Zum Inhalt springen


Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


23. Dezember 2017

Weih­nach­ten 2017

Wer sich fragt, ob es sinn­voll sei, 2017 Weih­nach­ten in Bezug auf Jesus von Naza­reth zu fei­ern, wird sich nicht von der Geburts­tags­fra­ge auf­hal­ten las­sen. Im Neu­en Tes­ta­ment ist ein unschar­fer Jah­res­ho­ri­zont zwi­schen ca. 7 v. d. Z. bis 7 n. d. Z. mög­lich. Die heu­te domi­nan­te Auf­fas­sung hängt von der Kon­stan­ti­ni­sche Wen­de ab, als Jesus die Nach­fol­ge des Sol vic­tus in der Römi­schen Reichs­re­li­gi­on antrat. Und das war ein Gott der Win­ter­son­nen­wen­de, da sein Jah­res­lauf dann begann.
Nach einer Rei­he von neu­tes­ta­ment­li­chen Tex­ten bezog sich Jesus auf bestimm­te Tex­te des AT, die das Juden­tum als uni­ver­sa­le Reli­gi­on kon­zi­pier­ten (z. B. Jes 42,1-4; 49,1-6) und vor­aus­sag­ten, dass der Skla­ve des Herrn gewalt­frei und laut­los das gött­li­che Recht nicht zuletzt in Grie­chen­land zur Gel­tung brin­gen wer­de. Tat­säch­lich ist die­se Pro­phe­zei­ung in Erfül­lung gegan­gen. Denn vie­les, was in Juden­tum und Chris­ten­tum als gött­li­ches Recht ver­stan­den wur­de, ist seit 1948ff Men­schen­recht.
Daher geht es bei Weih­nach­ten auch um die Gel­tung der Men­schen­rech­te. Wer also die Kir­chen angreift, die eine Alli­anz mit der Dik­ta­to­rin Mer­kel bil­de­ten, greift die Men­schen­rech­te an.

 

Besu­chen Sie mich auch auf www.bildungundalltag.de


20. Dezember 2017

Uni Hd: Joh 8,1-20

Wir über­setz­ten Joh 8,1-20:
1Ἰησοῦς δὲ ἐπορεύθη εἰς τὸ ὄρος τῶν ἐλαιῶν.

2Ὄρθρου δὲ πάλιν παρεγένετο εἰς τὸ ἱερὸν
καὶ πᾶς ὁ λαὸς ἤρχετο πρὸς αὐτόν,
καὶ καθίσας ἐδίδασκεν αὐτούς.

3Ἄγουσιν δὲ οἱ γραμματεῖς καὶ οἱ Φαρισαῖοι γυναῖκα ἐπὶ μοιχείᾳ κατειλημμένην
καὶ στήσαντες αὐτὴν ἐν μέσῳ

4λέγουσιν αὐτῷ·
διδάσκαλε,
αὕτη ἡ γυνὴ κατείληπται ἐπ’ αὐτοφώρῳ μοιχευομένη·

5ἐν δὲ τῷ νόμῳ ἡμῖν Μωϋσῆς ἐνετείλατο τὰς τοιαύτας λιθάζειν.
σὺ οὖν τί λέγεις;

6τοῦτο δὲ ἔλεγον πειράζοντες αὐτόν,
ἵνα ἔχωσιν κατηγορεῖν αὐτοῦ.
ὁ δὲ Ἰησοῦς κάτω κύψας
τῷ δακτύλῳ κατέγραφεν εἰς τὴν γῆν.

7ὡς δὲ ἐπέμενον ἐρωτῶντες αὐτόν,
ἀνέκυψεν καὶ εἶπεν αὐτοῖς·
ὁ ἀναμάρτητος ὑμῶν πρῶτος ἐπ’ αὐτὴν βαλέτω λίθον.

8καὶ πάλιν κατακύψας ἔγραφεν εἰς τὴν γῆν.

9οἱ δὲ ἀκούσαντες ἐξήρχοντο εἷς καθ’ εἷς ἀρξάμενοι ἀπὸ τῶν πρεσβυτέρων
καὶ κατελείφθη μόνος
καὶ ἡ γυνὴ ἐν μέσῳ οὖσα.

