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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


TUD)">Einführung in die Exegese und Hermeneutik: Bergpredigt (TUD)

Diens­tag 02.05.2017, 11:50-13.20 Uhr

Semi­nar: Ein­füh­rung in die exege­ti­schen Metho­den und das wis­sen­schaft­li­che Arbei­ten

The­ma: 2. Sit­zung – Mat­thä­us 5,13-16 (Berg­pre­digt)

Pro­to­kol­lan­tin­nen: Jes­si­ca Pla­te und Mai­ke Beiß­wen­ger

Zu Beginn des Semi­nars begrüßt der Dozent die Stu­den­ten.

  • Orga­ni­sa­to­ri­sches:

    Durch mehr Teil­neh­mer an dem Semi­nar müs­sen die Pro­to­kol­le neu ver­teilt oder bzw. dop­pelt besetzt wer­den.

    Nach­fra­ge des Dozen­ten, wie wir das Pro­to­koll von Frau Birn­bach fan­den oder ob es irgend­wel­che Anmer­kun­gen gibt.

Die Stu­die­ren­den soll­ten bis zu der heu­ti­gen Sit­zung fol­gen­de Auf­ga­ben erle­di­gen:

  1. Ver­glei­chen Sie Mt 5,1-12 mit Lk 6,19-26
  2. Über­le­gen Sie, wel­che Glie­de­rungs­prin­zi­pi­en ver­wen­det wur­den!
  3. Lesen Sie zusätz­lich Mt 5,13-16!

Wir begin­nen dar­über zu reden, was in Lukas 6, Vers 19-26 pas­siert. Ein Stu­dent liest die Ver­se vor.

1.: Lukas 6, 19-26 (Aus­zug aus: https://www.bibleserver.com/text/EU/Lukas6)

Was sind die Haupt­un­ter­schie­de zwi­schen Mt und Lk?

  • Man wird direkt ange­spro­chen und es sind schon Mah­nun­gen zu hören.
  • „Dro­hun­gen“ gehen an das Volk.
  • Im Grie­chi­schen steht geschrie­ben: „Ver­flucht“ seid ihr.

Wie unter­schei­det sich der Anfang?

  • Der Fokus wird auf die Armen gelegt.
  • Der Ort/die Loka­li­tät ist ein ganz wich­ti­ger Punkt, aber was bedeu­tet das? Dar­auf kom­men wir in nächs­ter Zeit noch zurück.

War­um heißt es bei bei­den anders?

  • Mt 5 Vers 3: Unter­schiedà Hier wer­den die „Armen“ im Geis­te selig­ge­prie­sen, bei Lk gibt es kei­ne Zusät­ze, es heißt „Selig seid ihr Armen“ und die Rei­chen wer­den ver­flucht, was sich bei Mt nicht fin­det. Jedoch sind bei­de auf der Sei­te der Armen.

Die Haupt­un­ter­schie­de sind:

  • Es gibt kei­ne Ver­flu­chun­gen bei Mt, dafür sind es bei Lk weni­ger Selig­prei­sun­gen hier kommt der Zusatz dazu, dass wenn ein Rei­cher spen­det àer nicht ver­flucht wird.

Wir kom­men spä­ter noch dazu, wie das in der Kir­che gehan­delt wird. In der Kir­che wird „geist­lich“ mit (pro­fes­sio­nel­lem) Enga­ge­ment gleich­ge­setzt.

2.: Glie­de­rungs­prin­zi­pi­en

In dem Semi­nar letz­te Woche haben wir die Ver­se 1-12, Mat­thä­us 5 ver­sucht zu glie­dern. Hier haben wir fest­ge­stellt, dass durch die Anspra­che im Text fol­gen­de Glie­de­rung auf­kam.

  • Nach Sche­ma (Vers 3-10 selig sind DIE, ab Vers 11 selig seid IHR), die­ses IHR gibt es bei Lukas 6, 19-26 auch.
  • Durch die Wahl der Anre­de in einem Text, kön­nen Unter­schie­de fest­ge­stellt wer­den und dadurch kann eine Glie­de­rung ent­ste­hen.
  • Ein wei­te­rer wich­ti­ger Aspekt ist, eine Wie­der­ho­lung zu beach­ten, die­se kann auch eine Glie­de­rung kenn­zeich­nen.
  • In den Ver­sen von Mat­thä­us 5, 4-11 haben die Selig­prei­sun­gen eine ein­heit­li­che Struk­tur, die sich wie­der­holt.

Wenn sol­che Regeln beach­tet wer­den, kön­nen Tex­te leich­ter bear­bei­tet wer­den.

Auf­ga­be 2: Mat­thä­us 5, 13-16 (Aus­zug aus:
https://www.bibleserver.com/text/EU/Matthäus5)

Vom Salz der Erde und vom Licht der Welt

13 Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz sei­nen Geschmack ver­liert, womit kann man es wie­der sal­zig machen? Es taugt zu nichts mehr; es wird weg­ge­wor­fen und von den Leu­ten zer­tre­ten.

14 Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht ver­bor­gen blei­ben.

15 Man zün­det auch nicht ein Licht an und stülpt ein Gefäß dar­über, son­dern man stellt es auf den Leuch­ter; dann leuch­tet es allen im Haus.

16 So soll euer Licht vor den Men­schen leuch­ten, damit sie eure guten Wer­ke sehen und euren Vater im Him­mel prei­sen.

Wird mit die­sen Ver­sen ein neu­er Glie­de­rungs­ab­schnitt begon­nen? Wenn ja war­um?

  • Das Publi­kum wir direkt ange­spro­chen, es gibt einen direk­ten Appell, eine Auf­for­de­rung.

Was macht der Red­ner mit dem Publi­kum?

