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TUD)">Grund­ori­en­tie­rung Bibel: Pen­ta­teuch (TUD)

Diens­tag 02.05.2017, 09:50-11:30 Uhr

Semi­nar: Grund­ori­en­tie­rung Bibel

The­ma: 2. Sit­zung – Ein­füh­rung in die Bibel­kun­de

Pro­to­kol­lan­tin: Jes­si­ca Pla­te

  1. Orga­ni­sa­to­ri­sches
  • Per­sön­li­che Daten in eine Lis­te des Dozen­ten ein­tra­gen.
  • Ein­tra­gen in die Anwe­sen­heits­lis­te.
  • Dozent gibt uns ver­trau­lich die Zugangs­da­ten für eine Hei­del­ber­ger Web­site.
  • Rück­fra­gen zu dem Pro­to­koll von Frau Birn­bach. Alle waren mit ihrem Pro­to­koll ein­ver­stan­den. Es gab kei­ne Rück­fra­gen.

  1. Begrü­ßung des Semi­nars
  2. Für die­se Woche haben alle Teil­neh­men­den aus dem Buch „Bibel­kun­de“ von Lukas Bor­mann, Kapi­tel 2 „Gene­sis bis Deu­te­ro­no­mi­um: Der Pen­ta­teuch“ gele­sen.

  3. Semi­nar­in­hal­te

Es geht heu­te um die fünf Bücher Mose, die in der alt­tes­ta­ment­li­chen Wis­sen­schaft mit dem grie­chi­schen Wort „Pen­ta­teuch“ bezeich­net wer­den.

1. Gene­sis (1. Mose)

2. Exo­dus (2. Mose)

3. Levi­ti­kus (3. Mose)

4. Nume­ri (4. Mose)

5. Deu­te­ro­no­mi­um (5. Mose)

Die­se Bücher sind unter­schied­lich wich­tig für uns. Mit Gene­sis 1-11 soll­te man sich aus­ein­an­der­set­zen, um die Urge­schich­te der Bibel zu erler­nen. Der Dozent möch­te mit den Teil­neh­men­den ein­zel­ne Text­pas­sa­gen lesen und bespre­chen, um den Zusam­men­hang der ers­ten fünf Bücher Mose nar­ra­tiv wie­der­zu­ge­ben und ver­ste­hen zu kön­nen. Dazu gehö­ren sehr vie­le Tex­te, die auch für das Juden­tum (grund­le­gen­de Geset­zes­tex­te) von Bedeu­tung sind.

Der Dozent ist der Mei­nung, es sei eine gewis­se Schwä­che von Bor­mann (Bibel­kun­de), dass die Erzäh­lun­gen der Gene­sis Erzäh­lun­gen sind und kei­nes­wegs Berich­te. Wie vie­le Theo­lo­gen mache Bor­mann den Feh­ler, Gen1 als ers­ten und Gen 2,4b-3,24 als zwei­ten Schöp­fungs­be­richt zu sehen. Lei­der ver­ges­se er zu erwäh­nen, wer bei der Schöp­fung zuge­gen war und die Auf­zeich­nun­gen ange­fer­tigt habe. Die­se Fehl­be­trach­tung ent­ste­he, weil man in der Geschich­te davon aus­ge­gan­gen sei, dass dies ein wis­sen­schaft­lich kom­pa­ti­bler Text sei. Es sei­en Erzäh­lun­gen, die vom Anfang spre­chen und grund­le­gen­de Punk­te wer­den erwähnt, die davon spre­chen, wie die Schöp­fung zu ver­ste­hen ist. In Gen 2 und 3 ste­he das Geschlech­ter­ver­hält­nis im Vor­der­grund.

In Gene­sis 1 und 2-3 sei beson­ders inter­es­sant, dass sie eine unter­schied­li­che Auf­fas­sung des Geschlech­ter­ver­hält­nis­ses prä­sen­tie­ren.

