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Darm­stadt Urge­schich­te

 

Pro­to­koll zur Sit­zung am 23.10.2018 im Semi­nar Ein­füh­rung in die exege­ti­sche n
Metho­den: Die Urge­schich­te (Gen 1-11)
Pro­to­kol­lant: Phil­ip­pe Minks
The­ma der Sit­zung:
Geschlecht Got­tes, Mono­the­is­ti­scher Gott, Hin­ter­grün­de zur Urge­schich­te

In der Sit­zung haben wir uns zunächst mit einer inhalt­li­chen Wie­der­ho­lung der letz­ten Semi­nar­sit­zung beschäf­tigt. Fest­ge­hal­ten wur­de, dass die Sie­ben-Tage-Woche auf der Schöp­fungs­er­zäh­lung beruht. Gott ruht aus die­sem Grund am sieb­ten Tag, da er nur bedingt Ener­gie hat und sich aus­ru­hen muss. Der sieb­te Tag dient zusätz­lich um sei­ne Schöp­fung
wahr­zu­neh­men. Auch wird erwähnt, dass der sieb­te Tag hei­lig ist. Herr Prof. Dr. Pött­ner  ergänzt dazu, dass hei­lig heißt, dass es auf Gott bezo­gen ist. Man ori­en­tiert sich damit an Gott. Im Juden­tum darf man des­we­gen am sieb­ten Tag nicht arbei­ten. Dies fin­det sich eben­falls auch im deut­schen Grund­ge­setz wie­der. Danach wur­de wie­der Bezug auf den Text von Gen 1 genom­men. Die Men­schen wur­den nach dem Bild Got­tes, also als männ­li­che und weib­li­che Wesen erschaf­fen. Eben­falls wur­de auch das „uns“ in Gen 1,26:
„Lasst uns Men­schen machen als unser Bild, uns ähn­lich!“ ange­spro­chen.

Ange­merkt wur­de hier­bei, dass es sich ver­mut­lich um den Plu­ra­lis Maje­s­ta­tis han­delt. Wei­ter­hin wur­de über das Bild Got­tes in Gen 1,26 dis­ku­tiert. Das Bild Got­tes bedeu­tet, dass Gott die Men­schen schafft in ihrer ver­schie­de­nen Geschlecht­lich­keit nach sei­nem Bild, dass er von sich selbst hat. Man muss dabei fest­hal­ten, dass das Männ­li­che und Weib­li­che als sym­me­tri­sches Phä­no­men ver­stan­den wird. Eben­falls kann man auch rück­schlie­ßen, dass der Plu­ral in der Rede von Gott so ver­stan­den wer­den kann, dass Gott in sich Plu­ral
struk­tu­riert ist – er also männ­li­che und weib­li­che Aspek­te hat. Die Men­schen sind also Bil­der der Göt­ter. Eben­falls wird auch ver­mu­tet, dass der Plu­ral „uns“ auf den Hof­staat zurück­zu­füh­ren ist, wel­cher aus ein­ge­schlecht­li­chen Engeln– vor­herr­schend männ­lich, da es kei­ne Text­stel­len zu weib­li­chen Engeln gibt – besteht.
Die Schöp­fung ist nicht aus dem Nichts ent­stan­den, son­dern aus einem unge­ord­ne­ten Cha­os. Gott kommt als Geist auf die Welt, schwebt über dem Was­ser und ord­net das Cha­os.
Im Ver­lauf des Semi­nars wur­de zudem auf Exo­dus 20, 4-5 ein­ge­gan­gen. Gott ist ein eifer­süch­ti­ger Gott, wel­cher der ein­zi­ge Gott ist. Es soll kei­ne ande­ren Göt­ter neben ihn geben. Dies fin­det sich eben­falls auch im Islam und Juden­tum. Ande­re Reli­gio­nen haben dage­gen jeweils meh­re­re Göt­ter für die ver­schie­de­ne Berufs­bil­der und/oder der Natur.
Impli­zit wur­de direkt auf die ägyp­ti­sche Reli­gi­on ein­ge­gan­gen. Hier­bei haben wir uns im Semi­nar­kon­text über die ver­schie­de­nen Göt­ter unter­hal­ten und wie Pha­rao­nen zur dama­li­gen Zeit bestat­tet wur­den um in das Got­tes­reich zu gelan­gen.
Nach die­ser Abschwei­fung vom The­ma haben wir uns mit dem Ent­ste­hungs­da­tum der Urge­schich­te aus­ein­an­der­ge­setzt. Herr Prof. Dr. Pött­ner ord­net den Text in dem
Zeit­raum um 400 v. Chr. – 500 v. Chr. zu. Es müs­sen die Baby­lo­ni­er bekannt sein, wie
auch – um die Sache nach dem Bild Got­tes zu bestim­men – Pla­ton o. ä. bekannt gewe­sen
sein. In Gene­sis 2 sieht man die reli­gi­ons­ge­schicht­lich nächs­te Par­al­le­le im Sym­po­si­um von Pla­ton. Dies zeigt sich in der Zer­schnei­dung von Mann und Frau in der Ent­ste­hungs­ge­schich­te. Im Sym­po­si­um von Pla­ton wer­den dazu die drei For­men der Sexua­li­tät beschrie­ben.

In der Urge­schich­te wer­den vor allen Din­gen ver­schie­de­ne Grund­fra­gen erläu­tert und auch die Ver­schie­den­heit vor den Mög­lich­kei­ten schon dis­ku­tiert, sodass bis zum Chris­ten­tum, aber auch bis zum Islam sich vie­le auf die­se Urge­schich­te bezie­hen.
Das Juden­tum ist eine ethi­sche Reli­gi­on. Wenn das Juden­tum am Modell der Urge­schich­te fest­ge­hal­ten hät­te, dann hät­te das Juden­tum es nicht mit den Geset­zen gehabt. Die Geset­ze sind ein wesent­li­cher Aspekt, wel­che das Juden­tum aus­macht bis in die rab­bi­ni­sche Theo­lo­gie.

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Info:
Darm­stadt Urge­schich­te ist Beitrag Nr. 7391
Autor:
Martin Pöttner am 29. Oktober 2018 um 15:15
Category:
Allgemein
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