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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


17. Oktober 2017

Griechische Lektüre und Exegese des Johannesevangeliums (Uni Hd)

 


Zusammenfassung vom 16.10.2017

Geplant ist, dass jeden Mittwochabend spätestens eine Zusammenfassung der Sitzung am Montagnachmittag hier steht.

 

M. E. ist es wesentlich, dass Sie ein sinnliches Verhältnis zum Text bekommen. Wir mussten dazu früher den griechischen Text per Hand abschreiben. Wichtig ist auch, dass Sie den Text hören, also für sich laut vorlesen. Denn die Lesekompetenz war unter 20 %, sodass die Texte im Gottesdienst o. Ä. vorgelesen wurden. Die rhetorische Gestaltung der Texte zeigt das – und man/frau kann diese mit Übung hören.
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14. Oktober 2017

Amerika 2 Bad Rappenau

US-VIZEPRÄSIDENT Pence, katholisch, Anhänger von Intelligent Design

Zunächst möchte ich festhalten, dass ich die Diskussion zur Unabhängigkeitserklärung sehr gut fand:

  • Das Prinzip des pursuit of Happiness fand die gebührende Aufmerksamkeit, löste aber auch Nachdenklichkeit aus, „Egoismus“, „Individualismus“ o. Ä.
  • Es wurde auch wahrgenommen, dass dieses Prinzip nicht zuletzt wg. der Verfolgung protestantischer Gruppen durch reichsreligiöse (staatskirchliche) Gruppen im Verein mit territorialen oder städtischen staatlichen Herrschaften philosophisch vertieft in die Unabhängigkeitserklärung aufgenommen wurde.
  • Die Erklärung lässt sich zugleich religiös („creator“), aber auch philosophisch pantheististisch interpretieren, weil einige Autoren Freimaurer waren („god of nature“), naturrechtlich bildliche Interpretation von Gen 1,26f. – Widerstandsrecht.

In der Diskussion wurde auf das Problem kreationistischer Gruppen in den USA hingewiesen, welche die darwinsche Evolutionstheorie wissenschaftlich überbieten wollen, was nicht nur bei protestantischen Fundamentalist/inn/en beliebt ist, sondern auch entsprechenden katholischen, muslimischen oder jüdischen Brüdern und Schwestern.
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13. Oktober 2017

Bibelkunde Heidelberg: Psalmen

Psalmen

Übersicht über die Sammlungen innerhalb des Psalters

Name

Der Name „Buch der Psalmen“ (gr. βίβλος ψαλμν, biblos psalmon) ist bereits im Neuen Testament (Apg 1,20) belegt, er stammt wohl aus der griechischen Textüberlieferung. Abgeleitet ist dieser Name von einem griechischen Saiteninstrument (ψαλτήριον, psaltērion), die Psalmen galten demnach als Lieder.

In der hebräischen Tradition wird das Buch סֵפֶר
תְּהִלִּים, sefær tehillîm genannt, abgeleitet von תְּהִלָּה, tehillâ, Preislied. Innerhalb des Psalters (als Bezeichnung für das Buch) zählt man 150 Psalmen, doch auch in anderen biblischen Büchern sind entsprechende Lieder zu finden, vgl. Ex 15; Dtn 32+33; 1.Sam 2 u. ö.

Zählung

Die Zählung der Psalmen variiert in den einzelnen Traditionen, wobei die deutschen Bibelausgaben zumeist der Zählung der Biblia Hebraica folgen. Die Septuaginta (LXX) hat dagegen Psalm 9+10 und 114+115 zusammengefasst, kommt aber durch Auftrennung der Psalmen 116 und 147 wieder auf eine Gesamtzahl von 150. Danach fügt sie aber einen zusätzlichen Psalm 151 „außerhalb der Zählung“ und eine Sammlung von 14 Oden hinzu, zusätzlich bietet sie noch die ebenfalls apokryphen Psalmen Salomos. Auch in der großen Psalmenrolle aus Qumran sind Psalmen erhalten, die nicht zu den kanonischen Liedern gehören, teilweise aber schon aus anderen Quellen bekannt waren. Diese komplizierte Überlieferung ist Hinweis darauf, dass die endgültige Kanonisierung des Psalmenbuches erst vergleichsweise spät (2. Jh. v. Chr.) erfolgt ist. Erschwerend kommt hinzu, dass auch die erhaltene Abtrennung der einzelnen Psalmen nicht immer sinnvoll ist: So sind in Psalm 19 sicher zwei ganz verschiedene Lieder zu einem Stück zusammengestellt worden. Andererseits finden sich Doppelüberlieferungen, so ist beispielsweise Psalm 70 auch in Ps 40,14-18 erhalten, Ps 108 aufgeteilt in 57,8-12 und 60,7-14.