10ἀνακύψας δὲ ὁ Ἰησοῦς εἶπεν αὐτῇ·
γύναι,
ποῦ εἰσιν;
οὐδείς σε κατέκρινεν;

11ἡ δὲ εἶπεν·
οὐδείς, κύριε.
εἶπεν δὲ ὁ Ἰησοῦς·
οὐδὲ ἐγώ σε κατακρίνω·
πορεύου, [καὶ] ἀπὸ τοῦ νῦν μηκέτι ἁμάρτανε. (more…)

15. Dezember 2017

Urge­schich­te

 

The­ma waren die Geschlech­ter­fol­gen in Gen 4,17ff und 5,1ff. Zugleich näher­ten wir uns der seman­ti­schen, der inhalt­li­chen Ebe­ne der Text­ana­ly­se an.
4,17ff und 5,1ff erschie­nen uns unter­schie­den wie 2,4bff und 1,3ff, stär­ker erzäh­lend vs. eher lis­ten­mä­ßig. Inhalt­lich unter­schie­den sind die Tex­te durch Erwäh­nung von Frau­en und deren expli­zi­tem Feh­len. Lamech war sogar Poly­ga­mie.
Das hohe Alter der Ahnen beschäf­tigt unse und wird uns noch wei­ter beschäf­ti­gen. Uns fiel noch auf, dass Hen­och und Noah beson­ders posi­tiv her­vor­ge­ho­ben sind, wäh­rend Lamech wegen sei­nes prah­le­ri­schen Lie­des offen­bar nega­tiv bewer­tet wird.
War­um kommt es zur Sint­flut? Das ist eine Fra­ge, sie wird uns beim nächs­ten Mal beschäf­ti­gen.

Zusam­men­fas­sung Eth­nie usf.

The­ma der Sit­zung waren Jes 2,1-4 und 42,1-4.
Der Text der Völ­ker­wall­fahrt zum Zion (vgl. Mi 4) ist uni­ver­sal aus­ge­legt und zeigt bis Pau­lus eine zugleich israel­zen­tri­sche Kon­zep­ti­on. Der Zion ist der Tem­pel­berg in Jeru­sa­lem.
Zugleich ist der Gerichts­ge­dan­ke mit der Frie­dens­reichs-Idee ver­bun­den. Das wird in 42,1-4 noch gestei­gert. Denn jetzt agiert auch die mes­sia­ni­sche Figur, der Skla­ve JHWHs, der Knecht Got­tes gewalt­los. Er tritt nicht nach und bringt laut­los das Recht nach Grie­chen­land, gemeint sind wohl die Inseln in der Ägä­is.
Die Zeit bei­der Tex­te ist viel­leicht die Zeit Alex­an­ders des Gro­ßen oder sei­ner Nach­fol­ger. Bei­de Tex­te sind mono­the­is­tisch.
In der nächs­ten Sit­zung bespre­chen wir noch Jes 49,1-6

13. Dezember 2017

Zusam­men­fas­sung 11.12. (Uni Hei­del­berg)

Die Übung wird in der Fol­ge stets in ÜR 2 WTS statt­fin­den.

Fol­gen­de Tex­te wur­den zur Über­set­zung ver­ein­bart:

Joh 8

Joh 10

1 Joh 4

Joh 4

Joh 21 wur­de zu Ende über­setzt. Die Fra­ge des Epi­logs wur­de anhand des Tex­tes erör­tert, auch die Haupt­ar­gu­men­te für die Abtren­nung von Kapi­tel 21.

Dabei spielt die Hir­ten­me­ta­pho­rik bzw. das Hir­ten­bild eine zen­tra­le Rol­le. Es ist stark in Meso­po­ta­mi­en (Enu­ma Elisch) ver­wen­det wor­den, dann auch in der Jüdi­schen Bibel (David, Psalm 23). Daher legt sich zunächst eine König­s­as­so­zia­ti­on bzw. eine auto­ri­tä­re Inter­pre­ta­ti­on nahe, die zu einer hier­ar­chi­schen Auf­fas­sung der christ­li­chen Gemein­de füh­ren wür­de – und im Katho­li­zis­mus auch geführt hat. Durch Luther wur­de das durch­bro­chen, die ein­zel­ne Gemein­de bestimmt über die Leh­re – und nicht der Pas­tor. Daher wur­de Joh 21 als groß­kirch­li­cher Nach­trag betrach­tet, früh­ka­tho­lisch wg. der Rol­le des Petrus und sei­ner mög­li­chen Funk­tio­na­li­tät als ers­ter Papst. Dazu zwei Buch­schlüs­se. Dem steht der text­kri­ti­sche Befund ent­ge­gen, dass es kei­ne Exem­pla­re des Johan­nes­evan­ge­li­ums gibt, die 21 nicht ent­hal­ten. Voll­stän­dig wür­de 20,30ff erst, wenn 21,20-25 hin­zu­kommt.

