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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


TUD])">Zusammenfassung vom 07.11. (Urgeschichte: Gen 1,1-2,4a [TUD])

Wir tas­te­ten uns an das Pro­blem der Text­glie­de­rung her­an. Wir sahen die Ent­spre­chung von Gen 1,1 und 2,4b. Zu letz­te­rem Text­ele­ment kom­men wir spä­ter. Zunächst erwo­gen wir, ob 1,1 eine Schöp­fung bezeich­net, die dann in 1,2 als „öde und leer“ cha­rak­te­ri­siert und ab 1,3 in sechs Schrit­ten in Ord­nung gebracht wird, wor­auf Gott in einem sieb­ten Schritt ruht. Auch unter den Stu­die­ren­den wur­de dis­ku­tiert, ob es sich um einen Edi­ti­ons­hin­weis bzw. eine Über­schrift han­deln kön­ne, letz­te­res wird exege­tisch schon län­ger in Betracht gezo­gen, aber auch „Edi­ti­ons­hin­weis“ kann hilf­reich sein.1,2 ist die Bezeich­nung des Cha­os oder Tohu­wa­bo­hu, der Geist Got­tes schwebt über dem Urmeer bzw. der Urflut. Es ist fins­ter.

1,3-5: Erschaf­fung der Licht­ver­hält­nis­se, Nacht vs. Tag – ers­ter Tag.

Die Fol­ge des Tex­tes erwies sich als Wie­der­ho­lung oder auch leich­te Varia­ti­on einer Fol­ge von sechs Schöp­fungs­wer­ken Got­tes, die mit­tels des gött­li­chen Wor­tes durch­ge­führt wer­den, dabei spielt die Eta­blie­rung einer Zeit­struk­tur eine wesent­li­che Rol­le für die Glie­de­rung von Gen 1,1-2,4a, es han­delt sich in 1,3ff um sechs Arbeits­ta­ge Got­tes, auf die ein Ruhe­tag folgt.

1,6-8: Die Schei­dung der Urflut mit­tels eines Gewöl­bes, Erde und Him­mel. Zwei­ter Tag.

Ab 1,9-13, der Erzäh­lung des drit­ten Tags, kommt ein wei­te­res Ele­ment hin­zu, Gott sieht, dass es gut war, wie der Erzäh­ler mit­teilt. Das wie­der­holt sich in der Fol­ge und wird in 1,31 nach der Men­schen­schöp­fung abge­schlos­sen und gestei­gert auf alles bezo­gen, was Gott geschaf­fen hat­te, war sehr gut.

Durch die Zeit­struk­tur des Han­delns Got­tes wird auch die Zeit­struk­tur der jüdi­schen Woche eta­bliert, der sieb­te Tag ist der Sab­bat, viel­leicht im 2. Jhdt. d. Z. im Chris­ten­tum: Sonn­tag.

Wir sehen uns in der nächs­ten Sit­zung die „Atmo­sphä­re“ an, die Got­tes schöp­fe­ri­sches Han­deln erzeugt.

Die Bezeich­nung „Gene­sis“ für das ers­te Buch der Bibel stammt aus der LXX (Sep­tuagin­ta, grie­chi­sche Über­set­zung hebräi­scher und ara­mäi­scher Tex­te) und ist tref­fend, denn es wird von der Ent­ste­hung grund­le­gen­der Ver­hält­nis­se zu erzäh­len ver­sucht. Die Bezeich­nung „Mose“ ist nicht über­zeu­gend, da am Ende von 5. Mose der Tod Moses mit­ge­teilt wird.

Wir stell­ten fest, dass die Über­set­zun­gen von­ein­an­der abwei­chen. Das zeigt, dass Über­set­zun­gen stets Inter­pre­ta­tio­nen dar­stel­len. M. E. ist weder im hebräi­schen noch im grie­chi­schen Text von „Abbild“ die Rede, son­dern stets von Bild, was sowohl für die Über­set­zung κατ εἰκόνα θεοῦ (kat eiko­na theou [nach dem Bild Got­tes]) in der LXX rich­tig ist und m. E. auch die hebräi­sche Wen­dung בְּצַלְמֵ֖נו (bezal­me­nu [im Medi­um unse­res Bil­des o. Ä.]) ange­mes­sen wie­der­gibt. Die Men­schen sind in ihrer ver­schie­den­ge­schlecht­li­chen Struk­tur Bil­der Got­tes, die nach dem Bild Got­tes die­sem ähn­lich geschaf­fen sind, das er von sich selbst hat, wie die LXX m. E. rich­tig über­setzt. Die Rede Got­tes in der 1. Pers. Pl. könn­te auf eine plu­ra­le Struk­tur in Gott ver­wei­sen.

Als wich­ti­gen Punkt hiel­ten wir fest, dass die Erzäh­lung aus der Per­spek­ti­ve der 3. Per­son Sg. for­mu­liert ist.

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Zusammenfassung vom 07.11. (Urgeschichte: Gen 1,1-2,4a [TUD]) ist Beitrag Nr. 6577
Autor:
Martin Pöttner am 10. November 2017 um 14:55
Category:
Einfünrung in die Exegese und Hermeneutik
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