Zum Inhalt springen


Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


Jere­mia, 2. Teil

Jere­mia mit Joch, vgl. 27,1ff

Vgl. Sie zum Über­blick den ers­ten Teil.

Die nach Kapi­tel 25 fol­gen­den Tex­te zei­gen am Jere­miabuch den Über­gang inner­halb der Pro­phe­ten, der mit dem Zusam­men­bruch des Süd­reichs Juda, der Zer­stö­rung Jeru­sa­lems durch die Baby­lo­ni­er erfolgt ist. Es gibt star­ke Wor­te gegen die Völ­ker, Luther:  „Hei­den“, aber auch bei Jer gibt es mono­the­is­ti­sche Tex­te, zumin­dest eine star­ke Ten­denz.

Wir begin­nen bei Jer 25,15ff.

Sprü­che gegen die Völ­ker

Kap. 25,15-38 + Kap. 46-51 (in der LXX fol­gen die­se Tex­te direkt auf­ein­an­der) stel­len Sprü­che gegen die Völ­ker der Umwelt Isra­els zusam­men, ein­ge­lei­tet durch das Bild vom Tau­mel­be­cher. Die Völ­ker wer­den wie toll (betrun­ken) wer­den von dem Schwert, das JHWH über sie brin­gen wird. Die gesam­mel­ten Sprü­che stam­men sicher nicht alle von Jere­mia und nicht alle aus einer Zeit, eine defi­ni­ti­ve Zuord­nung ist aber kaum mög­lich. Inhalt­lich geht es in den Kapi­teln 46 gegen Ägyp­ten, 47 gegen die Phi­lis­ter, 48 gegen Moab, 49 gegen Ammon, Edom, Damas­kus, die Ara­ber und Elam, 50+51 gegen Babel. Der geo­gra­phisch ori­en­tier­te Auf­bau (Süden, Wes­ten, Osten, Nord­os­ten Isra­els) ist unver­kenn­bar. JHWH erweist sich in die­sen Sprü­chen als Herr über die gan­ze Geschich­te, zunächst zum Heil für Isra­el. Dann aber fin­den sich auch (spä­te­re) Wor­te, die eine Heils­per­spek­ti­ve für die Völ­ker aus­sa­gen. Dies ist Ergeb­nis des immer mehr mono­the­is­tisch ori­en­tier­ten Got­tes­bil­des, das not­wen­dig über den strik­ten Gegen­satz Isra­el vs. Völ­ker­welt hin­aus­kom­men muss (vgl. zu Tri­to­je­sa­ja).

Heils­wor­te

Kap. 30-33 sind dann eine Zusam­men­stel­lung von Heils­wor­ten. 30+31 wird als Trostrol­le für Efraim, das wohl ursprüng­lich allein an das unter­ge­gan­ge­ne Nord­reich gerich­tet war und des­sen Bewoh­nern neu­es Heil ankün­digt. Spä­ter wur­de die Per­spek­ti­ve auf ganz Juda erwei­tert, vgl. 31,31-34 (und Ez 36), die Ver­hei­ßung des neu­en Bun­des. Kap. 32 schil­dert die Auf­for­de­rung an Jere­mia, in Ana­tot einen Acker zu kau­fen. Jere­mia signa­li­siert so, dass es für Juda noch eine Heils­per­spek­ti­ve gibt. Dies wur­de in der Situa­ti­on der Bela­ge­rung Jeru­sa­lems gespro­chen, Jere­mia selbst saß im Gefäng­nis! Kap. 33 sam­melt ver­schie­de­ne Ver­hei­ßun­gen.

Jere­mi­as Schick­sal

In den Kapi­teln 26-29 und 36-45 fin­den sich ver­schie­de­ne Berich­te über Jere­mi­as Schick­sal. Kap. 26 erzählt Jere­mi­as Erge­hen nach der Tem­pel­re­de aus Kap. 7. In Kap. 27+28 wird eine Zei­chen­hand­lung berich­tet: es geht um das Joch des Königs von Babel: Jere­mia geht mit einem Joch durch die Stadt und for­dert dazu auf, sich unter das Joch der Baby­lo­ni­er zu beu­gen, statt den Krieg zu ris­kie­ren. Der „Heils­pro­phet“ Hanan­ja zer­bricht die­ses Joch, doch von Gott, der Jere­mia ja den Auf­trag gege­ben hat­te, kommt kei­ne Hil­fe. Erst die spä­te­re Geschich­te gibt Jere­mia Recht: Hanan­ja stirbt und Jeru­sa­lem wird erobert.

Kap. 29 ist ein Brief an die Ver­bann­ten des Jah­res 597 in Babel. Jere­mia for­dert sie auf, sich in der Ver­ban­nung ein­zu­rich­ten und sogar für die Frem­den Für­bit­te zu leis­ten: „Suchet der Stadt Bes­tes“, V. 7. Kap. 35 schil­dert die Treue der Rech­ab­i­ter, die der Über­lie­fe­rung ihrer Vor­vä­ter treu blie­ben, im Gegen­satz zu Isra­el, das von JHWH abge­fal­len ist. In Kap. 36 wird vom König Jojakim Jere­mi­as Buch­rol­le ver­brannt, wor­auf Jere­mia dem Schrei­ber Baruch die Tex­te neu dik­tiert. (Wahr­schein­lich ist das Sie­gel die­ses Berech­ja­hu ben Neri­ja­hu erhal­ten geblie­ben).

Zer­stö­rung Jeru­sa­lems

Kap. 37-45 berich­ten Jere­mi­as Geschick von den letz­ten Tagen Jeru­sa­lems bis zu sei­ner Ver­schlep­pung (und wei­ter­ge­hen­den Ver­kün­di­gung!) nach Ägyp­ten, nach­dem er noch nach der Zer­stö­rung Jeru­sa­lems und dem Unter­gang des Tem­pels frei in Isra­el leben konn­te. 45,1-5, das Wort Jere­mi­as an Baruch, war viel­leicht der ursprüng­li­che Buch­ab­schluss. Kap. 52 ist ein Anhang, der Pas­sa­gen aus 2. Kön 24+25 wie­der­holt, ähn­li­ches kann auch in 39,1-10 und Jes 36-39 beob­ach­tet wor­den.

 

« Mt 5,27-42 am 28.05. – Zusam­men­fas­sung vom 03.06. »

Info:
Jere­mia, 2. Teil ist Beitrag Nr. 8056
Autor:
Martin Pöttner am 6. Juni 2019 um 13:57
Category:
Allgemein
Tags:
 
Trackback:
Trackback URI

Keine Kommentare »

No comments yet.

Kommentar-RSS: RSS feed for comments on this post.

Leave a comment