Gebrauch

Die Frage, weshalb die einzelnen Psalmen zu dieser Sammlung zusammengestellt wurden, ist in der Forschung umstritten. Wahrscheinlich galten die Psalmen zur Zeit der Kanonisierung nicht als liturgisches Formular für die Liturgie des Zweiten Tempels. Sie dienten eher als Andachts- oder Erbauungsbuch, in bestimmten Kreisen sicher auch als prophetisch verstehbare Schriften. Dies wird auch durch den neutestamentlichen Befund unterstützt; hier werden die Psalmen am häufigsten von allen alttestamentlichen Schriften zitiert. Das ist bei einer Verwendung als Tempel-Gesangbuch schwer denkbar.

Wachstum

Das Wachstum des Buches ist in Etappen erfolgt, die zum Teil noch erkennbar sind. So reichten frühere, kleinere Sammlungen wohl von Psalm 2-72 oder 89, später wurden die Tora-Psalmen 1 und 119 zur Rahmung hinzugefügt, noch später kamen die Lieder 120-150 hinzu, die ihrerseits wieder aus einzelnen Sammlungen bestehen. Dabei kamen in der Endfassung alte, vorexilische Lieder neben vergleichsweise jungen Stücken zu stehen. Übergreifendes Ordnungsmerkmal ist die später erfolgte Einteilung in fünf Bücher [1-41; 42-72; 73-89; 90-106; 107-150], analog der Einteilung der Tora. Zu erkennen ist diese Ordnung daran, dass an die letzten Psalmen der einzelnen Sammlungen jeweils sehr ähnliche Segenswünsche angeschlossen wurden, vgl. Ps 41,14: „Gepriesen ist JHWH, der Gott Israels, von Ewigkeit bis in Ewigkeit! Amen, ja Amen.“

Alter

Das Alter der einzelnen Psalmen ist kaum sicher zu bestimmen. Einige sind wohl vorexilisch (zumindest in Grundbestandteilen), so Ps 24+29 (auch Ps 2+110?), andere sind gewiss exilisch, Ps 50; 74+137. Die meisten anderen Lieder sind wohl in ihrer jetzigen Form nachexilisch, wobei eine weitergehende Angabe, etwa über ältere Vorstufen, kaum möglich ist.

Der Psalter ist bibelkundlich besonders schwer zu erfassen, andererseits sind hier für die eigene Frömmigkeit wichtige Texte gesammelt. Die Psalmen sprechen Lob, Hoffnung und Klage nicht nur für die damalige historische Situation aus, sondern sind offen für jede Gegenwart. Deshalb sollte man sich dem Buch vor allem durch eigene, wiederholte Lektüre nähern, möglichst entlang jeweils unterschiedlicher Ordnungskriterien. Hier wird keine Inhaltsangabe der einzelnen Psalmen geboten, sondern als Ergänzung zu dem Thema-Kapitel „Psalmengattungen“ sollen die einzelnen alten Sammlungen des Psalters und wenige wichtige Einzeltexte vorgestellt werden.

Sammlungen und Überschriften

Innerhalb des Psalters sind verschiedene Untersammlungen erkennbar, die oft Lieder unterschiedlicher Gattungen vereinen. Diese Sammlungen sind vor allem an den Titeln zu erkennen, womit aber ein weiteres Problem der Forschung anzusprechen ist: Die genaue Bedeutung der Psalmenüberschriften ist oft noch völlig ungeklärt. Es muss zudem davon ausgegangen werden, dass die Titel zumeist später hinzugewachsen sind. Die historischen Bezugnahmen der Überschriften (Ps 3,1: „Von David, als er vor seinem Sohn Absalom floh“) sind im Regelfall nicht als zutreffende Angabe über die Entstehungsverhältnisse des jeweiligen Psalms zu werten.

