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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


Ver­an­stal­tung in Hei­del­berg: Berg­pre­digt

 

Semi­nar: Ein­füh­rung in die exege­ti­schen Metho­den und das wis­sen­schaft­li­che Arbei­ten: Die Berg­pre­digt (Mt 5-7)
Pro­to­koll der Sit­zung vom 24.04.2018
Dozent: Prof. Dr. Mar­tin Pött­ner
Pro­to­kol­lan­tin: Julia Pei­ne­mann

Orga­ni­sa­to­ri­sches:
Zu Beginn des Semi­nars fragt Herr Pött­ner nach, ob es noch Rück­fra­gen oder Anmer­kun­gen zur letz­ten Semi­nar­stun­de und der letz­ten Zusam­men­fas­sung gibt. Da es kei­ne Fra­gen oder Anmer­kun­gen gibt, wird die Anwe­sen­heits­lis­te her­um­ge­ge­ben und die neue Semi­nar­stun­de beginnt.

Semi­narin­hal­te:
Als Grund­la­ge des heu­ti­gen Semi­nars dient Mat­thä­us 5, 2-16.
In die­ser Stun­de des Semi­nars wer­den wir zuerst ein­mal der Fra­ge nach­ge­hen, wie die ein­zel­nen Selig­prei­sun­gen intern geglie­dert sind, bzw. aus was die Selig­prei­sun­gen bestehen. Dies wird anhand Mat­thä­us 5, 3-12 bespro­chen.
Nach der Fra­ge wor­aus eine Selig­prei­sung besteht, wird auf die Ver­se 13-16 mit der Über­schrift Salz und Licht ein­ge­gan­gen.

Mat­thä­us 5, 3-12:
1 Als er aber das Volk sah, ging er auf einen Berg. Und er setz­te sich, und sei­ne Jün­ger tra­ten zu ihm.
2 Und er tat sei­nen Mund auf, lehr­te sie und sprach:
3 Selig sind, die da geist­lich arm sind; denn ihrer ist das Him­mel­reich.
4 Selig sind, die da Leid tra­gen; denn sie sol­len getrös­tet wer­den.
5 Selig sind die Sanft­mü­ti­gen; denn sie wer­den das Erd­reich besit­zen.
6 Selig sind, die da hun­gert und dürs­tet nach der Gerech­tig­keit; denn sie sol­len satt wer­den.
7 Selig sind die Barm­her­zi­gen; denn sie wer­den Barm­her­zig­keit erlan­gen.
8 Selig sind, die rei­nen Her­zens sind; denn sie wer­den Gott schau­en.
9 Selig sind, die Frie­den stif­ten; denn sie wer­den Got­tes Kin­der hei­ßen.
10 Selig sind, die um der Gerech­tig­keit wil­len ver­folgt wer­den; denn ihrer ist das Him­mel­reich.
11 Selig seid ihr, wenn euch die Men­schen um mei­net­wil­len schmä­hen und ver­fol­gen und aller­lei Böses gegen euch reden und dabei lügen.
12 Seid fröh­lich und jubelt; es wird euch im Him­mel reich­lich belohnt wer­den. Denn eben­so haben sie ver­folgt die Pro­phe­ten, die vor euch gewe­sen sind
https://www.bibleserver.com/text/LUT/Matth%C3%A4us5 (letz­ter Zugriff: 28.04.2018)

Aus was besteht eine Selig­prei­sung?
Eine Selig­prei­sung, auch Glücks­zu­sa­ge oder Heil­zu­sa­ge genannt, besteht aus einer soge­nann­ten Satz­be­zie­hung, die­se besteht aus 2 Tei­len.
1. Teil: Anspra­che (Als Bei­spiel die­nen die Satz­an­fän­ge „selig sind“)
2. Teil: Die Begrün­dung (Als Bei­spiel dient „die da geist­lich Arm sind, denn ihrer ist das Him­mel­reich“), die mit „denn“ ein­ge­lei­tet wird
In jeder Selig­prei­sung ist eine Begrün­dung bzw. Erklä­rung ent­hal­ten. Jesu spricht die Ist-Zustän­de an und begrün­det damit wie es dazu gekom­men ist, dass sie in die­sem Zustand sind. Die Begrün­dung dazu recht­fer­tigt dies. Dadurch, dass Jesus einem das so zuspricht, wer­den sie zu Seli­gen. Herr Pött­ner nennt das Bei­spiel mit einem Rich­ter, dass wenn man von ihm ver­ur­teil wur­de, dass dies in die­sem Moment auch so ist.

Herr Pött­ner fragt, wie­so man die Armen im Geis­te als selig ver­steht?
Sei­ne Ant­wort dar­auf ist, dass ihnen das Reich Got­tes gehö­re. Die­se Fra­ge dient zur Klar­ma­chung.
Bei den Ver­sen 11 und 12 ist das ähn­lich wie bei den obe­ren. Hier kann außer­dem gesagt wer­den, dass mit den Pro­phe­ten ver­gli­chen wird.

