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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


Darm­stadt: Bibel­kun­de 15.05.

Pro­to­koll für die Ver­an­stal­tung: Grund­ori­en­tie­rung Bibel (02-06-0202-se)

Mar­ko Nemet

1. Orga­ni­sa­to­ri­sches:

Das Semi­nar beginnt pünkt­lich um 9:50 Uhr, sechs Teil­neh­mer sind Anwe­send. Prof. Dr. Mar­tin Pött­ner fragt nach, ob es noch Fra­gen oder Anmer­kun­gen zum Pro­to­koll von letz­ter Woche gibt. Kei­ner der Anwe­sen­den hat eine Fra­ge oder Anmer­kung. Die Anwe­sen­heits­lis­te wird her­um gege­ben. Für das Vor­wis­sen für die­se Sit­zung, wur­de von allen Stu­die­ren­den das Kapi­tel 5 „Die Dich­tung Isra­els“, aus dem Buch Bibel­kun­de von Lukas Bor­mann gele­sen. Hier wird von dem Buch Hiob, den Psal­men, den Spruch­weis­hei­ten, den Pre­di­gern und dem Hohe­lied gespro­chen.

2.Sachinhalt:
2.1. Par­al­le­lis­mus mem­bro­rum

Herr Pött­ner erklärt, dass die Sprü­che häu­fig in der Form des soge­nann­ten Par­al­le­lis­mus mem­bro­rum sind. Es gibt vier For­men:
Die ers­te Form ist der nor­ma­le Par­al­le­lis­mus mem­bro­rum wie z. B.: 25 Wer reich­lich gibt, wird gelabt, und wer reich­lich tränkt, der wird auch getränkt wer­den. (vgl. https://www.bibleserver.com/text/LUT/Sprüche11, letz­ter Zugriff: 16.05.2018)
Die zwei­te Form ist der anti­the­ti­sche Par­al­le­lis­mus mem­bro­rum wie z. B.: 1 Dies sind die Sprü­che Salo­mos. Ein wei­ser Sohn ist sei­nes Vaters Freu­de; aber ein törich­ter Sohn ist sei­ner Mut­ter Grä­men. (vgl. https://www.bibleserver.com/text/LUT/Sprüche10, letz­ter Zugriff: 16.05.2018) Der Gegen­satz hier wird in der Reak­ti­on von dem Vater und Mut­ter wie­der­ge­ge­ben.
Die drit­te Form ist der syn­the­ti­sche Par­al­le­lis­mus mem­bro­rum wie z. B. 2 son­dern hat Lust am Gesetz des HERRN und sinnt über sei­nem Gesetz Tag und Nacht! (vgl. https://www.bibleserver.com/text/LUT/Psalm1, letz­ter Zugriff: 16.05.2018)
Die vier­te und somit letz­te Form ist der kli­mak­ti­scher Par­al­le­lis­mus mem­bro­rum wie z. B.: 4 Die Stim­me des HERRN ergeht mit Macht, die Stim­me des HERRN ergeht herr­lich. 5 Die Stim­me des HERRN zer­bricht Zedern, der HERR zer­bricht die Zedern des Liba­non (vgl. https://www.bibleserver.com/text/LUT/Psalm29, letz­ter Zugriff: 16.05.2018)
Hier erkennt man in der Rhe­to­rik eine Stei­ge­rung. Damit schlie­ßen wir fest, dass die bibli­sche poe­ti­sche Spra­che sehr gestal­tet ist. Wich­tig ist auch, dass die­se Form der poe­ti­schen Spra­che und Gesangs bei den Pro­phe­ten zu ihrer reli­giö­sen Spra­che gehört. Ein wei­te­rer wich­ti­ger Punkt ist auch, dass in der Bibel vie­le Instru­men­te erwähnt wer­den, denn zum Juden­tum wie auch zum Chris­ten­tum gehört von Anfang an ein Zugang zur Musik.

2.2. Das Hiob-Buch

Herr Pött­ner erzählt uns, dass es im Buch Hiob um einen Ara­ber namens Hiob han­delt, der sehr fromm leb­te und vie­le Töch­ter hat­te. Damals war man fol­gen­der Über­zeu­gung: „Wer gerecht lebt, der hat auch viel Glück im Leben.“ Auf­ge­hetzt von Satan erlegt Gott Hiob eine Prü­fung auf, um des­sen Treue auf die Pro­be zu stel­len. Trotz­dem Hiob eine gan­ze Rei­he von Unglü­cken pas­sier­ten wie Krank­heit, Ver­lust von Kin­dern und Ver­lust von Güter wand­te er sich nicht ab, im Gegen­teil er pries Gott und blieb ihm treu. Auf­grund der dama­li­gen Über­zeu­gun­gen, kamen drei Freun­de und auch die Frau von Hiob und ver­such­ten deut­lich zu machen, dass Hiob etwas Fal­sches gemacht haben muss, damit ihm so etwas wider­fährt. Jedoch war er der Über­zeu­gung, alles rich­tig gemacht zu haben. Es kommt aber zum guten Ende, dass Gott ihm das Glück wie­der­her­stellt und gab ihm dop­pelt so viel, wie er gehabt hat. Da dies das nai­ve Got­tes­kon­zept und der frü­hen Weis­heit stark infra­ge­stellt, ist das Hiob-Buch sehr wich­tig in der Bibel. Denn bis­her wur­den Krank­hei­ten und Leid als Stra­fe für Sün­den und Unrecht ange­se­hen, die­se Stra­fe soll­te zur Umkehr die­nen. Es bleibt also die Erkennt­nis, dass der Mensch kei­ne Ein­sicht in Got­tes Wil­len hat. Herr Pött­ner fragt, ob Fra­gen offen ste­hen, da wir sonst mit dem nächs­ten Punkt anfan­gen wür­den. Mei­ne Kom­mi­li­to­nen und ich haben kei­ne Fra­gen, es wur­de alles ver­stan­den.

