Zum Inhalt springen


Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


TUD)">Geschlech­ter­ge­rech­te Rede (TUD)

Pro­to­koll vom 24.01.2017
Vanes­sa Bran­des
Römer 1.18-32
Die heu­ti­ge Sit­zung the­ma­ti­siert die Pro­ble­ma­tik der Homo­se­xua­li­tät (Römer­brief 1.18-32)
Got­tes Zorn über die Unge­rech­tig­keit der Men­schen
18 Der Zorn Got­tes wird vom Him­mel her­ab offen­bart wider alle Gott­lo­sig­keit und Unge­rech­tig­keit der Men­schen, die die Wahr­heit durch Unge­rech­tig­keit nie­der­hal­ten.
19 Denn was man von Gott erken­nen kann, ist ihnen offen­bar; Gott hat es ihnen offen­bart.
20 Seit Erschaf­fung der Welt wird sei­ne unsicht­ba­re Wirk­lich­keit an den Wer­ken der Schöp­fung mit der Ver­nunft wahr­ge­nom­men, sei­ne ewi­ge Macht und Gott­heit. Daher sind sie unent­schuld­bar.
21 Denn sie haben Gott erkannt, ihn aber nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt. Sie ver­fie­len in ihrem Den­ken der Nich­tig­keit und ihr unver­stän­di­ges Herz wur­de ver­fins­tert.
22 Sie behaup­te­ten, wei­se zu sein, und wur­den zu Toren.
23 Sie ver­tausch­ten die Herr­lich­keit des unver­gäng­li­chen Got­tes mit Bil­dern, die einen ver­gäng­li­chen Men­schen und flie­gen­de, vier­fü­ßi­ge und krie­chen­de Tie­re dar­stel­len.
24 Dar­um lie­fer­te Gott sie durch die Begier­den ihres Her­zens der Unrein­heit aus, sodass sie ihren Leib durch ihr eige­nes Tun ent­ehr­ten.
25 Sie ver­tausch­ten die Wahr­heit Got­tes mit der Lüge, sie bete­ten das Geschöpf an und ver­ehr­ten es anstel­le des Schöp­fers – geprie­sen ist er in Ewig­keit. Amen.
26 Dar­um lie­fer­te Gott sie ent­eh­ren­den Lei­den­schaf­ten aus: Ihre Frau­en ver­tausch­ten den natür­li­chen Ver­kehr mit dem wider­na­tür­li­chen;
27 eben­so gaben die Män­ner den natür­li­chen Ver­kehr mit der Frau auf und ent­brann­ten in Begier­de zuein­an­der; Män­ner trie­ben mit Män­nern Unzucht und erhiel­ten den ihnen gebüh­ren­den Lohn für ihre Ver­ir­rung.
28 Und da sie sich wei­ger­ten, Gott anzu­er­ken­nen, lie­fer­te Gott sie einem ver­wor­fe­nen Den­ken aus, sodass sie tun, was sich nicht gehört:
29 Sie sind voll Unge­rech­tig­keit, Schlech­tig­keit, Hab­gier und Bos­heit, voll Neid, Mord, Streit, List und Tücke, sie ver­leum­den
30 und trei­ben üble Nach­re­de, sie has­sen Gott, sind über­heb­lich, hoch­mü­tig und prah­le­risch, erfin­de­risch im Bösen und unge­hor­sam gegen die Eltern,
31 sie sind unver­stän­dig und halt­los, ohne Lie­be und Erbar­men.
32 Sie erken­nen, dass Got­tes Rechts­ord­nung bestimmt: Wer so han­delt, ver­dient den Tod. Trotz­dem tun sie es nicht nur sel­ber, son­dern stim­men bereit­wil­lig auch denen zu, die so han­deln.

