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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


Alfred North Whitehead (1861-1947) Bad Rap­penau

 

Dis­kus­si­ons­be­darf vom letz­ten Diens­tag

 

Um das Extra­va­ganz­mo­dell von Peirce zu ver­an­schau­li­chen, habe ich auf fol­gen­den Sach­ver­halt hin­ge­wie­sen:

Es gibt in der Bibel weder eine grie­chi­sche, hebräi­sche oder ara­mäi­sche Voka­bel für z. B. „Auf­er­ste­hung“ o. Ä. קוֻם (kum), ἀνίσταναι (anhi­sta­nai) und ἐγείρεσθαι (ege­i­rest­hai) bezeich­nen sowohl den all­täg­li­chen Vor­gang des Auf­ste­hens bzw. Auf­ge­weckt­wer­dens als auch den­je­ni­gen, wel­cher dem Tod folgt. Die glei­che Ambi­gui­tät liegt beim „Schla­fen“ (κοιμᾶν [koi­man]) vor, vgl. z. B. Dan 12,2f. Zur­zeit respek­tie­ren offen­bar nur eini­ge weni­ge der Übersetzer/innen der „Bibel in gerech­ter Spra­che“ die­sen bibli­schen Sach­ver­halt.

Neue Natur­phi­lo­so­phie bei Whitehead

Den umfas­sen­den Anspruch Whiteheads zeigt die­se Äuße­rung:

[…] es muss eines der Moti­ve einer voll­stän­di­gen Kos­mo­lo­gie sein, ein Sche­ma von Ide­en zu ent­wer­fen, in dem die ästhe­ti­schen, mora­li­schen und reli­giö­sen Inter­es­sen mit jenen Begrif­fen von der Welt in Ver­bin­dung gebracht wer­den, die ihren Ursprung in der Natur­wis­sen­schaft haben. (Pro­zess und Rea­li­tät, 22)

