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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


Moder­ner Dao­is­mus (Bad Rap­penau)

Ein Yin-Yang-Sym­bol

Der Dao­is­mus stellt den mys­ti­schen Aspekt der chi­ne­si­schen Kul­tur dar. Die Dao­is­ten kom­mu­ni­zie­ren z. T. para­dox, wie wir schon bei der Dar­stel­lung des Sys­tems in der Ver­gan­gen­heit sahen. Anders als die Kom­mu­nis­ten und auch die Kon­fu­zia­ner leh­nen sie Krieg und Gewalt ab. Sie bil­den m. E. die Men­schen­rechts­po­si­ti­on in der chi­ne­si­schen Kul­tur (ähn­lich auch E. Tugend­hat). Viel­leicht lässt sich sagen, dass die para­do­xe Kom­mu­ni­ka­ti­on die Anpas­sung an das Gewöhn­li­che, die gesell­schaft­li­chen Gewohn­hei­ten irri­tie­ren oder gar unter­bre­chen soll.

Sicher unter­stel­len auch die Dao­is­ten, dass star­ke Lei­den­schaf­ten wie Gier und Zorn die Men­schen bestim­men (so auch sowohl in bud­dhis­ti­schen Posi­tio­nen als auch in der Berg­pre­digt). Aber solan­ge man/frau das nur fest­stellt, blei­ben er oder sie im ([neo-]positivistischen) natur­wis­sen­schaft­li­chen Dis­kurs. So ist es eben. Da lässt sich nichts machen. Krieg kann man nur durch die Macht der Geweh­re been­den (Mao).
Die Dao­is­ten set­zen dage­gen die medi­ta­ti­ve Pra­xis. Man/frau nimmt sich selbst zurück, ent­fernt sich damit aus der Welt der Sor­ge, wel­che uns kon­ti­nu­ier­lich ent­lang unse­rer Gewohn­hei­ten wei­ter­ma­chen lässt. In der Medi­ta­ti­on erge­ben sich dao­is­tisch Ganz­heits­er­fah­run­gen, was z. B. durch das Inein­an­der von Ying und Yang aus­ge­drückt wird. In der Medi­ta­ti­on kann sich der/die Ein­zel­ne mit dem Gan­zen, dem Kos­mos ver­bun­den füh­len. Bei Gehirn­scans schei­nen in der­ar­ti­gen Situa­tio­nen Regio­nen inak­tiv zu sein, die beim Raum- und Zeit­be­wusst­sein aktiv sind.
Aber im Gehirn kann das nicht blei­ben. Es soll ja die all­täg­li­che Pra­xis bestim­men. Eine sol­che neue Hal­tung lässt sich nur durch Übung errei­chen. D. h., häu­fi­ges Medi­tie­ren liegt nahe.
Dadurch las­sen sich auch star­ke Lei­den­schaf­ten ver­än­dern. Die dao­is­ti­sche Poin­te besteht dar­in, dass so auch die Gewalt unter­bro­chen wer­den kann.

 

« Ein Kri­ti­ker der aka­de­mi­schen (evan­ge­li­schen) Theo­lo­gie – Das Johan­nes­evan­ge­li­um (Uni Hd [Mo 16-18 Uhr, KiGa I]) »

Info:
Moder­ner Dao­is­mus (Bad Rap­penau) ist Beitrag Nr. 6007
Autor:
Martin Pöttner am 11. März 2017 um 18:21
Category:
Menschenrechte
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