Die Epi­log­fra­ge lässt sich an der Zen­tral­stel­lung der Lie­be the­ma­ti­siert erör­tern. Die Wör­ter ἀγαπᾶν und φιλεῖν wer­den als homo­se­mes Wort­spiel ver­wen­det. Die Zahl drei ver­weist auf die drei­fa­che Ver­leug­nung Jesu durch Petrus, was durch die Vor­aus­sa­ge des Todes Petri belegt wird, die auf ἀκολουθεῖν bezo­gen ist. The­ma ist also auch die Kreu­zes­nach­fol­ge. Und das muss auch schon für die Inter­pre­ta­ti­on von Joh 10 gel­ten, sodass Christ/inn/en sowohl Hirt/inn/en als auch Scha­fe für­ein­an­der sind.

Was für das Hir­ten­bild gilt, gilt auch für das Mes­si­as­bild (vgl. PsSal 17f). Ein gekreu­zig­ter Mes­si­as ent­spricht am ehes­ten den Skla­ve-JHWHs-Tex­ten Deu­tero­je­sa­jas.

Auf­ga­ben zur Nächs­ten Sit­zung

Über­set­zen und seg­men­tie­ren Sie Joh 8,1-20!

11. Dezember 2017

Flucht, Eth­nie, Reli­gi­on, Men­schen­rech­te (Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Darm­stadt)

Ver­an­stal­tung: Theo­lo­gie des Neu­en Tes­ta­ments
Dozent: Prof. Dr. Mar­tin Pött­ner
Datum: 5.12.2017, 09.50 – 11.30 Uhr
Pro­to­koll: Bet­ti­na Rei­chelt

Vor­trag von Herrn Pött­ner:
Flucht, Eth­nie, Fremd­sein und bibli­sche Reli­gi­on – hat das etwas mit den Men­schen­rech­ten zu tun?

Der Vor­trag beginnt mit der Fra­ge­stel­lung: ob wesent­li­che Gehal­te der bibli­schen Reli­gi­on mit den Men­schen­rech­ten über­ein­stim­men und bezieht sich dabei auf die

  1. allg. Erklä­rung der Men­schen­rech­te von 1948 und 1951
  2. und die Gen­fer Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on

Zunächst wer­den eini­ge bibli­sche Geschich­te als Bei­spie­le für Flucht­er­fah­run­gen des Alten Tes­ta­ments von Herrn Pött­ner erzählt:

1. „Abra­ham und Sara“ flie­hen nach Ägyp­ten als sog. Wirt­schafts­flücht­lin­ge. Abra­ham macht unwah­re Anga­ben. Dies lässt sich auf unse­re Zeit über­tra­gen.
(more…)

9. Dezember 2017

Der ers­te Mord (Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Darm­stadt)

 

Stun­den­pro­to­koll vom 05.12.201Protokollantin: Marei­ke Jahn

 

Bibel­stel­len: Gene­sis 1-3 und Beginn von Gene­sis 4,1-4,16

Wie ist der Sün­den­fall zu ver­ste­hen, was genau ist die „Sün­de“?

Zum Beginn des Semi­nars gab es die Mög­lich­keit unkla­re Stel­len aus Gene­sis 1-3 zu klä­ren, da wir uns in den Stun­den zuvor mit die­sen Bibel­stel­len tief­grün­dig beschäf­tig­ten und in die­ser Sit­zung mit Gene­sis 4 begin­nen möch­ten. Erstaun­li­cher­wei­se gab es kei­ne Unklar­hei­ten und wir konn­ten sofort mit Gene­sis 4 begin­nen. (Im Ver­lauf des Semi­nars, gab es natür­lich immer wie­der Ver­wei­se, auf Gene­sis 1-3 obwohl wir uns pri­mär mit Gene­sis 4 beschäf­tig­ten).

Gene­sis 4 trägt die Über­schrift: „Kains Bru­der­mord“, in die­ser Erzäh­lung wird zum ers­ten Mal das Wort „Sün­de“ nie­der­ge­schrie­ben. Zum einen fin­den wir das Wort Sün­de in Gene­sis 4,7 [„Ist´s nicht also? Wenn du fromm bist, so kannst du frei den Blick erhe­ben, bist du aber nicht fromm, so lau­ert die Sün­de vor der Tür, und nach dir hat sie Ver­lan­gen; du aber herr­sche über sie.“] und in Gene­sis 4,13 [„Kain aber sprach zu dem HERRN: Mei­ne Sün­de ist grö­ßer, denn das sie mir ver­ge­ben wer­den möge.“] wie­der. (more…)

6. Dezember 2017

Uni Hd (04.12.)

