD: Berg­pre­digt


Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Darm­stadt

Insti­tut für Theo­lo­gie und Sozi­al­ethik

Pro­to­koll für die Ver­an­stal­tung:

Ein­füh­rung in die exege­ti­schen Metho­den und das wis­sen­schaft­li­che Arbei­ten: Die Berg­pre­digt

Dozent: Prof. Dr. Mar­tin Pött­ner

Datum: 04.07.2017, 09:50-11:30 Uhr


Teil­neh­mer: 9 Kom­mi­li­to­nen

The­ma: Mat­thä­us-Evan­ge­li­um 7, 1-12

Pro­to­koll­füh­rer: Nemet, Mar­ko

Orga­ni­sa­to­ri­sches:

Das Semi­nar beginnt pünkt­lich um 9:50 Uhr, 10 Teil­neh­mer sind anwe­send. Prof. Dr. Mar­tin Pött­ner fragt nach, ob es noch Fra­gen oder Anmer­kun­gen zum Pro­to­koll von letz­ter Woche gibt. Dabei kam die Fra­ge einer Kom­mi­li­to­nin zur End­zeit auf. Wie geht man mit der For­de­rung um, wenn man davon aus­geht, dass die End­zeit bald ein­tritt. Herr Pött­ner ver­weist auf das Ende der Berg­pre­digt Mat­thä­us 7, 24-27, dies wur­de dann kurz dis­ku­tiert und mit einem Bei­spiel von Herrn Pött­ners eige­ner Erfah­rung mit den Zeu­gen Jeho­vas – die im Jah­re 2000 durch die Com­pu­ter­schal­tung das Ende der Welt erwar­te­ten – beant­wor­tet. Die Anwe­sen­heits­lis­te wird her­um­ge­ge­ben.
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