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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


Zusam­men­fas­sung vom 20.11. (Uni Hd)

 

Wir über­setz­ten Joh 17,16-26.

κ το κσμου οκ εσν

β καθς γ οκ εμ
κ το κσμου.

17α γασον ατος ν τληθείᾳ·

β λγος σς λθειστιν.

18a καθς μπστειλας ες τν κσμον,

b κγπστειλα ατος ες τν κσμον·

19a καπρ ατν γγιζω μαυτν,

b να σιν κα ατογιασμνοι ν ληθείᾳ.

    20a Ο περ τοτων δρωτ μνον,

λλ κα περ τν πιστευντων δι το λγου ατν ες μ,

21a να πντες ν σιν,

b καθς σ,

c πτερ,

d ν μο κγ ν σο,

e να κα ατον μν σιν,

να κσμος πιστεύῃ

τι σ με πστειλας.

22aα κγ τν δξαν

ν δδωκς μοι

aγ δδωκα ατος,

να σιν ν καθς μες ν·

23aα γν ατος

aβ κα σν μο,

να σιν τετελειωμνοι ες ν,

να γινσκ κσμος

τι σ με πστειλας

cγ καγπησας ατος καθς μγπησας.

    24a Πτερ,

b δδωκς μοι,

cα θλω

να που εμγ κκενοι σιν μετ‘ μο,

d να θεωρσιν τν δξαν τν μν,

ν δδωκς μοι

τι γπησς με πρ καταβολς κσμου.

25a πτερ δκαιε,

b κα κσμος σε οκ γνω,

c γ δ σε γνων,

dα κα οτοι γνωσαν

τι σ με πστειλας·

26aα καγνρισα ατος τνομ σου

aβ κα γνωρσω,

να γπη

ν γπησς με

ν ατος

bδ κγν ατος.

Zu den Akti­ons­ar­ten in ver­schie­de­nen Spra­chen vgl. hier. Das Pro­blem mit in 17,24 muss bzw. soll­te fol­gen­der­ma­ßen gelöst wer­den, der Akku­sa­tiv Neu­trum sg. des Rela­tiv­pro­no­mens ς bezeich­net plu­ra­lisch. „Vater, was Du mir gabst – ich will, dass auch jene dort bei mir sind, wo ich bin …“. Die text­kri­ti­sche Vari­an­te und sehr vie­le Über­set­zun­gen ver­ein­fa­chen den rhe­to­risch-ana­ko­lut­har­ti­gen Stil m. E. Inhalt­lich erge­ben sich kei­ne Dif­fe­ren­zen.

Für das Ver­ständ­nis des Johan­nes­evan­ge­li­ums ist ent­schei­dend, dass die anschei­nen­de oder schein­ba­re Ein­schrän­kung des Gesag­ten auf das inti­me Ver­hält­nis von Vater, Sohn und Schüler/inne/n ab 17,20 auch auf die­je­ni­gen aus­ge­wei­tet wird, die durch das Wort der Schüler/inne/n glau­ben. An ihrer Lie­be erkennt der Kos­mos, dass Jesus vom Vater gesandt ist. Infol­ge von 3,16 wird das im Johan­nes­evan­ge­li­um also als ein Pro­zess der Uni­ver­sa­li­sie­rung der Lie­be ver­stan­den, was zugleich ein Pro­zess der Uni­ver­sa­li­sie­rung Got­tes ist.

Dann stel­len sich wei­te­re Fra­gen, wir erör­ter­ten das Pro­blem des Hei­li­gens (γιζειν). Ent­spre­chend kadosch geht es um die­sel­be Kon­zen­tra­ti­on auf Gott, aber ohne kul­ti­schen Bezug. Es ist auf den Raum der Wahr­heit bezo­gen, der auf Jesus kon­zen­triert wird (vgl. 14,6). Dabei ist Chris­tus die Wahr­heit, nicht das Chris­ten­tum. Wahr­heit und Lie­be sind Schwes­tern.

Dies wirft die Fra­ge nach dem Lei­den auf. Sehr wahr­schein­lich rezi­piert Johan­nes eini­ge Tex­te des Jesa­ja­buchs (42,1-4; 53,2ff), die er wie zuvor Mk, Mt und Lk mes­sia­nisch inter­pre­tiert und auf Jesus bezieht. Jes 42,1ff steht für den Gewalt­lo­sig­keits­as­pekt, im Chris­ten­tum wird dazu wei­ter Sach 9,9f rezi­piert. Jes 53,2ff steht für den Lei­dens­as­pekt. Bei­des ist auf Gott bezo­gen, weil es um den Skla­ven JHWHs bzw. den Got­tes­knecht (Luther) geht, von des­sen Lei­den Gott nicht unbe­trof­fen ist. Somit beginnt im Juden­tum die Auf­fas­sung, dass Gott lei­det.

Die­se Auf­fas­sung liegt auch dem Johan­nes­evan­ge­li­um zugrun­de. In Joh 17,2 ist von jener qua­li­ta­ti­ven Stun­de des Lei­dens die Rede, die jetzt begin­ne. Das Gebet fin­det vor dem Beginn der Pas­si­ons­ge­schich­te (Joh 18f) statt, in der wie in den ande­ren Evan­ge­li­en das Lei­den Jesu dar­ge­stellt wird. Gott lei­det mit und iden­ti­fi­ziert sich mit die­sem Lei­den­den (Jün­gel). Das wird durch die Rede vom δοξζειν sicher­ge­stellt, das Lei­den Jesu gehört zum gött­li­chen Glanz, zur gött­li­chen Herr­lich­keit.

Die­se Poin­te ist im Chris­ten­tum kein Kon­sens, ist bei Pau­lus und Mk vor­han­den – und wird im Johan­nes­evan­ge­li­um nar­ra­tiv ent­fal­tet.

Über­set­zung: 19,25-30; 20,1-18

« Grie­chi­sche Lek­tü­re des Johan­nes­evan­ge­li­ums (Uni Hd) – Zusam­men­fas­sung vom 21.11. »

Info:
Zusam­men­fas­sung vom 20.11. (Uni Hd) ist Beitrag Nr. 6654
Autor:
Martin Pöttner am 23. November 2017 um 17:01
Category:
Griechische Lektüre,Johannesevangelium
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