Es geht nach die­ser Äuße­rung daher dar­um, den Natur­be­griff bzw. das Natur­ver­ständ­nis so zu erwei­tern, um Ele­men­te des „Geis­tes“ bzw. der Kul­tur ein­be­zie­hen zu kön­nen. Damit folgt auch Whitehead dem Ame­ri­ka­ni­schen Tran­szen­den­ta­lis­ten Emer­son, der in sei­nem Essay „Natu­re“ die­ses Pro­gramm – roman­tisch inspi­riert – poe­tisch ange­deu­tet hat­te.
Ich ver­su­che, Whitehead vor allem vor die­sem prag­ma­tis­ti­schen Hin­ter­grund zu erläu­tern. Es gibt Ver­su­che, das Modell im Kon­text der Sys­tem­theo­ri­en zu beschrei­ben, was mir wie Ham­pe, Whitehead, nicht recht ein­leuch­tet.
Whitehead hat zwar viel in Groß­bri­tan­ni­en gelebt, dort neben sei­ner Haupt­tä­tig­keit Mathe­ma­ti­ker zu sein auch Phi­lo­so­phie betrie­ben. Aber sei­nen phi­lo­so­phi­schen Ruf begrün­de­te er, als er 1924 nach Harvard/Massachussets beru­fen wur­de. Er ver­stand sich im Anschluss vor allem an Peirce bzw. James als Prag­ma­tist und erwar­te­te von die­ser nord­ame­ri­ka­ni­schen Phi­lo­so­phie­form sehr viel. Das Zitat zeigt, dass er eine natur­phi­lo­so­phi­sche Inten­ti­on ver­folg­te, die nicht zuletzt an die Roman­tik erin­nert.
Gleich­wohl ist Whiteheads phi­lo­so­phi­scher Ent­wurf sehr anders als der­je­ni­ge Peirce’. Wir ver­fol­gen das an eini­gen Punk­ten.
Eine wich­ti­ge Über­ein­stim­mung von Peirce und Whitehead besteht dar­in, dass sie das bis heu­te auch in sozi­al­wis­sen­schaft­li­chen und psy­cho­lo­gi­schen Model­len bis zur natur­wis­sen­schaft­lich inspi­rier­ten Gehirn­for­schung nicht aus­ge­rot­te­te Modell der Sub­jekt-Objekt-Spal­tung für irre­füh­rend hal­ten, ähn­lich übri­gens Hei­deg­ger in „Sein und Zeit“. Danach tre­ten wir als Men­schen der Welt, Sachen und Per­so­nen, sub­jek­tiv gegen­über. Die Welt ist die Welt der per­so­na­len Objek­te, sodass wir die­se mit „objek­ti­ven“ Metho­den ange­hen müs­sen, das bes­te Bei­spiel in Ihrer Erfah­rung, aber auch z. B. in Arzt­se­ri­en ist der Hin­weis von Pfle­ge­per­so­nal auf „unse­re Leber­zir­rho­se“ o. Ä. Dadurch wer­den Patient*innen objek­ti­viert – und die Han­deln­den wie d*ie Patient*in wer­den nicht mehr als mit­spie­len­de Tei­le der einen Rea­li­tät ver­stan­den, son­dern als klar defi­nier­te Aus­schnit­te einer als ten­den­zi­ell als unzu­sam­men­hän­gend ver­stan­de­nen Wirk­lich­keit, der man/frau nur z. B. durch Mes­sung objek­tiv bei­kom­men kann. Whitehead und Peirce inter­pre­tier­ten bei­de die expe­ri­men­tell und in Pra­xis­si­tua­tio­nen vor­kom­men­den Mess­ab­wei­chun­gen nicht harm­los, wie mein Phy­sik­leh­rer, der das auf die Luft­feuch­tig­keit zurück­füh­ren woll­te.
Tat­säch­lich legt eine Mes­sung die Beob­ach­tungs­mög­lich­keit der Rea­li­tät fest – und kei­nes­wegs alles kann dann beob­ach­tet wer­den, was seit den Expe­ri­men­ten im Kon­text der Quan­ten­me­cha­nik sicher ist. Der prak­ti­sche Cha­rak­ter der Rea­li­tät, der in der Quan­ten­me­cha­nik unter­stellt wird, kommt am klars­ten in der knap­pen For­mu­lie­rung Hei­sen­bergs zur Unbe­stimmt­heits­re­la­ti­on her­aus:

Man konn­te zwar über den Ort und die Geschwin­dig­keit eines Elek­trons spre­chen wie in der New­ton­schen Mecha­nik, man konn­te die Grö­ßen auch beob­ach­ten und mes­sen. Aber man konn­te nicht bei­de Grö­ßen gleich­zei­tig mit einer belie­bi­gen Genau­ig­keit bestim­men. Es ergab sich, dass das Pro­dukt die­ser bei­den Unge­nau­ig­kei­ten nicht klei­ner gemacht wer­den konn­te als die Planck­sche Kon­stan­te, geteilt durch die Mas­se des Teil­chens, um das es sich dabei han­del­te. Ähn­li­che Bezie­hun­gen konn­ten für ande­re expe­ri­men­tel­le Situa­tio­nen for­mu­liert wer­den. Sie wer­den Unsi­cher­heits­re­la­tio­nen oder das Prin­zip der Unbe­stimmt­heit genannt. Man hat­te damit gelernt, dass die alten Begrif­fe nur unge­nau auf die Natur pas­sen.“ (Hei­sen­berg, Geschich­te der Quan­ten­me­cha­nik, 20)

