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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


15. Juni 2019

Ein­füh­rung in die Her­me­neu­tik des Neu­en Tes­ta­ments, ach­te Vor­le­sung

Mei­ne Damen und Her­ren,

ich begrü­ße Sie zur ach­ten Vor­le­sung über die Ein­füh­rung in die Her­me­neu­tik des Neu­en Tes­ta­ments. Gibt es noch Rück­fra­gen zu Bild­lich­keit und Extra­va­ganz?

1. Hin­füh­rung: das Pro­blem­ge­schich­ten­mo­dell
2. Pau­lus Mar­kus Johan­nes
3. Das Abend­mahl im Hori­zont der Pro­blem­ge­schich­te

 

1. Hin­füh­rung: das Pro­blem­ge­schich­ten­mo­dell

Es geht im Chris­ten­tum um Erlö­sung, was in den drei „ethi­schen“ Reli­gio­nen nach Schlei­er­ma­cher, aber auch in den Hin­du-Reli­gio­nen und selbst­ver­ständ­lich auch in den Vari­an­ten der bud­dhis­ti­schen Reli­gi­on der Fall ist.

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9. Juni 2019

Schöp­fe­ri­scher Geist? Pfings­ten 2019

 

Für Christ*innen ist Pfings­ten das Fest des gött­li­chen Geis­tes, der die Schöp­fung vom Cha­os an beglei­tet (vgl. Gen 1,2).

Hebrä­isch ist von רוח (ruach, fem.), grie­chisch von πνεῦμα (pneu­ma, neu­tr.), deutsch von Geist die Rede, alle drei gram­ma­ti­schen Geschlech­ter Femi­ni­num, Neu­trum und Mas­ku­li­num wer­den in den drei Spra­chen benutzt, die BgS macht dar­aus den Über­set­zungs-SUV Geist­kraft, was besa­gen soll, die Geist sei dem bio­ti­schen oder sozia­len Geschlecht nach weib­lich, was nach Dtn 4,15ff eine Ver­let­zung des Bil­der­ver­bo­tes ist, außer es wür­de expli­zit fest­ge­legt, es han­de­le sich um eine Meta­pher, die in weib­li­chen Lebens­wel­ten gebil­det sei.
Das ist irgend­wie das oder ein feministische/s Kon­zept der 1980er Jah­re, aktu­ell aber kann das Bil­der­ver­bot auch dann ein­ge­hal­ten wer­den, wenn man/frau im Deut­schen mas­ku­lin vom Geist redet, ohne dem Geist ein männ­li­ches bio­ti­sches oder sozia­les Geschlecht zuzu­schrei­ben.

In der Fol­ge beschäf­ti­gen wir uns damit, wovon bei רוח, πνεῦμα bzw. Geist die Rede ist, von einer Kraft bzw. einem gött­li­chen Poten­zi­al, das bzw. die dyna­mi­sche, schöp­fe­ri­sche, krea­ti­ve Gestal­tun­gen der Ver­hält­nis­se zum Aus­druck bringt.

Sicher­lich erhof­fen Christ*innen, dass das für ihre Gemein­den, aber welt­weit auch für die Welt der Reli­gio­nen der Fall ist, dass also Viel­falt Berei­che­rung und Dif­fe­ren­zie­rung – und nicht Spal­tung oder gar Hass her­vor­ruft.

An die­sem Pfings­ten gilt die­se Hoff­nung auch dem Poli­tik­sys­tem in Deutsch­land, denn nicht nur die Spal­tungs-Ten­den­zen der AfD erschei­nen besorg­nis­er­re­gend. Auch der Gro­Ko geht es alles ande­re als gut. Sie scheint poli­tisch erschöpft zu sein, ein wesent­li­cher Teil der Bevöl­ke­rung akzep­tiert nicht mehr das „Pil­le­Pal­le“ im Blick auf die Bewah­rung der Schöp­fung. Und bei den Wah­len zum Euro­pa­par­la­ment hat sich dies gezeigt.

Ob das nur einer Par­tei zugu­te­kommt, muss nicht sein. Christ*innen hof­fen, dass das Poli­tik­sys­tem ins­ge­samt sei­ne Auf­ga­be erfüllt und sin­gen bzw. beten daher:

Komm, Schöp­fer Geist!

 

Zusam­men­fas­sung vom 03.06.

 

Matt­haus 5,42-48

Wer dich um etwas bit­tet, dem sollst du es auch geben, und wenn jemand etwas bei dir bor­gen möch­te, bor­ge es ihm – und ver­lan­ge kei­ne Zin­sen.

Vers 43 impli­ziert die von Gott befoh­le­nen Krie­ge im Rich­ter-Buch, mit dem Satz:

(…) und dei­nen Feind has­sen.”

