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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


Ver­an­stal­tung in Darm­stadt am 24.04.: Bibel­kun­de

Bibel­kun­de

Das zwei­te Kapi­tel der Bibel­kun­de von Bor­mann war The­ma, der Pen­ta­teuch bzw. die fünf Bücher Mose. Dane­ben gibt es in den Hei­li­gen Schrif­ten der J*uden die Pro­phe­ten – und die Weis­heits- bzw. poe­ti­sche Lite­ra­tur. Vgl. Abb. 1 in der Zusam­men­fas­sung zum 17.04.
Wir haben uns vor allem mit dem erzäh­le­ri­schen Zusam­men­hang befasst, der hier noch ein­mal dar­ge­stellt wird.
• Die Got­tes­kon­zep­ti­on der Urge­schich­te (Gen 1,1-12,4) ist all­ge­mein, Gott inter­agiert mit allen Men­schen, auch Abra­ham ist nicht nur auf Isra­el bezo­gen, son­dern in ihm wer­den vie­le Geschlech­ter geseg­net. Wir mach­ten uns das an Gen 16 klar – und die Mus­li­me schrie­ben das fort, sodass Hagar und Ismail an der Kaa­ba begra­ben lie­gen.
• Die Erz­el­tern­er­zäh­lun­gen spit­zen dann auf Isra­el zu und mit der Josefser­zäh­lung (Gen 37ff) wech­selt der Schau­platz nach Ägyp­ten, dass nach 200 Jah­ren für die Nach­kom­men der 12 Söh­ne Jakobs zum Skla­ven­haus wird. Gott hört das Schrei­en der Israelit*innen und beauf­tragt Mose, sie nach Kana­an zu füh­ren (Ex 3). Der Pha­rao wehrt sich, nach den 10 Pla­gen gibt er nach und Isra­el zieht aus, wobei Ex 12 die Beschrei­bung des zen­tra­len Gemein­schafts­mahls, des Pes­sach (Pas­sah) ent­hält.
• Danach folgt eine sehr lan­ge Aus­zugs­er­zäh­lung, die dann erst im Buch Josua been­det ist. Sie ent­hält ab Ex 20 bis zum Ende des Buchs Levi­ti­kus sehr vie­le Geset­zes­tex­te, die dann im Deu­te­ro­no­mi­um mit­tels einer Abschieds­re­de des Mose noch­mals zusam­men­ge­fasst, prä­zi­siert und fort­ge­schrie­ben wer­den. Das dau­ert so lan­ge, weil die Israelit*innen ein gol­de­nes Kalb gebas­telt hat­ten, wäh­rend Mose beim Herrn auf dem Sinai war. Mose kann ver­hin­dern, dass der Herr nicht sofort alle tötet. Aber der Aus­zug ist erst dann voll­endet, wenn die ers­te Gene­ra­ti­on ver­stor­ben ist, weil sie gegen das Bil­der­ver­bot ver­sto­ßen hat­te.
Wir wand­ten uns einem wesent­li­chen Detail, der Beschnei­dung des männ­li­chen Penis zu und ver­such­ten Ex 4,24-26 zu ver­ste­hen. Der Herr will Mose töten. Zip­po­ra, sei­ne Frau ver­steht – und sie beschnei­det ihren Sohn mit einem schar­fen Stein. Mit dem Blut berührt sie Moses Scham.
Für das jüdi­sche Ver­ständ­nis bezeich­net die­se archai­sche Erzäh­lung, dass die Ver­let­zung des Penis ersatz­wei­se für den Tod des Sün­ders geschieht. Mit­hin ist die­ses Initia­ti­ons­ri­tu­al patri­ar­chal. Frau­en wer­den nicht beschnit­ten, son­dern sie sind mit­ge­meint. Der Penis bezeich­net schon die männ­li­che Macht, die aber ver­letzt wird.
Dies zieht sich bis ins christ­li­che Initia­ti­ons­ri­tu­al der Tau­fe durch, die nach Pau­lus bezeich­net, dass wir in den Tod Chris­ti getauft wer­den (Röm 6).

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Info:
Ver­an­stal­tung in Darm­stadt am 24.04.: Bibel­kun­de ist Beitrag Nr. 6919
Autor:
Martin Pöttner am 27. April 2018 um 13:50
Category:
Bibelkunde
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