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Pro­to­koll 26.06.2017

Semi­nar: Grund­ori­en­tie­rung Bibel

Dozent: Prof. Dr. Mar­tin Pött­ner

Pro­to­kol­lan­tin: Vanes­sa Bran­des

Die Apos­tel­ge­schich­te beginnt nach der Auf­er­ste­hung Jesus und endet in Rom, dort sitzt Pau­lus in Gefan­gen­schaft.

Ein Span­nungs­bo­gen beginnt, mit der Vor­ge­schich­te im Luka­sevan­ge­li­um bis zum Apos­tel Pau­lus, der in Rom mit der ansäs­si­gen jüdi­schen Gemein­de einen strei­ti­gen Dis­kurs führt.

.Am Ende der Apos­tel­ge­schich­te gehen die Ver­hei­ßung Isra­els in Erfül­lung.

Lukas erreicht die Hei­den und erwar­tet, dass die­se das Evan­ge­li­um anneh­men.

Erkenn­bar in Lukas 1.1 – 1.4 und Apos­tel­ge­schich­te 1.1 f.

  • Zeigt, es gibt ein ers­tes und zwei­tes Buch
  • Theo­phi­lus wird ange­ru­fen (steht evtl. für eine wirk­li­che Per­son, ein Publi­kum aus Män­nern und Frau­en, die als Freun­din­nen und Freun­de Got­tes zu erken­nen sind.)
  • Trans­for­ma­ti­on Juden­tum ins Chris­ten­tum (hat bereits im Luka­sevan­ge­li­um eine tra­gen­de Rol­le gespielt.

Lob­ge­sang der Maria/ Magni­fi­cat (Lukas 1.46)

Mari­as Lob­ge­sang

46 Und Maria sprach: Mei­ne See­le erhebt den Herrn,

47 und mein Geist freu­et sich Got­tes, mei­nes Hei­lan­des;

48 denn er hat die Nied­rig­keit sei­ner Magd ange­se­hen. Sie­he, von nun an wer­den mich selig prei­sen alle Kin­des­kin­der.

49 Denn er hat gro­ße Din­ge an mir getan, der da mäch­tig ist und des­sen Name hei­lig ist.

50 Und sei­ne Barm­her­zig­keit wäh­ret für und für bei denen, die ihn fürch­ten.

51 Er übt Gewalt mit sei­nem Arm und zer­streut, die hof­fär­tig sind in ihres Her­zens Sinn.

52 Er stößt die Gewal­ti­gen vom Thron und erhebt die Nied­ri­gen.

53 Die Hung­ri­gen füllt er mit Gütern und lässt die Rei­chen leer aus­ge­hen.

54 Er gedenkt der Barm­her­zig­keit und hilft sei­nem Die­ner Isra­el auf,

55 wie er gere­det hat zu unsern Vätern, Abra­ham und sei­nen Nach­kom­men in Ewig­keit.

56 Und Maria blieb bei ihr etwa drei Mona­te; danach kehr­te sie wie­der heim.

  • All­seits bibli­sche The­men
  • Psalm, von Maria prä­sen­tiert
  • Metho­de der hebräi­schen Poe­sie
  • Behan­delt die The­ma­tik, dass Gott auf der Sei­te der Armen steht

Gen. 12

Auch die­ser Text ist,

  • Macht­kri­tisch
  • Rei­chen­kri­tisch
  • Den armen Men­schen zuge­wandt

Kri­tik am Reich­tum ist auch pro­phe­ti­sche Kri­tik im Alten Tes­ta­ment. Dabei ist Abra­ham über Isra­el hin­aus, Vater vie­ler Völ­ker. Unter den Armen ist auch das Kind der Maria.

Rol­le der Frau bei Lukas und in der Apos­tel­ge­schich­te.

  • Frau­en besit­zen eine wesent­li­che Rol­le. Sie wer­den als akti­ve reli­giö­se Per­son dar­ge­stellt.
  • Im Psalm Magni­fi­cat wer­den tief­sin­ni­ge The­men ange­spro­chen, wie Reich­tum, Armut, Hun­ger. Macht­ver­hält­nis­se sind in den Vor­der­grund gestellt.