D. h., unser Ver­hält­nis zur Wirk­lich­keit ist nicht posi­ti­vis­tisch auf­zu­fas­sen, die Mit­spie­ler-Meta­pher der Prag­ma­tis­ten als Teil der Rea­li­tät scheint geeig­net.
Umge­kehrt sind alle wis­sen­schaft­li­chen Model­le kri­tisch infra­ge zu stel­len, die nicht stän­dig ihre Pass­ge­nau­ig­keit in der unter­such­ten Wirk­lich­keit über­prü­fen.
Der Unter­schied zwi­schen Peirce und Whitehead an die­ser Stel­le ist eher gering. Er liegt an der semio­ti­schen Auf­fas­sung der Sub­jek­ti­vi­tät sei­tens Peirce’, der alles als Zei­chen­pro­zess beschrei­ben woll­te – und der etwas locke­re­ren Betrach­tungs­wei­se Whiteheads, der Sub­jek­ti­vi­tät als stän­di­gen Pro­zess der krea­ti­ven Selbst­ent­wick­lung ver­stand. In bei­den Fäl­len wer­den Sub­jek­te bzw. Per­so­nen stän­dig neu – ohne dass sie zu ver­schie­de­nen Zei­ten nicht als der/dieselbe iden­ti­fi­ziert wer­den könn­ten. Whitehead ver­wen­det dazu einen eher unspe­zi­fi­schen Sym­bol­be­griff, der von sei­ner Schü­le­rin Susan­ne K. Lan­ger  eigen­stän­dig aus­ge­ar­bei­tet wur­de. Whitehead ver­wen­det den Sym­bol­be­griff mit­hin ähn­lich wie E. Cas­si­rer https://de.m.wikipedia.org/wiki/Ernst_Cassirer in der Beschrei­bung der soge­nann­ten „sym­bo­li­schen For­men“. Der Neu­kan­tia­ner Cas­si­rer stimmt mit den Prag­ma­tis­ten an einem Punkt etwas über­ein:

Nicht das blo­ße Betrach­ten, son­dern das Tun bil­det viel­mehr den Mit­tel­punkt, von dem für den Men­schen die geis­ti­ge Orga­ni­sa­ti­on der Wirk­lich­keit ihren Aus­gang nimmt.“

Und die sym­bo­li­schen For­men drü­cken sich in den Wis­sen­schaf­ten, sprach­lich jen­seits der logisch kor­rek­ten Sprech­wei­se, aber auch in Reli­gi­on bzw. Kunst aus. Mit dem Sym­bol­be­griff ver­sucht Whitehead mit­hin die Mög­lich­kei­ten der Selbst­ent­wick­lung von Sub­jek­ti­vi­tät zu beschrei­ben. Denn sol­che Selbst­ent­wick­lung fin­det in einem kul­tu­rel­len Hori­zont statt.
Der zwei­te Punkt, an dem Whitehead und Peirce nicht über­ein­stim­men, ist die Beur­tei­lung der all­täg­li­chen Spra­che, aber auch Lebens­welt. Whitehead zufol­ge sind irre­füh­ren­de Model­le wie das­je­ni­ge der Sub­stanz­me­ta­phy­sik und der Sub­jekt-Objekt-Spal­tung auf die Sub­jekt-Prä­di­kat-Struk­tur schon der grie­chi­schen Gram­ma­tik zurück­zu­füh­ren, also auf ein sprach­lich-gewohn­heits­mä­ßig erzeug­tes meta­phy­si­sches Vor­ur­teil. Whitehead argu­men­tiert hier wie man­che Quantenphysiker*innen, man kön­ne es nur mathe­ma­tisch, aber nicht all­tags­sprach­lich aus­drü­cken. Peirce hat aber in Phä­no­men und Logik der Zei­chen dafür argu­men­tiert, dass Aris­to­te­les’ Fehl­ur­teil in Peri Her­me­nei­as, der soge­nann­ten Kate­go­ri­en­schrift mit der Pri­vi­le­gie­rung des gram­ma­ti­schen Sub­jek­tes gegen­über ande­ren Satz­tei­len auf einer unbe­rech­tig­ten bzw. fal­schen Inter­pre­ta­ti­on des grie­chi­schen Satz­baus beru­he. Statt­des­sen gin­ge in der grie­chi­schen Spra­che alles vom Prä­di­kat aus, was ich schon erläu­tert hat­te und in der fol­gen­den Gra­fik am Bei­spiel von „geben“ dar­ge­stellt wird.

