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Die Uni­ver­sa­li­tät von Juden­tum und Chris­ten­tum (Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Darm­stadt)

Jes 49,1-6 öff­net wie Jes 42,1-4 die Kon­zen­tra­ti­on auf „Isra­el“ auf alle. Im Vor­der­grund ste­hen wohl auch hier die Grie­chen als Inbe­griff der „Völ­ker“ (Luther: „Hei­den“). Der „Skla­ve“ des Herrn wird als „Licht der Völ­ker“ ver­stan­den, m. E. spricht der Pro­phet aus, wel­che Funk­ti­on Isra­el zukommt.

Lk 1,46ff spricht die Kon­se­quen­zen aus: Die Ver­hei­ßun­gen an Isra­el gehen jetzt in Erfül­lung, wobei Armut und poli­ti­sche Unter­drü­ckung the­ma­ti­siert wer­den. Im Blick­feld ist der römi­sche Kai­ser Augus­tus.

Das geht zwei­fels­frei aus Lk 2,1ff her­vor. Der Glanz, die Klar­heit oder Herr­lich­keit des Herrn zeigt sich z. B. in der Krip­pe des gött­li­chen Kin­des. Die Teilnehmer/innen kon­zen­trier­ten sich auf die Jung­frau­en­geburt. Das ist antik nicht unüb­lich, auch von Alex­an­der dem Gro­ßen wer­den der­ar­ti­ge μύθοι (mythoi) erzählt. Für anti­ke Leser/innen war es also deut­lich, dass es sich nicht um eine wis­sen­schaft­li­che Behaup­tung han­delt, son­dern um die poe­ti­sche erzäh­le­ri­sche Her­vor­he­bung der gött­li­chen Bedeu­tung Jesu. Mt und Lk erzäh­len das, alle ande­ren Tex­te aber nicht.

Die Ver­bin­dung der Jung­frau­en­geburt mit der Erb­sün­de-Auf­fas­sung Augus­tin war und ist ins­be­son­de­re im Katho­li­zis­mus fatal – und ist sexu­al- und frau­en­feind­lich moti­viert. „Erb­sün­de“ gibt es in der Bibel nicht, die christ­li­che Aus­le­gung von Gen 2f in die­se Rich­tung ist wider­legt. Es geht um das mythisch erzähl­te Ent­ste­hen der mensch­li­chen Fähig­keit, zwi­schen „gut“ und „böse“ zu unter­schei­den. „Ein-Fleisch-Sein“ (Gen 2,24) ist offen­sicht­lich eine sexu­el­le Meta­pher und wider­legt jede bibli­sche Ase­xua­li­tät der Men­schen.

Ergän­zend ist wich­tig, dass Maria nach den Evan­ge­li­en wei­te­re Kin­der hat­te, vgl. z. B. Mk 3,1ff.

Der fas­zi­nie­ren­de Sinn von Lk 2,1ff ist also die Beto­nung der Uni­ver­sa­li­tät des Chris­ten­tums, die auf einer Uni­ver­sa­li­tät des Juden­tums auf­ruht.

 

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Die Uni­ver­sa­li­tät von Juden­tum und Chris­ten­tum (Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Darm­stadt) ist Beitrag Nr. 6771
Autor:
Martin Pöttner am 12. Januar 2018 um 14:20
Category:
Menschenrechte,Theologie des Neuen Testaments
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