Selig­prei­sung nach Lukas 6.20f

Die Selig­prei­sun­gen

20 Und er hob sei­ne Augen auf über sei­ne Jün­ger und sprach: Selig seid ihr Armen; denn das Reich Got­tes ist euer.

21 Selig seid ihr, die ihr jetzt hun­gert; denn ihr sollt satt wer­den. Selig seid ihr, die ihr jetzt weint; denn ihr wer­det lachen.

22 Selig seid ihr, wenn euch die Men­schen has­sen und euch aus­sto­ßen und schmä­hen und ver­wer­fen euren Namen als böse um des Men­schen­soh­nes wil­len.

23 Freut euch an jenem Tage und tanzt; denn sie­he, euer Lohn ist groß im Him­mel. Denn das Glei­che haben ihre Väter den Pro­phe­ten getan.

Gemein­sam­kei­ten mit Mat­thä­us:

  • Reich Got­tes
  • Hun­ger
  • Leid­tra­gen­de

NICHT Die WEH­RU­FE, die Ver­flu­chun­gen feh­len.

Lukas hat den Umver­tei­lungs­pro­zess im Auge, Rei­che auf Arme.

Lukas 19

Zachä­us

1 Und er ging nach Jeri­cho hin­ein und zog hin­durch.

2 Und sie­he, da war ein Mann mit Namen Zachä­us, der war ein Obe­rer der Zöll­ner und war reich.

3 Und er begehr­te, Jesus zu sehen, wer er wäre, und konn­te es nicht wegen der Men­ge; denn er war klein von Gestalt.

4 Und er lief vor­aus und stieg auf einen Maul­beer­fei­gen­baum, um ihn zu sehen; denn dort soll­te er durch­kom­men.

5 Und als Jesus an die Stel­le kam, sah er auf und sprach zu ihm: Zachä­us, steig eilend her­un­ter; denn ich muss heu­te in dei­nem Haus ein­keh­ren.

6 Und er stieg eilend her­un­ter und nahm ihn auf mit Freu­den.

7 Da sie das sahen, murr­ten sie alle und spra­chen: Bei einem Sün­der ist er ein­ge­kehrt.

8 Zachä­us aber trat her­zu und sprach zu dem Herrn: Sie­he, Herr, die Hälf­te von mei­nem Besitz gebe ich den Armen, und wenn ich jeman­den betro­gen habe, so gebe ich es vier­fach zurück.

9 Jesus aber sprach zu ihm: Heu­te ist die­sem Hau­se Heil wider­fah­ren, denn auch er ist ein Sohn Abra­hams.

10 Denn der Men­schen­sohn ist gekom­men, zu suchen und selig zu machen, was ver­lo­ren ist.

  • Modell zeigt, wie Lukas denkt.
  • Zöll­ner = Steu­er­ein­trei­ber, aber auch Pri­vat­un­ter­neh­mer (Hypo­the­se: sie berei­cher­ten sich an den Steu­er­gel­dern)

Umkeh­rung: Zöll­ner gibt einen Teil der Ein­nah­men ab, an die­je­ni­gen, denen er gescha­det hat.

Soli­da­ri­tät der Armen soll durch die in der Ent­wick­lung ste­hen­den Chris­ten gewähr­leis­tet sein.

  • Umkehr bedeu­tet, viel vom erwor­be­nen abzu­ge­ben. Um den Unter­schied der Reich- und Arm­sche­re zu mini­mie­ren.

Lukas 8.2 und 8.3

Frau­en in der Nach­fol­ge Jesu

2 dazu etli­che Frau­en, die er gesund gemacht hat­te von bösen Geis­tern und Krank­hei­ten, näm­lich Maria, genannt Mag­da­le­na, von der sie­ben Dämo­nen aus­ge­fah­ren waren,

3 und Johan­na, die Frau des Chu­za, eines Ver­wal­ters des Hero­des, und Susan­na und vie­le ande­re, die ihnen dien­ten mit ihrer Habe.

Umkehrung/Umverteilung: Ver­mö­gen­de Frau­en set­zen ihr Geld ein, um Jesus und sei­ne Schü­ler zu unter­hal­ten.

Lukas 10.25

Die Fra­ge nach dem ewi­gen Leben. Der barm­her­zi­ge Sama­ri­ter

25 Und sie­he, da stand ein Geset­zes­leh­rer auf, ver­such­te ihn und sprach: Meis­ter, was muss ich tun, dass ich das ewi­ge Leben erer­be?

