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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


Mt 5,21-26, 21.05.

 

The­ma war Mt 5,21-26, der ers­te Text, der mit einer dyna­mi­schen Schrift­aus­le­gung beginnt und sich auf das gehör­te, got­tes­dienst­li­che vor­ge­le­se­ne Tötungs­ver­bot bezieht, Ex 20,13, vgl. Dtn 5,17. Bis zu Mt 5,43 wird das unge­fähr gleich wie­der­holt – und dann mit einem Aus­le­gungs­schritt wei­ter­ge­führt, ich aber sage Euch … bzw. ich lege Euch das heu­te so aus …

Wäh­rend für das Töten das Gericht gilt, scheint für das wei­ter Gesag­te anti­kli­mak­tisch zu ver­lau­fen, weni­ger schlimm Erschei­nen­des, wie Zorn, Beschimp­fun­gen errei­chen höhe­re Gericht­in­stan­zen (5,22). 5,23f legt dann fest, bevor man/frau opfe­re, sol­le er* Pro­ble­me mit sei­nem Nächs­ten lösen. Bei (finan­zi­el­len) Rechts­strei­tig­kei­ten noch vor Beginn der Gerichts­sit­zung einen Aus­gleich fin­den, sonst droht schlimms­ter Schul­den­turm. (5,25f).

Das wür­de uns all­mäh­lich klar. Offen­bar geht es dar­um, die Wahr­schein­lich­keit eines Tötungs­de­lik­tes abzu­sen­ken, kein Zor­nes­aus­bruch, kei­ne ver­let­zen­den Beschimp­fun­gen, ver­söhn­li­che Kon­flikt­lö­sung, Aus­gleich, bevor bedroh­li­che Situa­tio­nen ent­ste­hen: das sind Rat­schlä­ge oder Anwei­sun­gen, um es nicht zu Tötungs­wün­schen kom­men zu las­sen.

D. h., die Berg­pre­digt berück­sich­tigt emo­tio­nal-sozia­le Set­tings, die Tötun­gen aus­lö­sen könn­ten. Dabei steht die Lei­den­schaft bzw. star­ke Emo­ti­on des Zorns an ers­ter Stel­le. Lei­den­schaf­ten, παθήματα pathe­ma­ta, sind für die Berg­pre­digt wich­tig. Es scheint unter­stellt zu sein, dass man/frau bei Zor­nes­aus­brü­chen eine Beson­nen­heits­op­ti­on hat, was mit der Straf­an­dro­hung zusam­men­stimmt.

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Info:
Mt 5,21-26, 21.05. ist Beitrag Nr. 8028
Autor:
Martin Pöttner am 25. Mai 2019 um 13:55
Category:
Bergpredigt,Einfünrung in die Exegese und Hermeneutik,TU Darmstadt
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