Jedoch soll ganz im Gegen­teil der pazi­fis­ti­sche Ansatz aus den vor­her­ge­gan­ge­nen am gewalt­lo­sen Wider­stand ori­en­tier­ten Ver­sen wei­ter aus­ge­führt wer­den.
Die Unter­schei­dung von “guten” und “bösen” Men­schen oder “Freund” und “Feind” ist sub­jek­tiv und soll außen vor gelas­sen wer­den. In einem Kon­flikt hat jede beteil­lig­te Par­tei eine ande­re Auf­fas­sung, wer “die Bösen” sind.
Bei­de Par­tei­en sol­len sich die Mei­nung und die Inter­es­sen der Oppo­si­ti­on Anhö­ren, und nach Mög­lich­keit zu einem gemein­sa­men Kon­sens kom­men. Hier­bei wird der Ansatz: “der Feind mei­nes Fein­des ist mein Freund” abge­lehnt, statt­des­sen soll man nach der Regel han­deln:

Gehe so mit dei­nem Nächs­ten um, wie man mit dir umge­hen soll.” (Vgl. Mt 7,12)

So wie in Mat 5,21-26 soll das Pro­blem an der Wur­zel bekämpft wer­den oder so, dass es gar­nicht erst zu einem Pro­blem kommt.

Zum Schluss bleibt die Fra­ge, ob die­ser Ansatz nur für sich selbst anwen­den soll, oder ob auch in einem gesell­schaft­li­chen und poli­ti­schen Rah­men ange­wen­det wer­den soll.

 

6. Juni 2019

Jere­mia, 2. Teil

Jere­mia mit Joch, vgl. 27,1ff

Vgl. Sie zum Über­blick den ers­ten Teil.

Die nach Kapi­tel 25 fol­gen­den Tex­te zei­gen am Jere­miabuch den Über­gang inner­halb der Pro­phe­ten, der mit dem Zusam­men­bruch des Süd­reichs Juda, der Zer­stö­rung Jeru­sa­lems durch die Baby­lo­ni­er erfolgt ist. Es gibt star­ke Wor­te gegen die Völ­ker, Luther:  „Hei­den“, aber auch bei Jer gibt es mono­the­is­ti­sche Tex­te, zumin­dest eine star­ke Ten­denz.

Wir begin­nen bei Jer 25,15ff.

Sprü­che gegen die Völ­ker

Kap. 25,15-38 + Kap. 46-51 (in der LXX fol­gen die­se Tex­te direkt auf­ein­an­der) stel­len Sprü­che gegen die Völ­ker der Umwelt Isra­els zusam­men, ein­ge­lei­tet durch das Bild vom Tau­mel­be­cher. Die Völ­ker wer­den wie toll (betrun­ken) wer­den von dem Schwert, das JHWH über sie brin­gen wird. Die gesam­mel­ten Sprü­che stam­men sicher nicht alle von Jere­mia und nicht alle aus einer Zeit, eine defi­ni­ti­ve Zuord­nung ist aber kaum mög­lich. Inhalt­lich geht es in den Kapi­teln 46 gegen Ägyp­ten, 47 gegen die Phi­lis­ter, 48 gegen Moab, 49 gegen Ammon, Edom, Damas­kus, die Ara­ber und Elam, 50+51 gegen Babel. Der geo­gra­phisch ori­en­tier­te Auf­bau (Süden, Wes­ten, Osten, Nord­os­ten Isra­els) ist unver­kenn­bar. JHWH erweist sich in die­sen Sprü­chen als Herr über die gan­ze Geschich­te, zunächst zum Heil für Isra­el. Dann aber fin­den sich auch (spä­te­re) Wor­te, die eine Heils­per­spek­ti­ve für die Völ­ker aus­sa­gen. Dies ist Ergeb­nis des immer mehr mono­the­is­tisch ori­en­tier­ten Got­tes­bil­des, das not­wen­dig über den strik­ten Gegen­satz Isra­el vs. Völ­ker­welt hin­aus­kom­men muss (vgl. zu Tri­to­je­sa­ja). (more…)

1. Juni 2019

Mt 5,27-42 am 28.05.

 

 

Wei­te­re Gebo­te wer­den aus­ge­legt. Z. T. wer­den sie dabei ver­neint.

Das gilt nicht für den Ehe­bruch. Hier wird wie beim Zorn auf den lei­den­schaft­li­chen Hin­ter­grund (Begeh­ren) ver­wie­sen und das durch dras­ti­sche Über­trei­bun­gen –-Augen, Hand – rhe­to­risch gestei­gert. Wg. der  Her­zens­här­tig­keit (Mk 10,1ff) lehnt die Jesus­tra­di­ti­on den Schei­de­brief aus 5. Mose 24 ab, roman­ti­sches Ide­al. Man/frau kön­nen mit wei­chem Her­zen auf­ein­an­der ein­ge­hen.

Schwö­ren wird abge­lehnt, Wahr­heit sagen, genügt. Ableh­nung, über Gott zu ver­fü­gen.

5,38ff ist der klas­si­sche Text des gewalt­lo­sen Wider­stands, Aus­ge­eich der Schä­di­gun­gen  unter­bricht nicht den Kon­flikt.

 

Ein­füh­rung in die Her­me­neu­tik des Neu­en Tes­ta­ments, sieb­te Vor­le­sung

Uni Hei­del­berg

 

Link zum Text

Ich wer­de das am Mon­tag frei vor­tra­gen, sodass die Dis­kus­sio­nen leich­ter mög­lich wer­den dürf­ten. Der Text dient zu Ihrer Infor­ma­ti­on, Sicher­heit und der Erwäh­nung eini­ger der Klip­pen der Auf­er­ste­hungs­de­bat­te.