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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


Mythen in Gen 1-3: Uni Hei­del­berg, 30.04.

Die Datie­rung der Tex­te setzt wohl das baby­lo­ni­sche Exil vor­aus, auch 2,4bff mag zwar eine län­ge­re Vor­ge­schich­te in Meso­po­ta­mi­en haben, als Weis­heits­text wür­de ich ihn in das vier­te Jhdt. v. d. Z. set­zen. 1,26ff lässt sich gut als Ant­wort auf Xeno­pha­nes ver­ste­hen, also auch 5. oder 4. Jhdt v. d. Z.
Zu den Mythos­fra­gen recht instruk­tiv Micha­el Blu­mes Antritts­re­de in Hei­del­berg vom 25.04., als Video leicht erreich­bar über sei­nen Twit­ter­ac­count @BlumeEvolution.
Gen 1,1ff ent­wi­ckelt aus einem insta­bi­len Zustand einen sta­bi­len Zustand, der irrever­si­bel scheint. Der Sie­ben-Tage-Rhyth­mus ist an der jüdi­schen Woche ori­en­tiert, die mit erschaf­fen wird. Das ist der Modus der tra­di­tio­nel­len Erzäh­lung bzw. der Erfolgs­ge­schich­te: http://alltagundphilosophie.com.www256.your-server.de/2016/07/10/%c2%a7-10-erfolgsgeschichten/ .
Gen 2,4bff endet ambi­va­lent. Zwar haben Adam und Eva die Fähig­keit erreicht, sitt­lich wie Gott „gut“ und „böse“ unter­schei­den zu kön­nen, aber das hat ein­schrän­ken­de Aspek­te zur Fol­ge, müh­sa­me Arbeit, Geburts­schmer­zen und Patri­ar­chat. Die Schlan­ge ist ein Tricks­ter bzw. eine Hel­fer­fi­gur. Alle die­se Figu­ren kön­nen hel­fen, weil sie bei­de Aspek­te des Haupt­ge­gen­sat­zes einer Erzäh­lung bezeich­nen. Hier: Natur vs. Kul­tur. Die Schlan­ge ist ein Tier, zugleich kann sie spre­chen und weiß z. T. bes­ser Bescheid als Gott, der Herr. So ist sie in der Lage, Eva und Adam zu ver­hel­fen, von Natur- zu Kul­tur­we­sen zu wer­den. Das ist der Typ von Mythen, die Clau­de Levi-Strauss ana­ly­siert hat­te, die Pro­blem­ge­schich­te: http://alltagundphilosophie.com.www256.your-server.de/2016/06/26/einfuehrung-in-die-hermeneutik-des-neuen-testaments-viii/ . Die­se ist auch für Pau­lus ein­schlä­gig.
Die Tex­te wider­spre­chen ein­an­der in einem Punkt: Die Got­tes­bild­lich­keit von Frau und Mann ist unver­ein­bar mit dem Patri­ar­chat. Dage­gen ist das Errei­chen der sitt­li­chen Urteils­kraft durch­aus als Form des Got­tes­bild­lich­keits­cha­rak­ters zu ver­ste­hen.
Dies führ­te uns zur Fra­ge, was die­se dif­fe­ren­zier­te Gestalt der Bibel besagt. Es genügt nicht, ver­schie­de­ne Quel­len zu rekon­stru­ie­ren, son­dern es ist nötig zu erken­nen, war­um sol­che Wider­sprü­che zuge­las­sen wer­den. Jeden­falls haben die Schrift­ge­lehr­ten im Juden­tum dies dazu genutzt, bestimm­te Tex­te her­vor­zu­he­ben und ande­re Tex­te zurück­tre­ten zu las­sen. http://alltagundphilosophie.com.www256.your-server.de/2016/05/01/einfuehrung-in-die-hermeneutik-des-neuen-testaments-ii/ . Pau­lus ver­wen­det die­se Metho­de eben­falls.

Von der Sün­de ist übri­gens erst in Gen 4 die Rede. Ein Teil­neh­mer ver­trat die Ansicht, da die vier Flüs­se jeweils woan­ders ent­sprän­gen, sei der Gar­ten Eden ein Nicht-Ort,  Uto­pia.
Die Teilnehmer*innen waren sich einig, den letz­ten Ter­min im SS wahr­zu­neh­men, da im Plan der 21.05. als nor­ma­ler Ter­min vor­ge­se­hen war, Pfingst­mon­tag.

Auf­ga­ben zur nächs­ten Sit­zung

1. Über­set­zen Sie 1Kor 11,2-16 und glie­dern Sie den Text!
2. Lesen Sie im deut­schen Text 1Kor 14,33b-35! Was schlie­ßen Sie?
3. Ver­su­chen Sie das Pro­blem in 11,2ff zu bestim­men!
4. Wie argu­men­tiert Pau­lus?

 

« Ver­an­stal­tung in Hei­del­berg: Berg­pre­digt – Bibel­kun­de Darm­stadt, 08.05. »

Info:
Mythen in Gen 1-3: Uni Hei­del­berg, 30.04. ist Beitrag Nr. 6935
Autor:
Martin Pöttner am 1. Mai 2018 um 11:56
Category:
Das Freiheitsverständnis im Neuen Testament
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