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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


23. Februar 2019

Über­blick über die Her­me­neu­tik-Vor­le­sung im Som­mer­se­mes­ter

Abschnitt der Vor­le­sung und §:

I.  Pro­emi­um und his­to­ri­sche Expo­si­ti­on des Pro­blems

1: Hin­füh­rung zum Pro­blem (15.04)

Ostern

2: Die Ent­ste­hung der Schrift­re­li­gi­on im Juden­tum und ihre Bedeu­tung für das her­me­neu­ti­sche Pro­blem (29.04.)

II. Moder­ne

3: Das Modell Fried­rich Schlei­er­ma­chers in der „Kur­zen Dar­stel­lung“: „exege­ti­sche Theo­lo­gie“ und Her­me­neu­tik als Kunst­leh­re (06.05)
4: Das Pro­blem der im All­tag prä­sen­ten expe­ri­men­tel­len Metho­de in den Natur­wis­sen­schaf­ten und die Ent­my­tho­lo­gi­sie­rung: Rudolf Bult­mann (13.05.)
5: Die Not­wen­dig­keit, die Geschlech­ter­fra­ge zu berück­sich­ti­gen (Mag­da­le­ne F. Frett­löh) (20.05.)

III. Vor­schlag: Bild­lich­keit und Nar­ra­ti­vi­tät berück­sich­ti­gen

6: Die Fra­ge der Bild­lich­keit reli­giö­ser Rede und Zei­chen­kom­ple­xe (27.05.)
7: Die (mög­li­che) Extra­va­ganz reli­giö­ser Bil­der, Charles Peirce u. a. (03.06.)

Pfings­ten

8: Pro­blem­ge­schich­ten: Mar­kus, Pau­lus und Johan­nes (17.06.)
9: Dua­lis­ti­sche Erzähl­wei­sen: Mat­thä­us, Hebrä­er­brief und Apo­ka­lyp­se des Johan­nes – sowie  „Ver­schwö­rungs­my­then“ ([Micha­el Blu­me] 24.06.)
10: Erfolgs­ge­schich­ten: Luka­ni­sches Dop­pel­werk, Her­aus­ge­ber der „Prä­ka­no­ni­schen Edi­ti­on“ (01.07.)
11: Die Berg­pre­digt (08.07.)
12: Extra­va­ganz in Para­beln Jesu (παραβολαί [para­bo­lai]) (15.07.)

IV. Epi­log

13:  Abschluss­dis­kus­si­on (22.07.)

Die Vor­le­sung prä­sen­tiert mit­hin her­me­neu­ti­sche Model­le – und führt in ihren Voll­zug ein, sodass Sie sich ori­en­tie­ren kön­nen. Das habe ich in Mar­burg und Zürich so gelernt, Her­me­neu­tik ist prak­tisch und kon­kret. In Mar­burg durch den Geist Ernst Fuchs’, der durch Wolf­gang Har­nisch und Gerd Schu­n­ack prä­sent war, vor allem aber durch Fuchs’ bedeu­ten­den Ver­such, der „Mar­bur­ger Her­me­neu­tik“. In Zürich durch Hans Weder, der eben­falls durch Fuchs und des­sen Schü­ler Eber­hard Jün­gel beein­flusst war. Dadurch wer­den Model­le stets an Tex­ten erprobt – und Sie kön­nen einen eige­nen Ein­druck gewin­nen, was die­se zu leis­ten ver­mö­gen. Neben­bei the­ma­ti­siert die­se Vor­le­sung daher das gesam­te Neue Tes­ta­ment.

Ich beschrän­ke die detail­liert erör­ter­ten moder­nen Posi­tio­nen exem­pla­risch auf die­je­ni­gen Fried­rich Schlei­er­ma­chers, Rudolf Bult­manns und der femi­nis­ti­schen Posi­ti­on Mag­da­le­ne Frett­löhs. M. E. sind damit alle Pro­ble­me zu bear­bei­ten. Ich unter­stel­le mit­hin, dass die Rede von Post- oder Spät­mo­der­ne wenig sach­hal­tig ist.

