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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


Urge­schich­te

 

 

Prto­kol­lan­tin: Julia­ne Czuk­ta

In die­sem Semi­nar wird durch Metho­den der Her­me­neu­tik Gen 1-12,3 ana­ly­siert. Am ers­ten Semi­nar-Tag betrach­te­ten wir Gene­sis 1 bis Gene­sis 2 V. 4a. Der Text­ab­schnitt wird über­wie­gend als Mythos auf­ge­fasst und ist sowohl die Ein­lei­tung ins Alte Tes­ta­ment als auch die Ein­lei­tung der gan­zen Bibel, somit ist er auch für das Neue Tes­ta­ment essen­zi­ell. Kon­text­über­blick: Nach die­sem Abschnitt folgt die Geschich­te von Adam und Eva und deren Söh­nen (bis ein­schließ­lich Gen 4). Danach folgt die Sint­flut (Gen. 6-9), weil Gott die Schöp­fung bereu­te. Die anschlie­ßen­de Akzep­tanz der nicht per­fek­ten Men­schen, wur­de durch den Bund mit Noah besie­gelt. Wor­auf es eini­ge Zeit spä­ter zum Turm­bau zu Babel kommt (Gen 11), der Gott zeig­te, dass den Men­schen fast alles mög­lich ist, was aber nicht unbe­dingt gut ist und ggf. auch gefähr­lich. Trotz­dem ver­nich­te­te Gott die Men­schen nicht. Spä­ter in in Gen 11 tritt Abram (Abra­ham) auf den Plan, der der Stamm­va­ter Isra­els ist, aber in ihm sol­len auch „alle Geschlech­ter auf Erden“ geseg­net wer­den (Gen. 12 V. 3), was auch für das Neue Tes­ta­ment wich­tig ist.

Der ers­te Abschnitt (Gen 1) han­delt von der Ent­ste­hung einer geord­ne­ten Erde, durch Got­tes Hand. In Gen 1 V. 2 wir die Erde zu Beginn als „wüst und leer“ beschrie­ben, in die Gott im Fol­gen­den Ord­nung bringt. Mög­li­cher­wei­se könn­te dies auf den Urknall anspie­len. In den fol­gen­den Ver­sen (Gen 1 V. 3) schafft Gott Licht, Tag und Nacht, den Him­mel, Land und Meer, Pflan­zen, Son­ne, Mond und Ster­ne, Tie­re im Was­ser, an Land und in der Luft. Als letz­tes schuf er den Men­schen. Das schuf er in sechs Tagen und befand alles im ein­zel­nen als „gut“ und die Gesamt­heit der Schöp­fung als „sehr gut“ (Gen 1 V. 31). In Gene­sis zwei (V. 1-4a) liest man, dass der Herr am „sieb­ten Tage sei­ne Wer­ke [voll­ende­te]“ indem er am sieb­ten Tag ruh­te, ihn seg­ne­te und hei­lig­te. Das Juden­tum fass­te die­se Geschich­te als kohä­ren­te Zeit­struk­tur auf, wodurch die Sie­ben-Tage-Woche ent­stand. Da der Herr sechs Tage arbei­te­te und danach einen Tag ruh­te, nah­men sich die Juden dar­an ein Bei­spiel und hiel­ten den Sab­bat als sieb­ten Tag der Woche. Dadurch ist die Schöp­fungs­ge­schich­te sicher als ers­te Begrün­dung des Sab­bats zu sehen, der auch im Neu­en Tes­ta­ment und heu­te noch von Juden, aber auch eini­gen christ­li­chen Grup­pen gehal­ten wird. Der gro­ße Umschwung auf den gesetz­li­chen Sonn­tag als Ruhe­tag trat mit Kai­ser Kon­stan­tin 321 n. Chr. ein. Fas­zi­nie­rend ist jedoch, dass die Zeit­struk­tur der Sie­ben-Tage-Woche bis heu­te erhal­ten geblie­ben ist. Heu­te wird ein Ruhe­tag auch ohne Bezug auf Gott außer­halb des Chris­ten­tums und Juden­tums bei­spiels­wei­se von Gewerk­schaf­ten, zum Wohl der Ange­stell­ten, als sinn­voll erach­tet. In einer Zeit, in der wegen öko­no­mi­scher Vor­tei­le, eine 24/7-Ver­füg­bar­keit von Arbeits­kräf­ten ange­strebt wird, erfährt der Gedan­ke eines all­ge­mei­nen Ruhe­ta­ges zuneh­mend Kri­tik, wobei aber auch die Gefahr des Bur­nout-Syn­droms bedacht wer­den soll­te.

 

Wei­te­re Fra­ge­stel­lun­gen wur­den auf­ge­wor­fen: Ist die Arbeit die heu­te ver­rich­tet wer­den muss mit der Got­tes ver­gleich­bar oder abso­lut sinn­frei ? Man arbei­tet z. B. im Büro, um das Geld für den Lebens­un­ter­halt zu ver­die­nen. Man­chen mag trotz­dem das Arbei­ten bspw. in der Land­wirt­schaft sinn­vol­ler erschei­nen. Schöp­fe­ri­sches Tun, im Sin­ne des Erschaf­fens von neu­em Leben, ist uns Men­schen bis­her nicht mög­lich. Gott hat die Erde so geschaf­fen wie sie ihm „sehr gut“ gefiel und er hat den Men­schen ihm sehr ähn­lich gemacht. Ist die Schöp­fung heu­te immer noch im Hin­blick auf Kli­ma­wan­del und Kern­ener­gie­ge­winn „sehr gut“ ? Da laut Neu­em Tes­ta­ment ein „Neu­er Him­mel und eine neue Erde“ nötig ist, ist die Schöp­fung nicht mehr „sehr gut“ (Offb 21, 1ff).

« Ent­ste­hung des Chris­ten­tums nach dem Neu­en Tes­ta­ment – Johan­ne­s­pro­log 21.10 »

Info:
Urge­schich­te ist Beitrag Nr. 8323
Autor:
Martin Pöttner am 20. Oktober 2019 um 16:34
Category:
Allgemein
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