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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


Gen 9, Bund und Wein­bau

Mit der Betrach­tung von Gen 9 tra­ten wir expli­zit in die Refle­xi­on der Text­prag­ma­tik ein. Dabei geht es um die Funk­ti­on eines Tex­tes in der jewei­li­gen Gemein­schaft – hier der noa­chi­ti­schen Mensch­heit. Denn der Herr schließt mit Noah einen Bund, der alle Men­schen umfasst. Dar­in sind auch die Tie­re ein­ge­schlos­sen, was bri­san­te Fra­gen auf­warf.
Zunächst wer­den schon beim Opfer Abels in Gen 4 Tie­re getö­tet, obgleich Gen 1 das nicht vor­sieht.
Vor die­sem Hin­ter­grund wur­de erör­tert, ob die Got­tes­bild­lich­keit der Men­schen den Aus­schlag gibt, war­um Tie­re getö­tet und geges­sen wer­den dür­fen, wäh­rend dies für Men­schen nicht gilt.
Der Bund hat ein Zei­chen, den Regen­bo­gen, der sym­bo­li­siert, dass Gott nicht wie­der destruk­tiv han­deln wird, was einen Aspekt der Reue Got­tes impli­ziert.
Wir wer­den in Gen 10f sehen, dass die gesam­te Mensch­heit gemeint ist und genau­er nach dem prag­ma­ti­schen Sinn der Urge­schich­te fra­gen.

Das Pro­blem der Tie­re ist ange­sichts der Span­nung von Gen 1 und 9, zudem der Fest­stel­lung, dass die Tie­re in Schre­cken vor uns leben, nur expo­niert. Das ver­weist vor­aus auf Lösungs­ver­su­che wie Jes 11,1ff, wo der Tier­frie­de im mes­sia­ni­schen Reich vor­aus­ge­sagt wird und auf Röm 8,12ff wo das vari­iert und auf die Frei­heit der Kin­der Got­tes bezo­gen wird, auf wel­che die Schöp­fung sehn­süch­tig stöh­nend hofft. Eben­so ìst es ein Signal, dass Jesus nach sei­ner Tau­fe in der Wüs­te mit himm­li­scher Spei­se ernährt wird, Mk 1.
Wir nah­men die­se Span­nung zum Anlass, etwa Vege­ta­ris­mus und Vega­ner­tum zu erör­tern. Medi­zi­nisch ist das mög­lich, sofern mus­kel­af­fi­ne Eiwei­ße wie Süß­lu­pi­nen und Vit­amin B 12 bei fleisch­lo­ser Ernäh­rung ver­zehrt wer­den. Inso­fern besteht nach heu­ti­gem Wis­sens­stand die rea­le Mög­lich­keit, den Schre­cken der Tie­re zu min­dern, was sowohl im Sin­ne des Juden­tums als auch des Chris­ten­tums sein könn­te. Aller­dings sind Kin­der bis zur Puber­tät nicht zwin­gend enthu­si­as­tisch bei fleisch­lo­ser Ernäh­rung.
Der „Bund“ ist eine Anknüp­fung an assy­ri­sches Ver­trags­recht, es wer­den Ver­pflich­tun­gen ein­ge­gan­gen. M. E. hat Gott auch Ver­pflich­tun­gen gegen­über den Tie­ren, wes­halb die Über­le­gun­gen zu fleisch­ar­mer Ernäh­rung m. E. berech­tigt sind. Das Reu­e­mo­tiv hat­ten wir schon im Kon­text von 6-8 bespro­chen.

Noah war trös­ten­der Wein­bau­er und berufs­ty­pisch betrun­ken, schläft ent­blößt ein. Einer sei­ner Söh­ne, Ham, sieht das – und erzählt das Sem und Jafet, die dann die Nackt­heit des Vaters bede­cken. Das wird ätio­lo­gisch als Grund gese­hen, war­um Kana­an von Isra­el besie­delt wer­den durf­te. Die Teil­neh­mer waren mit die­sem Erzähl­zug nicht ein­ver­stan­den.
Hier ist die Fokus­sie­rung der Bibel auf Isra­el zu spü­ren. Gleich­wohl ist das nur ein klei­ner Aspekt der Urge­schich­te.

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Info:
Gen 9, Bund und Wein­bau ist Beitrag Nr. 7627
Autor:
Martin Pöttner am 20. Januar 2019 um 13:27
Category:
Allgemein
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