Zwei Punk­te sind für die Vor­le­sung wich­tig:

1. M. E. ist „Reli­gi­on“ nicht unver­nünf­tig. Daher erör­ter­te ich expli­zit Fra­gen der dua­lis­ti­schen Erzähl­mus­ter, die häu­fig mit Kon­tra­dik­tio­nen und logi­schen Wider­sprü­chen arbei­ten. All­ge­mein gehört zur Ver­nunft, dass wir uns nar­ra­tiv selbst ver­stän­di­gen. Und wir dür­fen das auch bild­lich tun.
2. Für das Chris­ten­tum gilt, dass unter­stellt wird, wir stün­den stän­dig in der Gefahr, uns reli­gi­ös zu ver­feh­len, mit­hin zu sün­di­gen o. Ä. Daher ver­tre­ten vie­le neu­tes­ta­ment­li­che Tex­te wie im Juden­tum die Idee einer Lebens­wen­de, den­ken Sie exem­pla­risch an die Para­bel von den „ver­lo­re­nen Söh­nen“ in Lk 15. M. E. reagie­ren eini­ge Tex­te im Neu­en Tes­ta­ment dar­auf – und bil­den „extra­va­gan­te Mus­ter“ aus, all­täg­lich Gewohn­tes wird zitiert, ver­frem­det und poe­tisch-rhe­to­risch wei­ter­ge­führt.

All­ge­mein gilt, dass z. B. gemes­sen an Aris­to­te­les Gefüh­le, Lei­den­schaf­ten, Argu­men­ta­tio­nen, Erzäh­lun­gen u. a. m. für Men­schen typisch sind. Wir ver­su­chen in der Vor­le­sung her­me­neu­tisch zu erar­bei­ten, wo die Gren­ze „vernünftig“/ „unver­nün­tig“ gezo­gen wer­den kann bzw. wo das erfor­der­lich sein könn­te.

6. Februar 2019

Gen 11,1-8

 

The­ma war Gen 11,1-8, der Turm­bau zu Babel. Der „Herr“ ist auch dafür zustän­dig.
Idee einer ursprüng­li­chen Ein­heits­spra­che, die ver­wirrt wird, um die tech­ni­sche Macht der Men­schen zu erschwe­ren. Im Semi­nar wur­de fest­ge­stellt, das es sich nur um die­ses han­delt.
Tat­säch­lich fun­giert der Turm als Ein­heits- bzw. Zen­tra­li­sie­rungs­sym­bol, wes­halb der wich­tigs­te Gegen­satz die Zer­streu­ung ist. Zu den Zik­ku­rat. Sie wur­den wahr­schein­lich zur astro­no­mi­schen Gestirn­be­ob­ach­tung genutzt und daher konn­ten schon im 7. Jhdt. v. d. Z. Mond­fins­ter­nis­se vor­aus­ge­sagt wer­den.
Auch das Pfingst­wun­der in Act 2 ändert an der Dif­fe­renz der Spra­chen nichts, es ist ein Über­set­zungs­wun­der.
Das Semi­nar dis­ku­tier­te aus­führ­lich die EU und den Bre­x­it.

Mk 7,24ff

 

The­ma war mein Vor­trag, der im Netz steht. Dazu Dis­kus­si­on von Mk 7,24ff. Es ist auf­fäl­lig, dass es eine Frau ist, die als ein­zi­ge ein Streit­ge­spräch gegen Jesus gewinnt.

2. Februar 2019

Joh 1,1-3, Zusam­men­fas­sung vom 22.01.

 

 

 

 … ἐν ἀρχῇ — The­ma war Joh,1-3, um in Bezug auf Gott bestimm­te Rede­wei­sen zu über­prü­fen. Joh 1,1 gehört zu den wich­tigs­ten Tex­ten, die sich auf en arche, am/im Anfang bezie­hen: Gen 1,1LXX, Prov 8,23LXX und Joh 1,1. Wir sahen uns die Inter­pre­ta­ti­on von Gen 1,1 in Prov 8,22ff an, da spielt der Herr (JHWH) mit der Weis­heit, sei­nem Lieb­ling, einer weib­li­chen Figur. Sie gibt dann der Schöp­fung, die der Herr voll­zieht, einen wei­sen Sinn. Die Weis­heit ist als per­so­na­le weib­li­che Figur bei der Schöp­fung dabei. (more…)