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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


Der Johan­ne­s­pro­log

1a Ἐν ἀρχῇ ἦν ὁ λόγος,

1b καὶ ὁ λόγος ἦν πρὸς τὸν θεόν,

1c καὶ θεὸς ἦν ὁ λόγος.

2 οὗτος ἦν ἐν ἀρχῇ πρὸς τὸν θεόν.
3a πάντα δι′ αὐτοῦ ἐγένετο,

3b καὶ χωρὶς αὐτοῦ ἐγένετο οὐδὲ ἕν. ὃ γέγονεν

4a ἐν αὐτῷ ζωὴ ἦν,

b καὶ ἡ ζωὴ ἦν τὸ φῶς τῶν ἀνθρώπων·

5 a καὶ τὸ φῶς ἐν τῇ σκοτίᾳ φαίνει,

b καὶ ἡ σκοτία αὐτὸ οὐ κατέλαβεν.

6 a Ἐγένετο ἄνθρωπος,

b ἀπεσταλμένος παρὰ θεοῦ,

c ὄνομα αὐτῷ Ἰωάννης·

7 aα οὗτος ἦλθεν εἰς μαρτυρίαν

aβ ἵνα μαρτυρήσῃ περὶ τοῦ φωτός,

b ἵνα πάντες πιστεύσωσιν δι′ αὐτοῦ.

8 a οὐκ ἦν ἐκεῖνος τὸ φῶς,

b ἀλλ′ ἵνα μαρτυρήσῃ περὶ τοῦ φωτός.

9 a Ἦν τὸ φῶς τὸ ἀληθινόν,

b ὃ φωτίζει πάντα ἄνθρωπον,

c ἐρχόμενον εἰς τὸν κόσμον.

10 a ἐν τῷ κόσμῳ ἦν,

b καὶ ὁ κόσμος δι′ αὐτοῦ ἐγένετο,

c καὶ ὁ κόσμος αὐτὸν οὐκ ἔγνω.

11 a εἰς τὰ ἴδια ἦλθεν,

b καὶ οἱ ἴδιοι αὐτὸν οὐ παρέλαβον.

12 a ὅσοι δὲ ἔλαβον αὐτόν,

b ἔδωκεν αὐτοῖς ἐξουσίαν τέκνα θεοῦ γενέσθαι,

c τοῖς πιστεύουσιν εἰς τὸ ὄνομα αὐτοῦ,

13 a οἳ οὐκ ἐξ αἱμάτων

b οὐδὲ ἐκ θελήματος σαρκὸς

c οὐδὲ ἐκ θελήματος ἀνδρὸς

d ἀλλ′ ἐκ θεοῦ ἐγεννήθησαν.

14 aα Καὶ ὁ λόγος σὰρξ ἐγένετο

aβ καὶ ἐσκήνωσεν ἐν ἡμῖν,

b καὶ ἐθεασάμεθα τὴν δόξαν αὐτοῦ,

c δόξαν ὡς μονογενοῦς παρὰ πατρός …

Wir einig­ten uns dar­auf, ohne Angst zu über­set­zen. Wenn Sie Hil­fe benö­ti­gen, kön­nen Sie stets unter Bible­Works 8 oder im Insti­tut Ver­si­on 10 nach­se­hen, dort sind die Tex­te gram­ma­tisch ana­ly­siert, dazu gibt es vie­le wei­te­re Hilfs­mit­tel. Der Kom­men­tar zum Johan­nes­evan­ge­li­um von Hart­wig Thy­en ist eben­falls sehr hilf­reich, HNT 6, 2015: LSA Rel-BT 003 und im Insti­tut NT 6 D 6;;g.
Der Johan­ne­s­pro­log ist ein Hin­weis dar­auf, was uns im Text begeg­nen wird. Daher wird er auch aus­führ­lich bespro­chen.
Wir sahen, dass der bestimm­te Arti­kel in πρὸς τὸν θεόν auf die jüdi­sche (grie­chi­sche) Bibel ver­weist, auf Gen 1,1 und die Fort­schrei­bung die­ses Tex­tes in Prov 8,22f:
22κύριος ἔκτισέν με ἀρχὴν ὁδῶν αὐτοῦ εἰς ἔργα αὐτοῦ,

23πρὸ τοῦ αἰῶνος ἐθεμελίωσέν με ἐν ἀρχῇ,

Das Juden­tum ist mit­hin nicht mono­to­no­the­is­tisch, son­dern kennt in Gott Unter­schei­dun­gen, den Geist (Gen 1,2f) und die Weis­heit (Prov 8,22ff). Der Johan­ne­s­pro­log und ande­re Tex­te wie 1Kor 8,6 knüp­fen dar­an an – und bestim­men so die Chris­tus­fi­gur. Die­ser ist als λόγος „im Anfang“ bei Gott und schafft wie die Weis­heit alles ein­zel­ne.
Er ist auch das Leben bzw. die Leben­dig­keit sowie das Licht für die bzw. der Men­schen. Dann kommt es aber anders als in Gen 1 zu einem Unfall, wie 1,5 fest­hält:
καὶ ἡ σκοτία αὐτὸ οὐ κατέλαβεν.
Daher muss der Mensch Johan­nes auf­tre­ten, den wir als den Täu­fer ver­stan­den. Das Johan­nes­evan­ge­li­um setzt vor­aus, dass sei­nen Leser*innen die syn­op­ti­sche Tra­di­ti­on vom Täu­fer ver­traut ist – und schreibt die­se fort.
Johan­nes bezeugt das Licht, er ist aber nicht wie der Logos das wah­re Licht. Die­ser ist selbst in die Welt gekom­men, er wur­de aber abge­lehnt, nur weni­ge nah­men ihn auf.
Dar­aus ent­ste­hen die τέκνα θεοῦ, wel­che als Glau­ben­de die­se Fähig­keit bekom­men. Kin­der ent­ste­hen durch Ver­ei­ni­gung, daher die neue Rede von der σάρξ, dem Fleisch, wobei wahr­schein­lich auf Gen 2,24 ange­spielt ist. Die Kin­der ent­stam­men nicht Fleisch und Blut, nicht dem Wil­len eines Man­nes. Denn das alles ist in der Fins­ter­nis usf. Daher wird das Wort, die Weis­heit, Ver­nunft Fleisch:
Καὶ ὁ λόγος σὰρξ ἐγένετο
Da machen wir nächs­ten Mon­tag wei­ter.

Auf­ga­ben zur nächs­ten Sit­zung

  1. Berei­ten Sie Joh 1,15-18 vor, eben­so Joh 3,1-10!
  2. Notie­ren Sie alle Fra­gen, sodass wir den Pro­log ver­stan­den haben.
  3. Hat biblisch nie­mals jemand Gott gese­hen?

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Info:
Der Johan­ne­s­pro­log ist Beitrag Nr. 7362
Autor:
Martin Pöttner am 18. Oktober 2018 um 15:00
Category:
Griechische Lektüre
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