Zusam­men­fas­sung vom 04.12

Wir über­setz­ten Joh 20,19-21,14. Der Text ist hier seg­men­tiert bis zum Schluss von Kapi­tel 21 dar­ge­stellt.

19Οσης ον ψας τ
μρ
κεν τ μι σαββτων

κα τν θυρν κεκλεισμνων

που σαν ο μαθητα δι τν φβον τν ουδαων,

λθεν
ησος

κα
στη ες τ μσον κα λγει ατος·

ερνη μν.

20κα τοτο επν δειξεν τς χερας

κα τν πλευρν ατος.

χρησαν ον ο μαθητα
δντες τν κριον.

21επεν ον ατος [
ησος] πλιν·

ερνη μν·

καθς πσταλκν με πατρ,

κγ πμπω μς.

22κα τοτο επν νεφσησεν

κα λγει ατος·

λβετε πνεμα γιον·

23ν τινων φτε τς μαρτας φωνται ατος,

ν τινων κραττε κεκρτηνται.
(more…)

3. Dezember 2017

Vor­trag Darm­stadt 05.12.

Flucht, Eth­nie, Fremd­sein und bibli­sche Reli­gi­on – hat das etwas mit den Men­schen­rech­ten zu tun?

Der Titel for­mu­liert eine Fra­ge, die sich mir in den letz­ten 25 Jah­ren deut­li­cher gestellt hat. Mir hat es nie genügt, wenn bibli­sche Tex­te zu die­sen The­men in den Vor­der­grund gestellt wur­den – und dann gefor­dert wur­de, Politiker/innen han­delt bit­te so! In den Jah­ren 2015ff hat sich der Rats­vor­sit­zen­de der EKD Bed­ford-Strohm z. B. in Talk­shows in die­se Rol­le drän­gen las­sen. Wor­um es aber gehen müss­te, ist zu über­prü­fen, ob wesent­li­che Gehal­te der bibli­schen Reli­gi­on mit den Men­schen­rech­ten über­ein­stim­men – oder ob das nicht der Fall ist. Ob also Men­schen wie Bea­trix von Storch recht haben, wenn sie ein beson­de­res Recht des Schut­zes des deut­schen Vol­kes anneh­men, das etwa durch die angeb­li­che Grenz­öff­nung durch Ange­la Mer­kel im Sep­tem­ber 2015 infra­ge gestellt wor­den sei.

Ich behan­de­le das in zwei Schrit­ten, die zur Dis­kus­si­on ein­la­den sol­len – und daher man­che Sach­ver­hal­te the­sen­haft auf den Punkt brin­gen:

  1. Wor­in besteht die bibli­sche Bot­schaft zu den ange­spro­che­nen The­men?

Für mich sind das die aus­schlag­ge­ben­den Tex­te der Men­schen­rech­te, die nor­ma­tiv sind. (more…)

Fremd­sein, Eth­nie (Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Darm­stadt)

Pro­to­koll Theo­lo­gie des Neu­es Tes­ta­ment vom 2811.17 von MK

Die zitier­ten Bibel­stel­len stam­men aus der Luther­über­set­zung 2017

The­ma: Pro­phe­ti­sche Tex­te

All­ge­mei­ne struk­tu­rel­le Hin­wei­se:

Nach Erzäh­lun­gen (Gene­sis und Exo­dus) und Geset­zes­tex­ten (Exo­dus und Levi­ti­kus) kommt jetzt eine Betrach­tung einer drit­ten Mög­lich­keit, die auch zeit­über­grei­fend ist.

Die behan­del­ten Bibel­stel­len wur­den ver­mut­lich zu unter­schied­li­chen Zei­ten geschrie­ben.

Jere­mia wur­de wahr­schein­lich vor dem Exil geschrie­ben. Eze­chiel wur­de recht sicher im Exil geschrie­ben.

Sacha­ria und Malia­chi sind Pro­phe­ten die in der nach dem Exil neu ent­wi­ckel­ten reli­giö­sen Kul­tur ent­stan­den sind (per­si­sche und grie­chi­sche Peri­ode).

Gemein haben die Pro­phe­ten ein kri­ti­sches Auf­tre­ten. Unab­hän­gig von der poli­ti­schen Macht bezie­hen sie sich auf die Reli­gi­on. (more…)