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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


10. Dezember 2018

Geschlechts­re­gis­ter, Kunst und Reli­gi­on

 

Zur letz­ten Zusam­men­fas­sung ist noch die stoi­sche Gefühls­gym­nas­tik zu ergän­zen, die ähn­li­che Exzes­se wie bei Kain zu ver­mei­den sucht.
Ab 4,17 wech­selt der Text in einen lis­ten­ar­ti­gen Stil, der geschlechts­re­gis­ter­ar­tig vor­geht, das aber auch mit der Erwäh­nung kul­tu­rel­ler Errun­gen­schaf­ten ver­bin­det. So wer­den die Ent­wick­lung von Musik und Schmie­de­kunst erwähnt. Das hat sich übri­gens archäo­lo­gisch bewahr­hei­tet, wobei frü­he Bele­ge für Male­rei vor­lie­gen.
Natür­lich spielt das Lamech-Lied eine gro­ße Rol­le. Offen­bar über­bie­tet Lamech den Herrn, der Kain sie­ben­fach rächen woll­te. Vor sei­nen Frau­en prahlt Lamech. (more…)

9. Dezember 2018

Joh 21 Hei­del­berg

Dass 20,30ff der Epi­log des Johan­nes­evan­ge­li­ums sein kann, ist durch die the­ma­ti­sche Kom­bi­na­ti­on von Kreu­zes­nach­fol­ge- und Lie­bes­se­man­tik gege­ben. Zugleich bli­cken Joh 20f auf die Evan­ge­li­en­samm­lung und ver­bin­den die „Aufstehens“-Erzählungen von Mk, Mt (Erschei­nun­gen in Gali­läa) und Lk (Jeru­sa­lem) mit­ein­an­der. M. E. ist auch 1Kor 15 im Blick (Petrus vs. Maria Mag­da­le­na).
Die Fra­ge des expli­zi­ten Autors ist ent­schie­den. Einer der in 21,2 nicht nament­lich Genann­ten muss es sein. Wir mach­ten uns klar, dass die Über­schrift Evan­ge­li­um nach Johan­nes durch die­sen Text gedeckt sein könn­te. Die Bezeich­nung πρεσβύτερος in 1Joh 2,1 könn­te bedeu­ten, dass es sich hier um den älter gewor­de­nen Johan­nes han­delt, der schließ­lich als drit­te Gat­tung noch eine Apo­ka­lyp­se schreibt, die dem Evan­ge­li­um wider­spricht.
M. E. ist filein als mono­se­mes Wort­spiel mit aga­pan auf­zu­fas­sen.

Bit­te über­set­zen Sie Joh 11 so weit wie Sie kom­men!

Joh 1,18 Darm­stadt

 

Theo­lo­gie des Neu­en Tes­ta­ments:
Männ­li­che und weib­li­che Rede vom Gott im NT?

Pro­to­kol­lan­tin: Frie­de­ri­ke Götz
Leh­ren­der: Herr Pött­ner
Datum: 04.12.2018

The­ma der Sit­zung: Ein Lie­bes­bild: Joh 1,18

  1. Orga­ni­sa­to­ri­sches
    Nach­be­spre­chung der letz­ten Sit­zung und des Pro­to­kolls von Herrn Ebe­ling. Da es von allen gut auf­ge­nom­men wur­de, gibt es kei­ne Ergän­zun­gen oder Nach­fra­gen.
  2. The­ma­ti­sche Dis­kus­si­on
    Die Bibel­stel­le Johan­nes 1,18 ist das zen­tra­le The­ma der heu­ti­gen Semi­nar­sit­zung. Dabei wer­den zwei Über­set­zun­gen mit­ein­an­der ver­gli­chen und die Unter­schie­de bzw. die mög­li­chen Inter­pre­ta­tio­nen dazu dis­ku­tiert.

Luther­über­set­zung:
„Nie­mand hat Gott je gese­hen; der Ein­ge­bo­re­ne, der Gott ist und in des Vaters Schoß ist, der hat es ver­kün­digt.“
Bibel in gerech­ter Spra­che (BgS) im Ver­gleich:
„Nie­mand hat Gott jemals gese­hen. Der ein­zi­ge Kind, das im Mut­ter­schoß des Vaters ist, jenes ist uns vor­an­ge­gan­gen.“ (more…)

6. Dezember 2018

TUD 11.12.">Geschlech­ter­kampf in der Bibel? Vor­trag TUD 11.12.

