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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


Ist Gott eine Frau?

 

 

Zwei­tä­gi­ge Ver­an­stal­tung am 18./19.10. im Insti­tut für Theo­lo­gie und Sozial­ethik

Die inter­es­sier­ten Teil­neh­me­rin­nen wünsch­ten eine Ver­tie­fung am 02.11.2019.

Erör­tert wur­den anhand mei­ner Vor­le­sung Grund­fra­gen der Ent­wick­lung der femi­nistischen Theo­lo­gie seit den Tagen Mary Dalys, vgl. auch die Wiki­pe­dia-Arti­kel zu „femi­nis­ti­scher Theo­lo­gie“ und zu „Mary Daly“.

Lei­ten lie­ßen wir uns dabei von dem Buch Mag­da­le­ne Frett­löhs, das die Fra­ge nach der „Herr“lichkeit Got­tes unter­sucht. Dabei wer­den wich­ti­ge all­ge­mei­ne Fra­gen gestellt, wie über­haupt von Gott gere­det wer­den kann. Die Bibel ist nicht Got­tes Wort, sie ver­weist dar­auf (Karl Barth). Gen 28 mit dem Ring­kampf Got­tes mit Jakob am Jabboq zeigt das i. E. Das ist ein direk­tes Begeg­nungs­mo­dell mit Gott. Bult­mann ver­tritt das eben­falls, betont aber, das wir von Gott nur so reden könn­ten, wie Gott an uns hand­le. Das nutzt Frett­löh so, dass von Gott dann aus weiblicher/männlicher Lebens­welt ver­schie­den von Gott gere­det wer­den kön­ne.

Das erlaubt eine kri­ti­sche Betrach­tung der Bibel. Maß­stä­be kann Dtn 4 set­zen, wo Ex 19f rein­ter­pre­tiert und aus­ge­schlos­sen wird, dass die Israelit*innen Got­tes „Gestalt“ gese­hen hät­ten. Das hat das Bil­der­ver­bot zur Fol­ge, zu dem gehört Gott männ­lich oder weib­lich dar­zu­stel­len.

Die Lebens­welt­the­se Frett­löhs erlaubt es ihr dann, weib­li­che und männ­li­che Meta­phern zuzu­las­sen, die dann aber wg. des Bil­der­ver­bots nicht so inter­pre­tiert wer­den dür­fen, als sei Gott Mann oder Frau.

Es gibt die femi­nis­ti­sche Theo­lo­gie berech­tigt, weil die männ­li­chen Meta­phern domi­nie­ren und ver­ge­gen­ständ­li­chen wer­den. Dazu erör­ter­ten wir Ex 4,24ff und Jes 46,1-3, ein Penis- und ein Vul­va- bzw. Ute­rus­text, wo den Teilnehmer*innen der unter­schied­li­che lebens­welt­li­che Zugang von Frau­en und Män­nern deut­li­cher wur­de.

Wir haben uns dann ent­lang der in mei­ner Vor­le­sung ange­spro­che­nen Tex­te ver­deut­licht, dass es in der Bibel patri­ar­cha­le, aber auch sym­me­tri­sche Tex­te gibt – und es an uns liegt, wie das Geschlech­ter­ver­hält­nis bestimmt wird.

Geschicht­lich haben wir das nach pro­tes­tan­tisch und katho­lisch bespro­chen. Die Bewe­gung „Maria 2.0“ zeigt, dass es im Katho­li­zis­mus kaum so wei­ter­ge­hen wird. Dazu erör­ter­ten wir die schwe­ren Miss­brauchs­skan­da­le, wel­che die sakra­men­ta­le Kir­che schwer erschüt­tert haben.

Kon­kret bespra­chen wir, wie weit die Situa­ti­on von Frau­en mit Kin­derm im Wis­sen­schafts­sys­tem schon ange­mes­sen berück­sich­tigt wird.

 

 

 

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Info:
Ist Gott eine Frau? ist Beitrag Nr. 8311
Autor:
Martin Pöttner am 20. Oktober 2019 um 14:34
Category:
Allgemein
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