 Die einzelnen Sammlungen sind in der heutigen Endform aus ihrem früheren Zusammenhang genommen und vermischt worden. Wahrscheinlich stellen sie in ihren Grundzügen ursprünglich ältere Sammlungen dar, deren Herkunft aber trotz der Titelangaben unklar bleibt.

Tempelsänger

Nach 1.Chr 6,24-28 war beispielsweise Asaf Stammherr einer Gilde von Tempelsängern, ebenso waren die Korachiten am Tempel beschäftigt (2.Chr 20,19), als Sänger wie Torhüter (1.Chr 26,1). [Die Erzählungen um die „Rotte Korach“ in Num 16+17 spiegeln offensichtlich Auseinandersetzungen um Status und Ansprüche dieser Gruppe.] Es ist anzunehmen, dass die Psalmen mit diesen Sängergilden in Zusammenhang stehen. Die Autorenschaft Davids ist sicherlich nicht historisch, hier wirkt die etwa in 1.Sam 16,14-23 belegte Tradition von David als Musiker nach. Aus welchen Gründen die Psalmen innerhalb der Sammlungen nebeneinander zu stehen kamen, wird derzeit intensiv erforscht. An manchen Stellen leuchtet die Logik der Abfolge unmittelbar ein: Ps 23 äußert den Wunsch, im Haus des Herrn zu bleiben. Der direkt folgende Ps 24 ist eine Einlassliturgie, die den Zugang zu ebendiesem Tempel regelte.
Die Psalmen 42 bis 83 wurden teilweise zu einem unbekannten Zeitpunkt in der Weise überarbeitet, dass der Gottesname JHWH durch die allgemeinere Bezeichnung
אֱלֹהִים, Elohim ersetzt wurde. Daher spricht man hier vom „elohistischen Psalter“ analog zu der vermuteten Pentateuch-Quelle „Elohist“, deren Kennzeichen ebenfalls die Verwendung von אֱלֹהִים als Gottesbezeichnung ist.

In der heutigen Fassung wird der Psalter eröffnet durch den weisheitlichen Psalm 1, der das Leben des Einzelnen unter den Aspekt der Tora-Befolgung stellt. Das Psalmenbuch läuft dann auf das besondere Loben Gottes hinaus, der Halleluja-Psalm 150 ist nicht zufällig Abschluss der Sammlung.

Gattungen

Zur Orientierung im Psalter ist es notwendig, einige für bestimmte Gattungen oder Inhalte typische Psalmen zu kennen, so Klagelieder des Einzelnen (22+69), Klagelieder des Volkes (44, 60, 90), Lobpsalmen (30, 114, 136), Vertrauenslieder (23), Hymnen (8, 100, 113), Königspsalmen (2, 20, 110), Alphabetische Psalmen (9/10, 119, 145), Zionslieder (46, 48, 76, 84+87), Weisheitliche Psalmen (73, 133), Schöpfungspsalmen (8, 19A, 104). Für weitere Angaben vgl. auch das Thema-Kapitel.

Wichtige Einzeltexte

Übersicht über wichtige Einzeltexte der Psalmen

Zum Musikverständnis vgl. hier.

8. Oktober 2017

Vhs Bad Rappenau: Unabhängigkeitserklärung — Philosophie

„We hold these truths to be self-evident, that all men are created equal, that they are endowed by their Creator with certain unalienable Rights, that among these are Life, Liberty and the pursuit of Happiness. — That to secure these rights, Governments are instituted among Men, deriving their just powers from the consent of the governed, — That whenever any Form of Government becomes destructive of these ends, it is the Right of the People to alter or to abolish it, and to institute new Government, laying its foundation on such principles and organizing its powers in such form, as to them shall seem most likely to effect their Safety and Happiness. Prudence, indeed, will dictate that Governments long established should not be changed for light and transient causes; and accordingly all experience hath shewn that mankind are more disposed to suffer, while evils are sufferable than to right themselves by abolishing the forms to which they are accustomed. But when a long train of abuses and usurpations, pursuing invariably the same Object evinces a design to reduce them under absolute Despotism, it is their right, it is their duty, to throw off such Government, and to provide new Guards for their future security.“