 

Unab­hän­gi­gig von die­sem Dis­sens stim­men bei­de in der Sache dar­in über­ein, dass der Satz „Maria gibt Klaus ein Eis“ nicht so ana­ly­siert wer­den darf, dass dem Sub­jekt Maria die Eigen­schaft zuge­schrie­ben wird: „ein Eis an Klaus gebend“. Sowohl die Logik in den Princi­pia Mathe­ma­ti­ca von Russel/Whitehead als auch die Rela­tio­nen­lo­gik Peirce’ schlie­ßen das aus.
Whiteheads Kos­mo­lo­gie schließt aus, dass die seit Aris­to­te­les unter­stell­te meta­phy­si­sche Über­zeu­gung zutref­fe, das Sub­jekt ver­wei­se in einem Satz auf eine indi­vi­du­el­le oder all­ge­mei­ne Sub­stanz (Maria oder Frau), von der eine Eigen­schaft prä­di­ziert wer­de (ein Eis an Klaus gebend), das Sub­stan­z/­Ak­zi­denz-Modell der klas­si­schen Meta­phy­sik.
In unse­rer Gegen­wart könn­te sich das Pro­blem dar­an ver­an­schau­li­chen las­sen, ob Ange­la Mer­kel eine ewi­ge Kanzler*in sei – wie auch von ihrem Zieh­va­ter behaup­tet. Für vie­le scheint sie eine hart­nä­cki­ge Sub­stanz zu sein, auf wel­che die Eigen­schaft „Kanzler*in“ dau­er­haft zutrifft. Ana­ly­siert man/frau das so, dann wer­den die pro­zes­sua­len Züge der Wirk­lich­keit ver­kannt. Denn in dem Satz „Ange­la Mer­kel ist Bundeskanzler*in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land“ hat das Prä­di­kat „Bundeskanzler*in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land sein“ eine offe­ne Stel­le, in die „Ange­la Mer­kel“ ein­ge­setzt wird. Und „Ange­la Mer­kel“ ist kei­ne Sub­stanz, son­dern eine Ereig­nis­se­quenz, die sich auf ein sub­jek­ti­ves Ziel („sub­jec­tive aim“) zube­wegt, wie Whiteheads Kos­mo­lo­gie glaubt.
Whitehead behaup­tet, die exis­tie­ren­den Enti­tä­ten sei­en Ereig­nis­se („actu­al ent­i­ties“), wenn sie dau­er­haft sind han­delt es sich um Ereig­nis­se­quen­zen, deren Dau­er von der Selbst­ent­wick­lungs­fä­hig­keit in einer kon­kre­ten Welt abhän­gen. Im kon­kre­ten Fall ist „Ange­la Mer­kel“ daher von vie­len ande­ren und vie­lem ande­ren abhän­gig bzw. mit­be­stimmt. Whitehead zufol­ge haben nicht nur mensch­li­che Ereig­nis­se­quen­zen ein der­ar­ti­ges sub­jec­tive aim, son­dern das gilt für tie­ri­sche, pflanz­li­che und anor­ga­ni­sche Ereig­nis­se­quen­zen eben­falls, wes­halb vie­le vom Pan­psy­chis­mus von Whiteheads Kos­mo­lo­gie spre­chen. Whitehead arbei­tet mit Pola­ri­tä­ten, daher muss jedes mate­ri­el­le Ele­ment ein geis­ti­ges ent­hal­ten – und umge­kehrt. Und die­ses geis­ti­ge Ele­ment ist uni­ver­sal jenes sub­jec­tive aim.
Neben den actu­al ent­i­ties gibt es eter­nal objects („ewi­ge Objek­te“), wobei es sich um rea­le Mög­lich­kei­ten han­delt, die vie­le an die pla­to­ni­schen Ide­en erin­nern. Whitehead behan­delt sie aber aris­to­te­lisch. Sie gehen in Ereig­nis­se bzw. Ereig­nis­se­quen­zen ein, in unse­rem Bei­spiel lau­tet das eter­nal object „Bundeskanler*in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land sein“ – und geht viel­leicht 16 Jah­re in die Ereig­nis­se­quenz „Ange­la Mer­kel“ ein. M. E. ver­steht man/frau das leich­ter, wenn statt von ewi­gen Objek­ten von sta­bi­len Prä­di­ka­ten die Rede ist, wes­halb ich gen­der­ge­recht von „Bundeskanzler*in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land sein“ gespro­chen habe. Dann kann man/frau das Modell Whiteheads ohne grö­ße­re Mys­ti­fi­ka­tio­nen logisch-semio­tisch ana­ly­sie­ren. Wor­in Whitehead m. E. recht hat, dass sol­che sta­bi­len Prä­di­ka­te über län­ge­re Zeit gleich ver­wen­det wer­den müs­sen.
Ange­la Mer­kel ist also kei­ne ewi­ge Kanz­le­rin, son­dern das Prä­di­kat „Bundeskanzler*in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land sein“ trifft ver­mut­lich 16 Jah­re auf sie zu. Noch genau­er die offe­ne Stel­le die­ses Prä­di­ka­tes wird von der Ereig­nis­se­quenz „Ange­la Mer­kel“ 16 Jah­re besetzt.
Mit die­sem Modell lässt sich viel beschrei­ben. Ich wäh­le ein reli­giö­ses Bei­spiel:

