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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


Ent­ste­hung des Chris­ten­tums nach dem Neu­en Tes­ta­ment

 

Pro­to­kol­lan­tin: Julia­ne Czuk­ta

Die­ses Semi­nar dreht sich um die Ent­ste­hung des Chris­ten­tums. Als Bibel­text wur­de am ers­ten Semi­nar­tag Lukas 1,5-2,15 her­an­ge­zo­gen.

Es geht um die Geburt Johan­nes des Täu­fers und die Geburt Jesu. Inhalts­an­ga­be: In dem Text geht zuerst um Zacha­ri­as und sei­ne Frau Eli­sa­beth, die kei­ne Kin­der bekom­men konn­te. Zusätz­lich waren bei­de eigent­lich schon zu alt dafür, doch ein Engel erschien Zacha­ri­as, einem Pries­ter, im Tem­pel und sag­te ihm, er wür­de einen Sohn bekom­men, den er Johan­nes nen­nen sol­le. Zacha­ri­as glaub­te dem Engel, aus zuvor genann­ten Grün­den, nicht, wes­halb er zur Stra­fe bis zur Geburt sei­nes Soh­nes stumm war. Johan­nes soll­te „groß sein vor dem Herrn […] und schon von Mut­ter­lei­be an mit dem Hei­li­gen Geist erfüllt wer­den“ (Lk 1,15) und vie­le Israe­li­ten zum Umkeh­ren (Lebens­wan­del) bewe­gen (Lk 1,16). Als Zacha­ri­as nach der Nach­richt aus dem Tem­pel kam, wun­der­te sich das Volk, dass er nicht mehr reden konn­te. Ab Vers 26 springt die Erzäh­lung zu Maria, eine Ver­wand­te Eli­sa­beths. Sie weiß laut eige­ner Aus­sa­ge „von kei­nem Man­ne“ (Lk 1 V. 34) und bekommt trotz­dem von einem Engel die Nach­richt, dass auch sie durch Got­tes Kraft einen Sohn bekom­men wür­de, den sie Jesus nen­nen sol­le. Der Engel sag­te über Jesus er wür­de „groß sein und Sohn des Höchs­ten genannt wer­den; und Gott der Herr [wür­de] ihm den Thron sei­nes Vaters David geben, und er [wür­de] König sein über das Haus Jakob in Ewig­keit, und sein Reich [wür­de] kein Ende haben.“ (Lk 1,32f) Maria akzep­tiert Got­tes Wahl, ord­net sich ihm unter und bezeich­net sich als sei­ne Magd (V.38). Maria besucht dar­auf­hin Eli­sa­beth. Die­se bemerkt am Hüp­fen ihres Babys im Bauch, dass Maria ein Kind von Gott bekom­men wird. Ab Vers 46 lobt Maria Gott und freut sich sehr, weil er sie aus­ge­sucht hat, ein beson­de­res Kind zur Welt zu brin­gen. Im Fol­gen­den zählt sie Posi­ti­ves auf, was den Herrn aus­macht und was er in Zukunft (auch durch Jesus) tun wird, wie bspw. „Er stößt die Gewal­ti­gen vom Thron und erhebt die Nied­ri­gen.“ (V. 52) und hebt Got­tes Barm­her­zig­keit her­vor. Die­se Aus­sa­ge ist ein Zitat aus Sirach 10, 14 kommt aber mit ähn­li­cher Aus­sa­ge auch an andern Stel­len im Alten Tes­ta­ment vor, wodurch sich Maria auf die­se Ver­hei­ßun­gen beruft.

