Zum Inhalt springen


Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


9. Dezember 2016

Eine naive und arrogante Wahl: postfaktisch …

 

Die Wahl des Wortes „postfaktisch“ zum Wort des Jahres 2016 ist eine trotzige, intellektuell hilflose Reaktion. Sie senkt das Niveau der Gesellschaft für deutsche Sprache auf das Niveau von Medien wie der Zeit ab. Vgl. zur Begründung Zitat der Woche, zweite Dezemberwoche. Sicher ist es für viele Menschen unangenehm, dass Donald Trump die Präsidentenwahl in den Vereinigten Staaten gewonnen hat. Was ich seitdem beobachte, ist der Sachverhalt, dass viele Menschen, die sich dazu äußern, über das Wahlmänner-System bei diesem Wahltyp nicht informiert sind.

Dass Trump gelogen hat, ist richtig. Aber was in der Begründung der Gesellschaft für deutsche Sprache ärgerlich ist, ist der Gegensatz von „Fakten“ und „Emotionen“ (ikonisch durch den Alt-68er-Dual von „Kopf“ vs. „Bauch“ dargestellt).

Die Wähler/inn/en von Trump erleben für ihr Leben wesentliche Fakten, die bei ihnen Wut auslösen. Diese Fakten werden aus ihrer Sicht in den Medien nahezu nicht repräsentiert. So verhält es sich auch mit PEGIDA und der AfD. Insofern ist die Entscheidung der Gesellschaft für deutsche Sprache m. E. eine alberne Festlegung, die von einem Gefühl der Arroganz ausgelöst sein dürfte. Sie ist aber bezogen auf die gesellschaftlichen Prozesse wahrnehmungsarm.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

26. September 2016

Sexismus in der Union?

Unsere Gesellschaft ist eine Konkurrenzgesellschaft, Jenna Behrends gelang es, ein Mandat in der Bezirksverordnetenversammlung Berlin-Mitte zu erlangen. Die Vorgeschichte hat sie inzwischen veröffentlicht, der Diskurs kann z. B. unter @Jenna_Behrends auf Twitter nachvollzogen werden, dort auch Hinweise auf die Schlammschlacht, die jetzt erwartungsgemäß tobt – und in der es auch Gerüchte über Peter Tauber gibt. (more…)

25. September 2016

Der Mord, gerade im öffentlich-rechtlichen Fernsehen

In dieser Woche sollte auf ein Phänomen aufmerksam gemacht werden, das tatsächlich in die Augen sticht: die gegenüber den 1970er Jahren dramatische Vermehrung der Sendezeiten für das Sujet Krimi, das in unseren Alltag eingreift. Hierzu als Anregung der Hinweis auf eine Sendung,  in der das ausführlich besprochen wird, sprachlich vielleicht etwas verbesserungswürdig, aber nachdenklich. Was besagen derart viele Morde?

14. September 2016

Die „narzisstische“ Frau Merkel? (Alltagsphilosophische Kolumne I)

Der gestrige Tag hielt ab 9.37 Uhr eine positive Überraschung bereit: Ob Politiker Seelsorger/innen sein sollten, erörterten der Psychologe Maaz und der Pfarrer Gürtler im Gespräch mit Christiane Florin im DLF. Auch m. E. ist die Frage berechtigt, denn Gefühle bilden einen Aspekt beim Entstehen von Handlungen und Kommunikationen. Das ist seit der Antike bekannt – und der seit einiger beliebte Ausdruck „gefühlt“ im Unterschied zu „faktisch“ zeigt, dass dies in den Medien oft verdrängt wird. Die Frage, die gestern erörtert wurde, hatte freilich eine bestimmte Ausrichtung, die m. E. eher problematisch ist. Das war deswegen erträglich, weil der für steile verallgemeinerte (und empirisch wenig bestätigte) Hypothesen bekannte Maaz durch den aus der Bürgerrechtsbewegung stammenden Gürtler stark relativiert wurde. Das war so stark, dass Maaz nicht dazu kam, seine Hypothese über den aktuellen „Gefühlsstau“ auszusprechen, der die s. E. gefährliche Entwicklung seit einem Jahr ausgelöst hat. Ich ergänze das deswegen – und kann mir daher die Kritik zuziehen, dass er das alles schon mal gesagt hat, aber am 13.09. nicht wiederholt hat. M. E. macht seine Diagnose über Merkel und diejenigen, die mit ihr übereinstimmen, nur Sinn, wenn dieser Hintergrund unterstellt wird. (more…)