Zum Inhalt springen


Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


Gen 4,1ff

Zur Debat­te um die Schlan­ge in der Gno­sis vgl. den Wiki­pe­dia-Arti­kel zu den Ophi­ten: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Ophiten mit Lite­ra­tur.
Uns beschäf­tig­te inten­siv Gen 4,1ff. Adam „erkennt“ in Gen 4,1 Eva, das hebräi­sche Wort יָדַ֖ע (jada) bezeich­net sowohl die sexu­el­le Ver­ei­ni­gung als auch das erfah­rungs­be­zo­ge­ne, wis­sen­schaft­li­che und phi­lo­so­phi­sche Erken­nen, wodurch die Tie­fe der Ein­heit des Paars unüber­biet­bar aus­ge­drückt wird. So ver­hält es sich auch beim grie­chi­schen Wort γινώσκειν (gino­skein), das יָדַ֖ע (jada) sowohl in der grie­chi­schen jüdi­schen Bibel als auch im Neu­en Tes­ta­ment wie­der­gibt. Beim Sex soll sich also die per­sön­li­che Erkennt­nis des/der Ande­ren eksta­tisch voll­zie­hen. D. h., die vom Herrn Zer­schnit­te­nen begeg­nen sich so wie sie als ein­zel­ne Frau und ein­zel­ner Mann sind – und wer­den ein Fleisch.
Da bei ver­hilft der Herr Eva zu einem Mann, der dann noch einen Bru­der erhält. Das ist der Aus­gangs­punkt für eine neue Sto­ry, die mit der Berufs­tä­tig­keit des Bru­der­paars beginnt: „Abel wur­de ein Vieh­hirt, Kain aber war Acker­bau­er.“ Die Geschich­te führt durch das Ver­hal­ten Got­tes in eine Kri­se: „Doch der Herr beach­te­te Abel und sei­ne Opfer­ga­be, 5Kain aber und sei­ne Opfer­ga­be beach­te­te er nicht. Das ließ Kain aufs Äußers­te ent­flam­men, sei­ne Gesichts­zü­ge ent­glit­ten. 6 Da sag­te der Herr zu Kain: »War­um brennt es in dir? Und war­um ent­glei­ten dei­ne Gesichts­zü­ge der­art? 7Ist es nicht so: Wenn dir Gutes gelingt, schaust du stolz; wenn dir aber nichts Gutes gelingt, lau­ert die Sün­de an der Tür. Auf dich rich­tet sich ihr Ver­lan­gen, doch du – du musst sie beherr­schen.«
Die­se letz­ten Sät­ze bestim­men den Sün­de-Dis­kurs bis Pau­lus. Der Stolz auf das eige­ne iden­ti­täts­be­stim­men­de Tun machen Men­schen ver­letz­lich, wenn das Han­deln miss­lingt, es kann zu einer gefähr­li­chen Krän­kung kom­men, wie hier bei Kain.
Wich­tig ist, dass Kain nicht getö­tet wird, son­dern mit einem Zei­chen geschützt. Ob die For­mel der sie­ben­fa­chen Rache sei­tens Got­tes sehr kon­flikt­mil­dernd war, wur­de erör­tert.
Dass Kain Abels Blut ver­gos­sen hat, eta­bliert eine bibli­sche Meta­pher für Töten.

« Joh 19f – Geschlech­ter­kampf in der Bibel? Vor­trag TUD 11.12. »

Info:
Gen 4,1ff ist Beitrag Nr. 7514
Autor:
Martin Pöttner am 3. Dezember 2018 um 13:58
Category:
Allgemein
Tags:
 
Trackback:
Trackback URI

Keine Kommentare »

No comments yet.

Kommentar-RSS: RSS feed for comments on this post.

Leave a comment