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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


Ver­an­stal­tun­gen in Darm­stadt 17.04.

 

Bibel­kun­de: Hin­füh­rung, Kon­tex­tua­li­sie­rung und die ver­schie­de­nen Kano­nes

In Fort­füh­rung vom 12.04. bespra­chen wir ver­schie­de­ne deut­sche Bibel­über­set­zun­gen.
Wich­tig ist der zwei­te Punkt. Die Bibel­lek­tü­re soll­te heu­te nicht mehr ohne Bezug zum Koran voll­zo­gen wer­den. Denn der Koran ist jeden­falls auch eine Fort­schrei­bung vor allem der jüdi­schen Bibel. Die Ähn­lich­kei­ten und Unähn­lich­kei­ten beschreibt der Koran so, es habe eine himm­li­sche Mut­ter der Schrift gege­ben, Sure 43,4, die an alle Pro­phe­ten ver­sandt wor­den sei, bei Moham­med sei das am bes­ten ange­kom­men. In jün­ge­rer Zeit hat sich in Ber­lin vor allem Ange­li­ka Neu­wirth her­vor­ge­tan, bei der sich eine neue Text­ge­stalt erschließt, die mit dem von mir behaup­te­ten Fort­schrei­bungs­pro­zess ver­wandt ist. Das stimmt i. E. mit der neu­en his­to­risch-kri­ti­schen Aus­ga­be in Tune­si­en über­ein. Wir wer­den das an ein­zel­nen Tex­ten ver­fol­gen.
Der drit­te Schritt beschäf­tig­te uns inten­si­ver. Die ursprüng­li­che christ­li­che Bibel sah so aus:

 

 

Abbil­dung 1

Sie ent­hielt die LXX zusam­men mit vier Bän­den neu­tes­ta­ment­li­cher Schrif­ten, alles Kodi­zes. Dem waren der hebräi­sche bzw. rab­bi­ni­sche Kanon und die jüdi­sche grie­chi­sche Bibel vor­aus­ge­gan­gen, alles Schrift­rol­len.
In den deut­schen Über­set­zun­gen schlägt sich das unter­schied­lich nie­der, am ehes­ten ist die Ein­heits­über­set­zung nahe an der Bibel der frü­hen Chris­ten. Die Refor­ma­ti­on erklär­te den hebräi­schen Kanon zum AT, daher die Apo­kry­phen, die gegen­über der Hebräi­schen Bibel über­schie­ßen­den Tex­te der LXX, die in der moder­nen katho­li­schen Spra­che „deu­te­ro­ka­no­nisch“ hei­ßen.

Selig­prei­sun­gen“

Wir betrach­te­ten Mt 5,3ff und Lk 6,20ff. Mt 5,3ff folgt zunächst der Regel, bestimm­te Grup­pen selig bzw. glück­lich zu prei­sen. „Glück­lich“ ist nicht iden­tisch mit „to have fun“, son­dern bezeich­net ein erfüll­tes Leben, das den geist­lich Armen, Trau­ern­den, Sanft­mü­ti­gen usf. zuge­spro­chen wird. In Lk 6,20ff wird das Publi­kum direkt ange­spro­chen. Hier fol­gen den Selig­prei­sun­gen Wehe­ru­fe, die z. B. die Span­nung von Armen und Rei­chen the­ma­ti­sie­ren.
Ab 5,11 wird auch bei Mt das Publi­kum direkt ange­re­det und mit den ver­folg­ten Pro­phe­ten wie Jere­mia in Ver­bin­dung gebracht.
Wich­tig war, dass wir die Wie­der­ho­lung des zwei­ten Teils von 5,3 in 5,10 sahen, sodass 5,3-10 als Text­ein­heit anzu­se­hen ist.
Erwo­gen wur­de, wie der­art ver­schie­de­ne Tex­te, die ein­an­der doch ähneln, zustan­de kom­men kön­nen. Ein Teil­neh­mer schlug vor, unter­schied­li­che Lese-Publi­ku­me zu unter­stel­len.

Auf­ga­ben zur nächs­ten Sit­zung

1. Beschrei­ben Sie genau, wie die ein­zel­nen Selig­prei­sun­gen auf­ge­baut sind!
2. Haben Sie Klä­rungs­be­darf zu den Grup­pen?
3. Wel­che Funk­ti­on haben die Selig­prei­sun­gen für die gesam­te Berg­pre­digt?
4. Lesen Sie 5,13f und ver­su­chen Sie zu ver­ste­hen, wel­che Auf­ga­be die­ser Abschnitt hat!

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Info:
Ver­an­stal­tun­gen in Darm­stadt 17.04. ist Beitrag Nr. 6465
Autor:
Martin Pöttner am 20. April 2018 um 17:00
Category:
Bergpredigt,Bibelkunde,Einführung in die Exegese und Hermeneutik
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