2.3. Psal­men

Das zwei­te Buch sind die Psal­men, das mit 150 Psal­men das längs­te Buch der Bibel. Wei­ter­hin erklärt Herr Pött­ner uns, dass man nicht weiß, wie die Melo­di­en waren. Jedoch es muss unter­stellt wer­den, dass die Psal­men weit­ge­hend gesun­gen wor­den sind, mög­li­cher­wei­se auch beglei­tet mit Instru­men­ten. Im ers­ten Samu­el- Buch wird erzählt, dass David dem Saul, der offen­bar Depres­sio­nen hat, etwas mit der Har­fe vor­spielt und ihn damit ver­sucht in eine ande­re Stim­mung zu brin­gen. Da David in die­sen Geschich­ten das musi­ka­li­sche Ele­ment inne­hat, wird er als Dich­ter vie­len Psal­men zuge­schrie­ben. Die­se Psal­men sind bis heu­te aktu­ell sowohl in Juden­tum als auch im Chris­ten­tum. Bor­mann sagt, dass es Psal­men-Gat­tun­gen gibt, die wich­tigs­te davon ist der Schöp­fungs­psalm. Herrn Pött­ners Erach­tens nach sind das Kla­ge­lied und der Hym­nus noch wich­ti­ger, das sind Lie­der-For­men, die in den Psal­men vor­han­den sind. Die Psal­men sind reli­gi­ös und inter­es­sant, weil sowohl das Schick­sal des Vol­kes als auch das Schick­sal von ein­zel­nen Indi­vi­du­en in die­sen Tex­ten besun­gen wird. Dar­aus kann man erschlie­ßen, wie das reli­giö­se Leben damals war. Jedoch soll­te man den Sinn über die dar­ge­leg­te Erfah­rung in die­sen Tex­ten noch in die Gegen­wart zie­hen kön­nen. Herr Pött­ner fragt, ob Fra­gen offen ste­hen, da wir sonst mit dem nächs­ten Punkt anfan­gen wür­den. Mei­ne Kom­mi­li­to­nen und ich haben kei­ne Fra­gen, es wur­de alles ver­stan­den.

2.4. Pre­di­ger

Einer der bedeut­sams­ten Bücher der Bibel, die Luther über­setzt hat, für „Kohe­let“ ist Pre­di­ger. Hier fin­den sich nicht nur ein­zel­ne Sprü­che, son­dern es geht dar­um Gesamt­zu­sam­men­hän­ge dar­zu­stel­len. Eben­so spie­len kos­mo­lo­gi­sche Über­le­gun­gen eine Rol­le, vor allem aber ist Kohe­let ein­deu­tig in den Urtei­len, dass es nichts bringt, nur Gutes zu tun. Der Pre­di­ger, der auch König gewor­den ist, stellt die Fra­ge, ob über­haupt etwas sinn­voll ist? Alles ist nich­tig, sei­ne Bot­schaft war, dass man den Tag ergrei­fen soll und Gott dies immer ermög­licht. Im wei­te­ren Ver­lauf stellt der Pre­di­ger Fra­gen über den Tod, ob der Geist des Men­schen tat­säch­lich zu Gott zurück­kehrt oder auch ob Tie­re einen Vor­zug vor den Men­schen haben.