  • Die Men­schen wer­den wach­ge­rüt­telt, es gibt Auf­for­de­run­gen und Zuspruch von Jesus.
  • Indem sie vom Red­ner zum Salz der Erde erklärt wer­den, wer­den sie dazu gemacht.
  • Der Red­ner hält sein Publi­kum nicht für beson­ders mora­lisch.

Salz und Licht

  • Men­schen sind Salz und Licht der Welt/ Erde

Doch wie wird das Salz salz­los?

  • Jesus bzw. das anti­ke Publi­kum wuss­ten damals noch nicht, wie Salz auf­grund mole­ku­la­rer Ver­än­de­run­gen salz­los wird. Salz wur­de mit ande­ren Mine­ra­li­en ver­mischt (Che­mie), so eine übli­che Auf­fas­sung.

Was ist aber mit Licht gemeint?

Vers 13: Wel­che Par­al­le­len gibt es zu den For­mu­lie­run­gen in Vers 14 und 15?

  • Eine Stadt die auf einem hohen Berg steht, kann nicht ver­bor­gen wer­den. Über­trägt man dies auf die Men­schen, soll es so viel hei­ßen wie, dass man sein eige­nes Poten­ti­al nicht ver­ber­gen soll. Dies ver­dankt man dem Red­ner, wel­cher einem dies zuspricht. Das Publi­kum wird durch Anre­de von Jesus dazu gemacht, man sol­le so blei­ben, wie man gemacht wor­den ist. Man sei Salz für die Erde und nicht für die Welt.

Doch was genau macht der Red­ner mit dem Publi­kum?

Der Red­ner moti­viert das Publi­kum. Es erfährt Zuspruch, das heißt, sie ver­ste­hen, dass sie auch etwas aus­rich­ten kön­nen. Wohl­wol­len des Publi­kums soll erregt wer­den. Der Red­ner über­nimmt dem­zu­fol­ge eine hoch­an­spruchs­vol­le Stel­lung, da er auch immer die Auf­ga­be hat, sanft­mü­tig zu sein. Er spielt sei­nem Publi­kum dem­nach nichts vor.

Haupt­punk­te bei der Berg­pre­digt

Die Berg­pre­digt ist ein gutes Bei­spiel, an dem man sehen kann, dass alles von nor­ma­len Ver­hal­tens­wei­sen aus­geht.

Vers 16

Wer pro­fi­tiert ob gute/ schö­ne Wer­ke ent­ste­hen?

  • Gott wird ver­herr­licht, gött­li­che Glanz wird ver­mehrt, damit es gute Wer­ke gibt.

Doch was meint die Ver­herr­li­chung?

  • Gott wird geprie­sen und gelobt von den Men­schen (man hört: Lobe Got­tes)

Gott könn­te sagen, das hast du gut gemacht. Alle Sachen auf der Erde sind nur durch Gott mög­lich. Alles was man schafft als „Licht der Welt“ wird durch Gott ermög­licht. Er ist der Gute. Unser Tun ist Zeug­nis von Gott (das war die Grund­ein­stel­lung der Refor­ma­ti­on).

Damals dach­ten aller­dings die Men­schen, wenn sie gute Wer­ke voll­brin­gen, kom­men sie nicht ins Fege­feu­er (Luther pran­gert das an). Für ein­zel­ne Men­schen war dies sehr ent­täu­schend, denn das Lob geht an Gott, wenn man gute Wer­ke voll­bringt und nicht an den Men­schen. Für vie­le war dies sehr anspruchs­voll zu sehen, da sich Men­schen oft selbst den Erfolg zurech­nen. Aller­dings wird Gott ver­herr­licht.

Die Berg­pre­digt

Die Berg­pre­digt eröff­net eine posi­ti­ve Ein­stel­lung, etwas Gutes zu tun. Mit der Berg­pre­digt ist die Mög­lich­keit auf­ge­kom­men, etwas Ande­res zu sehen. Was hier als gut und schön dar­ge­stellt wird, wird aber nicht über­all in der Bibel so dar­ge­stellt.

  • Streit­punkt: Wie sol­len die hei­li­gen Schrif­ten des Juden­tums aus­ge­legt wer­den?

Die ers­te Stel­le der Berg­pre­digt steht für Gerech­tig­keit und Recht. Der bes­se­ren Gerech­tig­keit. Gerech­tig­keit lässt sich hier nicht rich­tig von Recht tren­nen.

Geset­ze

Geset­ze dür­fen dem Grund­ge­setz nicht wie­der­spre­chen. Für das Grund­ge­setz ist es not­wen­dig zu sagen, dass es Arti­kel gibt, wel­che dem Grund­ge­setz nicht wider­spre­chen dür­fen.

Den Ansatz der Berg­pre­digt wer­den wir ab der nächs­ten Sit­zung bes­ser zu ver­ste­hen:

  • Was ist mit dem „Gesetz der Väter“ gemeint? Vgl. fol­gen­de Gra­fik 2 in http://alltagundphilosophie.com.www256.your-server.de/2017/04/26/grundorientierung-bibel-tud/ !

Aufgaben zur nächsten Sitzung

  1. Lesen Sie Mt 5,17-20!
  2. Was ist mit der Gerech­tig­keit gemeint, die bes­ser sei, als die­je­ni­ge der Pha­ri­sä­er und Schrift­ge­lehr­ten? Wie erfah­ren die Leser/innen etwas dar­über?

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Info:
Einführung in die Exegese und Hermeneutik: Bergpredigt (TUD) ist Beitrag Nr. 6092
Autor:
Martin Pöttner am 7. Mai 2017 um 11:07
Category:
Bergpredigt,Einfünrung in die Exegese und Hermeneutik
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