Danach erfährt der Leser, dass Maria drei Mona­te bei Eli­sa­beth blieb. Dar­auf folgt die Geburt des Johan­nes (V. 57ff). Bei sei­ner Beschnei­dung wun­dern sich die Men­schen, dass Johan­nes die­sen Namen bekom­men soll, weil es üblich war die Kin­der nach den Eltern zu benen­nen oder einem Ver­wand­ten. Doch auf Grund der Bot­schaft des Engels, wird er Johan­nes genannt und Zacha­ri­as kann wie­der spre­chen. Zacha­ri­as wird danach vom hei­li­gen Geist erfüllt und weis­sagt. Er lobt Gott und spricht, ähn­lich wie Maria zuvor, über die für das Volk Isra­el posi­ti­ven Taten, die sie erwar­ten. Er sagt auch, dass sein Sohn der „Pro­phet des Höchs­ten“ sein wird und er „dem Herrn vor­an­ge­hen“ wer­de und ihm den Weg berei­ten wer­de (V.76), indem er zur Umkehr des Lebens­wan­dels auf­ruft. Johan­nes soll also Jesu Weg­be­rei­ter sein. In Lukas 2, 1-15 erfährt der Leser, dass Kai­ser Augus­tus eine welt­wei­te Volks­zäh­lung anord­ne­te, um zu sehen, wie vie­le Steu­ern er ein­neh­men kann. Jeder muss­te dazu in die Stadt sei­ner Vor­fah­ren rei­sen. Auch Josef und Maria muss­ten nach Beth­le­hem rei­sen und dort unter nicht idea­len Bedin­gun­gen das Kind bekom­men. Nach Jesu Geburt erhal­ten Hir­ten auf dem Feld als ers­te die Nach­richt, dass Jesus gebo­ren ist, von Engeln. Zusam­men­fas­sung unse­rer Dis­kus­si­on: Die Volks­zäh­lung und die dar­aus resul­tie­ren­den Steu­ern sind eine Form der Unter­drü­ckung der Römer, da es in der Anti­ke üblich war als Sie­ger Steu­ern von den Besieg­ten zu ver­lan­gen. Durch das zah­len der Steu­ern erweist sich das Volk als loy­al, was zur Frie­dens­er­hal­tung not­wen­dig ist Im Kon­trast dazu steht Jesus, der nicht als Unter­drü­cker, son­dern als ver­letz­li­ches und von den Eltern abhän­gi­ges Baby kommt. Das Zitat Mari­as: „Er stößt die Gewal­ti­gen vom Thron und erhebt die Nied­ri­gen.“ (Lk.1, 52), deu­tet schon auf eine Wen­de von Reich und Macht hin. Die­se Wen­de soll durch Jesus welt­weit gesche­hen, wofür Johan­nes die Men­schen vor­be­rei­ten soll­te. Das Kom­men eines Kin­des zur Ret­tung der Welt, ist sowohl jüdi­sche als auch christ­li­che Auf­fas­sung, aller­dings kommt es im Juden­tum eher zu „Mes­sia­ni­schen Auf­stän­den“ als im Chris­ten­tum, wo man sich gegen Waf­fen­ge­walt aus­sprach. In 1.Mose 12 kann man lesen, dass Abra­ham und sei­ne Nach­kom­men, somit auch Jesus, ein Segen welt­weit sein sol­len. Zudem liest man in Lukas 2, 8, dass Hir­ten die ers­ten sind, die von Jesu Geburt erfah­ren, obwohl die­se als eher als sozi­al nied­ri­ger gel­ten. Fazit: Dies zeigt, dass der Umbruch durch Jesus nicht revo­lu­tio­när, mit Gewalt, son­dern evo­lu­tio­när her­bei geführt wer­den soll. Die­ser Umbruch soll für die gesam­te Welt­be­völ­ke­rung etwas gutes sein unab­hän­gig von sozia­ler Stel­lung (sie­he Hir­ten) und unab­hän­gig von Her­kunft (sie­he Abra­ham).

 

Tex­te im Semi­nar:

 

22.10.  Lk 6,20-49  Mar­ko Nemet

29.10.  Lk 22,7-38

05.11.  Apg 17,16-34

12.11.  Apg 28,12-30

19.11.  Lk 24,13-31

26.11. 1Kor 15

03.12. Joh 20

10.12.  Mk 1,1-15

17.12. Joh 1,1-18 I

14.01. Joh 1,1-18 II

21.01. Mk 14,1-22

28.01. Brief von Cypri­an, Sakra­men­ta­li­tät und Pries­ter­tum im Abendmahl/Eucharistie

04.02. Schluss­über­le­gun­gen

 

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Info:
Ent­ste­hung des Chris­ten­tums nach dem Neu­en Tes­ta­ment ist Beitrag Nr. 8319
Autor:
Martin Pöttner am 20. Oktober 2019 um 15:19
Category:
Allgemein
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