Es gibt […] im gali­lä­i­schen Ursprung des Chris­ten­tums […] eine […] Anre­gung […] Sie legt das Schwer­ge­wicht weder auf den herr­schen­den Kai­ser noch auf den erbar­mungs­lo­sen Mora­lis­ten oder den unbe­weg­ten Bewe­ger. Sie hält fest an den zar­ten Ele­men­ten der Welt, die lang­sam und in aller Stil­le durch Lie­be wir­ken; und sie fin­det ihren Zweck in der gegen­wär­ti­gen Unmit­tel­bar­keit des Reichs, das nicht von die­ser Welt ist. Lie­be herrscht weder noch ist sie unbe­wegt; auch ist sie ein wenig nach­läs­sig gegen­über der Moral. Sie blickt nicht in die Zukunft; denn sie fin­det ihre eige­ne Beloh­nung in der unmit­tel­ba­ren Gegen­wart. (Whitehead, Pro­zess und Rea­li­tät, 612f)

Das ist eine Inter­pre­ta­ti­on der Jesus­tra­di­ti­on bzw. des Johan­nes­evan­ge­li­ums, die von ande­ren weit­rei­chen­den Kon­zep­ten wie einer Reichs­re­li­gio­si­tät, der aris­to­te­li­schen Meta­phy­sik, aber auch einer rigo­ris­ti­schen Inter­pre­ta­ti­on der kan­ti­schen prak­ti­schen Phi­lo­so­phie abge­setzt wird. In die­sen Tex­ten sei das zar­te Ele­ment der Lie­be ent­hal­ten, dass als Gott inter­pre­tiert wird. Nach Whitehead lie­ße sich also behaup­ten, dass der Welt­pro­zess sanft vor sich gehen soll. Jeden­falls ist es das, was das Chris­ten­tum oder der Bud­dhis­mus ohne zen­tra­le Got­tes­kon­zep­ti­on zum Welt­pro­zess bei­tra­gen kann. Whitehead ver­steht also kul­tu­rel­le For­ma­tio­nen so, dass sie rea­le Mög­lich­kei­ten in den Welt­pro­zess ein­brin­gen.
Das ist prag­ma­tis­tisch gedacht, auch Jesus und Bud­dha sind als Mit­spie­ler Tei­le der Rea­li­tät, die wei­ter im Wer­den ist. Ihre Nachfolger*innen grei­fen auf die rea­le Mög­lich­keit zurück, die sie in den Welt­pro­zess ein­ge­bracht haben.

Whitehead, A. N., Pro­zess und Rea­li­tät, Frankfurt/M. 2. Aufl. 1984
Ham­pe, Micha­el, Alfred North Whitehead, 1988.

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Info:
Alfred North Whitehead (1861-1947) Bad Rap­penau ist Beitrag Nr. 7101
Autor:
Martin Pöttner am 20. Juni 2018 um 18:50
Category:
Philosophische Reihe
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