Max Lie­ber­mann, Sam­son und  Deli­la

Neben der Oper und dem Film prä­sen­tiert auch der Maler Max Lie­ber­mann 1902 eine Dar­stel­lung der Bezie­hung des israe­li­ti­schen Rich­ters Schim­schon aus dem Stamm Dan und der Phi­lis­te­rin Deli­la als Geschlech­ter­kampf. Die Umschrif­ten der Namen der bei­den Lie­ben­den in den euro­päi­schen Spra­chen vari­ie­ren zu Sim­son und Sam­son bzw. Deli­lah oder Deli­la. (more…)

3. Dezember 2018

Gen 4,1ff

Zur Debat­te um die Schlan­ge in der Gno­sis vgl. den Wiki­pe­dia-Arti­kel zu den Ophi­ten: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Ophiten mit Lite­ra­tur.
Uns beschäf­tig­te inten­siv Gen 4,1ff. Adam „erkennt“ in Gen 4,1 Eva, das hebräi­sche Wort יָדַ֖ע (jada) bezeich­net sowohl die sexu­el­le Ver­ei­ni­gung als auch das erfah­rungs­be­zo­ge­ne, wis­sen­schaft­li­che und phi­lo­so­phi­sche Erken­nen, wodurch die Tie­fe der Ein­heit des Paars unüber­biet­bar aus­ge­drückt wird. So ver­hält es sich auch beim grie­chi­schen Wort γινώσκειν (gino­skein), das יָדַ֖ע (jada) sowohl in der grie­chi­schen jüdi­schen Bibel als auch im Neu­en Tes­ta­ment wie­der­gibt. Beim Sex soll sich also die per­sön­li­che Erkennt­nis des/der Ande­ren eksta­tisch voll­zie­hen. D. h., die vom Herrn Zer­schnit­te­nen begeg­nen sich so wie sie als ein­zel­ne Frau und ein­zel­ner Mann sind – und wer­den ein Fleisch.
Da bei ver­hilft der Herr Eva zu einem Mann, der dann noch einen Bru­der erhält. Das ist der Aus­gangs­punkt für eine neue Sto­ry, die mit der Berufs­tä­tig­keit des Bru­der­paars beginnt: „Abel wur­de ein Vieh­hirt, Kain aber war Acker­bau­er.“ Die Geschich­te führt durch das Ver­hal­ten Got­tes in eine Kri­se: „Doch der Herr beach­te­te Abel und sei­ne Opfer­ga­be, 5Kain aber und sei­ne Opfer­ga­be beach­te­te er nicht. Das ließ Kain aufs Äußers­te ent­flam­men, sei­ne Gesichts­zü­ge ent­glit­ten. 6 Da sag­te der Herr zu Kain: »War­um brennt es in dir? Und war­um ent­glei­ten dei­ne Gesichts­zü­ge der­art? 7Ist es nicht so: Wenn dir Gutes gelingt, schaust du stolz; wenn dir aber nichts Gutes gelingt, lau­ert die Sün­de an der Tür. Auf dich rich­tet sich ihr Ver­lan­gen, doch du – du musst sie beherr­schen.«
Die­se letz­ten Sät­ze bestim­men den Sün­de-Dis­kurs bis Pau­lus. Der Stolz auf das eige­ne iden­ti­täts­be­stim­men­de Tun machen Men­schen ver­letz­lich, wenn das Han­deln miss­lingt, es kann zu einer gefähr­li­chen Krän­kung kom­men, wie hier bei Kain.
Wich­tig ist, dass Kain nicht getö­tet wird, son­dern mit einem Zei­chen geschützt. Ob die For­mel der sie­ben­fa­chen Rache sei­tens Got­tes sehr kon­flikt­mil­dernd war, wur­de erör­tert.
Dass Kain Abels Blut ver­gos­sen hat, eta­bliert eine bibli­sche Meta­pher für Töten.

2. Dezember 2018

Joh 19f

In den letz­ten bei­den Sit­zun­gen wur­den Tei­le von Joh 19 und das gesam­te Kapi­tel 20 über­setzt und bespro­chen
Sin­gu­lär sind die Rol­len des „Schü­lers, den Jesus lieb­te“ und der Maria Mag­da­le­na als ers­ter Oster­zeu­gin, die sub­til in 19 vor­be­rei­tet wer­den. Wie 21 zwei­fels­frei zeigt, ist der Schü­ler als Autor des Evan­ge­li­ums kon­zi­piert, der Jesus ver­steht. Auch 20,8b καὶ εἶδεν καὶ ἐπίστευσεν gehört hier­hin. Daher wird er zur Gegen­fi­gur von Tho­mas, der die Kreu­zi­gungs­zei­chen wahr­nimmt und des­halb glaubt. Der Schü­ler reprä­sen­tiert eine Reli­gio­si­tät, die schrift­ge­stützt ist: nicht sehen und glau­ben.

Auf­ga­ben zur nächs­ten Sit­zung

  1. Über­zeugt Thy­ens The­se, dass 20,30ff als Epi­log des Johan­nes­evan­ge­li­ums anzu­se­hen ist?
  2. Wel­che Über­set­zungs­wün­sche haben Sie?