26 Er aber sprach zu ihm: Was steht im Gesetz geschrie­ben? Was liest du?

27 Er ant­wor­te­te und sprach: »Du sollst den Herrn, dei­nen Gott, lie­ben von gan­zem Her­zen, von gan­zer See­le und mit all dei­ner Kraft und dei­nem gan­zen Gemüt, und dei­nen Nächs­ten wie dich selbst« (5. Mose 6,5; 3. Mose 19,18).

28 Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geant­wor­tet; tu das, so wirst du leben.

29 Er aber woll­te sich selbst recht­fer­ti­gen und sprach zu Jesus: Wer ist denn mein Nächs­ter?

30 Da ant­wor­te­te Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jeru­sa­lem hin­ab nach Jeri­cho und fiel unter die Räu­ber; die zogen ihn aus und schlu­gen ihn und mach­ten sich davon und lie­ßen ihn halb tot lie­gen.

31 Es traf sich aber, dass ein Pries­ter die­sel­be Stra­ße hin­ab­zog; und als er ihn sah, ging er vor­über.

32 Des­glei­chen auch ein Levit: Als er zu der Stel­le kam und ihn sah, ging er vor­über.

33 Ein Sama­ri­ter aber, der auf der Rei­se war, kam dahin; und als er ihn sah, jam­mer­te es ihn;

34 und er ging zu ihm, goss Öl und Wein auf sei­ne Wun­den und ver­band sie ihm, hob ihn auf sein Tier und brach­te ihn in eine Her­ber­ge und pfleg­te ihn.

35 Am nächs­ten Tag zog er zwei Sil­ber­gro­schen her­aus, gab sie dem Wirt und sprach: Pfle­ge ihn; und wenn du mehr aus­gibst, will ich dir’s bezah­len, wenn ich wie­der­kom­me.

36 Wer von die­sen drei­en, meinst du, ist der Nächs­te gewor­den dem, der unter die Räu­ber gefal­len war?

37 Er sprach: Der die Barm­her­zig­keit an ihm tat. Da sprach Jesus zu ihm: So geh hin und tu des­glei­chen!

  • Größ­ter Text des Chris­ten­tums
  • Mensch aus der Sama­ria „Aus­län­der“, aus jüdi­scher Sicht; Haupt­stadt von Nord­is­ra­el
  • Sama­ri­ta­ner nicht son­der­lich reli­gi­ös.

Anti­the­ti­sches Zwil­lings­paar: steht im Gegen­satz zuein­an­der, erzeugt Span­nung. Pries­ter gegen­über Levit. Ers­te­rer lässt trotz sei­ner reli­giö­sen Funk­ti­on, einen armen Mann am Stra­ßen­rand lie­fen. Wäh­rend Levit, ein Sama­ri­ter, hilft.

Die Tora ist uni­ver­sal, das Gesetz der Nächs­ten­lie­be ist erkenn­bar.

Apos­tel­ge­schich­te 28.17 / Ende des Span­nungs­bo­gens

Pau­lus in Rom

17 Es geschah aber nach drei Tagen, dass Pau­lus die Ange­se­hens­ten der Juden bei sich zusam­men­rief. Als sie zusam­men­ge­kom­men waren, sprach er zu ihnen: Ihr Män­ner, lie­be Brü­der, ich habe nichts getan gegen unser Volk und die Ord­nun­gen der Väter und bin doch als Gefan­ge­ner aus Jeru­sa­lem über­ant­wor­tet in die Hän­de der Römer.

18 Die­se woll­ten mich los­ge­ben, nach­dem sie mich ver­hört hat­ten, weil nichts gegen mich vor­lag, das den Tod ver­dient hät­te.

19 Da aber die Juden wider­spra­chen, war ich genö­tigt, mich auf den Kai­ser zu beru­fen, doch nicht, als hät­te ich mein Volk wegen etwas zu ver­kla­gen.

20 Aus die­sem Grund habe ich dar­um gebe­ten, dass ich euch sehen und zu euch spre­chen könn­te; denn um der Hoff­nung Isra­els wil­len tra­ge ich die­se Ket­ten.

