Zum Inhalt springen


Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


Urge­schich­te 2

 

Exege­ti­sche Metho­den
Pro­to­kol­lan­tin: Sara Ruiß­in­ger

Im zwei­ten Semi­nar wird über den Abschnitt Gene­sis 1-2 V. 4a dis­ku­tiert.
Zunächst wur­de über die Schöp­fung gespro­chen. Die Wör­ter, die Gott von sich gibt, haben eine star­ke Gewich­tung, da ihnen Taten fol­gen. Durch die All­mäch­tig­keit Got­tes geht die Fähig­keit ein­her, Din­ge nur durch die Spra­che umzu­set­zen. Als Gott die Erde erschaf­fen hat, hat er dies nur durch Spra­che getan. Durch den Satz „es wer­de Licht“ und die direk­te Umset­zung die­ses Vor­gangs, sieht man anhand der Schöp­fung, wie mäch­tig und stark die Wör­ter Got­tes sind. Nach­dem er die Schöp­fung abge­schlos­sen und die­se für sehr gut befun­den hat, war der Vor­gang abge­schlos­sen. Auf­grund des bis­her auf­ge­zeig­ten Sach­ver­halts stellt sich die Fra­ge, wel­cher Typ Gott sein muss, wenn er so vor­geht. Wer geht so mit Spra­che um? Nach­dem er die Schöp­fung für sehr gut befun­den hat, zwei­fel­te er spä­ter an der Rich­tig­keit sei­nes Tuns. Anhand die­ser The­ma­tik lässt sich schlie­ßen, dass Gen. 1 kein Schöp­fungs­be­richt ist.

Die Göt­ter­ge­schich­ten wer­den meist als Mythen dekla­riert. Sie sind eine tra­di­tio­nel­le Erzäh­lung und bezeich­nen somit eine Erfolgs­ge­schich­te. Es fängt meist mit einem Cha­os an und dar­auf baut sich Schritt für Schritt eine Ord­nung auf. Bis heu­te wird hier­mit der Lebens­rhyth­mus des Men­schen gekenn­zeich­net. Die Mythen wur­den erst durch die Anti­ke bekannt und durch die grie­chi­schen Her­ren wur­de die Bibel in mehr­bän­di­gen Büchern in die Biblio­thek von Alex­an­dria auf­ge­nom­men.

Doch wer wird erschaf­fen?
In Gen 1.26 – 1.29 schuf Gott den Men­schen nach sei­nem Bil­de. Doch was ist mit sei­nem Bild gemeint? Er schaff­te ein men­ta­les Bild von sich selbst.

Von wem spricht Gott, wenn er von „UNS“ redet? Hier­mit könn­te die Rede von Gott, sei­nem Sohn und dem Geist gemeint sein. Eine ande­re Mög­lich­keit ist, dass Chris­tus ein Reprä­sen­tant in der Weis­heit der Bibel ist. Dadurch könn­te er eine drei­fa­che Dif­fe­ren­zie­rung in Gott sein. Dar­über hin­aus könn­te viel­leicht auch der Majes­tä­ten­plu­ral gemeint sein. In Lukas 1 ist viel die Rede von Engeln, die somit auch mit „uns“ gemeint sein könn­ten.

Die gött­li­che Sphä­re ist Plu­ral und andro­gyn. Adam ist am Anfang kein Mann, son­dern ein andro­gy­nes Wesen. Der Mensch wird geteilt und es ent­ste­hen ein Mann und eine Frau. Bei­de sind somit Bil­der Got­tes und sol­len Gott reprä­sen­tie­ren. Dem­nach sind sie gleich­ge­stellt und es wird auf ein sym­me­tri­sches Ver­hält­nis geach­tet. Dadurch ist es nicht ent­schei­dend ob man ein weib­li­cher und männ­li­cher Mensch ist. Es ist bestimmt, dass der Mensch ver­schie­den geschlecht­lich ist. Die Grie­chen und Römer haben spä­ter die Homo­se­xu­el­len aner­kannt. Baby­lo­ni­en dage­gen hat die Homo­se­xua­li­tät nicht akzep­tiert.
Doch mitt­ler­wei­le gibt es auch ein drit­tes Geschlecht in unse­rer Gesell­schaft, doch ist es gene­tisch beleg­bar?

Eine wei­te­re The­ma­tik, die bespro­chen wur­de ist, ob es legi­tim ist, Tie­re zu töten. In Gene­sis 9 wird erwähnt, dass es erlaubt ist, Tie­re zu essen. Jesa­ja 11 hin­ge­gen impli­ziert Tier­frie­den. Durch die­se wider­sprüch­li­chen Aus­sa­gen, lässt sich kei­ne ver­bind­li­che Aus­sa­ge dar­über tref­fen, ob die Legi­ti­mi­tät des Tötens bzw. Opferns von Tie­ren von der Bibel gege­ben ist.

« Johan­ne­s­pro­log 21.10 – Ent­ste­hung 2 »

Info:
Urge­schich­te 2 ist Beitrag Nr. 8346
Autor:
Martin Pöttner am 28. Oktober 2019 um 12:44
Category:
Allgemein
Tags:
 
Trackback:
Trackback URI

Keine Kommentare »

No comments yet.

Kommentar-RSS: RSS feed for comments on this post.

Leave a comment