Nach Klä­rung der ers­ten Fra­ge, und kei­nen wei­te­ren Rück­fra­gen, gehen wir zu Vers 13 und 14 über.

Mat­thä­us 5, 13-14:
13 Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man sal­zen? Es ist zu nichts mehr nüt­ze, als dass man es weg­schüt­tet und lässt es von den Leu­ten zer­tre­ten.
14 Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Ber­ge liegt, nicht ver­bor­gen sein. https://www.bibleserver.com/text/LUT/Matth%C3%A4us5 (letz­ter Zugriff: 28.04.2018)

Herr Pött­ner stellt die Fra­ge in die Run­de, war­um Mat­thä­us 5, 13-14 ein eige­ner Text ist und was die­ser leis­ten soll?
Zuerst ein­mal wird aus­ge­sagt, dass es sich bei die­sen bei­den Ver­sen des Sal­zes und des Lichts um eine Meta­pher han­delt. Aus einem Kon­text des All­tags wird das Bei­spiel des Sal­zes als etwas All­täg­li­ches bezeich­net. Außer­dem wur­de als Bei­spiel genannt, dass wir ohne Licht nicht zurecht­kom­men wür­den.

Dabei stellt Herr Pött­ner die Fra­ge, war­um dies auf die­se Leu­te, die das Publi­kum dar­stel­len, über­tra­gen wird?
Es wird gesagt, dass die Men­schen die ihm zuhö­ren, etwas was in Ihnen inne­wohnt, das so wert­voll ist, dass wenn sie es ver­lie­ren wür­den, sie nichts mehr wert sind. Dies wird auf das Salz bezo­gen und auf des­sen Geschmack, was für die Welt nötig ist. Die­se Aus­sa­ge kann auf den Vers 13 „Ihr seid das Salz der Erde“ bezo­gen wer­den. Mit der Erde, ist die Erde des Men­schen gemeint und wie sie han­deln. Die Men­schen, die in die­sem Moment ange­re­det wer­den, sind sozu­sa­gen das Salz. Hier­bei wird gezeigt, dass eine Meta­pher sehr weit gehen kann. Nach die­sem Modell, nach der Mei­nung Jesu, braucht die Erde sol­che Men­schen. Hier­bei wird das Salz mit der Mensch­lich­keit in Ver­bin­dung gebracht. Das Salz ist außer­dem hier­bei eine Meta­pher, um damit etwas Reli­giö­ses, sitt­lich Gemein­tes, das sehr hoch­steht. Die­se Rede ist nicht bloß an sei­ne Jün­ger gerich­tet. In die­ser Rede spricht er so posi­tiv über das Publi­kum.
Hier­bei stellt Herr Pött­ner die Fra­ge in die Run­de, um wel­che rhe­to­ri­sche Figur es sich am Anfang einer Rede han­delt?
Man lobt das Publi­kum, um Wohl­wol­len für die fol­gen­de Rede zu erzeu­gen. Das Publi­kum soll das Salz der Erde und das Licht der Welt sein (cap­tatio ben­evo­len­tiae).

Mat­thä­us 5, 15-16:
15 Man zün­det auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Schef­fel, son­dern auf einen Leuch­ter; so leuch­tet es allen, die im Hau­se sind.
16 So lasst euer Licht leuch­ten vor den Leu­ten, damit sie eure guten Wer­ke sehen und euren Vater im Him­mel prei­sen.
https://www.bibleserver.com/text/LUT/Matth%C3%A4us5 (letz­ter Zugriff: 28.04.2018)

Anschie­ßend bespre­chen wir den Vers 16 und stel­len fest, dass sich die Begrün­dung in der Selig­prei­sung die­ser ähnelt. Das Ziel ist es, dass Men­schen es sehen und Gott lobt.

Zusam­men­fas­send ist zu sagen, dass:
• in Vers 13-14 die Zuhö­rer gelobt und geprie­sen wer­den,
• in Vers 15 eine Erläu­te­rung beginnt – und
• in Vers 16 Tei­le der Begrün­dung ent­hal­ten sind mit den Argu­men­ten, dass ein Ver­such statt­fin­det, um mit den Hörern zu kom­mu­ni­zie­ren – dies ist ein kom­ple­xer Kom­mu­ni­ka­ti­ons-Vor­gang.

In den Ver­sen 13-16 wird eine Abgren­zung zum Vor­text deut­lich. Außer­dem begin­nen die­se mit star­ken Meta­phern. Die Form des Lebens der Ange­re­de­ten wird als das Salz der Erde und das Licht der Welt gelobt.

 

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Info:
Ver­an­stal­tung in Hei­del­berg: Berg­pre­digt ist Beitrag Nr. 6927
Autor:
Martin Pöttner am 29. April 2018 um 09:35
Category:
Bergpredigt,Einführung in die Exegese und Hermeneutik
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