21 Sie aber spra­chen zu ihm: Wir haben dei­net­we­gen weder Brie­fe aus Judäa emp­fan­gen noch ist ein Bru­der gekom­men, der über dich etwas Schlech­tes berich­tet oder gesagt hät­te.

22 Wir wün­schen aber von dir zu hören, was du denkst; denn von die­ser Sek­te ist uns bekannt, dass ihr an allen Enden wider­spro­chen wird.

23 Und als sie ihm einen Tag bestimmt hat­ten, kamen vie­le zu ihm in die Her­ber­ge. Da erklär­te und bezeug­te er ihnen das Reich Got­tes und pre­dig­te ihnen von Jesus aus dem Gesetz des Mose und aus den Pro­phe­ten vom frü­hen Mor­gen bis zum Abend.

24 Die einen lie­ßen sich über­zeu­gen von dem, was er sag­te, die andern aber glaub­ten nicht.

25 Sie waren aber unter­ein­an­der uneins und gin­gen weg, als Pau­lus dies eine Wort gesagt hat­te: Mit Recht hat der Hei­li­ge Geist durch den Pro­phe­ten Jesa­ja zu euren Vätern gespro­chen (Jesa­ja 6,9-10):

26 »Geh hin zu die­sem Volk und sprich: Mit den Ohren wer­det ihr’s hören und nicht ver­ste­hen; und mit Augen wer­det ihr’s sehen und nicht erken­nen.

27 Denn das Herz die­ses Vol­kes ist ver­fet­tet, und mit ihren Ohren hören sie schwer, und ihre Augen haben sie geschlos­sen, auf dass sie nicht sehen mit den Augen und hören mit den Ohren und ver­ste­hen mit dem Her­zen und sich bekeh­ren, und ich sie hei­le.«

28-29 So sei es euch kund­ge­tan, dass den Hei­den dies Heil Got­tes gesandt ist; und sie wer­den hören.

30 Pau­lus aber blieb zwei vol­le Jah­re in sei­ner eige­nen Woh­nung und nahm alle auf, die zu ihm kamen,

31 pre­dig­te das Reich Got­tes und lehr­te von dem Herrn Jesus Chris­tus mit allem Frei­mut unge­hin­dert.

  • Her­zen der Juden wen­den sich nicht Jesus zu, Hei­den tre­ten an deren Stel­le.
  • Wahrheitsmoment/Umkehrung: Idee, Juden bekeh­ren sich.

Lukas betont, dass auch die Chris­ten die Geset­ze der Vor­fah­ren akzep­tie­ren. Chris­ten ver­ste­hen sich als „wah­res“ Juden­tum.

Apos­tel­ge­schich­te 16.14

Die Bekeh­rung der Lydia

14 Und eine Frau mit Namen Lydia, eine Pur­pur­händ­le­rin aus der Stadt Thya­ti­ra, eine Got­tes­fürch­ti­ge, hör­te zu; der tat der Herr das Herz auf, sodass sie dar­auf acht­hat­te, was von Pau­lus gere­det wur­de.

15 Als sie aber mit ihrem Hau­se getauft war, bat sie uns und sprach: Wenn ihr aner­kennt, dass ich an den Herrn glau­be, so kommt in mein Haus und bleibt da. Und sie nötig­te uns

  • Besitzt einen Wahr­sa­ger­geist
  • Lydia ist wohl­ha­bend und got­tes­fürch­tig (Gott Isra­els)
  • Pau­lus wen­det sich an sol­che Men­schen
  • Ver­stär­kung des Evan­ge­li­ums (trans­for­miert rei­che Frau­en, öff­net damit die Türen für das Chris­ten­tum in der Ober­schicht dadurch Trans­for­ma­ti­on des Chris­ten­tums in die römi­sche Welt)
  • Die Gesell­schaft wird huma­ni­siert.

Bot­schaft: Wer von sei­nem Reich­tum viel abgibt, rückt in die Nähe des Got­tes­rei­ches.

Lukas ist zu der Erkennt­nis gekom­men, dass Armut und Reich­tum nicht zur Deckung gekom­men sind. Daher die Idee/ das Modell der Umkeh­rung von Reich­tum zu den armen Men­schen,


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Info:
TUD: Bibel­kun­de ist Beitrag Nr. 6326
Autor:
Martin Pöttner am 5. Juli 2017 um 12:54
Category:
Bibelkunde
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