In dem Text Gen 1-11 wird beschrie­ben, wie der eine Gott, der auch der ein­zi­ge Gott ist, die Ent­wick­lung der Kul­tur in Gang setzt und es schließ­lich zur Kri­se kommt. Die­se sieht man in der ers­ten Tötung eines Men­schen, die in der Erzäh­lung von Kain und sei­nem Bru­der Abel (Kains Bru­der­mord Gen 4,1-16) the­ma­ti­siert wird. Gott gefällt die­se Ent­wick­lung nicht und er beschließt, die Men­schen im Was­ser der Sint­flut zu ver­nich­ten (Sint­flut Gen 6-8). Gott bereut die­sen Ent­schluss letzt­end­lich und lässt Noah und sei­ne Sip­pe über­le­ben (Gen 8-9). Er schließt einen neu­en Bund mit Noah und erneu­ert sei­nen Schöp­fungs­se­gen, der die Gesamt­heit der Men­schen und Tie­re betrifft. Dies sieht man in Gen 10, der Völ­ker­ta­fel. In der Erzäh­lung Gen 11 Turm­bau zu Babel wer­den die Men­schen über­mü­tig und Gott steigt hin­ab, um ihre Spra­che zu ver­wir­ren, so dass kei­ner mehr den ande­ren ver­ste­hen kann. Ohne eine ein­heit­li­che Spra­che kön­nen die Men­schen letz­ten Endes nicht zu mäch­tig wer­den.

Als nächs­tes liest eine Teil­neh­me­rin Gene­sis 1, Vers 24-31 vor. https://www.bibleserver.com/text/EU/1.Mose1

Das Prin­zip ist, dass Gott an sechs Tagen die Schöp­fungs­wer­ke voll­bringt und am sieb­ten ruht.

  1. Tag: Licht (Tag und Nacht)
  2. Tag: Was­ser und Him­mel
  3. Tag: Meer und Land, Pflan­zen
  4. Tag: Lich­ter (Ster­ne, Son­ne, Mond)
  5. Tag: Mee­res­tie­re und Him­mel­tie­re (Vögel)
  6. Tag: Land­tie­re und Men­schen
  7. Tag: Ruhe­tag

Am sechs­ten Tag erschafft Gott den Men­schen, Mann und Frau, nach sei­nem (Eben-)Bild. Die Bot­schaft von Gen 1 ist, dass Män­ner und Frau­en bei­de Eben­bil­der Got­tes sind und dadurch eine Ver­ant­wor­tung tra­gen. Der Sinn des Tex­tes ist, dass die Schöp­fung von dem Men­schen bewahrt wird und er die Mög­lich­kei­ten nutzt, die dar­in lie­gen. Vers 31 endet mit dem Satz: „und sie­he, es war sehr gut“. Die­ser bezieht sich auf alle Ver­se der Schöp­fung.

Wei­ter wird gele­sen Gene­sis 2, 1-4. https://www.bibleserver.com/text/EU/1.Mose2

Gott ruht am sieb­ten Tag. Die­ser Tag wird gehei­ligt und spä­ter in Exo­dus so aus­ge­legt, dass der sieb­te Tag (Sab­bat) auch für die Men­schen ein Ruhe­tag ist.

Da dies dem Schöp­fungs­han­deln von Gott ent­spricht, soll der Mensch sechs Tage arbei­ten und am sieb­ten ruhen. Das Chris­ten­tum wähl­te in die­sem Zusam­men­hang für sich den Sonn­tag. Sowohl das Juden­tum als auch das Chris­ten­tum betrach­ten den sieb­ten Tag als Ruhe­tag und glei­chen sich somit in die­sem Punkt.

Einen ent­schei­den­den Aspekt stellt die Erkennt­nis dar, dass es kei­nen ande­ren Gott gibt. Ab Gen 12 (die Erz­el­tern­ge­schich­te) wird ein ver­wir­ren­der Aspekt ein­ge­führt: In die­ser Geschich­te scheint es dar­auf hin­aus­zu­lau­fen, dass durch den Auf­bruch Abra­hams mit Isaak und Jakob das Volk Isra­el ent­steht. Tra­di­tio­nell wird Isra­el in 12 Stäm­me ein­ge­teilt. Die bibli­sche Geschich­te lehrt uns, dass die­se 12 Stäm­me von den Söh­nen und Enkeln Jakobs abstam­men. Infol­ge ihrer Her­kunft bzw. Abstam­mung von ihrem Vater Jakob Isra­el wer­den alle Stäm­me zusam­men Isra­el genannt.

Hier scheint es, dass die Erzäh­lung sich ins­be­son­de­re auf Isra­el kon­zen­triert. Die Urge­schich­te hat jedoch die gesam­te Mensch­heit im Blick. Es ist eine Welt­auf­fas­sung und ab Gen 12 scheint die gan­ze Sache sich zu ver­en­gen und immer mehr auf Isra­el zuzu­lau­fen.