2.5. Hohe­lied

Das letz­te Buch, das Herr Pött­ner noch anspre­chen möch­te, ist auch ein wich­ti­ges Buch der Bibel und zwar das soge­nann­te Hohe­lied. Es ist eine Kom­bi­na­ti­on aus ero­ti­schen Tex­ten, wobei es im Wesent­li­chen um die Vor­be­rei­tung des Geschlechts­ver­kehrs han­delt. Es gibt kei­ne sexu­el­len Dar­stel­lun­gen, son­dern es wird gesun­gen, wie Men­schen sich auf die sexu­el­le Ver­ei­ni­gung als das ein-Fleisch-sein freu­en. Herr Pött­ner erklärt, dass die The­se dass die bibli­sche Reli­gi­on sexu­al­feind­lich sei, falsch ist und nicht sein kann auf­grund die­ses Buches. Man muss dazu sagen, dass eini­ge, die Pro­ble­me damit hat­ten, das Hohe­lied stets mys­tisch inter­pre­tiert haben. Nun wol­len wir Text­aus­schnit­te aus den Büchern lesen und gege­ben falls dar­über reden. Ange­fan­gen mit Hiob 40, 1-9: 1 Und der HERR ant­wor­te­te Hiob und sprach: 2 Wer da meint, alles bes­ser zu wis­sen, soll­te der mit dem All­mäch­ti­gen rech­ten? Wer Gott zurecht­weist, der ant­wor­te! 3 Hiob aber ant­wor­te­te dem HERRN und sprach: 4 Sie­he, ich bin zu gering, was soll ich dir ant­wor­ten? Ich will mei­ne Hand auf mei­nen Mund legen. 5 Ein­mal hab ich gere­det und will nicht mehr ant­wor­ten, ein zwei­tes Mal gere­det und will’s nicht wie­der tun. 6 Und der HERR ant­wor­te­te Hiob aus dem Sturm und sprach: 7 Gür­te wie ein Mann dei­ne Len­den! Ich will dich fra­gen; leh­re mich! 8 Willst du mein Urteil zunich­tema­chen und mich schul­dig spre­chen, dass du recht behältst? 9 Hast du einen Arm wie Gott, und kannst du mit glei­cher Stim­me don­nern wie er? (vgl. https://www.bibleserver.com/text/LUT/Hiob40, letz­ter Zugriff: 16.05.2018) Das ist die Aus­gangs­la­ge in der Hiob auf­be­gehrt hat. Hier wird auch einer der Pro­ble­me deut­lich, dass es das Lei­den in der Schöp­fung gibt wird im Hiob-Buch nicht geleug­net.
Es wird Hiob 9, 21-23 gele­sen: 21 Ich bin unschul­dig! Ich möch­te nicht mehr leben; ich ver­ach­te mein Leben. 22 Es ist eins, dar­um sage ich: Er bringt den From­men um wie den Gott­lo­sen. 23 Wenn sei­ne Gei­ßel plötz­lich tötet, so spot­tet er über die Ver­zweif­lung der Unschul­di­gen. (vgl. https://www.bibleserver.com/text/LUT/Hiob9, letz­ter Zugriff: 16.05.2018) Hier stellt sich die Fra­ge in der Phi­lo­so­phi­schen und Theo­lo­gi­schen Tra­di­ti­on um die Gerech­tig­keit Got­tes. Es gibt also kei­ne befrie­di­gen­de Theo­rie über die Gerech­tig­keit Got­tes. Des­halb ist das Buch Hiob in man­chen Krei­sen nicht beliebt, erklärt Herr Pött­ner.
Es wird Pslam 8 gele­sen: 1 Ein Psalm Davids, vor­zu­sin­gen, auf der Git­tit. 2 HERR, unser Herr­scher, wie herr­lich ist dein Name in allen Lan­den, der du zeigst dei­ne Hoheit am Him­mel! 3 Aus dem Mun­de der jun­gen Kin­der und Säug­lin­ge / hast du eine Macht zuge­rich­tet um dei­ner Fein­de wil­len, dass du ver­til­gest den Feind und den Rach­gie­ri­gen. 4 Wenn ich sehe die Him­mel, dei­ner Fin­ger Werk, den Mond und die Ster­ne, die du berei­tet hast: 5 was ist der Mensch, dass du sei­ner gedenkst, und des Men­schen Kind, dass du dich sei­ner annimmst? 6 Du hast ihn wenig nied­ri­ger gemacht als Gott, mit Ehre und Herr­lich­keit hast du ihn gekrönt. 7 Du hast ihn zum Herrn gemacht über dei­ner Hän­de Werk, alles hast du unter sei­ne Füße getan: 8 Scha­fe und Rin­der all­zu­mal, dazu auch die wil­den Tie­re, 9 die Vögel unter dem Him­mel und die Fische im Meer und alles, was die Mee­re durch­zieht. 10 HERR, unser Herr­scher, wie herr­lich ist dein Name in allen Lan­den! (vgl. https://www.bibleserver.com/text/LUT/Psalm8, letz­ter Zugriff: 16.05.2018) In der Run­de dis­ku­tie­ren wir, wie Kin­der zum Glau­ben ste­hen und wie sie bestimm­te Sachen auf­neh­men.
Herr Pött­ner bit­tet uns bis zu nächs­ten Sit­zung Kapi­tel 6 und 7 aus der Bibel­kun­de von Lukas Bor­mann zu lesen und vor­zu­be­rei­ten. Es gibt kei­ne wei­te­ren Anmer­kun­gen und Fra­gen. Herr Pött­ner been­det des­halb pünkt­lich die Sit­zung, bedankt sich und freue sich auf die nächs­te Sit­zung.
Art. Zur Musik: http://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/1

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Info:
Darm­stadt: Bibel­kun­de 15.05. ist Beitrag Nr. 6989
Autor:
Martin Pöttner am 20. Mai 2018 um 14:48
Category:
Bibelkunde
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