Die Annah­me, dass es eine ver­kehr­te Sexua­li­tät gibt, wird schon in der Weis­heit Salo­mons 14 auf­ge­grif­fen. Dort wird ähn­lich scharf kri­ti­siert, wie bei Pau­lus.
Im Römer 1.23-32 wird zunächst die Pro­ble­ma­tik, dass der Zorn Got­tes ent­brannt ist, the­ma­ti­siert. Ein Bezug zu den zehn Gebo­ten, wird mit dem Vers 23 her­ge­stellt, expli­zit mit dem Bil­der­ver­bot.
Pau­lus sieht, dass die Griechen/Römer meh­re­re Göt­ter und Göt­tin­nen ver­ehr­ten. Eben­so wer­den homo­se­xu­el­le Hand­lun­gen im anti­ken Grie­chen­land und Rom frei prak­ti­ziert und akzep­tiert. Zu der Zeit war es auch üblich, einen Lust­kna­ben für sexu­el­le Diens­te zu nut­zen. Dabei wur­de i. d. R. von männ­li­cher Homo­se­xua­li­tät berich­tet.
Anders im alten Ägyp­ten und Meso­po­ta­mi­en, dort stand Homo­se­xua­li­tät unter Stra­fe. Als bibli­sche Quel­le wird in die­sem Zusam­men­hang das 3. und 5. Buch Mose genannt.
Auch der Islam kri­ti­siert ähn­lich.
Im Zuge der Geschich­te wird kein Bezug genom­men auf weib­li­che Homo­se­xua­li­tät bzw. auf Stra­fen. Aller­dings ist bekannt, dass es genau­so wie männ­li­che, auch weib­li­che Homo­se­xua­li­tät gibt.
Pau­lus sieht in dem Abschnitt eine Ver­tau­schung des natür­li­chen durch den wider­na­tür­li­chen Geschlechts­ver­kehrs bezo­gen auf männ­lich und weib­lich.
Ein Kon­flikt sieht Pau­lus zwi­schen der griechisch/römischen und der ägyptischen/mesopotamischen Kul­tur. Für ihn ist Hete­ro­se­xua­li­tät die Natür­li­che. Wäh­rend die Grie­chen und Römer auf­grund des­sen, dass sie meh­re­re Göt­ter und Göt­tin­nen (auch Tier­fü­ße etc.) ver­ehr­ten und die­se auch nach­ge­baut haben, ver­fal­len wären. Die­se Dis­kre­panz kann laut Pau­lus nur zu unna­tür­li­chen Geschlechts­ver­kehr füh­ren.
Auch in 1. Kor. 6 wird von Ehe­bre­chern und Kna­ben­schän­dern gespro­chen. Hier wird eher Bezug auf die männ­li­che Sexua­li­tät genom­men, dem­nach lässt sich eine Ten­denz zur Kna­ben­lie­be erken­nen (evtl. auch zur Pädo­phi­lie). Dabei wur­de die weib­li­che Sexua­li­tät über­se­hen.
Pau­lus hin­ge­gen scheint sich über die Ver­hält­nis­se infor­miert zu haben und bezog sich auch auf die weib­li­che Sexua­li­tät.
Auf­grund von Römer 1.18-32 war es lan­ge Zeit schwie­rig, die Ansich­ten der Kir­che in Bezug auf die Homo­se­xua­li­tät zu ver­än­dern. Ande­re bedeu­ten­de Äuße­run­gen, die die­se Pas­sa­ge wie­der­le­gen bzw. ent­ge­gen­hal­ten könn­ten, sind in der Bibel nicht vor­han­den.
Sei­tens der katho­li­schen Kir­che heißt es, mit der Homo­se­xua­li­tät soll­te human umge­gan­gen wer­den, aller­dings wird sie offi­zi­ell ver­ur­teilt.
In den evan­ge­li­schen Kir­chen dau­er­te es bis in die 1980er Jah­re, bis Homo­se­xua­li­tät tole­riert wur­de. Ehe­ähn­li­che Seg­nun­gen für Homo­se­xu­el­le haben sich aber erst um die Jahr­tau­send­wen­de durch­ge­setzt. Dabei ist zu beach­ten, dass Luther Homo­se­xua­li­tät nie offi­zi­ell ver­ur­teilt hat.

 

« EfG Gries­heim: Mk 10,1-12 (29.01.) – Grie­chi­sche Lek­tü­re usf. (Uni Hd) »

Info:
Geschlech­ter­ge­rech­te Rede (TUD) ist Beitrag Nr. 5935
Autor:
Martin Pöttner am 30. Januar 2017 um 18:45
Category:
Allgemein
Tags:
 
Trackback:
Trackback URI

Keine Kommentare »

No comments yet.

Kommentar-RSS: RSS feed for comments on this post.

Leave a comment