Abra­ham ist all­ge­mei­ner zu betrach­ten, dazu wird Gene­sis 12, 1-3 gele­sen. https://www.bibleserver.com/text/EU/1.Mose12

Der wich­tigs­te Punkt liegt hier in Vers 3, denn hier wird wie­der­holt, dass in Abra­ham alle Geschlech­ter auf Erden geseg­net sind. Trotz­dem liegt die Kon­zen­tra­ti­on bei Abra­ham zu Isaak und des­sen zwei Söh­nen. Jakob, der nicht der älte­re der bei­den ist, bekommt den Segen Got­tes. In Gen 28 kämpft Gott gegen Jakob. Da kei­ner den ande­ren besie­gen kann, schlägt Jakob vor, dass er Gott los­lässt, wenn er ihn seg­net. Dadurch erhält er von Gott den Namen Isra­el.

Die fol­gen­den Erzäh­lun­gen geben Auf­schluss dar­über, was es mit Isra­el auf sich hat.

Die 12 Söh­ne von Jakob sind nicht soli­da­risch mit­ein­an­der, einer von ihnen (Josef) wird als Skla­ve nach Ägyp­ten ver­kauft. Die­ser bewährt sich in Ägyp­ten bei einem Pha­rao und kann dadurch sei­ne Fami­lie ret­ten, als über die­se eine Hun­gers­not her­ein­bricht. Durch die­se Erzäh­lung erfährt man, wie Isra­el nach Ägyp­ten kam. Spä­ter wer­den die Israe­li­ten in Ägyp­ten ver­sklavt und Gott erhört ihr Fle­hen.

Hier wird das Buch Gene­sis mit dem Buch Exo­dus ver­bun­den. In dem zwei­ten Buch Mose tritt Mose auf, der von zen­tra­ler Bedeu­tung ist.

Dazu lesen wir Exo­dus 3, 1- 10. https://www.bibleserver.com/text/EU/2.Mose3

In die­sem wird dar­über berich­tet, wie Mose mit den Israe­li­ten aus Ägyp­ten aus­zieht, Gott jedoch eigent­lich der­je­ni­ge ist, der sie dort her­aus­führt. Er straft die Ägyp­ter mit den soge­nann­ten zehn Pla­gen; bei der zehn­ten Pla­ge gibt der Pha­rao schließ­lich nach und lässt die Israe­li­ten zie­hen. Das Pas­sah­mahl soll an den Aus­zug von Ägyp­ten erin­nern, die Befrei­ung von Gott und die Flucht aus der Skla­ve­rei. Bis heu­te wird im Juden­tum die Tra­di­ti­on des Pas­sah­mahls fort­ge­führt. Die­ses wird in Exo­dus 12 beschrie­ben.

Nach dem Aus­zug der Israe­li­ten aus Ägyp­ten über­legt es sich der Pha­rao anders und ver­folgt die­se. Dar­aus ergibt sich die berühm­te Erzäh­lung, wie Mose das Rote Meer teilt und die Israe­li­ten sicher hin­durch ans ande­re Ufer lau­fen. Die sie ver­fol­gen­den Ägyp­ter wer­den schließ­lich von den über sie her­ein­bre­chen­den Wel­len getö­tet.

Der Dozent möch­te die Teil­neh­mer auf einen wich­ti­gen Aspekt auf­merk­sam machen: Von dem einen Gott der Urge­schich­te scheint es jetzt eine gewis­se Reduk­ti­on auf den Gott Isra­el zu geben.

Dazu lesen wir Exo­dus 20, 1 https://www.bibleserver.com/text/EU/2.Mose20

Die 10 Gebo­te

Das ers­te Gebot ist wich­tig, weil dort gesagt wird, dass Gott es nicht dul­det, dass es neben ihm ande­re Göt­ter gibt. In Gen 1 war es nicht denk­bar, dass es ande­re Göt­ter gibt, was hier nun anders ist, da der Herr „eifer­süch­tig“ ist. Das Volk Isra­el soll ihm gegen­über nicht untreu wer­den. Das Kon­zept in Gen 1 ist ein mono­the­is­ti­sches Kon­zept, wel­ches bedeu­tet: Es gibt nur einen Gott. Ab Exo­dus bis Deu­te­ro­no­mi­um ist es ein heno­t­he­is­ti­sches Kon­zept, das heißt: Isra­el hat zwar einen Gott, aber es gibt ande­re Völ­ker, die ande­re Göt­ter und Göt­tin­nen ver­eh­ren. Es zeigt sich in der Bibel, dass es ein Kon­kur­renz­ver­hält­nis zu ande­ren Göt­tern gibt. Letzt­end­lich hat sich das Kon­zept durch­ge­setzt, dass der Gott Isra­els der Gott ist, der am Anfang der Geschich­te die Welt erschaf­fen hat und auch der ein­zi­ge Gott über­haupt ist. Sowohl das Chris­ten­tum als auch der Islam wer­den von die­sem Kon­zept geprägt. Chris­ten, Juden und Mus­li­me haben alle einen gemein­sa­men Gott, ver­eh­ren ihn aber alle jeweils auf ande­re Wei­se.