Mit diesen berühmten Worten beginnt die „amerikanische Unabhängigkeitserklärung“, welche die rechtmäßige Selbstbestimmung der Kolonien gegenüber dem britischen Mutterland rechtfertigt. Für uns in diesem Kurs ist wesentlich, dass der Text grundlegende Elemente des Verhältnisses von Philosophie, Religionssystem und Politiksystem bzw. Staat erkennen lässt, die den Philosophieteil des Kurses über zwei Semester begleiten werden.

Kursprogramm

  1. 2017, 1: Einführung in die Grundstruktur anhand der Unabhängigkeitserklärung
  2. 2017, 2: Probleme des Modells im Vergleich zu Art. 137 Weimarer Reichsverfassung (ins Grundgesetz übernommen)
  3. 2018, 1: Semiotische Prozessphilosophie – Charles Sanders Peirce
  4. 2018, 2: Symbolisch-naturphilosophische Naturphilosophie – Alfred North Whitehead

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7. Oktober 2017

Das Licht der fremden Völker (Jes 49,1-6 [EfG Griesheim])

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49 1Hört auf mich, ihr Inseln, hört gut zu, ihr Völker in der Ferne! Gott hat mich berufen von Mutterleib an, gedachte meines Namens, als ich noch im Leib meiner Mutter war. 2 Gott hat meinen Mund wie ein scharfes Schwert gemacht, mich im Schatten der Gotteshand geborgen, mich zu einem spitzen Pfeil gemacht, im Köcher mich verwahrt. 3 Gott hat zu mir gesprochen: »Du stehst in meinem Dienst! Israel, durch dich will ich meine Würde zeigen!« 4 Ich aber hatte mir gesagt: »Umsonst habe ich mich bemüht, für nichts und wieder nichts meine Kraft verbraucht!« Trotzdem: Mein Recht liegt bei Gott und der Lohn meines Tuns bei meiner Gottheit. 5 Aber nun hat Gott gesprochen! Von Mutterleib an bin ich gebildet, im Dienst Gottes zu stehen, um Jakob zurückzuführen zu Gott, sodass Israel für Gott gesammelt wird. Ich hatte Gewicht in Gottes Augen und meine Gottheit war meine Kraft. 6 Und Gott sprach: »Zu wenig ist es, dass du in meinem Dienst stehst, um die Stämme Jakobs aufzurichten und die Geretteten Israels zurückzubringen, sondern ich mache dich zum Licht der fremden Völker, damit meine Rettung reicht bis an die Enden der Erde.« (Vgl. Bibel in gerechter Sprache, z. St.)

Liebe Gemeinde,

ein prophetische Text, in dem sich Israel selbst verständigt – festzulegen versucht, wie es zu verstehen ist, wenn Gott universal ist, der einzige Gott überhaupt, nicht nur Gott der Nachkommen Jakobs, der 12 Stämme Israels, sondern der Gott aller Menschen, auch der Gott der „fremden Völker“ (Luther: „Heiden“).
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6. Oktober 2017

Twitter-Antworten I

Islam und Terror

Erinnerungen, die helfen sollen,  damit der Diskussionsprozess nicht in Banalitäten steckenbleibt.

Ich möchte noch mal an einige Punkte erinnern, die m. E. besser nicht in der Flut von z. B. banalen Retweets untergehen:

  • Falls ich nichts übersehen habe, reagiert niemand auf meine Darlegung der Struktur des IS, der nämlich aus ehemaligen Elitetruppen Saddam Husseins und Dschihadisten besteht.
  • Hieran ist wesentlich, dass die Baath-Partei z. T. auch atheistische oder agnostische Aspekte enthält.
  • Die Hinweise zum europäischen Enststehen des Faschismus werden ebenfalls tapfer ignoriert.
  • Ebenso scheint das Enstehen von Al Kaida unbekannt zu sein. Vgl. den Beitrag eingangs!