Ein wei­te­rer wich­ti­ger Punkt ist, dass die Israe­li­ten sich nicht nur auf den einen Gott bezie­hen. Aus dem Gold, das sie aus Ägyp­ten mit­ge­nom­men haben, bil­den sie ein Gol­de­nes Kalb (Exo­dus 32). Sie machen dies nicht, um sich einen ande­ren Gott zu erschaf­fen, son­dern um eine Abbil­dung zum Ver­eh­ren zu haben. Dies geschieht, obwohl eines der zehn Gebo­te besagt, dass die Men­schen sich kein Bild von Gott machen sol­len, denn wenn wir uns von etwas ein Bild schaf­fen, ver­su­chen wir, es zu beherr­schen und uns sei­ner zu bemäch­ti­gen. Die­ser Punkt ist schon im zwei­ten Buch Mose zugrun­de gelegt.

Das drit­te Buch Mose ent­hält vor allem Geset­zes­tex­te. Dazu lesen wir Levi­ti­kus 19, Vers 18. https://www.bibleserver.com/text/EU/3.Mose19

Man­che sagen, die­ses Gebot ist das Zen­trum der Geset­ze, ein ganz wesent­li­ches Gebot, denn die Israe­li­ten haben sich ver­sün­digt, indem sie das Gol­de­ne Kalb errich­tet haben.

Dies hat zur Fol­ge, dass erst die Kin­der und Kin­des­kin­der der Erbau­er nach Kana­an kom­men dür­fen.

Im vier­ten Buch Mose wird dar­über berich­tet, wie das Land Kana­an aus­ge­kund­schaf­tet wird. Hier geht die Gesetz­ge­bung wei­ter und erst im fünf­ten Buch Mose ist das Ende des Pro­zes­ses erreicht, so dass sie ein­zie­hen dür­fen. Gott erlaubt Mose nicht, in Kana­an mit­ein­zu­zie­hen. Das fünf­te Buch Mose ist so gestal­tet, dass es als eine Dau­er­re­de von Mose zu begrei­fen ist, in der er noch ein­mal alles Gesche­he­ne zusam­men­fasst.

Deu­te­ro­no­mi­um 30, ab Vers 15 (https://www.bibleserver.com/text/EU/5.Mose30) ist ein wich­ti­ger Text, aus dem man erse­hen kann, wie das Juden­tum über eine lan­ge Zeit gelebt und geliebt wor­den ist.

Zusam­men­fas­send ist fest­zu­stel­len, dass das Leben von Glück geprägt ist, wenn man Gott und sei­nen Gebo­ten folgt und sich an die­se hält. Wen­det sich der Mensch jedoch von die­sen ab, so führt dies zu Unglück. Die Gebo­te Got­tes waren sehr weit ver­brei­tet und nicht unbe­deu­tend für das Juden­tum. In Alex­an­dria sol­len 1 – 2 Mil­lio­nen Juden gelebt haben. Was in Deu­te­ro­no­mi­um 30, Vers 15f geschrie­ben steht, stellt bis heu­te eine wesent­li­che Kon­stan­te im Juden­tum dar.

Der Dozent gibt den Teil­neh­mern fünf Minu­ten Zeit, um eine Dis­kus­si­ons­run­de durch­zu­füh­ren. Bis zur nächs­ten Sit­zung soll das Kapi­tel 3 gele­sen wer­den.

Der Dozent teilt uns mit, dass die Zusam­men­fas­sun­gen beno­tet wer­den und in die End­no­te mit­ein­flie­ßen.

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Info:
Grund­ori­en­tie­rung Bibel: Pen­ta­teuch (TUD) ist Beitrag Nr. 6090
Autor:
Martin Pöttner am 7. Mai 2017 um 10:07
Category:
Bibelkunde
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